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Nur zwei Dinge auf dieser Welt sind uns sicher: Der Tod und die Steuer.

Wusste schon Benjamin Franklin. Dementsprechend hat der Fiskus mir auch einen netten Brief geschrieben um die KFZ-Steuer für Sir Edward nun nach seiner Zulassung festzusetzen:
KfZ-Steuerbescheid Reliant Rialto
228€ kostet mich der dreirädrige Spaß im Jahr. Absolut gesehen ist das nen Appel und nen Ei. Bezogen auf den Motor mit seinen winzigen 850ccm ist das allerdings schon ziemlich happig. Genauer gesagt, ist das das Maximum an Kfz-Steuer, dass der Staat von mir verlangen kann…. Da Sir Edward keine AU braucht, bekam er bei der Vollabnahme auch keine Einstufung in eine der Emissionsklassen. Das wiederum hat zur Folge, dass das Finanzamt ihn  in Klasse 88 („unbekannt“) eingestuft hat, was eine Strafsteuer von 25,36€ pro angefangene 100ccm mit sich bringt.
Macht also zusammen mit den 128€ Jahresbeitrag für Haftpflicht und Teilkasko bei OldieCarCover, knapp 30€ Fixkosten pro Monat. Oder umgerechnet eine Zugfahrt nach hause (nur ein Weg!)….

Vom Kriegsversehrtenmobil zum Spaßvehikel

Nun mal ein wenig zur Geschichte des Duos:

Das Simson Duo 4/1 wurde in der DDR als Krankenfahrstuhl für Kriegsversehrte gebaut. Hergestellt wurden die Duos in wechselnden Fabriken („VEB“s = „Volkseigene Betriebe“). Meine Lola wurde 1979 im VEB Robur-Werk zusammengeschraubt. Haupterzeugnis dieses VEBs waren eigentlich Lastkraftwagen bis drei Tonnen Nutzlast, aber das sah man in der DDR ja generell nicht so eng…

Der Status eines Krankenfahrstuhls bringt einige Kurriositäten mit sich. Die Bedienung ist zum Beispiel so ausgelegt, dass man keine Beine braucht um ein Duo zu fahren. Anreißen, schalten, Handbremse, Gas, Bremse alles geschieht per Hand und über verschiedene Hebel. Das bringt für den Duo-Neuling einige Eingewöhnungsschwierigkeiten mit sich. Nehmen wir als Beispiel die Schaltung: Der Motor samt Getriebe stammt aus der Simson „Schwalbe“ KR51/1 S. Das hat den Vorteil, dass man bei der verbauten halbautomatischen Fliehkraftkupplung kein Kupplungspedal hat und somit wieder eine Sache für den armen Behinderten einspart. Es hat aber auch den Nachteil, dass man eine Motorradschaltung hat. Also die Gänge in verschiedenen ebenen „übereinander“ liegen. Ganz „unten“ 1. Gang, dann Leerlauf, 2. Gang, 3. Gang. Da der Kriegsversehrte aber kein Bein mehr hat um die Schaltwippe zu treten, wurde ein Schaltgestänge verbaut, so dass die Gänge nun per Hand in Hüfthöhe „hintereinander“ geschaltet werden können. Ranziehen = runterschalten, wegdrücken = hochschalten….. und da erzähle mir noch einer, dass die Tiptronic eine Erfindung des Motorsports sein…*Pfff*
Ein weiterer Vorteil ist, dass man das Duo als „Krankenfahrstuhl“ versichern kann. Das ist zwar ein normales Mofa-Kennzeichen, aber die Beiträge sind nochmal ein Stück billiger. Ich habe dieses Jahr z.B. für Haftpflicht mit Teilkasko knapp 55 Euronen gezahlt. Nicht im Monat…im JAHR!
Auch die E10-Diskussion kann den Besitzer eines Duos kalt lassen. Die Motoren sind auf dermaßen schlechten Sprit ausgelegt, dass sie so ein bisschen Ethanol nicht schocken kann. Ich kenne Leute, die ihr Duo problemlos mit E85 (85% Ethanol) betreiben. Nur andere Düsen im Vergaser und fertig. Das Duo-Handbuch schreibt zum Thema „Sprit“ übrigens, dass man keinesfalls Sprit mit unter 79 Oktan (ROZ) tanken soll…Das sagt eigentlich alles, wenn man weiß, dass in (West-)Deutschland selbst „Normal Benzin“ nicht unter 91 Oktan (ROZ) haben darf.