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Filtertauschtour III – Die Luftfilter

Nächste Station auf der Filtertauschtour waren die Luftfilter für Motor und Passagiere.
Erster Halt ist vorne links im Motorraum:
Luftfilterbox
Löst man die Batterieabdeckung und die Torx-Schrauben rings um den Filterdeckel, kann man ihn soweit anheben, dass man den Filter dazwischen hindurch zwängen kann:
Luftfilterbox geöffnet
Hilfreich ist es, den Sensorstecker am Ansaugrohr direkt hinter dem Deckel zu lösen. Allerdings sollte man nicht vergessen, den Stecker nachher wieder anzuschließen, sonst läuft die Kiste zwar, aber nur im Notlaufmodus. Hat nen Moment gedauert, bis ich den fehlenden Stecker gefunden hatte….
Ist der Luftfilterkasten so verdreckt, dass man ihm mit nem Staubsauger zuleibe rücken möchte, muss man etwas mehr Aufwand treiben. Das Ansaugrohr ist so starr, dass man da kaum mit einem Saugrüssel zwischen kommt. Das Rohr muss dann an einer der Schlauchschellen getrennt werden, damit man den Deckel ganz ab bekommt.
Noch unerfreulicher ist der Tausch des Innenraumfilters. Dazu muss nämlich das Gaspedal raus:
Gaspedal
Auf obigem Bild sieht man hinten rechts zwei Blechschrauben, welche einen Plastik-Deckel halten. Dahinter sitzt der Filter. Leider reichen die Platzverhältnisse nur schwerlich zum schrauben aus, so dass eigentlich mindestens drei Gelenke mehr am Arm notwendig wären, um da mit einem Nüsschen dran zu kommen.
Neben den zusätzlichen Gelenken empfehle ich auch noch Langnüsse, da die Muttern ziemlich tief auf den Stehbolzen sitzen (siehe Bilder). An ein Hantieren mit Schlüsseln braucht ihr nichtmal zu denken.
Hat man das Pedal raus (Stecker ab und drei Muttern entfernt), sieht das Ganze so aus:
Gaspedal entfernt
Nun noch die beiden Blechschrauben der Klappe lösen, den Teppich zurück klappen und den Bastard entfernen:
Innenraumfilter
Vor dem Rückbau in umgekehrter Reihenfolge empfehle ich den Einsatz eines kleinen biegsamen Staubsaugerrüssel, um eventuelle Rückstände in der Filterbox weg zu saugen. Hat man nix passendes, geht auch eine alte Zahnbürste.
Damit war der Tausch durch und der V50 fertig für den Alltagsbetrieb.

Wurde auch Zeit: Bei aktuell 0,98 € für den Liter Diesel ist es ja geradezu dekadent, mit dem Erdgas-Combo zu fahren.

My first Service

Nachdem die Beste von Allen und ich innerhalb der letzten sechs Monate 15.000km mit dem Combo runter geschruppt haben, war er mit seinem ersten Service unter meiner Regie dran.
Laut Opel-Service-Plan standen folgende Arbeiten an:
– Ölwechsel
– Reinluftfilterwechsel
– Zündkerzenwechsel
– Ölseparator entleeren
– Benzinfilter wechseln

Die Ersatzteile lieferte eBay (Öl & Zündkerzen) und der lokale Autoteilehökerer (Filter):
Service Kit
Ansonsten wird noch eine breite Palette Innentorx-Bits benötigt.
Damit bei unserem doch eher ausgewachsenen Fuhrpark die halb-leeren Ölkanister nicht die Oberhand gewinnen, versuchen wir, die verwendeten Öle nach Möglichkeit zu vereinheitlichen. Der größte gemeinsame Nenner lautet hierbei 5W40.
Dementsprechend habe ich den Combo von 5W30 auf 5W40 umgestellt. Da Gasmotoren jedoch mit wesentlich höheren Drücken und Temperaturen arbeiten, als normale Motoren wollte ich nicht ohne Not auf die geforderte GM-Freigabe GM-LL-A-025 verzichten. Das einzige 5W40-Öl, welches diese Spezifikation erfüllt ist das Total Quartz 9000 Energy. Zumindest habe ich kein Anderes gefunden. Mit 24€ für 5 Liter liegt es 2€ unter dem original GM Opel 5W-30 Dexos 2 Longlife. Mal sehen, wie es sich so im Combo schlägt.
Der passende MANN-Ölfilter hat die Nummer W712/75.
Hier mal ein Bild vom Altöl nach über 15.000 km und einem Jahr:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das Gerücht der wesentlich saubereren Verbrennung von Gasmotoren erscheint bestätigt. Ich kenne frisches Öl, welches dunkler ist.

Für den Zündkerzenwechsel habe ich statt der original verwendeten GM 029, welches umgelabelte Bosch FR 7 KPP 33+ sein sollen, NGK Laser Line No.1 verwendet.
Im Erdgasfahrer-Forum finden sich zu beiden Kerzen gute Berichte, jedoch glänzen die NGKs mit einer doppelt so langen Lebensdauer von 60.000 km (Herstelleraussage). Auch hier macht der Versuch „kluch“.
Für den Zündkerzenwechsel muss das Zündmodul raus. Das findet ihr mittig unter der Motorabdeckung:
Zündmodul montiert
Nachdem der Stecker und die vier Befestigungsschrauben gelöst sind, kann man das Modul vorsichtig senkrecht von den Zündkerzen ziehen. Der nötige Kraftaufwand ist erstaunlich hoch.
Zündmodul
Die Zündkerzen selbst verstecken sich in tiefen Schächten:
Zündkerzen im Block
Zum lösen ist eine schlanke Zündkerzennuss nötig.
Hier mal ein Bild von den alten Original-Kerzen:
Zündkerzen alt
Sehen noch ordentlich aus und das Verbrennungsbild ist auch schön gleichmäßig. Ich lege sie mal in den Fundus für schlechte Zeiten.

Abschließend stand noch der Wechsel des Innenraumluftfilters auf dem Programm.
Entgegen der Gerüchte im Internet habe ich keine Unterschiedlichen Filter für Fahrzeuge mit und ohne Klimaanlage finden können.
Zwar bietet MANN mit den Filtern CUK 3337 und CU 3337 unterschiedliche Filter für den Opel Combo an, jedoch  unterscheidet sich der CUK 3337 vom CU 3337 nur durch eine zusätzliche Aktivkohle-Schicht. Zwingend ist diese extra Filtrierung nicht für die Klimaanlage.
Beim alten Stiefastra musste man für den Wechsel das Handschuhfach ausbauen. Das muss man beim Combo zwar nicht mehr, jedoch ist der Austausch nicht minder fummelig.
Als erstes muss der Windlauf über dem Wasserkasten demontiert werden:
Wasserkastenabdeckung Verschraubungen
Die Pfeile markieren die beiden Schrauben, mit denen er gehalten wird. Anschließend muss man das komplette Teil einige Zentimeter nach links ziehen, damit es aus seiner Nut am rechten Rand kommt. Nun kann man es etwas nach oben klappen (auf dem oberen Bild schon erfolgt). Hierbei müsst ihr auf den Schlauch zur rechten Waschdüse achten, welcher meiner Meinung nach zu kurz dimensioniert ist, um auch nur annähernd entspannt werkeln zu können.
Jetzt habt ihr Zugang zu den beiden Halteklammern, welche den Filter halten und könnt ihn entnehmen:
Innenraumluftfilter alt vs. neu
Auf dem obigen Bild seht ihr neben dem Vergleich Alt vs. Neu auch die von MANN mitgelieferte Einbauanleitung. Spitzen Service, wie ich finde!
Der wirklich fummelige und zeitraubende Teil ist jedoch der anschließende Zusammenbau.
Wasserkastenabdeckung demontiert
Man muss es irgendwie schaffen, dass die Abdeckung ohne zu verkanten in die Halteklammern in der Nut zurück rutscht:
Halteklammern Wasserkastenabdeckung
Es hat bei mir eine geschlagene halbe Stunde und mein gesamtes Repertoire an Flüchen gedauert, bis alles wieder passte. Zum Glück ist der Filter nur alle 60.000 km dran.

Den Ölseparator der Gasanlage (große Weiße Dose im linken Motorraum) habe ich schon vor einiger Zeit im Rahmen der Gewährleistung bei einer CNG-zertifizierten Opel-Werkstatt entleeren lassen.
Zum einen, weil im Internet geweint wurde, dass man davon als Laie die Finger lassen soll und zum anderen, weil ich einfach keine Ahnung hatte, wie man ihn entleert.
Wie sich herausstellte, ist die Entleerung überraschenderweise kein Hexenwerk.
Der Opel-Mechaniker hat einfach die Leitungen abgeschraubt, es gab ein großes „Zischhhh“, dann hat er die Halteschrauben demontiert und das Teil raus genommen.
Danach hat er die beiden Hälften getrennt (und dabei das Gehäuse zermackelt und eingedellt *Grrr*), mir den knochentrockenen Papierfilter gezeigt (nach 67t km) [welcher verblüffende Ähnlichkeit mit einem schnöden Ölfilter hat], einmal durch den unteren Teil durch gewischt, eine neue Dichtung aufgelegt und alles wieder zusammen gebaut.
Anschließend hat er Seifenwasser auf die Verschraubungen gesprüht um zu testen, ob es eine Leckage gibt und alles schön sauber gewischt.
Ob das nun die Vorgehensweise aus dem Lehrbuch ist, oder seine persönliche Nonchalance kann ich natürlich nicht sagen. Ich kann nur sagen, dass es funktioniert hat und überraschend simpel war.

Den Benzinfilter habe ich entgegen des Service-Plans nicht getauscht. CNG und Benzin-Variante haben hier das identische Interval und das identische Bauteil. Jedoch hat unser Combo von den letzten 15.000 km nur 120 km im Benzinbetrieb zurück gelegt.
Das dadurch der Filter das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat, will mir nicht so recht einleuchten. Das Geld und die Arbeit spare ich mir lieber.

Abschließend gab es noch eine Runde Winterreifen:
Neue Winterreifen hinten
Zwar sah das Wetter nicht nach Herbst, geschweige denn Winter, aus (Ich habe im T-Shirt gearbeitet.), aber „von O bis O“ ist Winterreifenzeit. Nächstes Wochenende sollen es auch nur noch maximal 7°C werden.

Zum Ende noch ein wenig erbauende Statistik:
Gefahrene Kilometer: 15.026 Km
Auf Gas gefahrene Km: 14. 906 Km
Verbrauchtes Gas: 714,20 Kg
Spritkosten: 769,43 €
Durchschnittsgaskosten/100 km: 5,16 €
Durchschnittsspritkosten/100 km bei vergleichbarem Benzinmodell: 12,03 €
CNG-spezifische Mehrkosten: 0€
Ersparnis: 1024,03 €

Große Hafenrundfahrt

Am Wochenende wurde aber nicht nur geraucht, sondern auch geschraubt.
Der Stiefastra der Besten von allen verlangte nach einem Ölwechsel.
Da auch sonstiger Service eine gute Zeit zurück liegt (Service-Details sind leider bei einem Festplattencrash vernichtet worden) entschied ich mich für eine große Inspektion:

  • Öl + Filter
  • Luftfilter
  • Zündkerzen
  • Benzinfilter
  • Innenraumluftfilter

Bei 205.000km sollte das drin sein. Dankbarerweise liefert eBay preislich angemessene Sets (Dabei auf die passende Motorvariante achten!). Bei den Sets sollte man darauf achten, dass beide Versionen des Innenraumfilters mit dabei sind. Opel hat während der Produktion den Hersteller der Heizung gewechselt (Behr oder Delphi). Leider erkennt man erst, was für einen Filter man braucht, wenn man das halbe Auto zerlegt hat. Da ist es besser, ein paar Cent mehr auszugeben und direkt beide Versionen liegen zu haben. Lediglich das Öl lieferte der lokale Restpostenmarkt:

Sowohl der Innenraumfilter als auch der Benzinfilter waren sicherlich noch die ersten (sofern die nicht im Zuge der Garantiezeit-Service-besuche vom „freundlichen“ getauscht werden).
Los ging die Tour.
Der Luftfiltertausch ist jetzt nix, was großer Worte oder Bilder bedarf. Das Vergleichsbild zeigt aber deutlich, dass es Zeit war:

Auch der Zünkerzentausch ist straight-forward. Die Zündkerzenstecker sitzen am Ende eines langen Rüssels, welcher immenser Kräfte bedarf, um abgezogen werden zu können:

Werkzeug ist zum abziehen jedoch beim 1,6l 8V nicht nötig. Lediglich zum rausschrauben benötigt man eine 16er-Zündkerzennuss.
Auch die Kerzen hatten ihre beste Zeit hinter sich:

Das Kerzengesicht sah aber gut aus. Beim einschrauben sollte man aufs Drehmoment achten. Ich habe sie mit 28Nm angezogen was im Mittelfeld der empfohlenen Drehmomente liegt.
Der erste näher erläuterungswürdige Job war der Tausch des Innenraumfilters.
Hierzu muss man das Handschuhfach ausbauen und braucht dafür einen 20er Vielzahn-Bit.
Bei geschlossener Klappe demontiert man die unteren drei Schrauben (die links ist nicht auf dem Bild):

Dann öffnet man die Klappe bis zur ersten Rastposition, hält das Fach mit einer Hand in Position und schraubt die drei oberen Schrauben raus. Danach kann man das Fach aus dem Armaturenbrett ziehen. Dabei muss man auf die Beleuchtung achten. Den Stecker kann man an der Rückseite vorsichtig abziehen.
In den linken Tiefen des Armaturenbretts findet sich jetzt eine mit drei Klammern gesicherte Klappe eines schmalen hochkant montierten Kastens (Wenn man den Filter von Delphi hat. Ansonsten sieht es so aus.). Da drin sitzt der Filter. Im folgenden Bild seht ihr die drei Klammern markiert:

Ihr müsst die Klammern „von hinten“ lösen. Löst ihr sie von vorne brechen die kleinen „Zähne“ die schmale Plastikkante ab, auf der sie sich festkrallen:

Ihr solltet die Klammern beim lösen festhalten, da sie unter reichlich Spannung stehen und sonst gerne weg fliegen und in den Tiefen des Armaturenbretts verschwinden!
Die Klappe könnt ihr nun öffnen und den alten Filter raus ziehen:

Der Vergleich ergibt auch hier, dass der Tausch dringend nötig war:

Bevor ihr den neuen Filter rein schiebt, solltet ihr noch einen Staubsauger mit langem Rüssel bemühen und den Herbstwald aus dem Filterkasten entfernen:

Da sammelt sich einiges an.
Der neue Filter sperrt sich ein wenig gegen sein neues Zuhause. Passt auf, dass ihr die Führungsschiene trefft:

Damit war nur noch der Benzinfilter zu tauschen. Das dauerte allerdings länger als alle anderen Arbeiten zusammen und bekommt daher einen eigenen Artikel…