My first Zahnriemen II

Nach gewohnt akribischer Vorbereitung, geht es nun ans eingekochte.
Als erstes muss der Luftfilterkasten raus:

Gefolgt von der inneren Radhausschale des rechten Vorderrades:

Indem man die Schale entfernt, kommt man an die Riemenscheibe und die untere Hälfte der Motor-Stirnseite.
Als nächstes markiert man mit Kreide die Laufrichtung des Rippenriemens (der is noch gut) und drückt die Spannrolle mit einem möglichst langen 15er Ringschlüssel nach hinten. Da sitzt anständig Zunder hinter, also Obacht!
Sobald die Fixierlaschen der Spannrolle übereinander stehen, führt man den „Opel-Fixierdorn KM-6130“ ein. Oder man nimmt einfach einen dicken Stahlnagel….:

Nun nimmt man den Riemen runter und baut auch die Spannvorrichtung aus.
Anschließend kann man den 1. Zylinder auf OT stellen, in dem man die mikroskopische Markierung auf der Riemenscheibe mit der ebenfalls winzigen Plastiknase an der unteren Zahnriemenabdeckung ausrichtet (auf dem folgenden Bild oben Rechts zu sehen).
Ehrlich gesagt, hab ich die Markierung auf der Riemenscheibe zuerst nicht gefunden, so winzig ist die. Leider sitzt auch die Nase auf der Abdeckung so doof, dass man nur mittels Spiegel oder eines Helfers eine grobe Peilung vornehmen kann. Hat man ähnliche Schwierigkeiten wie ich, ist es aber kein Beinbruch, wenn man den Motor noch nicht auf OT stellt. Das geht auch später noch, wenn die Riemenscheibe runter ist.
Um die Riemenscheibe zu lösen benötigt man entweder einen „handelsüblichen Gegenhalter“ (Don’t ask me!) oder man legt einfach den 5.Gang ein und ein Helfer tritt die Bremse (Ask Dad!).
Die Schraube der Riemenscheibe sitzt bombig. Also passt auf, dass die Karre sicher steht! Wohl dem der einen Schlagschrauber hat.
Hat man die Scheibe runter, liegt das Zahnriemenritzel der Kurbelwelle vor einem:

Die Schraube von der Riemenscheibe kommt nun „fest“ wieder rein, damit das Zahnrad nicht verlustig geht und man einen Angriffspunkt hat, um den Motor durch zu drehen.
Auf keinen Fall darf man den Motor an den Schrauben der Nockenwellen durchdrehen! Dazu sind die Hasen nicht ausgelegt!
Hat man die Riemenscheibe schon mal in der Hand, kann man auch gleich die Markierung mit der Lupe suchen und anschließend mit dem Lackstift markieren:

Gleiches gilt für die wesentlich besser zu erkennende Markierung auf dem Zahnrad des Zahnriemens (siehe oben) und dessen Gegenpart auf der hinteren Zahnriemenabdeckung.
Nun kann man die obere und untere Zahnriemenabdeckung demontieren. Die T8-Schrauben gehen gut raus. Bis auf den Bastard hinter dem rechten Motorlager.
Keine Ahnung, wer meinte, genau an dieser Position die Verschraubung positionieren zu müssen?!
Ich hab auch leider keinen allgemeingültigen Tipp, wie man an das Ding ran kommt. Ich kann nur denjenigen beglückwünschen, der Zugang zu einem 1/4-Zoll-Ringschlüssel hat:

Der passt da nämlich haargenau drauf.
Hat man die Abdeckung ab und den Motor vorher auf OT gestellt, sollten sich nun die Markierungen der Nockenwellen gegenüber stehen:

Entweder stehen beide Innen gegenüber oder Außen. Ich empfehle Innen, da sich das leichter überprüfen lässt.
Bei der Gelegenheit bekommen deren Markierungen auch ein wenig Lackstift und man entfernt den Nockenwellensensor in der Mitte.
Dessen beide Schrauben sind mit Schraubensicherung gesichert. Stellt am besten schon das Sicherungsmittel neben das Griptütchen mit den Schrauben (Ich arbeite viel mit Griptüten. Das erspart lästige Sucherei), damit ihr die Sicherung nicht beim Wiedereinbau vergesst.
Nun ist die letzte Chance nochmal den korrekten OT-Stand des Motors zu kontrollieren:

Anschließend führt ihr das (optionale) Nockenwellenblockierwerkzeug mittig zwischen den beiden Stirnrädern ein (auf dem Bild ist der Sensor noch montiert):

Um den Zahnriemen abnehmen zu können, müsst ihr irgendwie um das rechte Motorlager rum kommen.
Entweder man baut es komplett aus oder man schraubt es nur karosserieseitig los und lässt den Motor ein wenig ab.
Auf jeden Fall ist es sinnvoll auch hier vorher die Position zu markieren, da die motorseitigen Schrauben in Langlöchern sitzen und die Opelmannen den Motor im Werk sicherlich sorgsam ausgerichtet haben.
Eh man den Motor los schraubt, bringt man das Opel-Spezialwerkzeug KM-6169-2 in Stellung. Oder man kettet den Block an einen Motorlift.
Oder man macht es Redneck-Style, so wie ich:

Zwei Stehleitern, ein altes Wasserrohr, eine Kette samt Schäkel, Kanthölzer und einen Wagenheber später konnte das Lager raus.
In Teil 3 kommt dann endlich der Riemen sowie das ganze andere Geraffel raus und anschließend alles neu wieder rein.

13 Gedanken zu „My first Zahnriemen II“

  1. Ähm… hattest du nicht mal erwähnt, dass du zuhause gern den Sicherheitsbeauftragten spielst? 🙂
    Das mit dem Motor sieht durchaus gewagt aus…

    1. Hehe, ja, das Amt des Arbeitsschutzbeauftragten habe ich inne. Auch wenn ich zugeben muss, dass man das auf den ersten Blick nicht erkennt 😀

      Die Konstruktion sieht aber gewagter aus, als sie in Wahrheit ist:

      Der Motor wiegt inklusive Getriebe irgendwas bei 200 kg mit allem drum und dran.
      Das Gewicht verteilt sich auf zwei Motorträger (links und am Getriebe) und die Stehleitern.
      Da liegt also kaum Last auf den Leitern. Bei hypothetisch gleichmäßiger Verteilung gerade mal 33 Kg pro Leiter.
      Auf jeden Fall aber weniger, als für was sie ausgelegt sind.
      Das Stahlrohr selbst liegt sicher in halbrunden Vertiefungen, die wir in die Balken gefräst haben. Die Wandstärke beträgt annähernd 5mm und auch Kette (mit verschweißten Gliedern) sowie Schäkel sind für wesentlich größere Lasten ausgelegt.
      Der Wagenheber trägt keine Last, sondern ist nur dazu gedacht den Motor ein wenig anzuheben/abzusenken, wenn das rechte Motorlager wieder montiert wird.

      Außerdem stand immer jemand zum Sichern am Wagenheber/Rohr, wenn ich unterm Auto gearbeitet habe und die „kraftaufwändigen“ Arbeiten wurden nur mit montiertem Motorlager vorgenommen.

      Also „Safty first“, wie immer. Auch wenn es nicht so aussieht. 😀

  2. ist da etwa noch ein P50 bei euch, in der family, in Benutzung?

    edit: als Sicherheitsbeauftragter nimmste das nächste Mal, lieber einen langen geraden Ringschlüssel für die Spannrolle, ich habe vom Abrutschen und Einschlagen an meiner Gedankenmurmel gleich ne ordentliche Narbe verursacht 😀 und das war nur ne Auspuffschraube 😛

    edit2: aber die Mädels stehen ja auf sowas, habe ich mal gehört…

    edit3: gute Arbeit, natürlich 😀

    1. Peel P50?
      Bin ich leider nicht reich genug für.
      Oder meinst du etwa, dass der Volvo 1800S aussieht wie ein Trabant?! Lass das nicht Vaddern lesen! Der ist noch immer beleidigt, dass eine Dame vor über einem Jahr meinte einen Borgward zu erkennen.

      Das Spannrollenfoto ist natürlich nur gestellt. Der Sicherungssplint steckt ja schon drin. Den Ring empfehle ich natürlich auch!
      Und auch Narben 😉

  3. Lieber Stan!
    Natürlich lese ich mit!

    Lieber Adrian!
    Dein Umgang enttäuscht mich. Was musste ich nicht schon alles ertragen. Borgward war ja noch harmlos. „Oh, ist das ein Karmann?“ oder „Hat der noch die 40 PS-Maschine oder schon die mit 44?“
    Schlimmer noch: Roger Moore würde sich im Grabe umdrehen, so er dort schon läge. Seinen Dienstwagen aus seiner ruhmreichen Vor-Bond-Ära mit einem Trabant zu verwechseln…

  4. Hallo Vaddern von Adrian.
    schlechter Umgang verdirbt nützliche Gewohnheiten, heißt es im Bestseller schlecht hin…
    dazu zähle ich mich nun wirklich nicht 😀
    macht doch auch nichts, wenn sich halt der Volvo designer vom P50 hat inspirieren lassen 😀 wie man ja schön an den Lampenringen und den Blinkern erkennen kann.

    und Adrian vielleicht musst du dir ja für den Hundefänger bald eine eigene Werkstatt bauen 😛

    1. „schlechter Umgang verdirbt nützliche Gewohnheiten“…sehr schön! Wird in die persönliche Phrasenliste aufgenommen! 😀

      Du hast kaum eine Vorstellung, wie sehr ich darauf brenne endlich eine eigene Werkstatt zu haben! Wie mich dieses Entfernungsschrauben nervt….und das nicht nur wegen des „Canis lupus captor“.

  5. naja solange es nicht so endet wie beim armen Tsuppari, da hatter sich so viel aufgebaut und dann futsch… dann fahr lieber noch ab und an mit dem (wörtlich der Wolfsfänger? :D) zum Vaddern

    1. Jau, Tsus Geschichte hat mich sehr geschockt. Der arme Kerl. Ne, die Beste hält da tapfer durch. Klar ist es schön zu Vaddern zu fahren, aber es ist schon ziemlich umständlich über 500 km zu fahren, nur um nen läppischen Ölwechsel zu machen. Sowas frisst dann immer ein ganzes WE. Der Hintergrund der Vorfreude ist ja auch vielmehr, dass an einer solchen Werkstatt endlich ein eigenes Haus hängen würde. So nen Mietwerkstatt-Krams fange ich nicht an. Ich will in (Sicherheits-)Schlappen in die Werkstatt schlurfen können.

      P.S.: Wolfsfänger klingt doch gleich viel männlicher 🙂

  6. jaaa, dieses große Glück habe ich derzeit noch… es gibt doch nichts schöneres als nach nem Toastbrot mal schnell was „aufräumen“ gehen… und zum Mittag wieder auf zu tauchen 😀

    na dann bin ich ja gespannt, plane aber lieber 80qm fürs Haus und 150 für die Werkstatt… 😉 und noch mal 2Jahre bis du alle Utensilien hast…

    1. Waaaaas?! Nur 150qm Werkstatt? Ich glaube nicht, dass ich mit so wenig auskommen kann. „Artgerechte Haltung“ und so…. Nicht dass ich noch trübsinnig in meinem 150 qm-Zwinger hin und her tiger. Dann kommt Greenpeace und nimmt mich der Besten weg….

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