Nachdem die Putzer innen fertig waren, ging es außen weiter:
Vorher nutzte ich aber noch die Chance und verschloss die Lücke zwischen Firstpfette und Mauerwerk. Auf der niedrigen Seite hatte ich das ja mit den Styroporkeilen gemacht. Auf der hohen Seite war dafür die Pfette aber zu nah an der Kante:
Ich verschraubte das Vogelschutzgitter an den Pfetten und ließ es im Bogen nach innen laufen. Durch die Eigenspannung drückt es sich bündig gegen das Mauerwerk:
Natürlich bog ich es noch so zurecht, dass es auch seitlich keine Lücken gab. Den verbliebenen Hohlraum zwischen Pfetten und Mauerwerk stopfte ich mit Steinwolle aus. Ich hoffe so möglichst alles Kleingetier von dem Hohlraum fern zu halten. Die Isolierung der Pfetten erfolgt später mit Styroporkeilen von innen.
Auf den Grobputz außen folgte ein weißer Feinputz und anschließend ein Silikat-Strukturputz:
Auch wenn sie tiefenmäßig etwas zu kurz sind (ich habe nicht an die Putzstärke gedacht), bin ich ganz zufrieden:
Die Seite bekommt eh nur sehr selten Regen ab und die Fenster liegen ja sehr weit oben. Das wird schon keine unschönen Laufspuren an der Fassade geben. Abschließend sieht das Genesungswerk von außen nun so aus:
Auf die abgesetzte Sockelleiste kommt noch ein Steinputz als Spritzschutz.
Es ist Zeit, euch beim Genesungswerk auf den aktuellen Stand zu bringen. Wir verließen die Baustelle mit eingebauten Fenstern und Türen, aber ansonsten rohen Wänden:
Wie schon gesagt, habe ich mich vorm verputzen der Wände gedrückt. Dementsprechend wurde die komplette Halle innen und außen eingerüstet. Dann rückten auch schon bald die Putzer an und setzten die Putzleisten:
Erstmal innen alles grob verputzen:
Dann die Feinheiten:
Es war ein Massaker:
Als sie innen fertig waren, habe ich die Chance des Gerüstes genutzt und noch schnell alles weiß gestrichen. Für die Grundierung riesiger Flächen kann ich solch eine elektrische Sprühpistole nur wärmstens empfehlen:
Ging super schnell und schön gleichmäßig. Danach, streichen:
streichen:
und streichen:
Ich habe die Hausmarke vom Globus Baumarkt „Globusweiß“ verwendet. Die war gerade im Angebot und wenn man die Adresse der auf dem Eimer angegebenen „Rühl Farben GmbH“ googelt, landet man bei Alpina in Ober-Ramstad.
Ich habe die Farbe klassisch gerollt. Das ging wirklich gut. Kaum wolkig, gute Deckkraft. Nur die Übergänge der Gerüstebenen zeichneten sich nachher noch deutlich ab, so dass ich nach dem Abbau des inneren Gerüstes dort nochmal drüber gegangen bin:
Im Mai hatte ich mir ja ein Rücklicht an der Lafette zerdeppert. Blöd. Durch den hohen und breiten Planenaufbau ist die Sicht mit den serienmäßigen Außenspiegeln des Gerontengolfes nach hinten gleich Null. Ziemlich bald nach dem Kauf hatte ich mir deshalb damals Wohnwagenaußenspiegel besorgt. Die kann ich an dieser Stelle auch direkt mal empfehlen: Sitzen super fest und lassen sich an nahezu jedem Fahrzeug problemlos montieren. Auch diese modernen sebsttätig anklappenden Außenspiegel sind damit kein Problem. Die beworbene Vibrationsfreiheit kann ich ebenfalls bestätigen. Mit solchen Spiegeln kann man nun zwar sehen, was in größerer Entfernung hinter einem geschieht, aber beim rückwärts rangieren helfen sie auch nicht wirklich. Gute Gelegenheit für ein schönes Bastelprojekt! Ausgangsmaterial ist eine Rückfahrkamera, welche ihr Signal zwar per Funk überträgt, aber per 12V betrieben wird:
12V sind sowohl hinten am Anhänger als auch vorne im Cockpit vorhanden. Da spart man sich also etwaiges Geassel mit Akkus/Solar. Bekommt die Kamera 12V, schaltet sie sich automatisch ein und schickt ihr Signal an den Bildschirm. Hier mal im Testaufbau mit der Batterie meiner Dieselheizung und meinem 12V-Akkuadapter:
Die Grundkonstruktion funktioniert schon mal. Also munter an die Montage gehen. Die Kamera kam hinten an den Anhänger:
Die Löcher im Querträger waren schon und sitzen schön mittig:
Erfreulicherweise ist die Kamera mit Halterung so flach, dass sie über das Querprofil nicht hinaus steht. Auch die heruntergeklappte Heckklappe stößt nicht an. An der Werkbank konnte ich dann testen, ob die Reichweite des Funksignals mit hinter der Stoßstange montierter Antenne ausreichend ist:
Nun musste ich aber noch die Antenne samt Spannungswandler und Kabelgeraffel irgendwo hinten am Anhänger möglichst geschützt unterbringen. Eine 100er Abzweigdose bietet sich da an:
Die Dosen sind auch nach IP 65 zertifiziert, so dass die Elektronik schön trocken bleiben sollte. In eine 100er Dose passt der Funktransmitter samt Antenne geradeso quer rein:
Für die geneigten Nachmacher sei noch der Hinweis gegeben, dass der Spannungswandler gänzlich ungeschützt in seinem lediglich geklipsten Gehäuse sitzt:
Der musste also auch noch mit in die Abzweigdose. Gleichzeitig passte bei mir die Aufteilung der Kabellängen des Spannungswandlers nicht. Das Anschlussende war viel zu kurz, das Kabelstück zum Funksender hingegen viel zu lang. Auftritt Lötifanten:
Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass für solchen filigranen Kram diese kleinen Lötverbinder spitze sind. Drüber stecken, Litze verrödeln und die ganze Chose mit dem Heißluftfön rösten. Das Lötzinn schmilzt und verbindet die Adern, der Schrumpfschlauch zieht sich zusammen und der integrierte Kleber dichtet alles wasserdicht ab. Gute Investition. Mit dem herausgetrennten Kabel verlängerte ich dann die Anschlussseite:
Jetzt konnte dieser Teil schon mal final in das Verteilergehäuse wandern:
Am Heck der Lafette an 12V zu kommen ist hingegen etwas schwieriger. Die Rückleuchten haben eigene Stecker und sind ansonsten hermetisch abgeschlossen:
In ein Kabel reinflicken wollte ich aber auch nicht. Das war aber auch nicht nötig, da sich in den Ochsenaugen-Positionslichtern Steckkontakte finden:
Kurzer Einsatz der Crimpzange und schon waren die Abzweige montiert:
Notfalls lässt sich das ganze wieder spurlos zurück bauen. Gewollter Nebeneffekt ist, dass die Kamera nun immer überträgt, wenn das Licht eingeschaltet ist (bei uns also immer) und nicht nur bei eingelegtem Rückwärtsgang. Ein zusätzlicher Rückspiegel/Innenspiegel quasi. Noch schnell das Kabel ordentlich verlegen und mit Spiralschlauch panzern, fertig ist die Laube:
Auf dem Bild seht ihr auch meinen anschließenden Test zur Einstellung der Peillinien. Ich habe entlang der Außengrenzen des Anhängers Mülltonnen aufgestellt und geguckt, welche ich davon sehe. Leider fehlen auf dem Bild oben links und rechts jeweils eine ganze Mülltonne. Die Kamera hat halt nur 120° Erfassungsradius. So weit lassen sich die Linien nicht an den Rand schieben. Um da also niemanden in trügerischer Sicherheit zu wiegen, habe ich sie in der Speisekarte deaktiviert:
Jetzt muss man einfach gucken, was sich hinter dem Anhänger befindet und sollte anhalten, wenn es droht den linken oder rechten Rand zu verlassen:
Ein paar Touren mit der Kamera habe ich nun schon gemacht und auch bei strömendem Regen überträgt sie stabil ihr Signal. Natürlich kann man bei Gischt auf der Linse kaum etwas erkennen. Besser als vorher ist es aber allemal!
Mangel: „Auflaufeinrichtung Auflaufweg zu groß“. Klingt erstmal kryptisch, heißt aber nichts anderes, als dass die Auflaufbremse zu spät anspricht und nachgestellt werden muss. Also Anhänger seitenweise aufbocken und drunter krabbeln. Verbaut sind an der Lafette Achsen und Bremsen von Alko. Die haben für die Einstellung an der Trommel zwei kleine Öffnungen (oben links, grüne Punkte) die normalerweise mit Stopfen verschlossen sind:
Popelt man die Stopfen raus, findet sich dahinter ein Sichtfenster auf den Bremsbelag (links) samt Abstand zur Trommel:
Und rechts ein Zahnrad, über das man den Abstand der Beläge einstellen kann:
Mit einem schmalen Schraubendreher hebelt man nun das Zahnrad nach unten, um den Abstand zwischen Belag und Trommel zu verringern. Dabei dreht ihr (in Laufrichtung) am Rad, bis es blockiert. Nun wieder zurück stellen, bis es gerade so wieder frei dreht. Das Spiel wiederholen wir dann auf der anderen Seite. Anschließend wenden wir uns dem Betätigungsgestänge zu:
Die Kontermutter an der Wiege wird gelöst (vorher Gewinde reinigen und nicht mit dem Kriechöl sparen) und anschließend die Mutter so weit angezogen, dass die Räder wieder blockieren. Jetzt wieder zurück und testen, ob alles wieder frei dreht. Betätigt zwischendurch auch mal die Handbremse und testet danach erneut.
Ist alles kein Hexenwerk, muss man nur Schritt für Schritt machen. Dann klappt es auch mit der HU…