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Pimp my Kreissäge

Wie schon angedeutet habe ich direkt nach werhalt der großen Kreissäge den Plan gefasst, sie umzubauen. Das Sägedeck war viel zu klein, der Parallelanschlag war futsch und alleine war das Eisenschwein kaum zu handhaben.
Ausgangspunkt war eine 100 x 90 cm große Multiplex-Platte:
Säge mit Platte
Verschraubt wird die Platte mit den schon im Stahldeck vorhandenen Löchern für die Sägenaufhängung:
durchgeschraubte Halterung
In die Platte muss anschließend noch ein Loch, um das Sägeblatt wechseln zu können. Hierzu habe ich erst das original-Loch angezeichnet und dann rings um 1 cm dazu gegeben:
Aussparung fürs Sägeblatt angezeichnet
Anschließend habe ich den Ausschnitt mit der Tauchsäge ausgeschnitten,
Aussparung fürs Sägeblatt ausgesägt
Und dabei prompt in die Platte gesäbelt:
Aussparung fürs Sägeblatt fertig
*Narf*. Das ich das Loch größer als das Original gewählt habe, hat den Hintergrund, das so mein Einsatz einfach auf dem Tisch aufliegt und ich mir keine komplizierten Halterungen ausdenken muss. Gegen die aufsteigenden Sägezähne sichert ihn übrigens ein am hinteren Ende mittig eingeschlagener Nagel, dessen Kopf abgekniffen ist und der in ein entsprechendes Loch im Einsatz greift.
Für den Anschlag verwende ich ein viereckiges T-Nut-Profil im Maß 20×20 mm:
Neue Anschlagschiene montiert
Das habe ich an die schon vorhandenen Löcher im Stahldeck geschraubt bzw. an einem Winkel befestigt. Hierzu habe ich M5-Bolzen zurecht geschliffen, so dass sie in die T-Nut passen.
Anschließend habe ich die Schiene mit meiner ebenfalls neuen (und total geilen) Stabila 196 electronic IP 65 waagerecht ausgerichtet und verschraubt:
Anschlagschiene ausgerichtet
Den Anschlag selber baue ich in einem eigenen Beitrag. Da fehlt mir momentan noch Equipment.
Als Testeinsatz habe ich erstmal das herausgesägte Stück verwendet. Ich habe es zur Sicherheit verspannt und dann ganz langsam das Sägeblatt hoch gedreht, so dass es sich von unten durch das Brett geschnitten hat:
Neues Deck durchschneiden
Die Idee habe ich schamlos hier geklaut. Dieser so entstandene „Zero Clearence Insert“ hat den Vorteil, dass beim späteren sägen viel weniger Ausrisse entstehen.
Hinten gab es noch einen Schnitt in die Platte für den „Schutzdeckel“ über’m Sägeblatt.
Außerdem gab es in der Mitte noch eine OSB-Platte als Versteifung und als Ablage.
Damit ich den schweren Bastard nun noch bewegen kann (gesägt wird nur im Freien), habe ich ihm auch noch ein Rollgestell spendiert. Auch hier dient eine Multiplex-Platte als Träger für vier lenk- und feststellbare Gummirollen. Damit die Säge nicht von dem Rollbrett hüpft, halten vier kleine Winkel sie in den Ecken im Zaum. Um die Schwingungen etwas zu dämpfen habe ich noch vier kleine „Lappen“ aus einer Waschmaschinen-Gummimatte geschnitten und unter die Beine gelegt.
So ist der aktuelle Zwischenstand:
Säge mit neuem Deck und Rollen
Schon jetzt macht es einen riesen Spaß, mit der Säge zu arbeiten, auch wenn ich jedes mal ein Kantholz mit Zwingen als Anschlag verwenden muss.

Zuwachs

Eine meiner größten Freuden ist es, wenn meine Mitmenschen an mich denken. Insbesondere, wenn dabei für mich etwas raus springt.
Sei es der Gedanke „Das würde ich eigentlich wegschmeißen, aber vielleicht kann Adrian es ja noch brauchen.“, wie jüngst bei der Einhell-Säge oder wie bei meinem Schwiegervater, der gezielt geschuftet hat, um mir eine Freude zu machen. Vor einiger Zeit half er nämlich das Dach einer ehemaligen Schreinerei zu decken. Als „Bezahlung“ gab es eine über 100-jährige Hobelbank und eine große Kreissäge. Sehr zu meiner Freude reichte er diese Schätze direkt an mich weiter und legte noch einen kleinen Kompressor sowie einen Edelstahlgrill drauf.
Und schon hat sich mein neuer Anhängerführerschein gelohnt:
Beladener Hänger
Man beachte die hölzernen Spindeln der Hobelbank auf dem oberen Bild! Ein tolles Stück!
Natürlich hat sie schon einiges einstecken müssen und wurde an vielen Stellen schon ausgebessert. Auch der Holzwurm hat ihr in ihrem Leben schon arg zugesetzt, aber sie ist immer noch voll funktionsfähig und atmet den Hauch von echtem Handwerk. An der Stirnseite findet sich eine eingelassene Metallplakette:Firma Friedrich Ott Hobelbank Plakette
Das „KLEINE WERKZEUGMUSEUM“ von Wolfgang Jordan verrät uns hierzu: „Das Fabrikzeichen ‚Löwe mit Wappen‘ und den Buchstaben „O&C“ ist vermutlich das älteste Warenzeichen der Firma Ott. Auf Katalogen ist es nur aus den ersten Jahren der Firma zu finden (ca. 1900-1910; siehe unten).„.
Ein wirklich großartiges Stück, dass bei mir einen Ehrenplatz erhalten wird. Ob ich es noch zum arbeiten verwenden werde, ist unklar. Vielleicht zieht es auch als tolles Deko-Stück ins Haus ein.
Aktuell steht die Hobelbank noch unter Quarantäne auf einer dunklen Pappe, um festzustellen, ob der Holzwurm noch aktiv ist. Allerdings bildeten sich im letzten Monat keine Sägespäne-Häufchen unter der Bank, was mich zuversichtlich sein lässt.
Neben der Bank steht auf dem folgenden Bild die Säge:
Hobelbank und Säge
Auch die ist mit Baujahr 1986 schon ein nostalgisches Schätzchen und hat einiges an Action gesehen.
Es handelt sich dabei um eine Elektra Beckum Combi HS 315. Sie stammt noch aus der Zeit, als Elektra Beckum noch keine Billigmarke für Fernost-Produkte war.
Mit dabei war einiges an Zubehör:
Zubehör
Leider sind die Sägeblätter allesamt stumpf. Glücklicherweise hatte jedoch „Norma“ vor einiger Zeit Hartmetall-Sägeblätter in 315 und 350 mm Durchmesser im Angebot. Bei 20€ für ein neues Sägeblatt muss ich die alten nicht schärfen lassen.
Aktuell bin ich dabei die Säge um zu bauen. Sie bekommt einen größeren Sägetisch, ein Rollgestell und einen neuen Anschlag. Die Bilder folgen demnächst.
Der Kompressor ist eher was zum Reifen füllen, aber auch damit ist er eine große Verbesserung. Bisher musste da eine Handpumpe ran:
Kompressor
Wie gesagt: Toll wenn man an mich denkt!
Herzlichen Dank lieber Schwiegervater!