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Erfahrungsbericht Wunderhecke

Zu allererst:
Der Begriff „Wunderhecke“ ist nicht auf meinem Mist gewachsen!
Ich persönlich würde lediglich eine Hecke mit integrierter Wasser/Wein-Zapfanlage als „Wunderhecke“ titulieren, aber gut.
Zum eigentlichen Thema:
Die Beste und ich wollten gerne unser Grundstück ein wenig weiter einfassen. Spaziergänger samt Hunden, die unser Grundstück als Abkürzung nutzen nerven dann doch auf die Dauer.
Mit unserem antiimperialistischen Schutzwall hatten wir das ja schon an einer Seite ganz gut erledigt.
Blieben noch knappe 70 Meter Straßenfront.
Eine weitere Mauer wollten wir nicht errichten.
Wir waren beide schon mal im Gefängnis und fanden die Aussicht nicht so berauschend.
Also luftiger Zaun.
Aber so ein nackter Zaun ist auch nicht so das wahre.
Also Hecke.
Schwingt man dann den Taschenrechner und rechnet die Preise von landläufigen Heckenpflanzen hoch, wird einem bei unserer Grundstücksgröße recht mulmig. Klar geht das auch billiger, aber dann sind die Pflanzen 15 cm hoch und verdecken den Zaun erst in knapp 10 Jahren.
Freunde von uns machten uns dann auf die „Wunderhecke“ aufmerksam.
Der gemeine Botaniker nennt das Kraut auch „Ulme aus Turkestan“ (Ulmus pumila celer).
Besagte Freunde haben mit der Turkmenenulme schon eine Hecke angelegt und sind sehr zufrieden. Im Netz findet sich leider kaum etwas dazu. Lediglich hier hat mal ein Blogger ein wenig dazu dokumentiert. Laut den Freunden und auch dem Hersteller sind der Hecke sowohl die Bodenbeschaffenheit als auch die Sonneneinstrahlung egal. Das doch recht ansehnliche Wachstum ließe sich sehr gut über die Wasserzufuhr einstellen. Täglich gegossen kann man ihr beim wachsen zusehen, im Wüstenmodus reicht zwei mal im Jahr schneiden.
Klang ideal.
Also selber versucht und mal 370 Setzlinge für einen Teil der 70 Meter geordert.
Geliefert wurden uns 70-80 cm hohe Setzlinge mit nackten Wurzeln, jeweils zu 50er-Bündeln zusammengepackt:
Setzlinge
Die Bündel sollte man mindestens 24 Stunden in Wasser stellen.
Während die Wunderhecke Wasser zu Wein umwandelte, haben Vaddern und ich Spaten und Kreuzhacke geschwungen, um zwei parallele Gräben auszuheben:
Gräben ausgehoben
Der Plan ist, die Hecke als versetzte Doppelreihe anzupflanzen um so ggf. kahle Stellen auszugleichen und sie blickdichter zu bekommen.
Als Abstand zwischen den Pflanzen habe ich 25 cm festgelegt, so dass pro Reihe 4 Pflanzen stehen.
Zwischen den Reihen sind 50 cm Abstand, damit die Pflanzen genügend Platz zum ausdehnen haben und ich zwischen den Reihen noch den Zaun setzen kann:
Erstes Stück gesetzt
Am nächsten Tag haben wir dann im Akkord die kleinen Pflänzchen verscharrt.
So sieht das fertige Werk aus:
Wunderhecke fertig angepflanzt
Aktuell gehe ich jeden Abend raus und wässere die Pflanzen, damit sie schön anwachsen.
Sobald sich was tut, werde ich berichten.

Parallelanschlag

Beim stöbern in alten Artikeln fiel mir auf, dass ich noch gar keine Bilder des neuen Parallelanschlags für meine umgebaute Electra Beckum HS 315 Tischkreissäge gezeigt habe.
Ursprünglich wollte ich den Anschlag so wie hier führen.
Allerdings erwies sich das zum einen als zu kompliziert und zum anderen als zu windig.
Vaddern, in seiner pragmatischen Art, schlug daher vor, einfach an der Rückseite der Säge ebenfalls eine T-Nut-Schiene zu montieren und den Anschlag so an zwei Punkten zu führen.
Klar, ist etwas umständlicher in der Bedienung, aber dafür wesentlich einfacher in der Konstruktion und wesentlich genauer im Schnittergebnis.
Als Führung für den Anschlag habe ich Schlossschrauben zurecht geschliffen:
Schlossschraube angeschliffen
Die passen so gut in die Führung und haben ausreichend Auflagefläche um den Druck beim anziehen zu verteilen:
Passt in die Führung
Eine identische Schraube gab es noch auf der anderen Seite und schon glitt der Anschlag ordentlich geführt durch die Schienen:
verschieben in der Führung
Als Fixierung dienen zwei Flügelmuttern:
Fertig
Mal sehen, wie sich der Anschlag so bewährt.
Ein wenig nervig ist noch, dass ich nun immer vorne und hinten am Sägeblatt messen muss, ob der Abstand zum Anschlag gleich ist.
Vielleicht fällt mir da noch eine elegante Lösung für zwei Skalen ein.

Der Junge in der Blechtrommel

Unser Haus hat einen sehr schicken Ofen, den ich mittlerweile nicht mehr missen möchte. Allerdings nervte das Ding tierisch bei Regen. Viel mehr nervte der Schornstein. Saß man im Wohnzimmer und es kamen etwas dickere Tropfen runter, hatte man den Eindruck man sitzt in einer Blechtrommel.
Ganz klarer Handlungsbedarf.
Als Übeltäter war schnell die Edelstahlabdeckung des Schornsteins ausgemacht.
Die ist aus so dünnem Blech gefertigt, dass es ganz vormidabel scheppert, wenn man da drauf klopft.
Schepperndes Blech ist auch in anderen, mir vertrauteren, Bereichen ein Problem:
Im KfZ-Bereich. Also habe ich mich dort nach Lösungen umgesehen.
Im Onlineshop von ADMS bin ich fündig geworden.
Die angebotene 3,9 Kg/m²-Schwerschicht ist genau das was ich suchte.
Durch die Verwendng im modernen Automobilbau ist das Zeug auch schwer entflammbar (Mein Test mit 550°C direkt auf die Oberfläche gerichtet hat es nur weich gemacht), so dass ich es guten Gewissens auch auf den Schornstein packe.
Also 2m² geordert, Vaddern eingeladen und ans Werk gegangen:
Vaddern auf dem Dach
Die Abdeckung ließ sich leicht abschrauben und zurück auf dem Boden der Tatsachen haben wir die Matten zugeschnitten:
beim zuschneiden
Vor dem Verkleben habe ich die Abdeckung noch mit Verdünnung und Aceton gründlich gereinigt.
Die Matten selbst kommen mit Kleber auf der Rückseite, abgedeckt durch eine Folie. Es sei gesagt, dass man fürs Aufkleben nur einen Versuch hat. Der Kleber hält bombastisch und lässt sich kaum beschädigungsfrei wieder ablösen!
Auch das blasenfreie Verkleben ist nicht einfach. Allerdings lässt sich das später noch gut mit einer Nadel korrigieren:
Luftblasen
Einfach anpiecksen und die Luft raus streichen.
Verklebt sah die Abdeckung dann so aus:
Abdeckung fertig beklebt
Der Gewichtsunterschied ist sehr deutlich!
Auch die Klopfprobe wurde statt mit einem hellen „Plinggggg“ nur mit einem „Tock“ quittiert.
Mittlerweile gab es auch einige Regenschauer, so dass ich sicher sagen kann:
Problem gelöst. Man hört nix mehr.
Nun werde ich mal den Winter über beobachten, wie sich die Schwerschicht so schlägt.
Mehr Sorgen als die Hitze macht mir die UV-Beständigkeit.
Im Auto liegt da schließlich immer ein Teppich drüber.
Ich werde berichten.

kleines Früchtchen

Als alter Mundräuber war ich von Zabex Idee des Kirschpflückers begeistert:
Pflücker im Einsatz
Lässt sich super zusammen mit Schräubchen im Bollerwagen transportieren und erspart gefährliche Kletterpartien bei schlecht zu erreichenden Bäumen:
An den Kirschen
Die Basis sind 2-Meter-Rohre 50er HT-Rohr und zwei 90°-Bögen:
Pflückaufsatz
Kirschen und Mirabellen sollten durch das Rohr kullern.
Der größere Bogen war als „Siphon-Bogen“ ausgepreist. Der Plan ist, damit Äpfel und Birnen zu pflücken. Die bleiben dann hoffentlich einfach im großen „Becher“ liegen.
Sollte es jemand nachbauen wollen: Die V-förmigen Einschnitte sollten etwas schmaler und etwas tiefer sein, als bei mir. So verhaken sich ab und zu mal die Kirschen in dem Ausschnitt.

Niemand hat die Absicht,… II

Menschen fragten, wie es eigentlich mit unserem antiimperialistischen Schutzwall weitergegangen ist.
Daher hier nun ein Update.
Wir haben bei drei von vier Steinreihen immer abwechselnd Drainage, Betonsäule, Drainage gesetzt:
Betondach
In Steinreihe Nummer 3 haben wir die Säule nicht mehr bis zur vollen Höhe ausgegossen, sondern ein Dach geformt, so dass das Sickerwasser nach links und rechts Richtung Drainage abgeführt wird. Hierbei hilft es, dass die Zwischenwände der Steine bogenförmig ausgeführt sind, so dass das Wasser hier auch in Querrichtung ab laufen kann.
Die Drainagerohre selber habe ich mit Lappen aus Unkrautflies verschlossen, damit sie mir nicht direkt mit Erde voll krümeln:
Drainage fertig
Danach habe ich die Hohlräume rings um die Rohre mit gesammelten Steinchen verfüllt. So konnte ich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen:
1. Der Gemüse-Garten-Mutterboden wurde Stein-freier, was die Möhren freut,
2. Ich konnte schubkarrenweise Steinchen entsorgen,
3. Die Steinchen fungieren prima als zusätzliche Drainage.

Reihe Nummer 4 sowie den unverfüllten Rest von Reihe 3 haben wir dann mit Mutterboden befüllt. Fertig sieht das Ganze so aus:
Mauer hinterfüllt
Natürlich sackt die Erde nach jedem kräftigen Regenschauer immer ein wenig ab, aber das wird sich im Laufe der Zeit geben. Ich denke, dass wir im nächsten Frühjahr da noch einmal großangelegte Erdarbeiten ausführen müssen um den abgesackten Teil aufzufüllen.
In der Zwischenzeit haben wir schon Bodendecker in die oberste Steinreihe gepflanzt. Die können sich dann schön die Mauer runter schlängeln und diese dann ein wenig verdecken.
Oben drauf kommt dann noch ein Staketenzaun mit einer Brombeer-Hecke.
Da wo der Speiß-Kübel auf dem Bild steht, wachsen aktuell schon unsere 22 Tomatenpflanzen.

Als Zwischenfazit kann ich sagen, dass ich jederzeit wieder eine Stützmauer aus Betonschalungssteinen bauen würde.
Die Verarbeitung ist denkbar einfach und das Preis-Leistungsverhältnis ist kaum zu schlagen.
Wie sich die Mauer im Laufe der Zeit machen wird, werdet ihr natürlich hier lesen.

Was ich dem geneigten Nachmacher ans Herz legen möchte ist:
Achtet auf die Qualität der gelieferten Steine!
Ich selbst wollte es nicht glauben, dass es bei sowas einfachem wie Betonsteinen große Unterschiede geben kann, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Wenn ihr mit Steinen arbeiten müsst, die jeweils 4-6mm Abweichung in den Maßen haben, macht das Mauern keinen Spaß! Das ist dann eher wie Tetris und so sieht dann nachher auch eure Mauer aus.
Die Steine von Hornbach (ich brauche 8 Stück zur Ergänzung) stammten aus einem lokalen Betonwerk und sind wirklich grässlich verarbeitet. Die Steine vom lokalen Baustoffhändler (Quelle unbekannt) waren kaum teurer und waren von wesentlich besserer Qualität. Ich würde daher beim nächsten Mal beim Anbieter nachfragen, welche Toleranzen garantiert werden. Der Anbieter mit den geringsten Abweichungen gewinnt. Alles Andere frisst nur Zeit und Nerven.

Darüber hinaus war der Einkauf bei Hornbach auch aus anderen Gründen ein großes Ärgernis:
Die 8 Steine hatten 3 Wochen Lieferzeit (Das Betonwerk ist 11 km entfernt). Nach 3 Wochen erhielt ich den freundlichen Brief: „Herzlichen Glückwunsch, Ihre Ware ist abholbereit im Markt.“
Also hingefahren und nicht schlecht gestaunt, dass von den 8 Steinen einer auf der Palette schon mittig gebrochen und einer ein Endstein war. Also 6 Stück eingepackt und 2 reklamiert.
3 Wochen später erhielt ich erneut einen Brief:
„Herzlichen Glückwunsch, Ihre Ware ist abholbereit im Markt.“
Also hingefahren und nicht schlecht gestaunt, dass von den 2 Steinen wieder einer ein Endstein war. Also einen eingepackt und einen reklamiert.
3 Wochen später erhielt ich erneut einen Brief:
„Herzlichen Glückwunsch, Ihre Ware ist abholbereit im Markt.“
Also hingefahren und nicht schlecht gestaunt, dass der letzte Stein WIEDER ein Endstein war…..
Ich hoffe, ich muss nicht sagen, dass ich etwas ungehalten war.
Keine Frage: Fehler passieren und für die Trantütigkeit der Zulieferer kann Hornbach nur bedingt etwas.
Was mich jedoch wirklich geärgert hat, ist, dass es anscheinend niemand für nötig befunden hat, die Ware auf Richtigkeit zu überprüfen, bevor man den Kunden in den Markt zitiert!
Als man mich dann zum vierten mal auf 3 Wochen vertrösten wollte, reichte eine hochgezogene Augenbraue, damit man mir einen Abholschein direkt fürs Werk ausstellte und versprach mich dort anzukündigen.
Natürlich ging das auch (beinahe) noch schief:
Die Wegbeschreibung, die die Dame am Reklamationstresen mir ausgedruckt hatte, führte mich in ein Wohngebiet, da sie den falschen Ort eingegeben hatte und als ich dann per Google-Suche die richtige Adresse gefunden hatte, wusste dort niemand, dass ich komme um EINEN Stein abzuholen.
Nach farbenfroher Erläuterung meiner Geschichte war man jedoch so nett, mir auch ohne Bestätigung einen Stein auszuhändigen.

Was diese Odyssee für mein Verhältnis zu Hornbach bedeutet, wird die Antwort auf meine entsprechende Mail an den Hornbach-Support ergeben.
Dies jedoch nur am Rande.