unverhoffte Komplikation

Der Volvo V50 war mit dem kleinen Service dran. Groß gab’s ja letztes Jahr.
Der Innenraumfilter war ein schon bekanntes Übel.
Für den Rest kam er auf meine Rampen:
V50 auf den Rampen
Hatte ich schon erwähnt, wie dankbar ich der Besten bin, dass Sie mir „schrauben mit Familienanschluss“ ermöglicht hat?
So liegt man unterm Auto, hört ein Tappsen, sieht kleine Füße und plötzlich guckt Schräubchen unter’s Auto und fragt mit ihrer unnachahmlichen Art: „Was machst du eintlich?!„:
"Was machst du eintlich?"
Nach einer kurzen Erläuterung der Sach- und Rückenlage krabbelt sie erst mit unter’s Auto, um anschließend einen Kinderstuhl zu holen und sich mit in die Garage zu setzen. Dort werden dann munter die Nüsse im Knarrenkasten neu arrangiert oder mit Dingen aus der „Restekiste“ gespielt.
Mir geht jedes Mal das Herz auf.
Aber zurück zum Thema:
Auch der Ölwechsel sollte ein Kinderspiel sein.
Dank des Haynes-Manuals wusste ich ja nun, dass man an den Ölfilter viel einfach kommt, indem man den Dieselfilter löst.
Das ging auch planmäßig, bis zu dem Punkt, wo ich ihn einfach nach oben aus seiner Führung ziehen sollte:
Dieselfilter freigelegt
Er bewegte sich ca. 5 mm und saß dann fest.
Nach einigem rätseln und vergewissern, dass es wirklich nur 5 Schrauben sind, die ihn halten, stellte ich fest, dass die Messingbuchse an der Seite des Filters der Übeltäter war:
Buchse im Detail
Die Buchse hatte sich augenscheinlich aus dem Plastik des Filters gelöst und in dem Langloch der Schraube verkantet.
Super Sache!
Natürlich ist da weder Platz zum hämmern, noch ein Gegenlager um zu hebeln, damit die Buchse wenigstens temporär wieder zurück in ihr Gehäuse geht.
Alles nur Plastik-Mist.
Ich habe da sicherlich eine geschlagene Stunde probiert und gefummelt. Es half alles nix.
Also Radikalkur und zu einem schlanken Eisensäge-Blatt gegriffen:
beim sägen
Das ließ sich zwischen Plastikgehäuse und Crash-Rahmen fummeln und immer 3-4 Sägezähne vor und zurück bewegen.
Nach ca. 45 Minuten war die Buchse durch und der Filter ließ sich einfach entnehmen:
Buchse abgesägt
Wie man sieht steckt die Buchse ein gutes Stück in dem Langloch. Sollte das irgendjemand nachmachen müssen, so denkt daran, die darunter liegende Lichtmaschine abzudecken! Keine Ahnung, wie toll die Wicklungen einen Haufen Messing-Späne finden. Muss man ja nicht austesten.
Der Rest des Ölwechsels lief dann wieder nach Plan (Auch wenn ich überrascht vom großen Spiel des MANN HU 711/51 x-Filters war. Der sitzt leider recht lose auf den Stutzen.).
Beim Zusammenbau habe ich auf die seitliche Schraube verzichtet und den angepassten Kabelhalter einfach oben am Crash-Rahmen befestigt:
Kabelhalter neu positioniert
Ich denke, dass der Filter auf die seitliche Schraube nicht zwingend angewiesen ist, da er fest in einer Schiene sitzt und ringsum vom Crash-Rahmen umfasst wird.
Als sich meine Arme am nächsten Tag von der erlahmenden Sägearbeit erholt hatten, habe ich noch als letzten Schritt den Dieselfilter entwässert.
Wenigstens das ging straight forward.
An die Ablassschraube habe ich die Vakuumpumpe von Tante Louise angeschlossen, etwas gepumpt und dann die obere Entlüftungsschraube auf dem Filtergehäuse geöffnet:
Dieselfilter entwässern
Nun noch ein wenig gesaugt (ca. 200 ml) und alles wieder zu gedreht.
Anschließend muss man das System wieder entlüften.
Auch das geht mittels Vakuumpumpe kinderleicht.
Einfach die Rücklaufleitung an dem grünen Verbinder trennen und dort die Pumpe anschließen:
System entlüften
Nun pumpt man bis in der durchsichtigen Leitung auf der anderen Seite des Motors keine Luftblasen mehr zu sehen sind:
Dieselleitung zur Hochdruckpumpe
Abschließend noch den Motor starten und eine Runde um den Block drehen und den Service-Reminder zurücksetzen:
Zündung auf 1; Tageskilometer-Rücksteller gedrückt halten; innerhalb von 2 Sekunden Zündung 2; wenn das "i" im Instrumentenbrett leuchtet loslassen; zur Bestätigung ertönt ein Signal
Läuft alles.

Teile-Bergung

Wenn vor einer Tür ein original Binz-Kombi (der übrigens noch im täglichen Handwerker-Einsatz ist) steht:
Binz Kombi
weiß man, dass man an der richtigen Adresse ist.
Und drinnen ging es passend weiter:
Frosch und Peugeot
Eine echte Schrauberhöhle.
Warum diese Einleitung?
Ich war los ein paar Teile bergen.
Kommt ja nicht so häufig vor, dass in Deutschland was für meinen kleinen Exoten-Streichelzoo angeboten wird.
Die Garagenwand ziert neuerdings nämlich ein Bond Bug Canopy:
Canopy an der Wand
Dank French Cleats war die  Montage an der Wand auch ein Kinderspiel:
Canopy aufgehangen
Damit das ganze Gewicht des Canopys nicht an den Befestigungslöchern zerrt steht es unten auf einem Polystyrolblock.
Keine Ahnung, ob ich das mal brauche, aber „haben ist besser als brauchen“.
Außerdem gab es noch einen 700 ccm-Bond Bug-Motor in Teilen samt 3 Zylinderköpfen dazu:
700ccm Motor
Und  Ventildeckel (sogar zwei seltene mit „Bond“-Schriftzug):
Ventildeckel
und kistenweise Kleinteile:
Scheinwerferteile
und zwei Kühler:
Kühler
und ein Bond Bug-Getriebe:
Bond Getriebe
und einen kompetten Wärmetauscher samt Gebläse:
Wärmetauscher
und eine Wanne Bremsenteile:
Kupplung und Bremsen
und drei Reliant-Getriebe:
3 Reliant Getriebe
und ein (auch auf der Insel seltener) 850 ccm Reliant „Yellow Top“-Motor, wie er auch in meinem Rialto verbaut ist:
850 ccm Motor
und eine Kiste, teils NOS, Fahrwerksteile, zwei Kardanwellen sowie ein komplettes Lenkgetriebe:
Federbeine und Lenkgetriebe
hatte ich schon Kleinteile erwähnt?:
Motor- und GetriebeinnereienMal sehen, wann wir einen Winter haben, der lange und dunkel genug ist, damit ich all die Teile mal sichten kann.  Außnahmsweise arbeitet die globale Erwärmung gegen mich…
Allerdings denke ich, dass damit mein Bedarf an Reliant-spezifischen Teilen für eine lange Zeit gedeckt ist.

Das hebt! II

Bevor mich OSTs Tipp erreichte, hatte ich schon für meinen neuen Rodcraft Wagenheber nach Auflagetellern geguckt.
Das Maßband verriet mir, dass der Original-Teller 120mm Außendurchmesser hat. Eine ausgedehnte Amazon-Suche später hatte ich einen Ersatzteller für Nussbaum-Hebebühnen im Einkaufskorb.
Die Teller haben auf der Unterseite einen umlaufenden Gummirand und einen einvulkanisierten Stahlteller:
Nussbaum Auflageteller Rückseite
Der Durchmesser innerhalb des Randes beträgt 120mm. Damit passt der Teller haargenau auf den Wagenheber:
Nussbaum Auflageteller
Sitzt schön fest und drückt sich durch den Stahlteller auch nicht durch. Super Sache!
Wenn man den Teller noch zusätzlich befestigen will, kann man dass wie Ado machen.

Das hebt!

Mein Kinderwagenheber ist kacke.
Das Ding ist kippelig und lässt sich beschissen bedienen. Mittlerweile ist mir da zum dritten Mal ein Auto (fast) runter gefallen. Ich habe mich daher mal nach Alternativen umgesehen.
Schlussendlich schwankte ich zwischen dem Rangierwagenheber Aluminium RA von werkzeugbude24.de

und dem Rodcraft RH215:

Der Rodcraft ist flacher und hat eine größeren Maximalhub, ist dafür aber ein schwerer Bastard.
Nachdem ich mehrfach von Menschen gelesen habe, die Probleme mit durchgängigen Frontrollen (hängen bleiben an Fugen und Steinchen) hätten, entschied ich mich für den Rodcraft:
Wagenheber verpackt
Der Zusammenbau ist keine besondere Herausforderung:
Lieferung ausgepackt
Zuerst muss man jedoch die Transportsicherung lösen:
Transportsicherung
Da sitzt anständig Spannung hinter. Am einfachsten ging es bei mir, als ich mich auf den Flansch gekniet habe.
Der Größervergleich macht den Unterschied deutlich:
Größenvergleich 1
Bevor es an den ersten Einsatz ging habe ich noch dem oberen Teil der Hubstange ein Stück PE-Rohrisolierung spendiert.  Mit 28mm Innendurchmesser passt die Isolierung schön stramm über die Stange:
zusätzliches Polster
So sind auch hier Beschädigungen durch Töffeleien ausgeschlossen.
Durch den großen Hub lassen sich bequem beide Räder einer Fahrzeugseite auf einmal wechseln:
Beide Achsen angehoben
Die serienmäßige Gummiauflage im Teller ist zwar sehr hart, aber leider drückt sich der Schweller doch bis auf den Eisenrand durch, wie man an den Macken sieht:
Druckspuren
Da werde ich mir noch was überlegen.
Ansonsten bin ich sehr zufrieden. Auch im Vergleich zu Vadderns Rangierwagenheber lässt sich der Rodcraft wesentlich leichter manövrieren und auch das Ventil lässt sich viel präziser öffnen.

Toyota Alphard – Der Raumgleiter

Mit Kindern verschieben sich ja bekanntlich die Prioritäten.
Nicht dass der Combo sein Anforderungsprofil nicht erfüllen würde, aber das ist wie mit dem Irak: Man muss auch immer einen Plan haben, was danach kommt.
So schweiften meine Gedanken in Richtung Luxus-Reisewagen.
Klar, S-Klasse, A8, Phaeton, alles bekannt.
Nachdem wir aber platzmäßig vom Combo verwöhnt wurden, sind Limousinen irgendwie raus.
Alles SUV-mäßige ist auch raus. Dieser Stream ist mir irgendwie zu mainig.
Kombis gibt’s in der Klasse keine, zumindest hab ich nix gefunden. Also habe ich mal stumpf nach einem Luxus-Van gesucht.
Die Verdächtigen VW T5 und Mercedes V-Klasse sind bekannt und entsprechend langweilig. Allerdings stieß ich auch ziemlich schnell auf den Toyota Alphard:

Sieht der nicht Granate aus?!
Und die Vorgänger sehen kaum mindergeil aus.
Wenn das keine eingebaute Diebstahlsperre ist, weiß ich es auch nicht.
Noch besser sind jedoch die inneren Werte:

Gerade die zweite Reihe ist da ein Platz zum gerne verweilen.
Hier ein schönes Video von den Innenraumdetails:
YouTube Preview Image
Sogar an einen zwischen die Sitze fallenden Kugelschreiber haben die kleinen Japaner gedacht. Wahnsinn!
Auch der vollkommen flache Innenraum und die durchgehenden Sitzschienen (und damit die frei verschiebbaren Sitze) sind absolute Spitzendetails:

Auch motorenmäßig ist da alles im Lot. In Japan gibt es einen Hybriden und für außerhalb geht es bei 182 PS los. Am verbreitetsten ist jedoch der 3,5l-V6 mit 275 PS, den es auch in verschiedenen Lexus Modellen gab.

Ja, ich höre die Kleingeister schon schreien: „Nicht nach Deutschland exportiert! Rechtslenker“.
Ist aber alles kein Hindernis. Russland war ein offizieller Markt.
Es gibt sogar deutsche Händler über die man einen neuen Alphard als Linkslenker beziehen kann. Geht bei schlappen 57.000 € los.
Eine ausführliche Auflistung der verschiedenen Ausstattungsvarianten findet ihr hier.
Gebraucht findet man in Deutschland leider nur diesen hier.
Allerdings bietet der russische Markt eine breite Auswahl an gebrauchten Fahrzeugen. Dank des Verfalls des Rubels sind die preislich auch eher überschaubar.
Wenn das nicht ein schönes Urlaubsmitbringsel wäre!
Hat da jemand zufällig Kontakte?

Sollte Toyota nicht der Hersteller eurer Wahl sein, hätte ich noch den Nissan Elgrand und den Honda Elysion im Portfolio.