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Matrosen am Mast

In meiner naiven Weise dachte ich lange Zeit, dass Achim Reichel damit besingen würde, dass der Steuermann unwillige Seemänner am Segelmast martert.
Dass er jedoch selbst der Gemarterte ist, lernte ich erst sehr viel später. Welch behütete Kindheit…
Egal.
Wo wir aber gerade beim Thema sind:
Vaddern fand die Piratenrepublik etwas nackt (Ihr erinnert euch an die ausufernde Must-have-Diskussion?).
Also rodete er im Revier einen Kiefernwald um den schönsten aller Fahnenmasten auf den Jagdwagen zu schnallen und zu uns zu karren:
Mast wird gestrichen
Auf dem Bild streiche ich ihn gerade mit Wetterschutzfarbe.
Vorher hatten Vaddern und ich noch mit dem Elektrohobel eine Seite abgeflacht, damit er bündig an dem „Bug-Balken“ des Sandkastenschiffes anliegt.
Nach drei Durchgängen inklusive Trocknungszeit konnte er probe-montiert werden:
Mast in Position
Ja, das sieht doch gleich schon viel imposanter aus.
Zwischenzeitig hatte ich eine Edelstahl-Garnitur für Fahnenmasten geordert.
Sieht robust und schick aus und lässt sich gut montieren:
Umlenkrolle
Ein weiterer online-Händler lieferte eine 33mm Pfostenkappe mit Kugel drauf, als oberen Mastabschluss.
Gehalten wird der Mast durch einen 10 und einen 12mm Bolzen, welche jeweils durch den Bugpfosten und den Mast gehen.
Schon beim Bau des Gerüstes hatten wir die Fundamentanker wesentlich stabiler dimensioniert und am vorderen Pfosten nach der vorherrschenden Windrichtung ausgerichtet. Ich bin daher zuversichtlich, dass das Gerüst, die zusätzliche Windlast des Mastes aufnehmen kann.
Neben kindgerechtem Flaggenmaterial habe ich auch eine große Flagge des Fürstentums Lippe geordert.
Heimatliebe…
Fahne im Wind
Vaddern hat außerdem noch grüne und rote Solar-Laternen für Luv und Lee gebastelt.
Ahoi!

Alles fließt III

Ich gebe zu, dass einige meiner Ideen manchmal unter Kinderkrankheiten leiden.
So auch die automatisierte Gewächshausbewässerung.
Kaum war das Problem mit dem Tropfschlauch behoben, funktionierte der Füllstandsanzeiger nicht mehr. Der Holzstab war aufgequollen und krum geworden, was dazu führte, dass er in der Durchführung der Platte hängen blieb. Ok, ich hätte einfach ein größeres Loch bohren können, aber dann hätte ihm die Führung gefehlt und er wäre immer schief umher geluddert.
Stattdessen habe ich einen Adapter-Fitting auf ein Kupferrohr gelötet:
Muffe verlötetPassend abgelängt und ein Kunststoffrohr eingefädelt:
Durchführung eingekürzt
Das Rohrstück kam dann in das passend aufgebohrte Loch in der Abdeckplatte der Regentonne:
Durchführung montiert
Das Kunststoffrohr bekam dann noch an der Unterseite einen pilzförmigen Stopfen aus Knetmetall (verhindert ein Abrutschen des Schwimmers und eindringen von Wasser) und eine Skala für Voll, Halb und Leer:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dank des Rohrstücks ist das Kunststoffrohr gut geführt und kann frei hoch und runter gleiten. Der aufgelötete Fitting verhindert, dass das Kupferrohr durch rutscht, Erdkrümel in die Tonne fallen und das Kunststoffrohr aus Versehen beschädigt wird.

Manchmal ist Simplifizierung doch eher der Weg zum Erfolg.

Alles fließt II

…schon lange nicht mehr.
Der Plan war gut. Ehrlich!
Das mit dem Tropfschlauch hat ca. eine Woche lang spitzenmäßig funktioniert.
Also erst spitzenmäßig, dann gut, dann ok, dann so lala und dann langes Gesicht.
Nur noch ein feiner weißer Belag auf dem trockenen Schlauch.
Gut, hat unser Brunnenwasser wohl reichlich Kalk.
Der trat wohl mit den Wassertropfen aus, das Wasser verdunstete zu einem Teil im warmen Gewächshaus, der Kalk blieb zurück und verstopfte die Poren im Tropfschlauch. Doof.
Also neuer Versuch.
Statt der Tropfschläuche habe ich nun einen billigen Gartenschlauch verlegt und jeweils bei den Pflanzen mit einem 1,5mm-Bohrer Löcher rein gebohrt:
Gewächshaus mit Gartenschläuchen
Das funktioniert seit ca. 3 Wochen ohne Probleme.
Insbesondere die durch den hydraulischen Druckabfall erwarteten Probleme sind bislang ausgeblieben. Sowohl am Anfang als auch am Ende des Schlauchs kommt ausreichend Wasser an. Aktuell machen wir es so, dass wir die beiden Absperrhähne aufdrehen, wenn wir die restlichen Gartenpflanzen wässern und wenn wir fertig sind, sie wieder zudrehen. Selbst den Gurken als alte Wasserratten genügt das.
Damit sich die feinen Löcher im Schlauch aber nicht mit irgendwelchem Schmodder aus der Regenrinne zusetzen, habe ich noch 3/4″ Filtergehäuse in das Innengewinde der Verschraubungen gedreht und mit feinstem Nylon überzogen:
Filter
Letzteres hat sich ja schon bei unseren Eiern in der Wüste als perfektes Filtermaterial bewiesen.
Um nun immer zu wissen, wie viel Wasser in der Regentonne noch ist, haben Vaddern und ich noch fix einen Schwimmer gebastelt:
Schwimmer fertig
Holzscheibe, Styroporklotz,Holzscheibe, Dübelstange, Holzscheibe ist der Aufbau. Die unterste und die oberste Holzscheibe sind lediglich auf die Dübelstange gesteckt, damit man die ganze Konstruktion bei Bedarf demontieren kann.
Das kam dann in die Tonne:
Schwimmer in Tonne
Oben auf die Tonne kam noch eine Siebdruckplatte, als Erweiterung für die Arbeitsfläche des Pflanztisches:
Anzeige fertig
Die Stange erhielt noch Markierungen für „voll“ und „halb“. Wenn die Tonne leer ist, liegt die obere Scheibe auf der Platte auf.

Alle Latten am Zaun

Nachdem uns trotz errichtetem antiimperialistischem Schutzwalls von augenscheinlich marodierenden Kleingärtnerhorden Tomatenstäbe geklaut wurden, gab die Beste von allen aus, dass der Zaun am Gemüsegarten schneller zu errichten sei, als die Tomaten reif würden. Nicht dass die auch noch neue Freunde finden!
Es sei.
Ausgangslage:
Ausgangslage
Der Entschluss zu einem Staketenzaun war ja schon länger gefallen. Einfach zu errichten, billig, und rustikal passend zum Gemüsegarten.
Ebay lieferte 180 cm lange Pfosten und 90 cm hohen Zaun mit einem Staketenabstand von 4-5 cm.
Die Pfosten lassen sich wesentlich einfach alle 1,5m einschlagen, wenn man das Loch vorher mit einer Eisenstange etwas „ausnudelt“:
Loch mit Eisenstange
Damit die hübschen Pfosten nicht schon beim einschlagen ausfransen oder platzen haben sich eine Dose Linsensuppe (je nach Geschmack) und ein alter Lappen bewährt:
Schonaufsatz
Einfach drüber stülpen und selbst härteste Vorschlaghammer-Treffer führen zu keinen Ausreißern:
Schonaufsatz 2
Die drei bzw. fünf Meter langen Zaunelemente haben wir dann in gemütlicher Feierabendarbeit entweder mit Krampen oder mit Spaxschrauben an den Pfosten befestigt.
Die einzelnen Elemente lassen sich gut verbinden, indem man bei einem Element die letzte Latte entfernt und den so gewonnenen Draht um die Anschlusslatte des nächsten Elements wickelt.
Damit die Latten nicht mit dem Hirnholz auf der feuchten Erde stehen, haben wir an den Pfosten und mittig zwischen ihnen Pflastersteine positioniert. Auf diesen stehen sie nun auf bzw. baumeln dazwischen frei in der Luft.
Vom Spielgerüst aus, sieht es nun ein wenig nach französischem Bauerngarten aus:
Staketenzaun fertig
Ich ruf gleich mal bei Landlust an.
Bei der anschließenden Pflanzung von wilden Brombeeren hat mir übrigens mein Wiedehopf mal wieder exzellente Dienste geleistet:
Wiedehopf
Eigentlich stammt das Gerät aus der Forstwirtschaft. Wer aber wie wir öfters mal in steinigem Boden etwas üppiger hacken muss, der wird die Kreuzung aus Spitzhacke und Spaten sehr schnell lieben lernen! Klare Empfehlung.

Alles fließt

Nachdem das Gewächshaus fertig gestellt war, habe ich mich direkt an das nächste Projekt begeben.
Mein alter Freund John Seymour rät ganz eindringlich dazu, den Wasservorrat fürs Gewächshaus in selbigem zu lagern, damit man die 30°C warmen Pflanzen nicht jedes Mal mit 7°C kaltem Brunnenwasser brüskiert.
Ok. Also muss ein Wasservorrat ins Gewächshaus.
Der sollte sich auch idealerweise selber füllen bzw. komfortabel befüllen lassen.
Gut, dann muss der Vorrat also an die Dachrinnen des Gewächshauses angeschlossen werden und einen einfachen Anschluss an den Gartenschlauch bekommen.
Außerdem ist Gießkannen schleppen zeitraubend und schwer. Das will keiner.
Schön, dann muss das Ganze also auch noch automatisiert werden.
Irgendwie entwickelte sich das ein wenig so, wie damals die Diskussion über den Sandkasten.
Aber es versprach eine schöne Bastelei zu werden, daher frisch ans Werk!
Startpunkt ist ein 300l Regenfass:Regentonne
und ein Haufen Verschraubungen aus dem lokalen Sonderpreis-Baumarkt:
Verschraubungen
In die Regentonne kamen 5 Löcher mit einem 35mm Lochbohrer:
Montierte Anschlüsse innen
Zwei links und rechts ca. 5 cm über dem Boden (damit sich am Boden der Schmodder sammeln kann) und drei an der Rückseite, wobei das Mittlere etwas tiefer positioniert ist.
Die Verschraubungen bekamen noch entsprechende Schlauchanschlüsse:
Montierte Anschlüsse außen
Oben jeweils 3/4-Zoll unten 1/2 Zoll.
Danach wanderte das Kratur ins Gewächshaus:
An Ort und Stelle
An die unteren Anschlussstücke kamen 30 cm Schlauchstücke samt Schnellkupplungen auf die Gardena-Absperrventile. Ich hätte auch direkt in die Seitenwand der Tonne Ventile/Absperrhähne setzen können, allerdings weiß ich nicht, wie lange das Plastik das ständige auf und zu mitgemacht hätte.
Hinter den Absperrventilen sitzen ebenfalls an einer Schnellkupplung jeweils 15 Meter Perlschlauch.
Perlschläuche (übrigens aus alten Autoreifen hergestellt) arbeiten mit maximal 0,4 bar Druck. Der Plan war daher den Druck der Wassersäule in der Regentonne zu nutzen, um so stetig die Pflanzen im Gewächshaus zu bewässern.
Nix fancy mit Elektronik und Arduino. Schön oldschool mit Naturgesetzen!
Der Elektrokrams geht bei mir eh nur kaputt (Sollte ich ihn jemals ans laufen bekommen!). Insbesondere bei den Rahmenbedingungen „heiß, feucht & dreckig“. Gravitation und Druck sind da die verlässlicheren Partner für mich.
Um die Regentonne zu füllen habe ich mich der Regenrinnen des Gewächshauses bedient. Deren Abläufe haben passenderweise 3/4 Zoll, so dass man dort einen entsprechenden Schlauch anschließen kann.
Um den Schlauch unter dem Gewächshausrahmen durch zu bekommen, habe ich vier 87°-Winkel 40er KG-Rohr aufgefädelt:
Durchführung für Regenablauf
und zu einem „U“ mit entgegengesetzten Auslässen geformt.
Das Ganze dann auf jeder Seite des Gewächshauses verscharrt und an die Regenrinne angeschlossen.
Nach dem Prinzip eines Siphons drückt so das Regenwasser selbständig in die tiefer gelegene Regentonne.
Den Mittigen, etwas tiefer liegenden Anschluss habe ich als Überlauf verrohrt. Hier geht ein Schlauch in ein vergrabenes KG-Rohr, welches unter dem Rahmen des Gewächshauses nach draußen führt und sich an einer Schräge auf den Rasen ergießt.
Da die Regenrinnen auf jeder Seite vorne und hinten Abflüsse haben, habe ich die vorderen Abflüsse mit einem kurzen Schlauchstück, welches durch eine Schraube mit zwei großen Unterlegscheiben zusammengepresst wird verschlossen.
Einen der Regen-Zuläufe habe ich noch mit zwei Schnellkupplungen (auf Tonnenseite mit Aqua-Stopp, damit die Tonne nicht ausversehen leer läuft) versehen:
Regenanschluss außen
So kann ich in der regenarmen Zeit die Tonne komfortabel von außen per Gartenschlauch befüllen. Einfach trennen, Gartenschlauch anschließen und Wasser Marsch.
Ein erster Testlauf zeigte, Befüllung klappt:
Befüllung über Regenanschluss
Auf dem Bild sieht man auch das KG-Rohr des Überlaufs, bevor ich es verscharrt habe. Zwischenzeitig gab es auch schon den ersten Gewitterregen, so dass ich vermelden kann, dass die automatische Befüllung per Regenrinne klappt.
Anschließend habe ich testweise die Perlschläuche angeschlossen und die Absperrhähne aufgedreht:
Testlauf Tropfschlauch
Funktioniert bisher einwandfrei. Es perlt schön gleichmäßig über die gesamte Schlauchlänge raus.
Die Beste ist begeistert und die Gurken sind schon ganz aus dem Häuschen. Ich werde berichten, wie sich das Ganze im Langzeittest so schlägt.