Anlasser II

Nachdem wir im letzten Teil den Lucas M35J Anlasser vom Ritzel samt Feder befreit haben, geht es nun mit der Demontage weiter. Schraubt man die beiden großen Schlitzschrauben aus dem Deckel, lässt sich dieser abnehmen und der Rotor samt Welle aus dem Gehäuse ziehen:

Rotor entnommen

Hat man den Anlasser soweit zerlegt, kann man auch gleich die Lager tauschen. Das Vordere lässt sich einfach mittels einer 15er-Nuss austreiben:

vorderes Lager austreiben

Neue Lager sollten eigentlich jedem guten Überholungsset beiliegen. Das vordere Lager lässt sich auch gut mit der Gefrierfach-Heißluftpistole-Methode austauschen. Am hinteren Lager bin ich jedoch gescheitert. Dieses sitzt in einem vernieteten Blechkäfig innerhalb der Bakelit-Führung der Schleifkohlen (siehe Bilder weiter unten). Ich hatte keine passenden Nieten und deutliche Bedenken mehr kaputt zu machen, als ich repariert bekomme. Daher habe ich das Lager nur einer Sichtkontrolle unterzogen und das Spiel der Welle geprüft. Beides unauffällig. Daher durfte das alte Lager bleiben und das Ersatzteil wandert in den Fundus.
Wenden wir uns nun dem hinteren Ende des Anlassers zu. Ein schnelles Foto von der Kontaktschraube erleuchtet die spätere Anordnung der unterschiedlichen Unterlegscheiben:

Anordnung Kontaktschraube

Die winzigen Maschinenschrauben des Deckels werden von einer 5,5mm Nuss optimal gegriffen:

5.5er Nuss für die Rückwand

Es kann sein, dass der Deckel nach entfernen der Schrauben sich nicht löst. Dies liegt an einer verklebten Papierdichtung, welche an diesem Ende verwendet wurde:

hinterer Lagerschild mit Bürstenhalter 2

Die Dichtung lässt sich nicht zerstörungsfrei lösen und es gibt sie auch nicht als Ersatzteil. Also entweder selber schnippeln oder Hylomar/Dirko verwenden. Ich nutze nach Wuschels Hinweis immer letzteres.

Eigentliches Ziel an der Rückseite, sind jedoch die Kohlen:

hinterer Lagerschild mit Bürstenhalter

Auch diese wollte ich bei der Überholung austauschen. Leider sind jedoch zwei der Kohlen (Masse) am Anlasser punktverschweißt:

angepunktete Bürsten

Selbst mein 175 Watt-Lötkolben konnte die Verbindung nicht lösen:

Lötpistole

Dementsprechend ist auch die Lösung im Netz: Alte Kohlen möglichst nah an der Schweißstelle abkneifen, mit einem Fräser die Reste von Schweißpunkt entfernen und dann die neuen Kohlen dort anlöten. Erfolgsquote? 70:30.
Auch das war mir zu haarig. Die Kohlen haben noch mehr als 2/3 ihrer Stärke und die zukünftige Laufleistung des Rialtos ist eher überschaubar. Ich muss mir ja auch noch etwas Arbeit für in 15 Jahren lassen.

Damit konnte ich (im nächsten Teil) wieder an den Zusammenbau des Anlassers gehen.

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