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Alles fließt

Nachdem das Gewächshaus fertig gestellt war, habe ich mich direkt an das nächste Projekt begeben.
Mein alter Freund John Seymour rät ganz eindringlich dazu, den Wasservorrat fürs Gewächshaus in selbigem zu lagern, damit man die 30°C warmen Pflanzen nicht jedes Mal mit 7°C kaltem Brunnenwasser brüskiert.
Ok. Also muss ein Wasservorrat ins Gewächshaus.
Der sollte sich auch idealerweise selber füllen bzw. komfortabel befüllen lassen.
Gut, dann muss der Vorrat also an die Dachrinnen des Gewächshauses angeschlossen werden und einen einfachen Anschluss an den Gartenschlauch bekommen.
Außerdem ist Gießkannen schleppen zeitraubend und schwer. Das will keiner.
Schön, dann muss das Ganze also auch noch automatisiert werden.
Irgendwie entwickelte sich das ein wenig so, wie damals die Diskussion über den Sandkasten.
Aber es versprach eine schöne Bastelei zu werden, daher frisch ans Werk!
Startpunkt ist ein 300l Regenfass:Regentonne
und ein Haufen Verschraubungen aus dem lokalen Sonderpreis-Baumarkt:
Verschraubungen
In die Regentonne kamen 5 Löcher mit einem 35mm Lochbohrer:
Montierte Anschlüsse innen
Zwei links und rechts ca. 5 cm über dem Boden (damit sich am Boden der Schmodder sammeln kann) und drei an der Rückseite, wobei das Mittlere etwas tiefer positioniert ist.
Die Verschraubungen bekamen noch entsprechende Schlauchanschlüsse:
Montierte Anschlüsse außen
Oben jeweils 3/4-Zoll unten 1/2 Zoll.
Danach wanderte das Kratur ins Gewächshaus:
An Ort und Stelle
An die unteren Anschlussstücke kamen 30 cm Schlauchstücke samt Schnellkupplungen auf die Gardena-Absperrventile. Ich hätte auch direkt in die Seitenwand der Tonne Ventile/Absperrhähne setzen können, allerdings weiß ich nicht, wie lange das Plastik das ständige auf und zu mitgemacht hätte.
Hinter den Absperrventilen sitzen ebenfalls an einer Schnellkupplung jeweils 15 Meter Perlschlauch.
Perlschläuche (übrigens aus alten Autoreifen hergestellt) arbeiten mit maximal 0,4 bar Druck. Der Plan war daher den Druck der Wassersäule in der Regentonne zu nutzen, um so stetig die Pflanzen im Gewächshaus zu bewässern.
Nix fancy mit Elektronik und Arduino. Schön oldschool mit Naturgesetzen!
Der Elektrokrams geht bei mir eh nur kaputt (Sollte ich ihn jemals ans laufen bekommen!). Insbesondere bei den Rahmenbedingungen „heiß, feucht & dreckig“. Gravitation und Druck sind da die verlässlicheren Partner für mich.
Um die Regentonne zu füllen habe ich mich der Regenrinnen des Gewächshauses bedient. Deren Abläufe haben passenderweise 3/4 Zoll, so dass man dort einen entsprechenden Schlauch anschließen kann.
Um den Schlauch unter dem Gewächshausrahmen durch zu bekommen, habe ich vier 87°-Winkel 40er KG-Rohr aufgefädelt:
Durchführung für Regenablauf
und zu einem „U“ mit entgegengesetzten Auslässen geformt.
Das Ganze dann auf jeder Seite des Gewächshauses verscharrt und an die Regenrinne angeschlossen.
Nach dem Prinzip eines Siphons drückt so das Regenwasser selbständig in die tiefer gelegene Regentonne.
Den Mittigen, etwas tiefer liegenden Anschluss habe ich als Überlauf verrohrt. Hier geht ein Schlauch in ein vergrabenes KG-Rohr, welches unter dem Rahmen des Gewächshauses nach draußen führt und sich an einer Schräge auf den Rasen ergießt.
Da die Regenrinnen auf jeder Seite vorne und hinten Abflüsse haben, habe ich die vorderen Abflüsse mit einem kurzen Schlauchstück, welches durch eine Schraube mit zwei großen Unterlegscheiben zusammengepresst wird verschlossen.
Einen der Regen-Zuläufe habe ich noch mit zwei Schnellkupplungen (auf Tonnenseite mit Aqua-Stopp, damit die Tonne nicht ausversehen leer läuft) versehen:
Regenanschluss außen
So kann ich in der regenarmen Zeit die Tonne komfortabel von außen per Gartenschlauch befüllen. Einfach trennen, Gartenschlauch anschließen und Wasser Marsch.
Ein erster Testlauf zeigte, Befüllung klappt:
Befüllung über Regenanschluss
Auf dem Bild sieht man auch das KG-Rohr des Überlaufs, bevor ich es verscharrt habe. Zwischenzeitig gab es auch schon den ersten Gewitterregen, so dass ich vermelden kann, dass die automatische Befüllung per Regenrinne klappt.
Anschließend habe ich testweise die Perlschläuche angeschlossen und die Absperrhähne aufgedreht:
Testlauf Tropfschlauch
Funktioniert bisher einwandfrei. Es perlt schön gleichmäßig über die gesamte Schlauchlänge raus.
Die Beste ist begeistert und die Gurken sind schon ganz aus dem Häuschen. Ich werde berichten, wie sich das Ganze im Langzeittest so schlägt.

Delca 5 an Erde

Die Beste Ehefrau von Allen wünschte sich schon lange für den Garten ein Gewächshaus. Kein Problem. Alles vorbereitet. Schon bei der Errichtung der Mauer hatte ich ein Plateau für ein Gewächshaus als visuellen Abschluss des Gartens angelegt. Die Abmessungen passten ziemlich genau zum Gewächshaus „Delca 5“ von GFP International.
Hier lohnen übrigens verschiedene Preisvergleiche, da das identische Gewächshaus bei den unterschiedlichsten Anbietern und Baumärkten vertrieben wird. Teils mit deutlichen Preisunterschieden.
Geliefert wird das Ganze als überdimensionierter Stabilo-Baukasten:
Profile im Überblick
Auf dem Bild ist nur ca. die Hälfte der Alu-Profile zu sehen, da wir zu dem Zeitpunkt schon begonnen hatten, alles zu sortieren.
Es empfiehlt sich, kleine Haufen, je nach Profil zu bilden:
Profile sortiert
Dabei stellt man zum einen fest, ob alles da ist und findet zum Anderen auch etwaige beschädigte Profile. Bei uns war eine der Gleitschienen der Schiebetür verbogen:
verbogenes Profil
Das äußerst spröde Aluminium nimmt Biegeversuche übel, so dass nur die Reklamation blieb:
verbogenes Profil 2
Ich habe das einzelne Profil direkt bei GFP International per Mail reklamiert und erhielt innerhalb von 3 Tagen problemlos Ersatz. Vorbildlich.
Das Gewächshaus selbst wird verschraubt. Lediglich das Fundament-Profil wird geclipst:
Fundamentprofil einclipsen
Hier lohnt sich sehr penible Kontrolle, da die Elemente, einmal verbunden, sich nur noch durch Zerstörung trennen lassen.
Der Aufbau selber ist eine Arbeit für mindestens zwei Personen. Erst wird der Rahmen gebaut, dann die beiden Seitenteile, welche anschließend aufgerichtet werden. Dafür waren wir zu viert und brauchten jede Hand. Während nämlich beide Seitenteile hoch gehalten werden muss einer sie per First verbinden. Eine schöne Jonglage bei über 4 Metern Länge. Generell ist der Aufbau eine Zen-Übung, weil man immer wieder was demontieren muss, weil doch eine Schraube fehlt oder irgendwas nicht im richtigen Winkel steht. Dem geneigten Nachmacher sei Silikon-Spray ans Herz gelegt. Damit flutschen die störrischen Profile und insbesondere die Hohlkammerplatten wesentlich besser.
Für die Aufstellung selbst gibt es verschiedenste Varianten. Vom einfachen einbuddeln bis zum gemauerten Fundament.
Ich wählte als Mittelweg, in der Waage liegende Gehwegplatten:
Standort vorbereitet
Damit mir das Gewächshaus nicht weg fliegt, habe ich 50 cm lange Gewindestangen mittig und am Ende mit „Bulldog Dübeln“ versehen:
Gewindestangen vorbereitet
Diese kamen dann an L-Winkeln in vorgebohrte, 60 cm tiefe Löcher:
Gewindestangen eingesetzt
Die Löcher habe ich mit meinem sehr zu empfehlenden Erdbohrer gemacht. Das Ding hat sich schon mehrfach bezahlt gemacht!
Danach alles ausgerichtet, die Löcher mit Beton gefüllt und abschließend noch zwei weitere M6-Schrauben zur Verbindung Fundament-Winkel eingedreht.
Dank Gewindestange und Bulldog-Dübeln dürfte sich der Beton so fest verkeilen, dass sich da nix mehr rührt. In der Waage steht das Gewächshaus ja aufgrund der Gehwegplatten.

Herrentagsausfahrt 2017

Der Oldtimerstammtisch Magdeburg lud zu seiner alljährlichen Ausfahrt anlässlich des Testikelträgertages. Ziel war diesmal das Josephskreuz auf dem Großen Auerberg im Südharz. Kurz zuvor war der neue Kindersitz für das große Schräubchen angekommen (Beckengurte und moderne Kindersitze sind eine schwierige Kombi), so dass dies unser erster Ausflug zu viert im Rialto werden konnte.
Abfahrt war bei noch frösteligen Temperaturen im bunt gemischten Haufen:
Treffen zur Abfahrt
Doch je schöner die Strecke wurde:
Oldtimer auf Landstraße 2
desto schöner wurde auch das Wetter:
Oldtimer auf Landstraße
Die Borgward Isabella ist übrigens ein rechtsgelenkter Süd-Afrika Import mit Familiengeschichte:
Isabella voraus
Sehr nette Leute mit einem schönen Exoten.
Beim Josephskreuz angekommen, durften wir direkt zu seinen Füßen parken:
Oldtimer vorm Josephskreuz
Dort war es rappel voll. Insbesondere bei Bikern ist das Kreuz ein beliebtes Ausflugsziel. Die Strecke dorthin hat ein reiches Repertoire an Kurven, welche auch uns sehr gut gefielen. Während die Anderen im nahen Restaurant aßen, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen für ein gemütliches Familienpicknick:
Picknick im Schatten
Das kleine Schräubchen ratzte genüsslich zum bollernden Sound der an- und abreisenden Harleys und das große Schräubchen eroberte juchend den nahen Spielplatz.
Ein Erfolg auf ganzer Linie.

Ein wirklich schöner Ausflug, der sich gelohnt hat.
Vielen Dank für die Organisation und die Einladung!

Altautotreff Magdeburg Mai 2017

Zum Mai Altautotreff waren wir mal wieder eine gemütliche Runde:
Altautotreff Mai 2017
Die Frau des einen Fred stiftete Kirschkuchen, die Mutter des anderen Fred Buletten. Das große Schräubchen war ganz begeistert und fragte am nächsten Tag, ob wir wieder zu den alten Autos fahren könnten, wo es das leckere Essen gab. „Jugendarbeit“ und so…
Aber auch für die größeren Kinder gab es ein wenig zu staunen.
Vor exakt 2 Jahren beeindruckte mich ja schon mal Dima mit seinem Lada Zhiguli mit moderner Niva-Technik und 110-Turbo-PS. Nun, der Winter war lang und kalt, so dass sich nun im Bug des Zhiguli ein zwangsbeatmetes Lancia Delta Integrale-Herz findet. Alles natürlich mit TÜV-Segen und 150 PS. Wirklich beeindruckende Schrauberarbeit.

Wasser Marsch!

Eines meiner aktuellen Großprojekte ist ein Gartenbewässerungssystem.
Zu unserem Grundstück gehört ein aus Kanalringen gesetzter Brunnen. Selbst während der größten Sommerhitze führt er stetig Wasser. Im letzten Jahr schaffte ich es trotz intensivster Wasserverschwendung nicht, ihn an sein Limit zu bringen. Die Nachbarn berichten ähnliches von ihren jeweiligen Brunnen.
Beste Voraussetzungen also für ein etwas aufwendigeres Projekt.
Bisher hatte ich eine 4700l/h-Jetpumpe neben dem Brunnenschacht stehen. Neben dem Stromkabel schlängelten sich wild die Gartenschläuche durch unser Refugium. Nach Benutzung musste ich immer alles abklemmen und die Pumpe mit einer Mörtelwanne abdecken.
Geht auch, aber eher so, wie ein ab’es Bein.
Leider findet sich auch am Brunnenschacht eine der Bausünden unserer Vorbesitzer.
Der Geländeunterschied zum Nachbarn und zum restlichen Grundstück ist so hoch, dass die gepflasterte Fläche langsam absackt. Dort sind also Erdarbeiten angesagt, so dass ich bei der Gelegenheit ein paar Rohre verscharren kann.
Der Plan ist, neben dem Luft-Wärme-Tauscher ein „hohles Hochbeet“ zu errichten, welches die gesamte Pumpentechnik (und etwas mehr) aufnimmt. Oben drauf kommt dann eine dünne Schicht Erde samt frischen Kräutern für die Küche. Fliegen, Klappe, alte Geschichte.
Habe ich ganz schamlos hier geklaut.
In einem ersten Schritt musste ich erst mal checken, ob die Ansaugleistung der Pumpe ausreicht, um nicht nur die Höhendifferenz (ca. 5 Meter) sondern auch die Strecke bis zum Brunnenhäuschen (ca. 13 Meter) zu überwinden.
Also das ganze alte Geraffel abklemmen und an den Saugschlauch ein 32mm (1″) PE-Rohr anschließen:
Brunnenanschluss
Die Pumpe wanderte dann an das andere Ende des PE-Rohrs und in die Nähe ihres späteren Bestimmungsortes (Da wo aktuell noch die Paletten hausen):
Testverrohrung Pumpe
Was soll ich sagen?
Die Pumpe läuft reibungslos.
Damit sind die Grundvoraussetzungen also schon mal gegeben (Natürlich hätte ich auch eine extra Brunnenpumpe kaufen können, welche die ganze Strecke drückt.)
Direkt neben dem Wärmetauscher kommt eines der beiden KG-Leerrohre aus dem dahinter liegenden Technikraum aus dem Boden.
Dieses Rohr will ich nutzen um Strom für die Pumpe, 2 Außensteckdosen, das Gartenhaus sowie die zukünftige Halle durchzuführen.
Nächster Halt war damit der Schaltschrank im Technik-Raum:
Schaltschrank
Laut den Aussagen der Vorbesitzer befinden sich noch zwei ungenutzte Starkstromleitungen für „Gartenhaus“ und „Whirlpool“ im Schaltschrank. Die galt es nun zu finden.
Im Schaltschrank selber konnte ich sie jedoch nur teilweise nachverfolgen. Irgendwann verlieren sie sich in einem dicken Bündel schwarzer Kabel.
Auch meine neue Hohlraumkamera half mir da nur bedingt weiter:
Potensic Hohlraumkamera
Der Kontakt zu einem versierten Elektriker zeigte, dass die Vorbesitzer zwar das „Gartenhaus“ und den „Whirlpool“ im Schaltschrank verkabelt hatten, dort aber das ganze Geraffel auch endete. Hausaufgabe vom Elektriker: „Ziehst du Strippen.“.
Das ist auch der aktuelle Zwischenstand:
Zwei 25-Meter Pakete PE-Rohr liegen auf dem Grundstück ausgerollt herum, um sich zu entspannen (erleichtert die spätere Verlegung immens); Ein Stapel Kantsteine wartet darauf, dass ich daraus die Basis für das „Pumpen-Beet“ baue und ein Karton mit Sicherungen und Kabeln wartet ebenfalls auf den Einsatz.

P.S.:
Zu der Potensic Hohlraumkamera sei folgendes gesagt:
Ja, das Kabel ist sehr weich. Will man die Kamera zielgerichtet durch Hohlräume bugsieren, muss man sie an einen Draht oder eine Kabelspirale tüddeln.
Die Bildqualität ist eher durchwachsen, da die Fokussierung nur für den absoluten Nahbereich (ca. 3-4cm) ausgelegt ist. Das erschwert auch die Orientierung in großen Räumen (z.B. 160er KG-Rohr). Die LED-Beleuchtung ist hilfreich.
Etwas schwierig gestaltet sich die Nutzung unter Linux.
Selbst der allmächtige VLC-Mediaplayer weigerte sich anfangs zu kooperieren. Erst als ich aus Verzweiflung das Webcam-Programm „Cheese“ installierte, funktionierte sie plötzlich auch in allen anderen Video-Programmen. Ich vermute irgendein Treiber-Problem, aber fragt mich nicht nach Details.