Macht hoch die Tür VI

Im letzten Artikel zu diesem Thema hatte ich beschrieben, wie ich die „Grünampel“-Funktion der Gfa Torsteuerung TS970 dazu nutze, um sowohl ein Orientierungslicht in der Halle zu haben, als auch ein externes Kontrolllicht über die aktuelle Torposition.
Das klappt auch alles ganz vorzüglich.
Allerdings störte es mich, dass bei einem teilgeöffneten Tor (z.B. im Fehlerfall), die Statuslampe weiterhin aus blieb.
Klar, die „Grünampel“ geht ja auch nur an, wenn das Tor ganz offen ist.
Also bin ich nochmal in die Tiefen der Torsteuerungsprogrammierung hinabgestiegen.
Das Relais, welches für die Ampelschaltung verwendet wird, lässt sich nämlich nicht nur in den jeweiligen Endpositionen (inklusive 3 Sekunden Blinkintervall vor der Bewegung) ansteuern, sondern auch ab einer beliebigen Zwischenposition.
Der Weg dorthin führt uns wieder in den Menüpunkt „2.7“:

Menüpunkt 2.7

Dort wählen wir den Unterpunkt „.2“ aus:

Menüpunkt .2

Der Punkt „.2“ sagt der Steuerung, dass sie das Ampelrelais schalten soll, wenn die definierte Torposition erreicht wird.
Welche Torposition fragt ihr?
Richtig. Die definieren wir als nächstes im Menüpunkt „1.7“:

Menüpunkt 1.7

Sind wir dort, fahren wir das Tor durch durchgängigen Druck auf die „AUF“-Taste bis es ein paar cm über dem Boden schwebt.
Durch einmaligen Druck auf die „Stopp“-Taste wird die Position für die Schaltschwelle des Ampelrelais gespeichert.
Nun wieder das Menü verlassen und das Tor wie gewohnt schließen.
Beim nächsten Öffnen sollte eure „Grünampel“ dauerhaft leuchten, sobald das Tor wenige cm über der Schwelle schwebt und erst wieder erlöschen, wenn das Tor beim schließen diese Schwelle erneut unterschreitet.

Walk of Nerd III

Ich hatte ja schon mal das uns umgebende Lügenkonstrukt angesprochen. „Eigentlich“ wollte ich im Frühjahr mit der Außenanlage des Genesungswerkes anfangen. Da kam mir nun die PV-Anlage in die Quere. Nachdem das nun auch abgeschlossen ist konnte ich zurück zu Plan A.
Als erstes musste ich die finalen Höhen bestimmen, damit mir später das Regenwasser weder Richtung Gebäude noch Richtung Terrasse läuft. Daraus ergibt sich später folgenden Pflasteroberkante:

Niveautest 1

Um es auch mal vom „Gehgefühl“ zu testen, habe ich mal passend Schotter aufgehäuft und darauf OSB-Platten verlegt:

Niveautest 2

Fühlte sich gut an. Damit konnte ich an die nötigen L-Steine gehen. Zwischen Genesungswerk und Nachbargrundstück sind nämlich ca. 60 cm Höhenunterschied.
Da die 80 cm hohen L-Steine zwar etwas über 100 kg pro Stück wiegen, aber keine eingegossenen Laschen haben, musste ich mir was für’s Handling überlegen. Meine modifizierte Steinklaue, mit der ich die Betonschalungssteine bewegt habe, funktionierte nicht. Die Steine stehen später nah an der Grenze und dem schon bestehenden Zaun. Da ist kein Platz für die Klemmarme. Also mussten Ankerpunkte auf die Innenseite. Erster Versuch waren eingebohrte Stockschrauben samt Augenmuttern:

Aufhängungsversuch

Das ist aber nur in der Theorie eine gute Idee, denn die Stockschrauben mögen die seitliche Zugbelastung überhaupt nicht:

Bolzen abgerissen

Viel besser, weil auch minimalinvasiv, ist allerdings eine Aufhängung mit einfachen Ratschengurten und einem schnöden Holzklotz:

Alternative Aufhängung

Der Weg ist dann den Kettenzug an den Baggerarm und den L-Stein an den Kettenzug zu hängen:

L-Stein am Bagger

So lassen sich selbst als Einzelkämpfer die Steine mühelos von A nach B bewegen und mittels Kettenzug sanft und milimetergenau dann auf dem Betonbett absetzen.
Das zeige ich demnächst mal im Detail.

Laues Lüftchen

Natürlich gab es auch bei diesem Treffen der Tamworth Specials wieder schöne Dinge für mich. Das ist ja mittlerweile Tradition.
Heinrich hatte historische Windabweiser, die ihm doch etwas zu abgefahren waren:

Windabweiser 1

Ich glaube, da war ein Designer einfach nur begeistert, was für organische Formen sich mit Plexiglas herstellen lassen. Auch die Wölbung nach außen ist der Hammer:

Windabweiser 2

Der große Wermutstropfen ist jedoch, dass augenscheinlich vorgesehen ist, dass man die Windabweiser im GFK des Rahmens verschrauben soll. Einfach mit Spax-Schrauben rein ballern.
Dazu haben die Windabweiser schon fertige Bohrungen.
Kommt natürlich nicht in Frage.
Da muss ich mir also noch was überlegen.
3D-Druck-Adapter zum einstecken in den Fensterrahmen vielleicht?
Muss ja nicht für die Fahrt sein, aber für ein Oldtimertreffen wären die schon fesch.

Tamworth Specials Treffen 2026

Nachdem der Rialto nun nicht mehr klang wie ein Trecker, konnte das Tamworth Specials Treffen 2026 starten!
Schon im Bericht zum letzten Treffen hatte ich ja geschrieben, dass ich dieses Jahr der Ausrichter unseres jährlichen Reliant Treffens bin.
Veranstaltungsort war der Familiencampingplatz Bertingen. Normalerweise stehen die solchen „Gruppenreisen“ skeptisch gegenüber (in der Vergangenheit biss sich das gelegentlich mit ihrem intensiv gelebten Fokus auf Kinderfreundlichkeit), aber da die Welt ein Dorf ist, kenne ich einen der Söhne des Häuptlings. Der hat nämlich mit mir das Dach des Genesungswerkes gedeckt. Daher war die Ausnahme für uns kein Problem und wir bekamen einen schönen gemeinsamen Stellplatz am Campingeigenen See.
Bevor ich mich aber auf den Weg nach Bertingen machte, wartete ich noch auf Kurt. Der schielte nämlich auf den (imaginären) Pokal für die weiteste Anreise, als er sich mit seiner Frau aus Österreich auf den Weg machte.
Im Bond Bug!
Auf eigener Achse!
Natürlich nutzte ich die Chance auf ein Foto:

Kurt bei mir

Hach ja….irgendwann….
Kurts Bond Bug war übrigens Kernschrott als er ihn kaufte. Karosserie, Rahmen, Mechanik alles verrostet, gebrochen und zerschunden. Wirklich schlimm.
Allerdings hatte der Zustand den Vorteil, dass er eine weiße Leinwand für seinen Umbau auf Elektroantrieb hatte, ohne Schuldgefühle gegenüber der historischen Technik haben zu müssen.
Egal. Ab auf die Straße und los!
Auf dem Campingplatz waren schon einige Teilnehmer eingetrudelt und ich konnte mein Zelt direkt am See aufschlagen:

Ankommen

Vorne rechts sehr ihr übrigens Torstens JZR. Er hat die Challenge zu jedem Treffen mit einem Dreirad zu kommen, aber bloß keinem seiner Reliants.
Während einige noch ihre Schlafstätten herrichteten, andere den Grill vorbereiteten, eroberte die dritte Fraktion den Schwimmteich:

Abkühlen im Schwimmteich

Kurze Zeit später war eine lange Tafel in unserer Wagenburg errichtet und der Geruch von krossen Burgerpatties brachte alle zurück ins Camp:

Abendessen mit Burgern

Das folgende Foto entstand um 20:22 Uhr und zeigt satte und zufriedene Dreiradler in trauter Einigkeit unter freundlichem Himmel:

Wetter um 20:22 Uhr

Das nächsten Foto habe ich laut Zeitstempel um 20:32 Uhr aufgenommen:

Wetter um 20:32 Uhr

Es gibt auch bewegte Bilder von der Szenerie:

Aber zum Glück ändert sich so eine Wetterlage ja immer wieder schnell…. Es wurde noch schlimmer:

Nach ca. 20 Minuten war das Unwetter vorüber und der Campingplatz komplett verwüstet. Kein Strom, alles überflutet, Zelte zerfetzt, Dachzelte und Markisen abgerissen, Pavilions weggefegt, abgebrochene Bäume und Äste allenthalb.
Häufig wird dann ja Floskelhaft gesagt, dass „wie durch ein Wunder niemand ernsthaft verletzt wurde“.
Hier waren sich jedoch alle Beteiligten einig, Zeuge eines Wunders geworden zu sein:

Zweiter Geburtstag

Während nämlich der Eigentümer dieses Zeltes drinnen stand und versuchte die Zeltstangen gegen den Sturm zu stützen, riss der Sturm den neben dem Zelt stehenden Baum um und ließ ihn „in einem Bogen“ um das Zelt herum stürzen.
„Zweiter Geburtstag“ ist hier eine ebenfalls angebrachte Floskel.
Natürlich wurden auch einige unserer Zelte Opfer des Sturmes. Holgers Zelt hatte keine einzige heile Stange mehr und auch das Zelt von Kurt und seiner Frau war komplett zerstört.
Was der Wind nicht zerfetzt hatte, hatten die Wassermassen geflutet.
An meinem Zelt war ebenfalls eine Stange gebrochen und der Regen hatte Isomatte und Schlafsack durchnässt.
Wir haben dann noch bis in die Dunkelheit bei den Aufräumarbeiten geholfen und Notunterkünfte organisiert. Die Betreiber des Campingplatzes rissen sich alle verfügbaren Beine aus, um die betroffenen Camper irgendwie zu versorgen. Es war wirklich schön zu sehen, wie sich jeder um den anderen kümmerte.
Unsere Obdachlosen konnten, notdürftig mit Schlafmaterial versorgt, glücklicherweise in Heinrichs Tipi Zuflucht finden. Ein Baum hatte es ebenfalls knapp verfehlt (Foto vom Folgetag):

Baum neben Heinrichs Tipi

Ich hingegen machte mich nachts noch auf den Heimweg, um Reparaturzeug und trockene Schlafsachen für den nächsten Tag zu holen.
Natürlich musste ich den Rialto durch eine Reihe umgestürzter Bäume und ein Meer an Blaulichtern durch ansonsten stockfinstere Ortschaften navigieren, bis ich knapp 15 km weiter gänzlich unversehrte Landschaft vorfand.
Am nächsten Morgen kehrte ich zurück und wir reparierten meine Zeltstange klassisch mit Klebeband und Kabelbindern:

Zeltstange repariert

Danach noch reichlich wischen sowie reinigen und Holger und ich hatten wieder ein trockenes Lager für die kommende Nacht. Auch Kurt und seine Frau fanden ein anderes Nachtlager, so dass Heinrich sein Tipi wieder für sich hatte. Gegen Mittag hatte der lokale Stromversorger ein LKW-Notstromagregat aufgebaut, das den angrenzenden Ort und den Campingplatz wieder mit Strom versorgte. Die Überlandleitung hatte drei Baumschläge abbekommen und war in absehbarer Zeit nicht reparabel.
Da man ja auch immer das Gute in den Dingen sehen soll:
Die Angst, dass das von mir ausgerichteten Treffen nach den vorherigen Megatreffen in Vergessenheit geraten könnte, musste ich nicht mehr haben!

Glücklicherweise schien am Samstag die Sonne wieder, als wäre nichts gewesen und wir konnten plangemäß die Ausfahrt nach Tangermünde machen:

In Tangermünde

Sollte es euch mal in die Gegend verschlagen, so kann ich euch einen Besuch nur wärmstens ans Herz legen. Ein Kleinod!
Auch das Mittagessen samt „Kuhschwanzbier“ („hell“ und „dunkel“ werden wahrscheinlich mit unterschiedlichen Partien des Kuhschwanzes gebraut) in den Exempelstuben war vorzüglich:

Essen in den Exempelstuben

Nach einer anschließenden Stadtführung mittels Audioguide (nur partiell zu empfehlen) fuhren wir gemütlich ostelbisch zurück. An der Deichbruchstelle in Fischbeck hielten wir nochmals und genossen Panorama und Einsamkeit:

Deichbruch bei Fischbeck

Wo jetzt die Elbe als fernes Rinnsal, durch das man hindurch waten kann, erkennbar war, stand vor 13 Jahren meterhoch das Wasser.
Die Elbe überquerten wir per Fähre. Die Gesichter, als eine Horde Dreiräder drauf fuhr, waren sehr unterhaltsam. Leider mussten wir uns so eng packen, um alle gemeinsam drauf zu passen, dass ich nicht aussteigen konnte. Daher leider kein Foto.
Aber die Fähre kennt ihr ja schon von diesem Desaster.
Wieder zurück auf dem Campingplatz gab es noch etwas Freizeit, um die in der Sonne ausgebreiteten Sachen einzusammeln und ein abschließendes Gruppenfoto am See:

Aufgereiht am Abend

Zu Abend aßen wir im Campingplatzeigenen Restaurant:

Restaurant zum Indianer

Irgendwann verlagerten wir uns zurück in unsere Wagenburg und saßen da noch lange zusammen.
Am nächsten Morgen hieß es packen und verabschieden.
Lediglich Erik und seine Familie blieben noch länger und verbrachten ihren Sommerurlaub auf dem Campingplatz. Wir trafen uns ein paar Tage später nochmal für eine persönliche Stadtführung durch Magdeburg.

Das generelle Fazit des Treffens war „unvergesslich“.

Aber auch abseits des Unwetters schien es dem Großteil gut gefallen zu haben. Danke, dass ihr alle da wart! Es war, wie immer, eine große liebe Familie!
Mal sehen, wo wir uns im nächsten Jahr treffen.

Entscheidend ist, was hinten rauskommt IV

Hä?!
„Entscheidend ist, was hinten rauskommt“
Was soll das denn für eine Artikelserie sein? Hab ich ja noch nie gelesen…
Jahaa! Hier werden die ganz ollen Kamellen rausgekramt!
Vereinzelte urzeitliche Leserinnen und Leser waren ja schon im Pleistozän dieses Blogs dabei.
Damals gab es noch keine Möglichkeit Dreirad-spezifische Ersatzteile auf dem Kontinent zu bekommen (anders als heute (liebe Grüße an Erik)). Also bestellte ich die Essentialia für die Restaurierung meines Rialtos bei Sparesman in GB.
Weil schon damals Pakete in Übergröße unfassbar teuer waren, zersägte Sparesman den von mir bestellten Auspuff in drei Teile.
Für die Abnahme steckte ich die Teile einfach mit kurzen Zwischenstücken und Holts-Dichtschellen zusammen.
„Provisorium“
Schwupps, 15 Jahre später hält das Provisorium plötzlich nicht mehr. Das Rohr knickt an der Verbindungsstelle so komisch ab:

Auspuff schief

Kurz am Rohr gewackelt; Oh!

Auspuff ab

Hat sich doch das innere Verbindungsrohr im Laufe der Jahre nach hinten vibriert.
Die Zange brachte es zum Glück wieder zum Vorschein:

Verbindungsstück rausgezogen

Natürlich war das am Vorabend zum diesjährigen Tamworth Specials -Treffen. Was also tun?
Klar, einfach wieder zusammen stecken!

Wieder verbunden

Natürlich nur vorübergehend!
Ist ja schließlich nur ein Provisorium!
Das wird noch ordentlich geschweißt!
Sicherlich!
Vielleicht auch erst in 15 Jahren…