Rostige Taschen

Stammleser Wuschel hat sich nach kurzer Beeinflussung meinerseits nach einem Opel Combo CNG umgesehen.

An sich natürlich löblich. Leider ist er aber sehr gründlich und fragte nach seiner Besichtigungstour, ob ich denn schon mal in die unteren Taschen der Schiebetüren unter der B-Säule geguckt hätte? Da wären nämlich alle begutachteten Combos faulig bis hin zu löchrig gewesen.

Na danke:

So sieht die Oberseite der Tasche auf der Fahrerseite aus. Auf der Beifahrerseite ist auch Rost, aber nicht so deutlich. Hier ein Bild zur räumlichen Einordnung:

Die Stelle findet sich in gerader Linie unter dem Gummistopfen in der B-Säule, an der Oberseite der „Tasche“ in die das Schiebetür-Scharnier läuft.

Zur Ursachensuche habe ich den Stopfen entfernt um in die B-Säule zu gucken, aber leider sitzt da direkt ein Blech dahinter. Da sieht man nix. Also habe ich mich der Innenseite zugewandt und die Verkleidung der B-Säule entfernt:

Das geht zwar sehr einfach, hilft aber auch nicht, da hier das Innenblech die Sicht versperrt. Wenigstens war keine Feuchtigkeit zu erkennen:

Trotzdem sehr merkwürdig. Der Rost scheint von innen zu kommen (außen keine Scheuermarken und Feuchtigkeit kommt da auch nicht hin, da die Stelle „innerhalb“ der Türdichtung liegt). Also muss irgendwie beidseitig Wasser in die B-Säule gelangen. Aber das Dach hat keine Öffnungen, die dorthin entwässern…. wirklich strange.

Dazu ist der Combo seit 4 Jahren ein Garagenwagen. Da dürfte sich die permanente Feuchtigkeit eigentlich in Grenzen halten.

Ich habe schon überlegt, ob ich einfach dort Entwässerungslöcher bohren soll und dann reichlich von meinem Fett durch den oberen Stopfen einfülle. Lieber wäre es mir aber vorher die Ursache zu finden.

Was lange währt…

… muss vor dem Brexit noch schnell gut werden.

Angesichts der ungewissen Zukunft, was die Zulassungsregeln britischer Fahrzeuge angeht, hat Tobias bei der Zulassung des Rallye Toyota Seras Vollgas gegeben. Mit Erfolg:

Nicht nur das kleine Schräubchen war sehr angetan von diesem neuen Auto. Auch ich freute mich über das Wiedersehen, nach so langer Zeit.

Erfreulicherweise riecht der Wagen noch immer nach pakistanischem Puff. Etwas, was ich ganz fest mit diesem kleinen Abenteuer verbinde. Allzeit gute Fahrt!

Stop in the name of…

Parkt man einen Anhänger draußen, zieht man die Bremse an. Klar. Doof ist nur, dass die Bremsen dann gerne fest gammeln. Um dies bei der Lafette zu vermeiden habe ich erst mit Unterlegkeilen experimentiert, was jedoch nicht zuverlässig funktionierte. Durch Zufall bin ich dann über Stützräder mit Feststellbremse gestolpert. Genau sowas Suche ich. Aber Geld ausgeben mache ich ja nur äußerst ungerne. Wäre doch gelacht, wenn man da nicht was basteln könnte.

Schauen wir uns doch mal das serienmäßige Vorderrad der Lafette an:

OK, wir halten fest: Die Felge ist krumm, die Radführung ebenfalls und der Reifen eiert ordentlich. Beste Voraussetzungen also!

Ich habe dann erstmal die Radführung soweit als möglich begradigt. Danach habe ich die schon in der Felge vorhandenen Löcher aufgebohrt und von einem alten Alu-Rohr Distanzhülsen abgeschnitten:

Die Hülsen kamen mit Unterlegscheiben auf Bolzen und durch die Felge:

Damit das Ganze später auch mit überschaubarem Aufwand zu (de-)montieren ist, kamen auf die gegenüberliegende Seite Flügelmuttern:

Fertig montiert verhindern die Bolzen sicher eine Rotation des Stützrades, indem sie auf der Radführung aufliegen:

So kann der Anhänger nicht vor oder zurück rollen. Die seitliche Drehung verhindern schon die Aussparungen im Tragrohr des Stützrades.

Natürlich ist das nix, um den voll beladen Anhänger am Berg zu sichern, aber leer auf dem ebenen Hof hält es ihn sicher an Ort und Stelle, ohne dass mir die Bremse fest gammelt. Mal sehen, ob es sich bewährt.

Englische Lederhose

Durch eine Diskussion in der Reliant-Whatsapp-Gruppe bin ich auf diesen Wagen aufmerksam geworden:

Quelle: eBay Kleinanzeigen

Der Verkäufer schreibt dazu:

Über 65 Jahre baute Reliant Dreiradautos für den britischen Markt. Es gab auch die Exportversion für Österreich mit Linkslenkung-wie hier. Einer der letzten in Tamworth gebauten Exemplare ist der hier angebotene Robin. Er hat eine Glasfiber-Karosserie, die nicht rostet und einen feuerverzinkten Rahmen- also ein echtes Langzeitauto. Fahrzeugklasse L5e. Die Lift-off Restaurierung ist dokumentiert. Es wurde die gesamte Bremsanlage erneuert bzw. überholt(HBZ), der Rahmen gesäubert, haftgrundiert und mit Hammerschlaglack lackiert, ebenso der Unterboden. Dieser Lack ist schmutzabweisend. Die Technik wurde geprüft und eingestellt,schadhafte Achsgummis erneuert. Filter und Öle getauscht, Nippel abgeschmiert.Der Wagen hat noch den Originallack.Es sind lediglich Ausbesserungen daran vorgenommen worden. Das Fahrverhalten lässt ein normales Mitschwimmen im Verkehr zu und ist nicht so wie in der Top-Gear Episode mit für schnelles Umkippen manipuliertem Reliant. Die Höchstgeschwindigkeit bei sportlichem Sound ist so um die 140 km/h auf der Autobahn. Es ist ein echter Sympathieträger und Hingucker.Daher hinterlässt er staunenede Gesichter am Straßenrand. Da in Deutschland nur 4 Fahrzeuge diesen Typs zugelassen ist stellt er als einziger Linkslenker eine echte Wertanlage dar. Wer zählt sich zu den verwegenen Individualisten /Oldtimerliebhabern? Zugreifen!

Kleinwagen
Gebrauchtfahrzeug
Unfallfrei
Hubraum: 850 cm³
Anzahl der Türen: 2/3 Türen
Anzahl Sitzplätze: 4
Schadstoffklasse: —
Umweltplakette: 1 (Keine)
Anzahl der Fahrzeughalter: 3
HU: 7/2021
Farbe: Rot
Farbe (Hersteller): —
Innenausstattung: Velours
Farbe der Innenausstattung: Grau
Airbags: —
Anhängerkupplung: —
Radio: Tuner/Radio

Ausstattung
Sommerreifen, Winterreifen

Die sonstigen Bilder in der Annonce zeigen eine Frame-Off-Restaurierung und sehr ordentliche Arbeit (sofern sich das anhand von Bildern beurteilen lässt).

Wenn die Bilder also nicht lügen erhält man für 5200€ VB einen Reliant Robin II Linkslenker mit deutscher Zulassung und HU. Das halte ich für ein sehr gutes Angebot. Ich hoffe es findet sich ein Liebhaber.

Servicezeit

Der Sommer bedeutet auch immer Servicezeit für den Combo:

186000 Service

Neben neuem Öl samt Filter habe ich ihm auch neue Bremsflüssigkeit spendiert.
Hierzu einige Tipps: Es empfiehlt sich vor Beginn der Arbeiten den aktuellen Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehelter zu markieren (z.B. Klebeband oder abwischbarer Stift):

Markierung aufgeklebt

Füllt man nämlich nachher mehr Bremsflüssigkeit ein als vorher drin war, kann es sein, dass sie beim nächsten Wechsel der Bremsbeläge (und damit verbundenem Zurückstellen der Kolben) überläuft.
Hat man Probleme den aktuellen Flüssigkeitsstand im Behälter zu sehen, hilft eine auf den Behälter gelegte Taschenlampe:

Vorratsbehälter erleuchtet

Bei undurchsichtigen Behältern könnt ihr euch einen Peilstab basteln.
Moderne Vorratsbehälter haben keinen direkten Zugang zum Flüssigkeitsvorrat mehr:

Kleines Loch

Ich habe mir mit einem extra dünnen Schlauch beholfen, um durch die kleine seitliche Öffnung (siehe oben) zu kommen:

Absaugen

So konnte ich mit meiner Mityvac-Unterdruckpumpe (Hat Tante Louise leider aus dem Programm genommen) einen Großteil der alten Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter absaugen.
Danach ging es dann mit der Pumpe von Rad zu Rad:

Bremssattel

Die Reihenfolge ist beim Combo: vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts
Leider hat der Entlüfternippel hinten rechts sein Staubkäppchen verloren, so dass er so zugegammelt war, dass selbst bei beherztem Tritt auf das Bremspedal keine Bremsflüssigkeit aus dem geöffneten Nippel kam. Ich habe ihn dann so weit gelöst, dass die Bremsflüssigkeit aus seinem Gewinde ausgetreten ist. So ließ sich auch dort die Flüssigkeit wechseln und der Sattel entlüften. Ist aber leider eine echte Sauerei.
Ich schreibe mal einen neuen Nippel auf die Einkaufsliste.
Natürlich muss man während des Absaugens immer darauf achten, dass der Vorratsbehälter nicht leer wird. Ich habe alle 100ml wider nachgefüllt, was gut geklappt hat.

Damit war der Service beendet. Zündkerzen und Innenraumfilter sind zwar zeitlich dran, aber von der Kilometerzahl noch weit vom Austauschintervall entfernt. Beim Benzinfilter ist das mittlerweile ja schon ein Running Gag.

Damit kommen wir zur allseits beliebten Statistik:

Von uns gefahrene Kilometer: 134.888 km
Davon auf Gas gefahrene Km: ~132.800 km
Verbrauchtes Gas: 6835,88 Kg (bei 5,1475 Kg/100 km)
Gaskosten (bei durchschnittlich 1,099€/Kg): 7512,63 €
Durchschnittsgaskosten/100 km: 5,66 €
Durchschnittsspritkosten/100 km bei vergleichbarem Benzinmodell: 10,47 €
Ersparnis: ~6.387.68 €