Smartphone für Heimwerker

Die beste Ehefrau von Allen beklagte vor kurzem, dass seit dem jüngsten Treppensturz ihr ShiftPhone 6m die SIM-Karte nicht mehr erkennen würde.
Bei jedem anderen Smartphone (Fairphone vielleicht ausgenommen) wäre das ein Todesurteil.
Da die Beste zwar sorglos im Umgang mit ihrem Telefon, jedoch nicht bei dessen Anschaffung war, hat sie bewusst ein ShiftPhone gewählt. Eines der Kernversprechen der ShiftPhone-Macher ist die gute Reparierbarkeit der Telefone. Gute Gelegenheit das mal zu testen. Zu jeder Baugruppe des Telefons finden sich detaillierte Anleitungen und Videos im Netz. So auch zum Austausch des „Connectors“, der Einheit aus 2 x SIM-Slot und 1 x MicroSD-Slot:

Dem Video ist auch wenig hinzuzufügen.
Der mitgelieferte T3-Schraubendreher ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine Pinzette und schlanke Kunststoffspatel sind nicht zwingend, aber helfen:

Wie ihr seht habe ich auf dem obigend Bild schon alles gemäß Anleitung demontiert und den Connector auf der Unterseite der Platine freigelegt.
Wenn ihr euch das Bild ganz genau anschaut, dann seht ihr auch, dass SIM-Slot2 (der mit der Karte drin) irgendwie schief aussieht.
Nein, dass rührt nicht von dem Sturz her, sondern von meiner Nachlässigkeit.
Wenn ihr das nach macht, nehmt IMMER sowohl die SIM-Karte(n) als auch die SD-Karte aus den Slots!
Ihr müsst die Platine mit deutlichem Nachdruck vom Fingerabdruckscanner lösen und dabei verkantet sich die eingesteckte SIM am Gehäuse und reißt euch den ganzen Slot von der Platine!
Lernt aus meiner Dummheit.
Glücklicherweise gibt es den Connector auch als Ersatzteil bzw. (Spoiler) funktioniert das Telefon auch mit nur einem Kartenslot einwandfrei.
Auf dem obigen Bild seht ihr aber auch die Ursache der Verbindungsprobleme:

Der Flachstecker des Connectors (ganz links am Rand im Bild) hatte sich beim Aufprall auf dem Steinboden gelöst.
Einfach wieder festdrücken (die Stecker brauchen ordentlich Nachdruck) und dann alles wider zusammen bauen.
Achtet insbesondere beim Fingerabdruckscanner darauf, dass er ordentlich einrastet.
Beim Wiedereinbau achtet ebenfalls darauf, dass das Flachbandkabel und das Antenenkabel nicht eingeklemmt werden:

Das Display legt ihr verkehrtherum zur Hälfte auf’s Telefon und verbindet auch hier das Flachbandkabel:

Danach umdrehen und alles wieder verschrauben (Schrauben sind alle identisch):

Das Telefon verbindet sich nun wieder klaglos mit der Außenwelt.

DIY-Betonkübel II

Freitags kurz nach Mittag ging es los. Der Weise aus dem Nachbardorf war überpünktlich mit dem Teleskoplader vorbei gekommen und hatte noch eine riesige Schaufel als Plan B mitgebracht. Der erste Test sollte aber mit dem zum Betonkübel umgebauten IBC-Container erfolgen:

Als der Betonmischer ankam ging es auch direkt los:

Wir haben immer zwischen 500 und 600 Liter Beton (C25/30, 0-8mm Korngröße, Konsistenzklasse F4) in den IBC gefüllt. Der Teleskoplader hätte auch mehr gehoben und auch die Gitterzelle des IBCs zeigte sich unbeeindruckt, allerdings gab es eine Schwachstelle, die ich nicht bedacht hatte. Der Druck aufgrund der Füllhöhe war so groß, das der Beton schon in ruhendem Zustand versuchte, das 67°-Winkelstück (extra kein 90° Winkel) vom Rohr zu schieben. Hätten wir den IBC voll gemacht, hätte man das Winkelstück nicht mehr halten können. Schon jetzt habe ich es zur Sicherheit immer etwas verkantet gehalten. Das hinderte uns aber nicht daran, mit dem Experiment weiter zu machen.
Vom Betonmischer ging es ein kurzes Stück rückwärts und dann vorwärts immer an der Mauer entlang:

Wie ihr seht braucht man einen Helfer, der das Winkelstück insbesondere beim drehen auf dem Rohr hält. Ansonsten fließt der Beton durch das DN110-Rohr sehr gut und die Menge lässt sich ebenfalls sehr gut über die Neigung drosseln. Ich hätte gedacht, dass das Gewicht des Betons da mehr Probleme beim Handling verursachen würde, aber das war nicht der Fall. Natürlich ist die Verständigung zwischen Fahrer und Bedienpersonal entscheidend für den reibungslosen Ablauf.
Für die andere Seite der Mauer hat er den IBC einfach auf der Gabel umgedreht und wir haben das Rohr in die andere Richtung geneigt:

Die Mauer vor Kopf haben wir einfachheitshalber aus der großen Schaufel befüllt:

Das ging natürlich absolut problemlos. Aber auch hier wäre der IBC (mit dem Auslass nach vorne) gegangen.
Nach ziemlich genau einer Stunde waren so die 3,3m³ Beton ausgeladen und der Betonmischer konnte wieder von dannen ziehen.
Für den letzten Rest haben wir wieder zum Krankübel gewechselt und ich bin in Waathose eingestiegen:

Ist ein sehr mafiöses Gefühl, wenn man bis zum Testikel in Beton steht.
Hier zeigte sich, dass nach ca. 2m³ sich einiges an Beton am Eingang des Rohres angesammelt hatte und verhinderte, dass der Rest fröhlich nachfloss. Diese halbe Verstopfung ließ sich aber frei spülen, so dass wir auch den letzten Rest aus dem IBC kratzen konnten:

Abschließend bin ich noch mit der Rüttelflasche ringsum gelaufen:

Die beiden umgebauten IBCs (einen hatte ich als Ersatz) gehen jetzt ihrer Viertverwertung als Gitterkompost bzw. Hochbeet zu.

Fazit:
Ohne tatkräftige Freunde bist du im Leben aufgeschmissen. Danke!!

Weiteres Fazit:
Der Betonkübel aus dem IBC-Tank hat deutlich besser funktioniert als befürchtet und nur ganz leicht schlechter als erhofft.
Wenn man das Problem des Kniestücks noch irgendwie löst (vielleicht irgendwas „flanschiges“?), ist es eine wirklich gute Möglichkeit, sich die knapp 900 € für eine Betonpumpe zu sparen. Einzige Voraussetzung ist dann ein Fahrzeug mit Palettengabel (Gabelstabler, Radlader, Hubmast, Kran, ggf. sogar ein Hochhubwagen). Kommt man an einen IBC mit einem DN160 Auslass ab Werk (wird für zähflüssige Medien verwendet) kann man sich sogar die Sägerei sparen.
Wenn das jemand von euch zur Marktreife bringt, halte ich 10% Gewinnbeteiligung für angemessen. Details klären meine Anwälte.

Schalungsbau

Bevor das Experiment mit dem IBC-Tank als Krankübel/Betonkübel starten konnte, musste ich noch zwei Schalungen fertig stellen.

Auf der einen Seite war eine kleine Lücke von 16 cm Breite zu schließen. Das ist zu wenig, um einen Schalstein mit zumindest einem Steg zu schneiden. Ich habe die Chance genutzt und auf meine „Gewindestangen-Methode“ von der Frostschürze zurückgegriffen:

Statt eines Leerrohres habe ich diesmal jedoch ein HT-50-Rohr verwendet, welches durch das Verbindungsstück später auf jeder Seite eine Muffe hat. Das Rohr liegt später ganz knapp unter Pflasterniveau, so dass ich das Rohr einfach beidseitig mit Stopfen verschließen kann. Sollte ich irgendwann doch noch Mal einen Zugang durch die Wand brauchen (Wasser, Strom, W-LAN-Kabel) komme ich da einfach wieder ran.

Auf der anderen Seite musste ich die spätere Türschwelle noch einschalen:

Bei der Breite habe ich mich für das größte Standardmaß von Nebeneingangstüren (108 cm Öffnung) entschieden. So kann ich später selbst mit einer Europalette durch die Tür kommen. Auch hier habe ich wieder auf Gewindestangen zurückgegriffen:

Damit waren die Vorbereitungen durch und es konnte endlich mit dem Beton los gehen…

Vorderlader

Um Platz für den Teleskoplader zu schaffen musste ich meinen Drainagekies-Berg konsolidieren. Jahrelange Erstbesteigungen mit Kinderfüßen hatten ihn breit getreten. Natürlich hätte ich die 4-5 Tonnen auch mit der Schippe aufhäufen können, aber wozu hat man dann einen Minibagger?!

Gute Gelegenheit mal ein anderes Feature des Baggers zu testen. Laut Verkäufer lässt sich nämlich die Schaufel auch verkehrt herum montieren, also mit der Öffnung nach vorne. Warum man das will? Nun, will man ein Loch buddeln ist die Schaufel zum Bagger hin sinnvoll, da man so mehr Druck auf den Boden ausüben kann. Ich will aber nur losen Kies vor mir her schippen, ohne die ganze Zeit das Laufwerk zuzubuddeln.

Drehen lässt sich die Schaufel, indem man die Schnellwechselplatte umdreht.

An dieser Platte werden normalerweise die Anbaugeräte (Schaufel, Reißzahn, Greifer, etc.) befestigt. Um die Platte zu drehen, müssen die beiden Bolzen zwischen Baggerarm und Schnellwechsler raus:

Die Arrettierungsschrauben gingen gut raus und nach ein paar sanften Treffern mit dem Durchschlag kamen auch die Bolzen hinterher. Bei der Gelegenheit kann man direkt die Bolzenführung im Baggerarm auf Dreck und ggf. Verschleiß kontrollieren:

Von der demontierten Schaufel habe ich bei der Gelegenheit auch die Zähne abgeschraubt:

Danach alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammen werfen und fertig ist die „Motorschippe“:

Die Bedienung ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, da durch die umgedrehte Schaufel nun öffnen = schließen und umgekehrt ist. Davon abgesehen, ließ sich der Kies jedoch ganz vorzüglich vor mir her schippen:

Opelgold

Sprach ich neulich nicht noch davon, dass der Gammel ein bisschen am Staubschutzblech des Combos geknabbert hätte?
Nun, vor wenigen Tagen führte mich mein Weg über eine unausweichliche Kopfsteinpflasterstraße. Durch das geöffnete Fenster dachte ich kurz, jemand hätte eine leere Konservendose an die Stoßstange des Combos geknotet. *klonk*blonk*klonk*
Kurz gestoppt und mit der Hand an das Staubschutzblech hinten links gegriffen: Wackelt wie ein Lämmerschwanz und klötert gegen die Bremsscheibe.
Die Reparatur war denkbar einfach. Das Blech ließ sich mit bloßer Hand abreißen:

Wenn man genau hinschaut, sieht man sogar die Schleifspuren der Bremsscheibe:

Um das Staubschutzblech (ca. 8€) zu tauschen, muss der Radflasch samt Radlager ab:

Natürlich sind die entsprechenden Schrauben seit 14 Jahren ungeschützt an der frischen Luft.
Das endete ja schon beim V50 desatrös.
Da die Meinungen über die HU-Relevanz außeinander gehen, einige Fahrzeuge diese Bleche schon ab Werk nicht haben und der Stiefastra (R.I.P; identische Hinterachse) Jahrelang mit fies zerfressenen Blechen ohne Beanstandung lief, werde ich kurz vor der HU einfach auch das Blech auf der anderen Seite abreißen. Nicht, dass die fehlende Symmetrie den Prüfer noch irritiert.