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12V Aschenbecher II

Kaum sind die kleinen Schräubchen etwas größer, verwirklichen sich schon lange absehbare Risiken.
Neulich konnte ich das große Schräubchen dabei beobachten, wie es mit Begeisterung einen Reiskekse in die Buchsen des 12V-Aschenbechers bröselte. Eh sie das Spiel mit etwas leitenden wiederholt, habe ich mal das Netz nach passenden Deckeln abgeklappert.
eBay lieferte mir passendes zum schmalen Kurs.
Die Montage funktioniert denkbar einfach, da die Ringe ausreichend elastisch sind um sie über den Wulst der Steckdosen zu ziehen:
eine Abdeckung drauf
Fertig montiert sieht da sogar ziemlich ordentlich aus:
Abdeckungen montiert
Den Euro hätte ich eigentlich auch schon vor 3 Jahren investieren können.

Quick and dirty

Vor einiger Zeit erreichte mich der Hilferuf meines Schwagers.
Er hatte auf die harte Tour (leere Batterie) feststellen müssen, dass der Zigarettenanzünder beim Opel Astra H mit Dauerstrom versorgt wird.
Damit er morgens vor der Arbeit nicht wieder so ins schwitzen kommt, bat er mich um Abhilfe.
Eine kurze Netzrecherche später stand fest, dass der Zigarettenanzünder wirklich nicht an der Zündung hängt, dafür aber die Beleuchtung des Zigarettenanzünders:
Aschenbecher
Da könnte man doch ne saubere Lösung, in Form eines Relais basteln:
bestücktes Relais
Den Zigarettenanzünder-Einsatz aus der Verkleidung zu bekommen ist an sich schon eine Herausforderung. Ich empfehle den Konsum von Youtube-Tutorials und ein beiseite-schieben der Angst vor abbrechenden Plastiknasen.
Hat man den Hasen draußen, kann man den kombinierten Stecker abziehen:
Steckkontakt Zigarettenanzünder
Dieser Stecker vereint den geschalteten Plus-Kontakt für die Beleuchtung, Dauerplus für den Anzünder und das gemeinsame Massekabel.
Versucht man alles zusammen zu stecken, scheitert man evtl. am Steckkontakt der Beleuchtung:
Anschluss Beleuchtung passt nicht
Opel hat hier statt des üblichen 6,3mm Steckkontakts, 4,8mm-Kontakte verwendet.
Hätte ich’s vorher gewusst, hätte ich einen passenden Kontakt angecrimpt. Vom Bond Bug-Umbau hab ich da noch reichlich.
Vor Ort in der Normgarage blieb mir nur der kreative Einsatz des Dremels:
Kabelzunge zugeschliffen
So passten nun alle Kontakte und der Strom konnte glücklich fließen.
Meint man zumindest….
Unerklärlicherweise krabbelen zwar 12V-Schaltstrom in das Relais rein, aber es kommen nur 7,8V raus! Dies reicht leider nicht, um den Schaltkontakt auszulösen, weswegen der Zigarettenanzünder stromlos bleibt.
Mist.
Mysteriöser Weise hat die Steckdose immer für einen kurzen Augenblick Strom, wenn man die Zündung einschaltet. Das Relais klickt auch, aber danach scheint die Spannung direkt einzubrechen und das Relais wieder zu trennen.
Eine Erklärung habe ich nicht, außer der pauschalen Beschuldigung des CAN-BUS.
Direkt an einer 12V-Quelle funktioniert das Relais 1A.
Da sich die Sache vor Ort nicht aufklären ließ, musste eine Alternativlösung her.
Diese besteht darin, dass man auf den Wegweiser zum Aschenbecher bei Dunkelheit verzichtet und stattdessen an dessen Zuleitung den Zigarettenanzünder hängt:
Zigarettenanzünder an Beleuchtung
Funktioniert natürlich Top, hat aber einen gravierenden Nachteil: Die mikroskopische Kabelstärke:
Zigarettenanzünder an Beleuchtung (Kabelstärke)
Die Beleuchtung wird normalerweise durch ein 1,3 Watt-Birnchen sichergestellt.
Nun läuft über das Kabel der gesamte Ziggi-Strom.
Meine Einschätzung war, dass man an dem Drähtchen sich in Zukunft den Glimmstängel direkt entzünden kann.
Aber selbst bei einem 2h-Test mit brüllender Sitzheizung, Mehrfachsteckdose und zwei Ladegeräten dran, wurde das Käbelchen nicht merklich warm. Erstaunlich.
Auch zur Absicherung kann ich nicht sicher was sagen. Ich vermute, dass es an der 5A-Sicherung der Innenraumbeleuchtung hängt. Ist aber nur Spekulatius.
Hat wer von euch ne Erklärung?

12V Aschenbecher

Der Opel Combo / Corsa C hat lediglich eine 12V-Quelle zum Betrieb von externen Geräten.
Bei der heutigen Gadget-Dichte ist das ziemlich unbefriedigend.
Mit dem USB-Anschluss in der Innenraumleuchte hatte ich da ja schon ein wenig Abhilfe geschaffen, allerdings reichte dies in letzter Zeit auch nicht mehr aus.
Also stand ziemlich schnell der Entschluss, für die Hinterbänkler zwei Steckdosen nachzurüsten.
Da die Euro-Steckdose leider immer noch nicht so verbreitet ist, wie sie es verdient, habe ich mich für schnöde Zigarettenanzünder-Buchsen entschieden.
Als idealen Einbauort empfinde ich die Position des hinteren Aschenbechers. Der liegt mittig auf dem Kardantunnel und ist auch von den Vordersitzen aus gut zu erreichen. Auch die Verkabelung ist an dieser Stelle recht einfach, da man mit dem Abzweig in der Konsole entlang bis zum Zigarettenanzünder gehen kann.
Wie bekannt sein dürfte, bin ich ein Freund von unsichtbar rückrüstbaren Lösungen.
Ich habe mich daher dagegen entschieden, Löcher in die Konsole zu bohren und stattdessen den Aschenbecher selbst zum Halter umgebaut. So kann man später den Murks einfach wegwerfen und für 10€ einen neuen Aschenbecher bei eBay ordern.
Ausgangsmaterial ist dementsprechend der Opel Aschenbecher (Teilenummer: 09114448), sowie eine Dreiersteckdose aus dem Restpostenmarkt von der Firma Filmer (Art.-Nr. 36.646).
Die Steckdose habe ich gewählt, da man schon durch die Verpackung sehen konnte, dass die mittigen Plus-Kontakte der Dosen geschraubt waren.
„Geschraubt“ heißt immer „zerlegbar“; „zerlegbar“ heißt immer „umfrickelbar“!
Außerdem kostete der ganze Hase gerade mal 4,99€.
Damit habe ich auch direkt angefangen und die Steckdose zerlegt:

Wie man sieht, sind es einfache Blechzylinder, die in einem Kunststoffkorpus stecken. Der Massekontakt ist direkt an einem Zylinder angelötet (geht spurlos ab). Die anderen beiden werden mittels Blechstreifen ebenfalls mit der Masse verbunden. Der Plus-Kontakt wird über eine isolierte Schraube per zweiter Blechfahne hergestellt. Alles sehr rudimentär und gut zu demontieren.
Als nächstes habe ich den Aschenbecher genommen und darauf Löcher für zwei der drei Blechhülsen angezeichnet:

Die Blechzylinder haben einen Außendurchmesser von 22mm. Ich habe einen 21mm Kreisbohrer vom PDC-Einbau verwendet und anschließend die Löcher mit einem Kegelbohrer langsam aufgerieben, bis die Zylinder sehr stramm rein gingen:

So wäre eigentlich die schönste Lösungsmöglichkeit, da man die Steckdosen mit dem Deckel abdecken könnte.
Leider lässt die Combo-Konsole aber nicht so viel Platz unter dem Aschenbecher:

Daher mussten auch passende Löcher in den Deckel des Aschenbechers:

Da das immer noch nicht an Tiefe ausreicht, muss man noch ein wenig von der Konsole abschleifen:

Ein Dremel eignet sich dazu hervorragend.
Hat man genug Platz geschaffen, rastet der „12V-Aschenbecher“ auch wieder in seine Führung ein:

Nun ging es ans verkabeln.
Die original Blechstreifenlösung wollte ich nicht wieder übernehmen. Zu starr und zu viel Kurzschlussgefahr.
Ich habe daher zu einer Kabellösung mittels Ringkabelschuhen gegriffen:

Der Pluskontakt war dabei der Knackpunkt, da er zuverlässig isoliert werden muss.
Dazu habe ich ein Stück Schrumpfschlauch verwendet, in dass ich mittels Locheisen und Eisstiel ein einseitiges Loch für die Plus-Kontakt-Schraube gemacht habe:

Die Verkabelung im Combo ist recht einfach. Im Gegensatz zum Sitzheizungseinbau kann diesmal sogar die Konsole eingebaut bleiben. Es reicht die Säcke vom Schaltknüppel und von der Handbremse zu entfernen.
Das Plus-Kabel zweigt man vorne beim Zigarettenanzünder ab. So hat man auch direkt eine Sicherung (20A) mit in der Bastelei.
Für den Abzweig müssen kurze Adapterkabel gecrimpt werden, da der Stecker im Original natürlich direkt auf dem Zigarettenanzünder sitzt:

Durch die Adapterkabel muss hier auch nichts am original Kabelbaum geflickt werden.
Die Masse ist noch einfacher zu realisieren. Direkt neben dem Handbremshebel sitzt einer der zentralen Massepunkte der Karosserie:

Einfach die Hutmutter abschrauben und den Ringkabelschuh der Masse aufstecken.
Fertig sieht das Werk dann so aus:

Für eine 5 €-Bastellösung ziemlich sauber, wie ich finde.