Lola trägt (bald) Bikini

Jetzt wo die Sonne mal wieder so schön scheint, erinnere ich mich an letztes Jahr, als ich mir regelmäßig im Duo nen Sonnenbrand auf der Pläte, Nase, Ohren, etc. geholt habe.
Daher habe ich nun beschlossen mal an die Anfertigung eines Bikini-Tops fürs Duo zu gehen. Wenn ihr nicht wisst, was ein Bikini-Top bei Autos ist:

Vorne wollte ich die original Verdeckspriegel am Fensterrahmen nehmen. Nur für hinten bin ich mir unsicher. Die letzte Querstrebe sollte man schon nehmen. Sonst sitzt man ja trotzdem halb im Freien…
Und wie da fest machen? Klettverschluss ist wohl das Mittel der Wahl. Dann muss das ganze nicht auf den Millumeter passend sein und man kann noch nachjustieren. Bei Druckknöpfen kann man da schon in Schwulitäten kommen.

Die wichtigste Frage ist allerdings: Was für einen Stoff nimmt man da am besten? Er sollte ja schon anständig UV-beständig sein. Allerdings sollte er auch eine luftige Anmutung haben. Locker flockig wie nen Bikini halt… Segeltuch erscheint mir da ganz passend. Bin da allerdings noch nicht festgelegt und offen für Alternativvorschläge.

Eine weitere Frage ist, wie ich an die zu den Spriegeln passenden Ösen komme. Da wäre ich über Tipps besonders glücklich….

Ich hänge hier mal ne bemaßte Zeichnung von den ovalen Ösen an:
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Drehwurm

Um bei Lola mal genauer zu wissen, wann „Leistung“ (wir erinnern uns: 3,6 PS…) und wann keine Leistung vorhanden ist, hatte ich vor einiger Zeit beschlossen einen Drehzahlmesser zu verbauen. Ich währe dabei auch gerne im Simson- oder wenigstens Ost-Lager geblieben, aber drüben wurden anscheinend nur mechanische DZM verbaut. Also welche, die wie ein Tacho per Ritzel und Welle angetrieben werden. Da Lolas M53/11AR-Motor aber keinen Anschluss für so ein mechanisches Gerödel hat, blieb mir nix anderes übrig als mich nach kapitalistischen Produkten um zu sehen. Wenn das Duo 12 Volt Boardelektrik haben würde, wäre das alles kein Problem. Doch im Osten fand man, dass 6V ausreichend seien….12V ist was für Kapitalisten!

Entwicklungshilfe fand sich bei der deutschen Traditionsmarke „Hercules„. Die haben in den 70er Jahren elektronische Drehzahlmesser auf 6V-Basis verbaut. Diese Art von DZM misst die Rotation der im Motor rotierenden Magneten, welche über Spulen den Strom produzieren. Im Duo (und auch der Schwalbe) ist das folgendermaßen gelöst: Diese Mokicks haben keine separate Lichtmaschine, wie man sie von Autos her kennt, sondern direkt auf der Kurbelwelle rotieren 3 Magneten um 3 Spulen. Durch die Rotation wird dann in den Spulen der Strom erzeugt. Eine Spule für die Zündspule, eine Spule für den Hauptscheinwerfer und eine Spule für die sonstige Elektrik. Ein schön einfaches Prinzip. Ein Bild zur Verdeutlichung:
Grundplatte
Der lange Pin in der Mitte ist die Kurbelwelle, auf die das sogenannte „Polrad“ mit den Magneten aufgesteckt wird. Allerdings hatten manche Fahrzeuge auch nur 2 oder sogar 4 Magnete. Daher würde sich bei gleicher Motordrehzahl der „Takt“ ändern mit dem diese an den Spulen vorbeisausen würden. Also ist Obacht beim DZM-Kauf angesagt!
Nach langwierigen Recherchen im I-Net habe ich folgendes System herausfinden können, wie man bestimmt, ob ein DZM zum eigenen Fahrzeug passt:
Für die Anzeigegenauigkeit kommt es darauf an wieviele „Perioden“ auf dem DZM angegeben sind. Die sind meist als Zahl auf der Rückseite eingeschlagen. Fürs Duo (und die Schwalbe) ist es interessant, ob man ein 24.000 Perioden oder 36.000 Perioden Gerät hat. Die benötigte Frequenz (Perioden) ergibt sich folgendermaßen:
Die Frequenz (in Perioden pro Minute) bekommt man raus, indem man die Magnete im Polrad zählt und mit dem Max. Messbereich des DZM multipliziert.
Der M 53/11 AR-Duo-Motor hat 3 Magnete. Der gekaufte DZM sollte also bei 24.000 Perioden bis 8000 Touren gehen. Bei 36.000 Perioden entsprechend bis 12.000 U/min. System verstanden?
Natürlich passen Theoretisch auch andere Periodenkombos. Allerdings machen weniger Perioden kaum Sinn, da die maximale Leistung des M53/11AR-Motors erst bei 5750 U/min anliegt. Das Maximale Drehmoment findet sich bei 5000 Touren. Und DZM mit mehr Perioden erscheinen in meinen Augen auch sinnfrei, weil man dann immer schon im ersten Drittel der Anzeige schalten muss und die Skala dann recht klein ist.
Dementsprechend habe ich mir ein DZM aus einer 79er Hercules besorgt, welcher bis 8000 U/min geht. das Gerät ist ein riese Okolyt von ca. 8-9 cm Durchmesser. Der Zeiger ist in leuchtendem Orange. Auf der Rückseite befindet sich noch eine Öffnung für eine Birne für die Instrumentenbeleuchtung.
Er hat mich bei ebay 15,50€ + Versand gekostet. Fairer Deal wie ich finde.
Hinten auf dem Drehzahlmesser sind zwei Anschlüsse einer für (-) und einer für (59). Klemme 59 ist beim Duo die Leitung vom Motor zum Hauptscheinwerfer. Also ran da und angerissen. Ein Traum! Schön genaue Anzeige, die ohne Verzögerung bei Drehzahlschwankungen mit geht.

Hier noch zwei Bilder von meinem DZM:

Drehzahlmesser

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Nachtrag:
In Action könnt ihr den DZM u.a. hier sehen:

Das Kind braucht einen Namen

Ich nenne mein Duo ja liebevoll „Die Rote Lola“ oder kurz „Lola“. Dieser Name hat sich mittlerweile auch schon in meinem Freundeskreis durchgesetzt, da dieser sich (mir unverständlicher Weise) gegen die Bezeichnung „Auto“ sträubt. Zu diesem Namen ist mein Duo durch meine Mutter gekommen.
Als ich erzählte, dass ich mir ein „Fahrzeug“ gekauft habe, fragte sie, welche Farbe es den hätte und ich sagte ihr: „Rot“. Woraufhin sie meinte: „Aha, also eine „Rote Lola““?!. Der Name gefiel mir ganz gut und nachdem ich Wikipedia zur „Roten Lola“ konsultiert hatte, stand fest: So wird dein Duo heißen!
Der Filmtitel ist eine Anspielung auf Marlene Dietrichs Rolle in „Der Blaue Engel“ als „Lola Lola“ von 1930. Die laszive Tänzerin Lola verdreht da einem ehrbaren Mann den Kopf, bringt ihn erst um seinen Job, dann um sein Vermögen und schlussendlich um den Verstand. Am Ende kehrt der gebrochene Mann an seinen früheren Arbeitsplatz zurück und bricht dort tot zusammen.
Der Prophezeiung entsprechend hat meine Lola mich auch schon nen Haufen Geld und reichlich Nerven gekostet.

Roadbook Assistant

Nächste Woche hoffe ich ja, dass Lola ihr neues Blechkleid bekommt. Dann ist mal wieder eine Überführungsfahrt für Tobias und mich angesagt. 100 km von meinen Eltern nach Osnabrück. Letztes Mal haben wir knapp 4 Stunden für die Strecke gebraucht. Bisher verwendeten wir eine von mir geschriebene Excel-Tabelle als Roadbook. Da standen dann „Manöver“ (z.B. links ab), „Straßenname“, „Bezeichnung“ (z.B. B66), „Richtung/Über“ (z.B. Bielefeld), „Zielort“ (z.B. Asemissen), „Bis Wegmarke“ (z.B. T-Kreuzung), „Strecke“, „Km-Stand“ und „Anmerkungen“ (z.B. Bis Linksknick mit Blitzer).
Diese Tabelle war zwar ganz gut, aber immer noch Lichtjahre von einem klassischen Roadbook entfernt.
Mein Kumpel Google hat mir aber mal wieder in die Hände gespielt und ich bin über das Programm Roadbook Assistant gestolpert. Genau so habe ich mir das vorgestellt! Richtungspfeile, Landschaftsmarken, Schilder, Anmerkungen, etc. alles per Drag and Drop. Ein Traum. Die Sharewareversion kann ich jedem empfehlen! Natürlich hat das Programm auch noch einige Kinderkrankheiten. Die Schriftgröße ist nicht variabel, die Zeilengröße auch nicht, die 5. Textzeile wird einfach beschnitten, die integrierten Symbole und Verkehrszeichen sind zu wenige, etc. Aber das Roadbook ist wirklich Welten besser als meine Tabelle.

Die fehlenden Symbole und Schilder kann man auch recht einfach selbst integrieren. Ich habe zum Beispiel Ortseingangs- und -Ausgangsschilder hinzugefügt um anzuzeigen, wann ich ne Ortsdurchfahrt habe. Weiterhin habe ich Symbole für Bauernhöfe, Fabriken und Felder hinzugefügt. In Verbindung mit Google Earth ergeben sich so ziemlich gute stilisierte Abbilder des Straßenverlaufs. Mal sehen, wie mein „Gebetbuch“ die Praxisprüfung übersteht.
Hier noch ein Ausschnitt von meinem Roadbook:
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Nachtrag: Mittlerweile habe ich auch ein 130-Zeichen-Zusatz-Set für den Roadbook Assistant gebastelt. Ihr findet es über diesen Artikel im Downloadbereich.