Sibirische Reparaturmaßnahme

Tobias hatte mich zusammen mit einigen Freunden über Sylvester in Osnabrück besucht und wir hatten gemeinsam in der WG meiner Freundin gefeiert. Auf dem Hin- oder Rückweg muss das Rohrstück am Endtopf des Alten Volvos die Gunst der Stunde genutzt haben, um sich von Dannen zu machen. Dabei nahm es leider auch gleich das S-förmige Endrohr der Auspuffanlage mit… kein netter Zug von den Beiden.
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Der Verlust hatte den Vorteil eines wesentlich sportlicheren Sounds, allerdings rußte uns das kurze ende das Heck des Volvos ziemlich zu, was nicht tragbar war.
Also war nun die Frage: Neuen Endtopf (Eigentlich noch recht solide) und neues S-Rohr oder selbst was bauen und nur neues S-Rohr? Tobias fällte diese Entscheidung recht schnell zugunsten der Bastellösung. Also bestellte er bei Skandix das fehlende Rohr und Papa und ich wühlten in unserem Eisenfundus nach einem anschweißbaren Rohr in passendem Durchmesser. Wir fanden es in Form eines alten Wasserrohrs:
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Also ein großes Brett nach draußen in den Schnee (und die Kälte um die -15°C) geschleppt und die Flex und Schleifhexe ausgepackt. Erst ein passendes Stück ablängen:
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Und dann selbiges etwas konisch zuschleifen, so dass es in das Loch des Endtopfes passt und Vaddern es anbraten konnte. Das war eine passende Gelegenheit für mich, die Feuerwerk-Motiv-Funktion meiner neuen Kamera zu testen. Ich bin zufrieden. Sehr stimmungsvoll:
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So sah dann das passende Rohrstück aus:
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Als nächstes haben wir noch den rostig ausgefransten Rand des Endtopfes blank geschliffen, damit das Rohr dort gut reinpasste und auch die Schweißnaht etwas solider ausfallen würde:
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Das vorbereitete Rohrstück passte haargenau in das Loch und ließ sich nach ein paar Hammerschlägen von Hand nicht mehr raus ziehen.
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Nun konnte es ans anbraten gehen („schweißen“ ist was anderes… wir haben leider nur ein altes Elektrodenschweißgerät und niemand von uns hat schweißen jemals wirklich gelernt):
Auspuffreparatur 001
Die Verbindung macht einen stabilen Eindruck und sollte halten.
Und wenn nicht, ist das auch nicht so schlimm. An die Schelle, welche das S-Rohr auf dem Stutzen befestigt montieren wir einen Draht, welcher am an der Karosserie verlührt wird. So verlieren wir beim nächsten mal wenigstens nicht wieder das S-Rohr.
Nun war der Volvo wieder leiser und das Heck vor Ruß sicher:
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3 Gedanken zu „Sibirische Reparaturmaßnahme“

  1. Oha… in der neuen Oldtimer Praxis ist grad ein Bericht über Arbeitssicherheit… die Autoren würden die Hände über’m Kopf zusammenschlagen 😀

    Aber gut geworden ist es trotzdem 😉
    Deshalb freu ich mich auch so über mein Duales Studium, da lern ich dann auch schweißen 😀

  2. Sobald ich reich und arbeitslos bin, werde ich auch mal schweißen lernen. Ich glaube an der Volkshochschule gibts ab und zu mal Kurse. das wäre dann ja schon mal nen Anfang.
    Ja, den Artikel hab ich auch hier liegen. Das man bei solchen Arbeiten aber gezielt keine Handschuhe tragen soll finde ich schon etwas komisch. Ich denke die Unfallgefahr ist schon recht beachtlich, wenn einem so ein glühendes Metallstück beim flexen auf die Hand fliegt. Das wischt man dann ja nun nicht gerade ruhig weg… Das Vaddern keine Schutzbrille und Ohrschützer trägt ist seiner eigenen Dickfälligkeit geschuldet. Ein Griff im Werkraum und er hätte seine Vorbildfunktion erfüllt. Aber wie oft soll man es dem Jungen sagen? Er ist doch alt genug…. 😉
    Und gegen unsere feuerfeste Pappe unterm Auto als Funkenschutz kannst du ja nicht wirklich was sagen, oder?! 😉

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