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Putzfimmel

Nur weil ich es gerade im Schwalbennest mal wieder als „ganz heißen Tipp“ gelesen habe:

Das reinigen von Kühlrippen soll auch mit einem alten Bowdenzug gehen. Der innere Zug wird passend zurecht geschnitten und in eine Akkubohrmaschine gespannt, dass andere Ende wird leicht ausgefranst und fungiert dann wie eine kleine Drahtbürste.
Der Tipp stand mal in der Oldtimer Praxis und kann getrost in der Pfeife geraucht werden.

Ich habs selbst ausprobiert, weil es sich ja erstmal gut anhört und nix kostet. Ist aber kacke. Es dauert ewig, der Akkuschrauber wird heiß, weil der nicht für Dauerbetrieb ausgelegt ist, der Bowdenzug spratzt in kürzester Zeit auf (ja, auch wenn man ihn gegen die Wickelrichtung laufen lässt), man kann kaum genug Druck ausüben um den Dreck ab zu bekommen und wenn genug Druck drauf ist, bekommst du Kratzer in der Aluoberfläche vom Zylinder…. Ich habs nach ca. ner Stunde und 5 Rippen aufgegeben.
Strahlen oder Chemie ist da eher was. Ich lese gerade von „Kaltreiniger“ aussem Baumarkt. Das klingt vielversprechend.

Plattenbau

Momentan beschäftige ich mich ja ausgibig mit der Zündung. Um da mal endlich wieder etwas Land zu sehen, habe ich beschlossen einfach ne gebrauchte Grundplatte samt Polrad bei ebay zu schießen und dann mal die komplette Einheit zu tauschen.
Die Simsonexperten raten dazu, immer die Grundplatte samt Polrad zu tauschen. Als Gründe können zwar keine Genauen benannt/bewiesen werden, aber Gerüchten zufolge soll die Magnetisierung der Polräder unterschiedlich sein oder andere Details geändert worden sein. Naja, mir egal. Da ich ja eh nicht genau weiß, wer bei mir der Verursacher des unkontrollierten Masseschlusses ist nehme ich einfach eine Auktion, in der beides angeboten wird.
Bei genauerer Recherche, welche Zündung nun geeignet ist und welche nicht, bin ich über ein weiteres Mysterium gestolpert:
Auf dem Rand jeder Grundplatte findet sich ein eingeprägter Zahlencode (siehe unten), welcher einen Rückschluss auf den Fahrzeugtyp, indem die Platte verbaut ist zulässt. So zum Beispiel der Zahlencode „8307.10/2-100„, welcher bedeutet, dass die Grundplatte aus einer Simson S51N stammt. Nun kommt der spannende Teil:
Für jeden Fahrzeugtyp gibt es eigene Codes (Manche Fahrzeuge haben sogar zwei verschiedene Codes (Duo 4/1 z.B. „8307.3/1-100“ und „8307.3/3„)). Fraglich ist daher, wofür die Codes stehen.
Es wird allgemein behauptet, dass dieser Zahlencode die Leistung der „Spulen“ bezeichen würde. Allerdings haben z.B. die Grundplatten der 6V SLPZ (Unterbrecherzündung + externe Zündspule) immer 25W Lichtleistung und 21W Ladespule. Da findet sich also schon mal kein Unterschied. Und die Primärspule ist meines Wissens nach auch immer identisch (dafür spricht auch, dass es für diese nur einen Zündspulentyp gibt). Die Spulen sind es also schon mal nicht, was der Code bedeutet. Auch der Kondensator und der U-Kontakt ist bei allen identisch. Ok, die Position des U-Kontakts wechselt mal von unten nach oben… aber das ist auch nur ein Unterschied…..
Den einzigen Unterschied, den ich ausmachen konnte, war die unterschiedliche Kabellänge an den Grundplatten. Also die Kabel die an den Kabelbaum des Fahrzeugs angeschlossen werden. Aber das hierzu sich extra ein Zahlencode ausgedacht wurde, welcher dann in die Platten eingestanzt wurde, halte ich schon für etwas unglaubwürdig. Zumal diese Begründung immer noch nicht erklären würde, warum manche Fahrzeuge mehrere Codes haben. Denn die Länge der Kabel ist z.B. beim Duo 4/1 immer gleich geblieben!
Und die Erklärung, „der Unterschied ist die Zahl nach dem Punkt. Bei der E-Zündung eine 1 für 6V und eine 2 für 12V, bei der U-Zündung eine 10 für 6V und eine 12 für 12V, die Zahlen danach geben die Ausstattung mit den Spulen und den Kabellängen an“ ist auch Humbug, weil z.B. die Duo-Grundplatte eine 3 nach dem Punkt hat…
Der wahre Grund verschwindet also im Dunstkreis des sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaates. Schade. Hätte mich echt interessiert….

Halten wir also für unsere Umbaubemühungen fest:

Wenn die Grundplatten komplett mit Polrad sind, kann man die überall verbauen und muss dann nur testen, ob die 6 oder 12v liefern (sofern man danach nicht schon vorher gesiebt hat) und ob 15, 25 oder 35W Lichtleistung anliegen. Auch ein Wechsel zwischen SLMZ, SLPZ und SLEZ ist problemlos möglich, sofern man dann auch die eventuell benötigten Beuteile mit verbaut.

Eine Liste der Grundplattenbezeichnungen gibt es hier oder in diesem Artikel.

Bezeichnung

Zündungsart

Verbaut in:

8306.8/1

SLMZ 6V

Spatz

8306.10

SLMZ 6V

KR51, KR51/1, Star

8306.12

SLMZ 6V

S50N, S50B

8307.3

SLPZ 6V

KR51/1S

8307.3-100

SLPZ 6V

SR4-3, SR4-4

8307.3/1-100

SLPZ 6V

S50, Duo 4/1

8307.3/3

SLPZ 6V

Duo 4/1

8307.8-100

SLPZ 6V

S51B1, KR51/2N

8307.7

SLPZ 6V

S50B1

8307.8 (-100)

SLPZ 6V

KR51/2N, KR51/2E

8305.1

SLEZ 6V

S50B2

8305.1/2

SLEZ 6V

KR51/2L

8307.10-100

SLPZ 6V

S51, S70, KR51/2

8307.10/2-100

SLPZ 6V

S51N

8305.1/1-100

SLEZ 6V

S51, KR51/2

8305.1/4-100

SLEZ 6V

S51, S70, KR51/2

8307.12/1

SLPZ 12V Bilux

S51/1B4

8305.2-100

SLEZ 12V Bilux

SR50/80 C & CE

8305.2/1-100

SLEZ 12V Halogen

SR50/80C,CE,XG,XC, XGE,XCE

8305.2/2-100

SLEZ 12V Halogen

S53, S83

8305.2/4-100

SLEZ 12V Bilux

S53N

8305-2/5-100

SLEZ 12V Halogen

Albatros

P.S.: Ich hab mir übrigens gestern Abend ne komplette Grundplatte-Polrad-Kombi bei ebay geschossen. Soll vor dem Ausbau noch einwandfrei gelaufen sein…. ich bin gespannt.

Nachtrag: Die obige Tabelle ist mit Vorsicht zu genießen und mag fehlerhaft sein! habichtfreak hat in den Kommentaren schon zutreffenderweise auf Ungereimtheiten hingewiesen. Danke dafür!

Kriegsverletzung

Gestern habe ich mir eine echte Juristenverletzung zugezogen. Nein, nicht am Papier geschnitten. Nein, auch nicht mit dem Brieföffner gepikst. Nein, auch nicht mit dem Tacker abgerutscht. Ich hab mir beim Tesafilm abreißen den Fingernagel zerschreddert. Ist mir ehrlich gesagt ein wenig peinlich…. ich muss mir umbedingt die Tage mittem Schraubenschlüssel auf die Pfoten hauen, um das wieder auszugleichen! Scheiß Schreibtischtäter.

Hammelkeule vs. Schweinewurst

Heute Abend spielt ja Deutschland vs. Türkei. Da Public Viewing den Mädels zu heikel war (egal wer heute Abend verliert…das gibt Randale), treffen wir uns nachher bei Marlenchen zuhause, grillen gelöst und schauen Fussi. Amtliche Wurst und Gerstenkaltschorle wird gestellt. Nur Fleisch Schleif soll jeder selbst mitbringen. Auch kein Problem. Direkt neben Özlems Frisiersaloon befindet sich ein türkischer Schlachter. Sehr nett der Mann. Ich fühlte mich kompetent beraten bei der Auswahl meines Grillgutes. Da ich ja ein leidenschaftlicher Lipper bin, wollte ich ihn mit einem Fussi-Fachgespräch dazu bringen, dass er mit mir um den Ausgang des Spiels heute Abend wettet: Gewinnt Deutschland, komme ich morgen wieder und bekomme mein Geld zurück, gewinnt die Türkei darf er es behalten….
Um es vorweg zu nehmen: Er hat gekniffen…. zu viele Spieler verletzt/gesperrt…blabla…*Feigling*
Naja, hab dann trotzdem das Fleisch gekauft. So kann ich damit wenigstens heute Abend ein wenig provozieren…als böses Ohmen *hrhr*
Das hat ja schon bei meinem Tipp „Kroatien – Deutschland“ spitzenmäßig geklappt. Haben privates Tippspiel mit Spielersaufen gemacht und meinereiner hatte vorher mehr im Spaß auf 2:1 für Kroation votiert…. Nachher wollten wütende Menschen mich an den Füßen mit einem Schild um den Hals „Er war für Kroatien“ aus dem Fenster hängen…. Ich sags ja immer: Die Deutschen verstehen beim Krieg und beim Fussball einfach keinen Spaß. Nur die Afghanen/Iraker sind noch schlechtere Verlierer…aber das ist ein anderes Thema.

Der Schleifer

Da ich den Vergaser eh schon draußen hatte, habe ich auch mal die beiden Anschlussstellen des Vergaserflansches und die dazugehörige Anschlussstelle am Vergaser plan geschliffen. Die ziehen sich nämlich krumm, wenn einer der Vorbesitzer meint, die Stehbolzen (entweder Motorseitig und/oder am Flansch) mit den Muttern richtig anknallen zu müssen. Dort reicht wie so häufig „fest“…nicht „Kraftprobe“. Im schlimmsten Fall führt dies dazu, dass euer Motor an den Dichtungen vorbei Nebenluft zieht und damit dann nicht anständig läuft.
Die Anschlussstellen bei mir waren zwar nicht fies krumm, aber eben auch nicht 100% gerade. Also frisch ans Werk. Solltet ihr das auch mal machen wollen, legt ihr einfach etwas ganz feines Schleifpapier (ich hab 400er genommen) auf eine absolut ebene Fläche (Glasscheibe, Spiegel, Stahllineal) und reibt die zu schleifende Fläche in kreisförmigen Bewegungen drüber. Wenn ihr mit einem Bleistift oder einem anderen Stift (welcher auf Metall hält) die Fläche noch etwas „schwärzt“ seht ihr bei einer Schleifpause, einfacher wo noch Unebenheiten sind.
Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich den Vergaserflansch von innen geschliffen. In den Bohrungen der Teile sind richtige Furchen. Das produziert alles Luftwiederstand für mein filigranes Benzin-Sauerstoffgemisch. Also auch hier, feines Schleifpapier um ein rundes Hölzchen gewickelt und munter geschliffen. Passt dabei aber auf, dass ihr die äußeren Kanten des Flansches nicht rund schleift! Und immer schön drehen beim schleifen. Wenn ihr dann den kleinen Finger ab und zu mal rein steckt, werdet ihr merken, dass sich die Wände merkbar glatter anfühlen.
Nach der ganzen Schleiferei vergesst nicht die Teile vom Metallstaub zu befreien, bevor ihr sie wieder einbaut! Ansonsten landet das alles im Motor. Ich hab dazu einen Lappen mit Verdünnung genommen und alles schön ab- und ausgewischt.