Archiv der Kategorie: Fahrzeuge für Exoten

Toyota Alphard – Der Raumgleiter

Mit Kindern verschieben sich ja bekanntlich die Prioritäten.
Nicht dass der Combo sein Anforderungsprofil nicht erfüllen würde, aber das ist wie mit dem Irak: Man muss auch immer einen Plan haben, was danach kommt.
So schweiften meine Gedanken in Richtung Luxus-Reisewagen.
Klar, S-Klasse, A8, Phaeton, alles bekannt.
Nachdem wir aber platzmäßig vom Combo verwöhnt wurden, sind Limousinen irgendwie raus.
Alles SUV-mäßige ist auch raus. Dieser Stream ist mir irgendwie zu mainig.
Kombis gibt’s in der Klasse keine, zumindest hab ich nix gefunden. Also habe ich mal stumpf nach einem Luxus-Van gesucht.
Die Verdächtigen VW T5 und Mercedes V-Klasse sind bekannt und entsprechend langweilig. Allerdings stieß ich auch ziemlich schnell auf den Toyota Alphard:

Sieht der nicht Granate aus?!
Und die Vorgänger sehen kaum mindergeil aus.
Wenn das keine eingebaute Diebstahlsperre ist, weiß ich es auch nicht.
Noch besser sind jedoch die inneren Werte:

Gerade die zweite Reihe ist da ein Platz zum gerne verweilen.
Hier ein schönes Video von den Innenraumdetails:
YouTube Preview Image
Sogar an einen zwischen die Sitze fallenden Kugelschreiber haben die kleinen Japaner gedacht. Wahnsinn!
Auch der vollkommen flache Innenraum und die durchgehenden Sitzschienen (und damit die frei verschiebbaren Sitze) sind absolute Spitzendetails:

Auch motorenmäßig ist da alles im Lot. In Japan gibt es einen Hybriden und für außerhalb geht es bei 182 PS los. Am verbreitetsten ist jedoch der 3,5l-V6 mit 275 PS, den es auch in verschiedenen Lexus Modellen gab.

Ja, ich höre die Kleingeister schon schreien: „Nicht nach Deutschland exportiert! Rechtslenker“.
Ist aber alles kein Hindernis. Russland war ein offizieller Markt.
Es gibt sogar deutsche Händler über die man einen neuen Alphard als Linkslenker beziehen kann. Geht bei schlappen 57.000 € los.
Eine ausführliche Auflistung der verschiedenen Ausstattungsvarianten findet ihr hier.
Gebraucht findet man in Deutschland leider nur diesen hier.
Allerdings bietet der russische Markt eine breite Auswahl an gebrauchten Fahrzeugen. Dank des Verfalls des Rubels sind die preislich auch eher überschaubar.
Wenn das nicht ein schönes Urlaubsmitbringsel wäre!
Hat da jemand zufällig Kontakte?

Sollte Toyota nicht der Hersteller eurer Wahl sein, hätte ich noch den Nissan Elgrand und den Honda Elysion im Portfolio.

Nissan EXA Sportbak – Vergiss den Rucksack nicht

Am Ende vom Mitsu-Rulz-Video zum Nippon-Klassik-Treffen konnte ich einen kurzen Moment lang ein Auto sehen, dass ich so bisher noch nie gesehen hatte und dass mich sofort begeisterte.
Ich musste das Video ein paar mal ganz langsam ablaufen lassen, bis ich genau den Moment hatte, in dem man den Schriftzug auf dem Heck lesen kann.
Der Wagen ist ein Nissan EXA Sportbak:

Nissan bot ab Werk einen Umbausatz namens „Sportbak“ an, bei dem man vom normalen EXA die Heckklappe demontiert und stattdessen eine Art Kombi-Haube montiert:

So wurde aus einem schnöden Coupé ein Shooting-Break.
Wie abgefahren das mit den Rücklichtern aussieht! Insbesondere in Kontrastfarben:

Dazu dann noch das herausnehmbare Targa-Dach und die Klappscheinwerfer….ein Traum der 90er!
Ich bin ganz verzückt.
Auch mein Bruder im Geiste Jalopnik hat schon über den Wagen referiert.
Dank Baukastensystem dürfte die Teileversorgung, zumindest was Verschleißteile an geht, problemlos sein.
Auch Motor und Getriebe entstammen dem Baukasten
Wie aber immer bei so wundervollen Kraftfahrzeugen, ist die Beschaffung beschwerlich. Haupt-Markt waren die USA und Japan.
Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Wagen.

Mäusekino Deluxe – Buick Reatta

„Mäusekino“ ist dem geneigten Autonerd ein Begriff.
Die Verbrauchsanzeige des Trabant wird ebenso bezeichnet, wie der Digitaltacho des Opel Monzas.
Wenig bekannt ist jedoch das serienmäßige Mäusekino Deluxe des Buick Reatta:
Buick Reatta Armaturenbrett
Der Reatta erfreute nicht nur mit einem digitalen Tacho sondern mit einem Touchscreen in der Mittelkonsole!
Jawohl meine Damen und Herren, Sie lesen richtig. Ein Touchscreen.
Und das 1988!
Diese Art der Bedienung wurde in zeitgenössischen Tests übrigens als umständlich und unpraktikabel verschrieen. Einer der vielen Sarknägel des Buicks.
Dabei ist er garnicht mal so hässlich:

Insbesondere die Leuchtenleiste am Heck sowie die große Heckscheibe gefallen mir gut:

Bis 1991 entstanden lediglich 19.314 Coupés und 2.437 Cabriolets vom Reatta.
Unter dem Blech findet man schönste GM-Baukastentechnik, so dass auch heute noch die Versorgung sicher gestellt ist.
Selbst in Deutschland sind diese Fahrzeuge erstaunlich günstig zu bekommen.
Mal wieder also ein idealer Exot für den geneigten Auto-Nerd.
Weitere Infos und Bilder findet ihr auf dieser zeitgenössischen Homepage.

Dreibeinige Arbeitspferde

Hat man seinen natürlichen Drang nach dreirädrigen Alltagsfahrzeugen mit Reliant, Morgan & Co. gestillt, so kann man seinen Nutzfahrzeug-Park ebenfalls auf dreirädriges umstellen. Auf die LKWs von Mazda hatte ich ja schon hingewiesen.
Für den Selbstversorger von Welt gibt es von Mulag eine ganze Palette an Fahrzeugen. Zum Beispiel der Mulag MD12-3:
http://www.fahrzeugseiten.de/Nutzfahrzeuge/Mulag/MD12-3/md12-3.html
Sein ILO 1-Zylinder Diesel 2-Takter liefert 12 PS. Bei 800 Kg Leergewicht (1500 Kg zul.Ges-Gew.) erreicht es damit atemberaubende 16 km/h.
Wer das Bild genau betrachtet, findet am Vorderrad starre Fußrasten. Über diese kann man den Mulag auch ohne Lenkrad dirigieren. Die angetriebene Hinterachse kommt übrigens standardmäßig mit einer Differenzialsperre daher.

Etwas rudimentärer ist das Konkurrenzprodukt von Platten:
http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-anzeige/mulag-ladog-platten-pony/142568915-276-8975
Das „Pony“ wird durch einen Hirth 2-Takt Benzinmotor angetrieben. Dieser leistet 8 PS und beschleunigt die Fuhre am Ende des 4. Ganges auf 15 km/h.
Das obige Fahrzeug steht übrigens bei eBay-Kleinanzeigen für 1299€ zum Verkauf.

In Konkurrenz zum Platten Pony stand der Ladog:

Auch dieser kam mit 8 PS daher, hatte jedoch eine manuell kippbare Ladefläche.

Um die so geernteten Rüben zum nächsten Biomarkt zu karren, kann man sich dann solcher Perlen wie dem Famel Tricarro bedienen:

Als Antrieb soll übrigens ein 5,2 PS Zündapp-Motor dienen. Es muss halt nicht immer Piaggios Ape sein.

Der Vorteil all dieser Fahrzeuge ist, dass man sie für einen Appel und nen Ei unterhalten und restaurieren kann. Meine imaginäre Liste wächst und wächst…..

Selbst in Japan ein seltener Anblick:

Ganz oben steht ein Mazda T600. Mittig ein T1100 und unten ein T2000.
So ein T2000 würde mich ja auch noch reizen.
Auf dem Bild kommen leider die Dimensonen des Trümmers nicht so gut raus.
Das Gerät hat ausgewachsene LKW-Größe!
Mit dem langen Bett kommt er auf 6,08m.
Hier steht so ein Exemplar neben einem Isuzu-LKW:

Angetrieben von einem 1985 ccm Vierzylinder und 81 PS kann das Gerät 2000 Kg zuladen.
Außerdem ist es ein Cabrio!
Hatte ich schon erwähnt, dass es auch eine Autotransporter-Variante gibt?

Da in Griechenland nach meiner Info nur die T1500 und T1100-Varianten in Lizenz gebaut wurden, gucke ich schon mal nach billigen Flugtickets nach Japan.
Weitere Bilder und alte Annoncen finden sich auch hier.