Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

In stiller Trauer

Glücklich sind wir zwei gegangen, immer gleichen Schritts.
Was du vom Schicksal hast empfangen, ich empfing es mit.
Doch nun heißt es Abschied nehmen und mir wird so bang.
Jeder muss alleine gehen seinen letzten Gang.
Herz
Angelika Koch
geb. de Jong
* 15.2.1952 † 1.12.2008
In Liebe und Dankbarkeit:

Peter Koch mit Tobias und Adrian
Rudolf und Mimi de Jong
Rafaela und Axel Körth
mit Florian und Sebastian
Der Trauergottesdienst zur Einäscherung fand am Samstag, den 6. Dezember 2008, in der Friedhofskapelle „Am Müllerberg“ in Bad Meinberg statt. Anstelle zugedachter Blumen erbitten wir eine Spende an die Deutsche Krebshilfe, Kontonr. 909 093, bei der Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, Kennwort: Angelika Koch

Papierkrieg

Mittlerweile tendiere ich immer mehr zu einem post-1986er-Rialto.
Unterstützt wird das Ganze dadurch, dass ich es mittlerweile geschafft habe, Kopien von Papieren zu bekommen.
Ich habe mittlerweile eine schlechte Briefkopie eines österreichischen Rialto 2 GLS von 1992 und eine hochauflösende Kopie eines deutschen Briefes von einem 1983er Rialto.
Das sollte die Zulassung eines importierten Rialtos wesentlich erleichtern.
Über den Menschen, welcher mir freundlicherweise die Kopien seiner deutschen Papiere zukommen ließ, habe ich auch erfahren, dass man Reliant Rialtos über OCC bei der Provinzial für ca. 160€ (bei 100%) im Jahr versichern kann. Das finde ich eine vertretbare Summe.
Außerdem habe ich über das R3W-Forum Kontakt zu einem Niederländer aus Enschede (100 km von Osnabrück), welcher mehrere Reliants hat und mir davon schon einen angeboten hat. Der entsprach aber nicht so recht meinen Vorstellungen. Die Zylinderkopfdichtung hatte sich verabschiedet. Eine „Einstiegsreparatur“, die ich mir gerne ersparen würde. Aber wie ihr seht: Es geht voran!
Das enzige wirkliche Problem, dass ich nun noch sehe, ist die Versorgung mit Ersatzteilen, welche speziell in den linksgelenkten Reliants verbaut wurden. Für rechtsgelenkte Modelle ist das kein Problem. Da gibt es noch reichlich in England für. Aber linksgelenkte Modelle waren immer ein Nieschenprodukt für Reliant. Speziell sind unter anderem die Radzylinder und die Lenkung. Also auch Teile, die nach 20+ Jahren gerne verschlissen sein können… naja, mal sehen, was da die Zukunft bringt. Vielleicht kann ich die ja auch horten, wie ich es schon jetzt mit Duo-Teilen angefangen habe.

Innere Werte

Ich bin bei flickr über den Bilderstream von car2nz gestolpert, welcher (unter Anderem) diese wirklich vorzüglichen Schnittzeichnungen von Reliant Threewheelern enthält:
Reliant Regal Van:

Reliant Robin MK I Saloon:

Reliant Rialto Saloon:

Schade, dass die Bilder in keiner höheren Auflösung als 640×480 verfügbar sind. Ich würde mir da ja gerne ein Poster von machen lassen. Würde sich sicherlich gut neben meiner Schnittzeichnung vom Opel Diplomat A V8 an der Wand machen. Unteres und oberes Ende der Nahrungskette quasi 🙂

Mit Liebe zum Detail

Bei meiner Suche nach einem passenden Reliant, habe ich mir vor einiger Zeit schon mal prophylaktisch alle Werkstatthandbucher, derer ich habhaft werden konnte, als digitale Kopien besorgt. Dabei viel mir wieder auf, wie viel besser und schöner die früher waren. In den modernen Reparaturhandbüchern, wie dem von unserem Rallye-Golf, wird alles anhand von Fotografien erklärt. Das hat zwar einen höheren Realismusfaktor, allerdings finde ich, dass die vielen Details doch sehr ablenken. Bei den alten Reliant-Handbüchern aus den 60er-Jahren finden sich hingegen nur ganz wenige Fotografien und dafür fast nur Zeichnungen. Diese haben den Vorteil, dass der Zeichner unwichtige Details weglassen konnte und auch viel einfach Schnittzeichnungen zu realisieren waren. Auf der anderen Seite konnte er aber auch liebevolle Hintergrunddetails hinzufügen (siehe den Mechanikeranzug unten auf dem Bild). Außerdem finde ich, dass diese Zeichnungen viel mehr Liebe zur Technik ausstrahlen als die modernen Fotos. Von dem Unterschied der beschriebenen Arbeiten mal ganz zu schweigen! Oder glaubt ihr etwar, dass heute noch erklärt wird, wie man ne Achse austauscht? Diese Seite aus dem 1961er The Reliant Regal and Commercial Vehicles Marks III, IV, V, VI and 5-cwt. Vans Workshop Manual verdeutlicht hoffentlich, was ich meine:
Screenshot von Manual Reliant MK1 6

Reliant Robin = Simson Duo 2.0

Seit ich Lola habe, bin ich überzeugt, das vier Räder eine technologische Sackgasse für die automobile Fortbewegung sind. Drei sind absolut ausreichend. Mehr braucht kein Mensch.
Da nun mit dem Ende meines Studiums der Zeitpunkt in meinem Leben näher rückt, indem ich ein schnelleres Auto als Lola benötige, habe ich mich mal umgesehen, was der Markt noch an anderen Three-Wheelern hergibt. Es sind ehrlich gesagt, überraschend viele! Hier gibt es eine ausführliche Auflistung.
Da ich das Auto im Alltag bewegen will, d.h. auch bei Eis, Regen und Schnee, scheiden leider die sehr attraktiven Three-Wheeler Lomax 223 und JZR aus. Weiterhin will ich auch ein Fahrzeug mit möglichst einfacher Teileversorgung (Ich erinnere nur ungerne an unsere immer noch andauernde Suche nach einem Volvo 1800S-Ausstellfenster.). Also muss es eins sein, welches in Großserien produziert wurde.
Unter diesen Einschränkungen landet man mal wieder bei der Piaggio Ape oder aber bei dem englischen Hersteller Reliant. Die Ape fliegt wieder raus, weil ich einfach keine Ladefläche, aber dafür Sitze brauche (sind die großen Apes eigentlich Zweisitzer oder auch nur Einsitzer, wie die Ape 50?). Bleibt also Reliant.
In die Nähere Auswahl kommen dann:
Reliant Robin Mk I 1972-1981:

Reliant Rialto 1981-1998

Reliant Robin MK II 1989-2001

Reliant Robin MK III/BN-1 2001-2002

Die Reliants haben den großen Vorteil, dass die komplette Karosserie aus GFK gefertigt ist. Dementsprechend sind Reparaturen, für jemanden ohne Schweißgerät wie mich, relativ einfach und rosten kann dort auch nichts. Reliant-spezifische Ersatzteile gibt es problemlos in England per Onlineshop zu kaufen, oder aber auch in Deutschland, da sehr viel von der BMC zugekauft wurde. Eine entsprechende Gleichteileliste liegt mir schon vor und werde ich demnächst mal veröffentlichen. Ansonsten folgen die Reliants dem Duo-Prinzip: „Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen.“
Mit 40,5 PS (40 bhp), einer Spitzengeschwindigkeit von 136 Km/h (85 mph), 16,1 Sekunden von 0 auf 96 Km/h (0-60 mph) und einem Verbrauch von 2,4-4 l/100 Km (60-100 mpg) finde ich den Reliant Robin Mk I schon eine angemessene Motorisierung für den Überlandverkehr. Die Nachfolgemodelle Rialto und Robin Mk II sowie Robin BN-1 hatten zwar den gleichen Motor, waren aber durch verbesserte Aerodynamik noch schneller, effizienter und bei „Hochgeschwindigkeitsfahrten“ kursstabiler.
Das stellt einen mal wieder vor die Qual der Wahl: Nimmt man ein frühes Modell und meldet es hier als Oldtimer an? Oder nimmt man ein möglichst neues Modell um die ausgereiftere Technik zu haben?
Machen wir mal eine Liste:

  1. Feinstaubzonenbefahrung: Ist egal, weil jegliche Three-Wheeler davon gemäß Anhang 3 zu § 2 Abs. 2 Nr. 4 der Feinstaubverordnung ausgenommen sind.
  2. Steuerersparnis: Mit einem H-Kennzeichen wären es 191€ pauschal. Mit normaler Zulassung im schlimmsten Fall (25,36€ je angefangene 100ccm) 228,24€. Macht also auch keinen wesentlichen Unterschied.
  3. Versicherung: Nen Oldtimer im Alltagsbetrieb günstig zu versichern (Oldietarife) kann man vergessen. Da spielen die Versicherungen nicht mit. Also auch kein Unterschied.
  4. Stabileres Kurvenverhalten: Spricht klar für die Neueren.
  5. Feuergefahr: Der Nachteil an GFK-Karosserien ist, dass sie brennen wie Zunder. Deswegen lässt der TÜV z.B. auch keine Buggys mehr zu. Elvis Payne musste das mit seinem „Ole Blue“ schmerzlich erfahren. Die Bilder sind ein Trauespiel. Allerdings wurde den späteren Modellen (ab Robin Mk I) ein feuerhemmendes Mittel in den GFK gemischt. Die Feuergefahr ist also bei allen Modellen gleich hoch. Auch keine Entscheidung.
  6. Crashverhalten: Na, da wollen wir mal nicht drüber reden. Not vs. Elend
  7. Bleizusatz: Ich habe gelesen, dass die Motoren erst 1989 auf bleifreies Benzin umgerüstet wurden. Würde also wieder für die späteren Modelle sprechen.
  8. Zulassung: Das ist der Knackpunkt! Da Reliants niemals in Deutschland verkauft wurden, wurden sie hier auch nie vom TÜV zugelassen. Ich könnte mir in diesem Zusammenhang vorstellen, dass der TÜV etwas kooperativer ist, wenn man einen fremden Oldtimer zulassen möchte, als wenn man einen fremden Gebrauchtwagen zulassen möchte. Etwas entschärft wird die Situation, da die Reliants in den Niederlanden und Österreich verkauft wurden (dort bekommt man daher auch links-gelenkte Modelle). Dank EU sind die deutschen Behörden nämlich verpflichtet, auch hier Fahrzeuge zuzulassen, welche schon mal im EU-Ausland zugelassen waren. Das ist aber nur eine generelle Regelung. Was sie dafür an Umbauten und Auflagen fordern dürfen, steht auf einem anderen Papier. Das spricht klar für ein älteres Modell.
  9. Angebot: Auch das ist ein Knackpunkt. In England bekommt man die Reliants in allen Formen und Farben, aber hier? In Deutschland gibt es meines Wissens nach keinen einzigen zu kaufen. Und das Angebot in Österreich und den Niederlanden ist auch sehr übersichtlich.
  10. Prestige: Son H-Kennzeichen is schon geil….

Ich galube, ich muss diese Entscheidung noch etwas vertagen.
Über das Reliantforum habe ich Kontakt zu jemandem, der hier in Deutschland gerade einen 1977er Reliant Robin MK I restauriert. Mal sehen, was er zu berichten hat, wenn es an die Zulassung geht. Ich denke, dass wird dann meine Entscheidung in gutes Stück vorran bringen.
In Östereich hat einer mal einen älteren Reliant Regal restauriert. Der steht momentan zum Verkauf, ist mir aber mit seinen 25 PS und 110 Km/h Spitze zu schmalbrüstig. Außerdem ist er wohl zu schade für den Alltag. Die Ösis mochten die Reliants, weil sie dort bis Anfang der 90er als „Motordreiräder“ zulassungs- und Steuertechnsich den Motorrädern gleich gestellt waren.
Recht interessant zu lesen, ist auch die Nordkap-Challange von Elvis Payne und seinem Bruder Goeff. Hier die technischen Vorbereitungen und hier das Reiseblog selbst.

Nachtrag:

11. Vollverzinkung: Mit Einführung des Rialtos bekamen alle Reliants vollverzinke Chassis. Das wiederum sprich eindeutig für ein späteres Modell.
12. Automatikgurte: Ab 1986 hatten die Rialtos vorne Automatikgurte und hinten statische Beckengurte. Vorher hatten alle nur vorne statische 3-Punkt-Gurte. Wie assi das ist, habe ich ja bei unserem Volvo 1800S gesehen. Spricht klar für den Rialto.