W6TER

Blogleser Thomas war so freundlich mich auf einen gerade bei mobile.de inserierten Rialto aufmerksam zu machen:


Der Text zur Annonce ist etwas spärlich:
„Kunststoffkarosse, MG Sportsitze, Alus, 4-Zyl. Vergaser, nur Eigentumsnachweis/Kopie UK Registration vorhanden.“
2.990 € möchte der gewerbliche Händler gerne für den Wagen sehen.
Halte ich für sehr sportlichen Ehrgeiz.
Obwohl: Vielleicht sind die MG-Sitze ja auch 2500 € wert. Oder die Alus.
Würde mich sehr freuen, wenn er den Preis erzielt. Mein Rialto wäre dann entsprechend sein Gewicht in Gold wert.

BTW.: Wie kommt man eigentlich in den Brotkasten rein? Türgriffe gibt’s ja nur noch an der Heckklappe. Fensterheber scheinen auch aus zu sein.

Deckelung

Die Vorbesitzer unseres Hauses haben im Technikraum neben der Heizung zwei 160er KG-Rohre aus dem Boden kommen lassen. Eines dient dazu Leitungen nach draußen zu führen (Luft-Wärme-Pumpe), eines ist aktuell noch ohne Funktion.
Soweit so gut.
Leerrohr kann man nie genug haben.
Allerdings haben sie beide Rohre auf Estrichniveau abgesägt und zumindest das Rohr mit den Leitungen nicht verschlossen.
Ergebnis:
Es zog wie Hechtsuppe (Warum zieht eigentlich Hechtsuppe? Und wohin zieht sie?) und dank der fehlenden Muffe bestand auch keine Chance einen simplen KG-Deckel anzupassen.
Was also tun?
Estrich aufstemmen um die Rohre bis zur nächsten Muffe entfernen zu können?
Rohre mit Bauschaum vollspritzen?
Einfach Fließen über die Rohre legen?
Alles keine wirklich praktikablen Lösungen.
Bei einer kleinen Badezimmer-Bastelei bei meinem Schwiegervater bin ich über Hartschaumplatten gestolpert. Hatte ich bisher noch nie mit gearbeitet. Lassen sich super verarbeiten, spitzen Dämmwert und auch gut belastbar.
Wieder zuhause habe ich mir im nächstgelegenen Baumarkt ein „JACKOBOARD“ gekauft und mit dem Multimaster grob zugesägt:
Hartschaumdeckel mit Feile
Ihr seht wohin die Reise führt?
Die Raspel funktioniert spitzenmäßig um die Platten zu bearbeiten:
Hartschaumdeckel mit Fase
Danach noch einen Ausschnitt für die Leitungen, sowie eine abgeflachte Seite für das wenige Millimeter überstehende Podest der Heizung (Fragt mich nicht!!) gemacht, sowie eine Unterlegscheibe samt Gewicht durchgefädelt:
Hartschaumdeckel fertig
Wie ihr seht, hat das ungenutzte Rohr noch einen identischen „Innenstöpsel“ zur Isolierung bekommen. Damit endet schon mal die Hechtsuppe.
Eigentlich hätte ich das Ganze so lassen können, aber für das ungenutzte Rohr wollte ich auch gerne einen festeren Verschluss. Nicht das eines der Schräubchen da noch einen Powerranger drin verklappt.
So sinnierte ich, dass es unwahrscheinlich ist, dass ich der erste Mensch mit dem Problem Muffen-loser KG-Rohre bin.
Und richtig: Das Netz spukt da viele Hilfe-suchende Menschen aus.
Allerdings gibt es nur wenig zielführende Antworten. Nach einiger Recherche bin ich jedoch über die Firma „AIRFIT“ gestolpert.
Die Jungs haben sich auf „Problemlöser“ im Kanalbereich spezialisiert. Stöbert mal auf deren Seite. Wahnsinn, was es da alles gibt.
Mein besonderes Interesse galt deren „Abwasser-Innen-Reduzierstück„.
Den Hasen steckt man Innen in ein KG- oder HT-Rohr und erhält gleichzeitig die Muffe eines kleineren Durchmessers.
Genau das, was ich brauchte. Ich habe mir also einen Adapter DN160 auf DN125 bestellt und im lokalen Baumarkt einen 125er-Deckel gekauft. Der Deckel bekam dann noch ein Stück Gurtband samt Gewicht, damit man den Hasen später leichter entfernen kann, sollte es nötig sein. Um euch das Prinzip zu verdeutlichen hier mal ein Mock-up mit einem Stück 160er Rohr:
Airfix Innenreduzierstück mit Deckel
Das Ganze wird dann in das leere Rohr eingeschoben und verschließt es zuverlässig:
Airfix Innenreduzierstück mit Deckel aufgelegt
Nun werde ich den Bereich noch mit Estrich auf Fließenniveau „aufgießen“, um kein Wasserschaden-Sammelbecken zu produzieren.
Aktuell ist dieser Teil des Raumes nämlich noch tiefer als der Gulli…
Sachdienliche Hinweise hierzu werden noch gerne entgegen genommen.

Am Riemen gerissen IV

Nachdem nun der Motor ein neues Lager bekommen hat, kann man im vorbei laufen noch schnell der Spannrolle zwei neue Lager spendieren. Erfahrungsgemäß sind die nämlich nicht viel besser dran, als das Motorlager. Deutlich erkennbar an den Rostspuren:
alt vs. neu Spannrolle
Wie man sieht, habe ich auch hier zu den nur unwesentlich teureren, abgedichteten Lagern gegriffen. Im Original sind es SKF 6001 2Z mit den Maßen 12x28x8 mm. Ich habe zu SKF 6001 2RSL/C3 gegriffen. Sowohl die Abdichtung als auch die erhöhte Lagerluft sollten auch hier eine vielfache Lebensdauer der Altteile ermöglichen.
Austreiben lassen sich die alten Lager ganz simpel mittels Schraubenzieher und Hammer:
altes Lager ausgetrieben
Rein bekommt man die neuen Lager sehr gut mit einer 20er-Nuss:
Lager mit 20er Nuss
Das Geräusch ändert sich deutlich, wenn man an den inneren Rad stößt. Die Lager müssen nachher beide bündig in der Rolle sitzen.
Danach einfach alles wieder zusammen werfen und zusammen mit dem Motor einbauen.
Da ich noch die Rückwand des Trockners demontiert hatte, habe ich mir auch einmal die hintere Lagerung der Trommel näher besehen. Sie wird von einer einfachen Sicherungsscheibe (nicht „Seegering“) zusammen gehalten:
hinteres Trommellager
Hat man diese entfernt kann man das simple Bronzelager abziehen:
Bronzelager
Hier sieht man die rudimentären Schmiermittelreste, welche die Reibung im Bronzelager minimieren sollten:
Restschmierung
Ich habe der kleinen Welle mal etwas hochtemperaturstabile (direkt dahinter sitzt das Heizelement) Kupferpaste als Schmiermittel spendiert:
Kupferpaste aufgebracht
Danach kann man auch dieses Lager wieder zusammen bauen und die Maschine (wie beschrieben) komplettieren.
Nun sollte der Wäschetrockner wieder schön leise seine Kreise ziehen.

Am Riemen gerissen III

Sollte das fiese schabende-quietsch-Geräusch nach dem Riementausch nicht durch Justage der Klemmschelle am Lüfterrad der AEG Lavatherm 57700 verschwinden, ist es höchst wahrscheinlich Zeit für einen Lagertausch.
Die erhöhte Spannung durch den neuen Riemen führt oft dazu, dass schon angeschlagene Lager sich lautstark zu Wort melden.
Verdächtig in diesem Fall sind das riemenseitige Motorlager und die beiden Lager der Spannrolle.
Aus eigener, bitterer Erfahrung kann ich sagen, dass man direkt alle Lager tauschen sollte.
Der finanzielle Aufwand steht in keinem Verhältnis zu dem Frust, den man verspürt, wenn man nur das Motorlager tauscht, alles wieder zusammen wirft und der Trockner immer noch klingt wie ein kongolesischer Kohlefrachter.
Starten wir mit dem Motorlager.
Wie man zum Motor gelangt, hatte ich schon im Rahmen des Riemenwechsels beschrieben.
Um an die Halteschraube des Motors zu kommen muss die Pumpe raus. Die ist nur geclipst und lässt sich einfach nach oben rausziehen:
Pumpe
Ist eine gute Gelegenheit den Pumpensumpf und das Pumpenrad zu reinigen. Da hat sich im laufe der Jahre auch einiges an Siff angesammelt. Denkt dran, beim Wiedereinbau ein Glas Wasser in den Pumpensumpf zu kippen, damit die Pumpe nicht trocken läuft!
Ist die Pumpe draußen, kann man die Schraube der Motorstütze raus drehen:
Motorschruabe gelöst
Die Stütze selbst sitzt in zwei Nuten und kann anschließend vorsichtig nach vorne gedrückt werden:
Motorhalter von der Führungsschiene gezogen
Da ist einiges an Kraftaufwand notwendig.
Ist die Stütze ab, kann man den ganzen Motor ausfädeln:
Motor ausgebaut
Auf der Werkbank kann man nun die Spannrolle demontieren. Ein Foto hilft bei der Reihenfolge der Scheiben auf der Achse:
Reihenfolge Scheiben der Spannrolle
Man beachte auch den Rostansatz am Lager!
Ein deutliches Indiz dafür, dass es Zeit für den Lagertausch ist.
Ist die Spannrolle ab, kann man auch einfach die Plastik-Motorstütze abziehen. Nächster Halt sind die Schrauben des Stators:
Verschraubung Stator
Hat man diese ausgedreht, kann man das Gehäuse trennen.
Obacht: Die Hälften sitzen sehr fest und lösen sich nach erhöhtem Krafteinsatz (=Körpergewicht) schlagartig.
Gab eine ansehnliche Platzwunde….
Nachdem die Wunde versorgt, das Blut größtenteils abgeputzt und der Verband etwas geschrumpft ist, liegt der Rotor mit seinen beiden Lagern vor einem:
Rotor ausgebaut
Hierbei fällt auf, dass das antriebsseitige Lager keine Dichtringe hat, das hintere Lager jedoch eines mit Dichtscheiben ist. Ratet mal, welches bei allen Lavatherm-Generationen regelmäßig (siehe nur dieser Beitrag samt Kommentare) hinüber ist.
Geplante Obsoleszenz, ick hör dir trapsen.
Bevor ich dem Lager mit dem Abzieher zuleibe gerückt bin, habe ich noch die Position genau vermessen und zur Sicherheit mit gelbem Isolierklebeband eine Markierung angebracht.
Die Chance der notwendigen Investition in einen Abzieher habe ich dazu genutzt Nägel mit Köppen zu machen und mir direkt ein Abzieher-Set zu kaufen. Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Set.
Da die Welle kein Schraubgewinde am Ende hat, kann man den Abzieher nicht ohne weiteres positionieren. Ich habe daher ein Kantholz mit zwei kleinen Bohrungen versehen, die sowohl der Welle als auch der Spindel Halt geben:
altes Lager abziehen
Das original Lager ist übrigens ein SKF 6201 2Z/C3 mit den Maßen 12x32x10 mm:
Beschriftung Motorlager
Ich habe es durch ein SKF 6201 2RSH/C3 für schlappe 3,25 € ersetzt:
Alt vs Neu Motorlager
Links alt, rechts neu.
„RSH“ steht hierbei für eine wasserdichte Abdichtung, „C3“ für erhöhte Lagerluft. In dieser Ausführung sollte das Lager alle anderen Bauteile des Trockners bei weitem überleben.
Bevor ich das Lager wieder auf die Welle getrieben habe, habe ich mit einem 800er-Schleifpapier den Flugrost entfernt. Zum auftreiben eignet sich ein Stück 10mm Kupferrohr perfekt:
Neues Lager aufpressen
Im nächsten Artikel tauschen wir dann noch fix die beiden Lager der Spannrolle und fetten das hintere Lager der Trommel.