AC/DC

Das bei den Duos neben Motorleistung auch Strom Mangelware ist, ist ja schon hinlänglich bekannt. Die Stromspule im Motor erzeugt 18 Watt für alle Verbraucher (außer Frontscheinwerfer und Zündspule). Die Verbraucher benötigen aber im schlimmsten Fall (Regen, dunkel, blinken, bremsen), ich meine, 21 Watt. Mal kann somit also seine Batterie, wenn sie nicht voll geladen ist, recht schnell „leerblinken“. Um für diesen ungünstigen Einsatzfall Reserven anzulegen, ist es wichtig, seiner Batterie immer möglichst viel Ladestrom zur Verfügung zu stellen. Hierzu gibt es zwei Wege:

  1. Verlustreduzierung bei der Umwandlung von Wechselstrom (Motorspule) in Gleichstrom (Batterie)
  2. Reduzierung des Stromhungers der einzelnen Verbraucher

Um Punkt 1 zu erfüllen, hatte auch schon einer der Vorbesitzer meiner Lola den alten Plattengleichrichter (die Dinger produzieren vorrangig Erderwärmung und nur nachrangig Strom) gegen einen modernen Siliziumgleichrichter getauscht. Die Silizumhasen haben eine Effektivität von nahezu 98% und somit kommen von den erzeugten 18W auch fast alle bei der Batterie an. Die Dinger kosten unter 5 Euro, der Umbau ist eine Sache von 15 Minuten und mit folgender Zeichnung auch sehr easy:
Brueckengleichrichter Umbau Schaltplan

Zu Punkt 2 werde ich die demnächst mal was schreiben. Ich habe da einige Experimente mit 6V-LEDs durchgeführt und bin zu gemischten Erkenntnissen gekommen. Stay tuned!

Nur um Beschwerden vorzugreifen: Nein, die Umrüstung auf eine 12V-100W-VAPE ist KEINE Lösung! Bei Beziehungsproblemen bestellt man sich ja auch nicht sofort eine Thailänderin aus dem Katalog, weil die einfacher in der „Wartung“ und im „Unterhalt“ ist….

Satz heiße Ohren

Heute Nachmittag war ich bei Özlem. Özlem hat einen Friseursalo(o)n bei mir direkt um die Ecke. Weiterhin hat Özlem nur drei Preise: Frauenhaarschnitt 15€, Männerhaarschnitt 8€, Barthaarschnitt 5€. Özlem hat somit ganz klar zwei Vorteile gegenüber meinem alten Friseur in der Innenstadt, welcher 12€ für meine paar Haare haben wollte. Ich bin ja auch anspruchslos. Meine Haare sind zum Kopf-wärmen da und zu sonst nix. Männer haben Haare, Frauen Frisuren… Doch zurück zum Thema: Özlems Friseursalon ist ein Musterbeispiel orientalischer Lebensart: Rauchschwangere Luft zum Stücke rausschneiden, im Hintergrund trällert eine Dame vom Band unverständliche und immer gleich klingende Balladen aus der fernen Heimat, alle 3 Minuten kommt jemand am Schaufenster vorbei, der gegrüßt werden muss und die Inneneinrichtung könnte auch in einem mauretanischen Puff oder einer türkischen Sauna stehen. Was mich allerdings darüberhinaus dazu bewegen wird, Stammgast bei Özlem zu werden, ist sein virtuoser Umgang mit archaischen Folterinstrumenten. Özlem hantiert gerne mit großen Rasiermessern, mit denen er den Nacken, die Ohren und die Schläfen frei schneidet und einzelne überstehende Haare absäbelt. Ich würde einen mittleren Geldbetrag wetten, dass Özlems Urururur-Großvater mit diesen Messern die ungläubigen Kreuzritter von den Mauern Jerusalems vertrieben hat…. Lieber allerdings als mit tödlich scharfen Messern hantiert Ozlem mit Feuer (muss auch in den Genen liegen). Er tunkt hierzu einen überdimensionalen Kuhtipp Q-tip in hochprozentigen Alkohol, zündet ihn dann an und steckt ihn, eh mann sich versieht, dem Opfer Kunden ins Ohr. Mich umweht jetzt seit 3 Stunden der zarte Hauch verbrannter Ohrhaare. Lecker. Allerdings sind sie jetzt auch garantiert Haarfrei! Hurra.

R.I.P.

Bei Tobias um die Ecke starb letztes Jahr ein DUO einen langsamen und qualvollen Tod. Es tat echt weh, dem armen Dingen beim sterben zuzugucken…besonders, wenn man selbst nen Duo besitzt.
Dabei hätte ich ein paar der Teile so gut gebrauchen können. Man denke nur an die ganzen Bedienhebel, den Tank, den Benzinhahn, den Scheibenwischer, den Scheibenrahmen…alles seltene und spezielle Teile.
Leider ließ sein letzter Parkplatz auch schlimmes befürchten: Es war abgestellt vor einem Krankenhaus. Der Eigentümer ist da vielleicht zwar reingegangen, aber raus ist er unter Umständen liegend gekommen…. und nun gab es niemanden mehr, der das arme Duolein vermisste. *Schnüff*
Ich habe damals versucht, den Eigentümer über die Versicherung ausfindig zu machen, um ihm anzubieten, dass ich es für ihn fachgerecht entsorge, aber leider auch ohne Erfolg… Die Versicherung wollte den Namen nicht rausrücken: „Datenschutz“
Nach ein paar Wochen war das Häufchen Elend dann verschwunden. Vermutlich ist es in den Duo-Himmel eingegangen und erfreut uns heute als 200 Bierdosen. Rest In Peace!
Noch ein paar Bilder zum Andenken:
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Ich kann allerdings diesen Eintrag nicht beenden, ohne auf die interessante Kofferraumkonstruktion an diesem Duo hinzuweisen! Da will ich mir für meine Lola ja auch noch was überlegen…

Dreherei

Als ich Lola kaufte hatte sie diesen ominösen mechanischen Drehzahlmesser aufs Armaturenbrett gespaxt:
Drehzahlmesser mechanisch 001
Sein Dasein war völlig sinnfrei, da die im Duo verbauten M53-Motoren gar keinen „Ausgang“ für eine Welle haben, welche man für diese Art von DZM braucht. Das ist ja auch der Grund, warum ich einen elektronischen DZM verbaut habe…. Allerdings frage ich mich seit dem, woher dieser mechanische DZM stammt. Vom Durchmesser her, ist er genau so groß wie der Duo-Tacho (glaube ich zumindest). Könnte also auch ein Simson-Produkt sein. Allerdings ist als Herstellungsdatum auf der Rückseite „07/90“ eingeprägt. Vielleicht kann mir da ja ein bewanderter Leser meines Blogs weiterhelfen?

„Halt dich grad!“

Die Vorbesitzer waren ja, wie schon angedeutet, allesamt große Virtuosen mit dem Bohrer. Ich im Gegensatz dazu, bin eher ein Loch-Nazi. Ich versuche jedes Loch im Blech möglichst zu vermeiden um eine schön arische reine Blechsubstanz zu erhalten, denn jedes Loch ist auch ein potenzieller Rostherd. Daher hab ich mir jetzt erstmal einen Kennzeichenhalter für meine Lola gebaut. Bisher war das Kennzeichen ja direkt mittig an das Heckblech geschraubt. Ich habe es jetzt nach rechts oben auf Schulterhöhe versetzt. Dort läuft ja das Querrohr vom Rahmen der Sitzbank, welches auch das Heckblech trägt. Da sind eh schon Löcher für die Drehverschlüsse des Verdecks drin und die Edelstahlschrauben, welche ich hierfür besorgt habe, sind auch etwas länger als nötig. Also schnell im kochschen Blechteilefundus gewühlt und eine passende Aluminiumplatte zurechtgesägt. So sieht das Teil nun aus:
Kennzeichenhalter

Kennzeichenhalter II
In angeschraubtem Zustand steht das Kennzeichen nun etwas schräg nach unten, aber das war anders nicht möglich, weil das Verdeck sich ja nach hinten baucht. Würde der Halter gerade stehen, könnte man das Verdeck nicht mehr drüber ziehen. Im Nachhinein hab ich mir überlegt, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn ich den Halter nicht „stehend“ sondern „hängend“ konstruiert hätte. Also, dass er nicht vor dem Verdeck stehen würde, sondern vor dem Heckblech hängen würde. Dann würde das Kennzeichen nur leicht gen Himmel gucken. Hmm, vielleicht änder ich das noch…