Mit dem Duo ans schwarze Meer

Hier mal ein Lesetipp:

Mittem Moped unterwegs

Es handelt sich dabei um Sebastians Blog, in dem er über seinen Selbstfindungstrip mit einem Simson Duo 4/1 (mit original Halbautomatik!!) ans schwarze Meer und zurück berichtet:

Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hat sein Hinweg alleine 3000 km und 40 Tage gedauert!
Viel beeindruckender als die nackten Zahlen finde ich allerdings die „bodenständigkeit“ seiner Reise. Mit einfachsten Mitteln und dem unerschütterlichen Vertrauen, dass alles irgendwie gut wird, hat Sebastian die Hängematte unserer westlichen Gesellschaft hinter sich gelassen und sich nah an den „Nullpunkt“ begeben. Auch wenn es manchmal schwierig war, er hat es dennoch geschafft. Mein ganz großen Respekt!

P.S.: Ein wenig grummelig frage ich mich: Warum fahren fremde Duos tausende von Kilometern und Lola nicht mal bis zum Supermarkt?

6 Gedanken zu „Mit dem Duo ans schwarze Meer“

  1. Das Schönste an der Geschichte ist ja, dass zu der Zeit meine Eltern grad in Dresden Urlaub machten und mir bei Ankunft erzählten:
    „Wir haben sogar ’nen Duo gesehen, ’nen graues oder silbernes mit Dachgepäckträger“

    Den Zusammenhang hatte ich schnell hergestellt, ihnen das Foto gezeigt und ja, sie haben ihn gesehen 😉

    Die Welt ist ein Dorf…

  2. „Ein wenig grummelig frage ich mich: Warum fahren fremde Duos tausende von Kilometern und Lola nicht mal bis zum Supermarkt?“

    da bist du nicht alleine. ich habe mein duo jetzt 4 jahre. 1200km sind auf dem tacho, aber das wurde von 4 oder 5 motoren geleistet. als ich meins kaufte war es eine ruine, mehr rost als benzin im vergaser aber es fuhr ohne probleme. heute kümmert man sich um jedes noch so kleinste detail und die karre fährt nicht.

    schon erstaunlich so eine tour. das würde ich nicht mal mit dem motorrad fahren. 500km an einem tag mit dem sperber ist mein „rekord“.

  3. und die schwalbe ist auch nicht besser.
    erst springt sie nur unter schmerzen an und wenn sie läuft: bloß nicht abwürgen, den warmen motor kriegt man nie wieder an.
    trotzdem jahrelang benutzt um damit jeweils ca. 10-15km hin und her zu fahren.
    beim gedanken ans schwarze meer kräuseln sich echt meine nackenhaare…
    (81er-modell mit vierganggetriebe – eigentlich toll, aber.)

  4. Hallo,
    Wow! Mir würde ja schon eine ein paar hundert Kilometer lange Tour ausreichen – ich fürchte nur, dass ich in diesem Radius nicht so viele Hilfsbereite Leute finden würde, die im Pannenfall helfen würden – und mit Ersatzmotor, Ersatzrädern (mit Radlagern), Ersatz-Bowdenzüge, sämtlichem Werkzeug und sonstigem Zubehör bleibt wohl kaum noch Platz für die Campingausstattung 🙁
    Habe meins 3 Jahre und 3200 km, mit einem Motor, der Ersatzmotor steht aber in den Startlöchern…
    Grüße,
    Ansgar

  5. Über das Weltbild des Abenteurers mag man streiten aber vor dem Mut mit einem Duo, meines ist rot wie Lola, eine derartige Strecke zu absolvieren ohne doppelten Boden in Form von Visa, Amex und MasterZahl, muß man den Hut ziehen! Ähnlich wie bei Lola wäre ich froh, wenn ich mal 500 km halbwegs pannenfrei zurücklegen könnte.

    Danke für das Blog, danke für den Link!

    Was mich interessieren würde, wäre warum Du Dir dreirädrige Fahrzeuge antust. Technik aus den 60ern ist, wenn man ehrlich ist, inzwischen ein halbes Jahrhundert alt und damit nicht mehr ganz „up to date“, wie Edward sagen würde.

  6. Hallo Ulf! Danke für deinen Kommentar.

    Deine Frage zu beantworten ist recht einfach aber umfangreich:
    Ich tue mir 50 Jahre alte Technik an, gerade weil sie nicht „up to date“ ist 🙂
    Quasi meine ganz persönlich Konsumverweigerung/-kritik an die Gesellschaft.
    Bei modernen Fahrzeugen (und vielem anderen modernen) ist der Mensch nur noch Teilnehmer des Prozesses. Er herrscht nicht mehr über ihn. Durch die fortschreitende Automatisierung würden viele Dinge auch prima ohne ihn funktionieren (oder sogar besser). Zumindest kommt es mir so vor.
    Da ist es gut, ab und zu mal einen Schritt zurück zu treten und zu hinterfragen, ob man das alles braucht. Das passiert bei mir jedes mal, wenn ich in eines meiner Fahrzeuge steige und mir meine Umwelt besehe.

    Warum ich mir Dreiräder antue, dürfte meinem ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung geschuldet sein. Da Mainstream für mich der Tod ist, muss es halt selbst beim Altblech was exotisches sein. Dazu kommt dann noch, dass ich „Konsequenz“ für eine sehr bewundernswerte Eigenschaft halte. Besonders bei „Holzwegen“.
    Ich finde es total faszinierend, wenn jemand (oder eine Firma) sich gegen alle Zeichen der Zeit und des Fortschritts stellt und versucht (krampfhaft) einen anderen Weg zu gehen. Hängt vielleicht auch wieder mit meiner Mainstream-Abneigung zusammen…

    Soweit die heutige Sitzung des Selbstfindungsseminars…. 😉

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