Ich bin ein sehr misstrauischer Mensch. Also nicht anderen gegenüber! Da bin ich so vertrauensselig, dass die beste Ehefrau von allen schon immer die Augen verdreht. Aber mir selbst misstraue ich grundlegend. Dementsprechend musste ich dauernd um das Genesungswerk herum laufen und kontrollieren, ob ich das Tor auch wirklich zu gemacht habe. Außerdem war es nachts bei geöffnetem Tor dunkel wie im Rektum eines Ursus. So schön der direkte Antrieb an der Welle auch ist, durch den Entfall des Deckenschleppers entfällt die sonst obligate kleine Leuchte, die an geht, sobald man das Tor öffnet. Da war also eine „mehrfliegiege“ Lösung nötig. Das Handbuch zur Torsteuerung Gfa TS970 verrät einem, dass man über die Kontakte 20.1 bis 20.3 eine Torampel ansteuern kann. Eine „Grün-Ampel“ die anzeigt, dass das Tor offen ist, wäre ja eigentlich ideal für meine beiden Anliegen. Die lässt sich über das Menü im Unterpunkt „2.7“ und dann unter „.7“ aktivieren. Also auf 12V-Basis mit Klingeldraht verkabelt:
Zum Glück ist im Inneren der Torsteuerung reichlich Platz für allerlei Kabel:
Die 12V gehen von der Tortsteuerung zu einer am Endwinkel der linken Laufschiene verklebten G4-Fassung, die mit einer 3W-LED-Scheibe bestückt ist:
Da ich reichlich Klingeldraht habe, reicht die Leitung bis in den Technikraum des angrenzenden Wohnhauses und mündet dort ebenfalls in einen aufgeklebten G4-Sockel mit Flachleuchte:
Ist das Tor nun offen, schaltet die „Ampel auf grün“ und im Haus geht das Licht an:
Ich habe die Fassung so ausgerichtet, dass das Licht vom Fenster aus zu sehen ist. Streune ich also misstrauisch durch unseren Garten, reicht ein Blick von Außen durchs Fenster um zu sehen, ob das Tor auf ist. Gleichzeitig reicht das Licht am Ende der Laufschiene um sich auch bei Dunkelheit sicher in der Halle zu orientieren:
Das erste Maiwochenende hatten wir „Kinder-frei“. Dazu war bei uns bombastisches Wetter. Beste Gelegenheit um die Route für die Ausfahrt des diesjährigen „Tamworth Specials“-Treffens auszukundschaften. Also JZR und beste Ehefrau von allen geschnappt und ab, entlang der Elbe:
Die Freude war auf allen Seiten ausgeprägt und es war ein herrlicher Tag! Bis ich in einem winzigen Dörfchen auf einem abgelegenen Feldweg anfahren wollte und aus Richtung Hinterrad nur noch das Geräusch mahlender Zahnräder zu vernehmen war….. Es war ziemlich schnell klar, dass das keine Feldreparatur werden würde. Schob man mit eingelegtem Gang den JZR klang es so:
Also beim AvD angerufen und einen Abschlepper bestellt. Das war dann noch eine längere Diskussion, da sie einen eigentlich nur 50 km weit transportieren und wir aber gut 65 km von Zuhause entfernt waren, aber „nach Rücksprache mit der Fachabteilung“ ging das dann doch. Ich habe da mal ein Auge drauf. Ggf. muss ich doch nach 16 Jahren mal meine Mitgliedschaft kündigen. Aus 50km Umkreis komme ich auch selbst nach Hause und hole das Auto auf der Lafette. Nachdem ich dem Abschleppdienst meine GPS-Position geschickt hatte, fand auch er uns:
So endete der eigentlich wunderschöne Tage doch etwas niedergeschlagen. Nach bisheriger Diagnose ist die Verzahnung vom Endantrieb abgeschert. Das soll bei der CX500 im Gespannbetrieb (belastungsmäßig wenig anderes als der JZR) häufiger vorkommen. Hoffentlich hat es die Verzahnung im Hinterrad überlebt. Das ist nämlich eine Spezialanfertigung für den JZR….
Wie schon angedeutet gibt es aktuell einige Tiefbauarbeiten rings um das Genesungswerk. So wünschte sich z.B. die beste Ehefrau von Allen eine Terrasse in der Nähe des Klettergerüstes, die an die befahrbare Pflasterfläche des Genesungswerkes anschließen sollte. Die Maße waren schnell abgesteckt und die passende Grube für die Frostschutzschicht ausgehoben:
Wie schon geschrieben ist Andesit bei uns das Füllgestein der Wahl. Um es zu verdichten lieh ich statt des „Kamelbusses“ vom Weisen aus dem Nachbardorf ein größeres historisches Kaliber. Die Platte hat 350 kg und war dementsprechend unhandlich zu transportieren:
Aber mittels OSB-Platten-Straße und Hubwagen ließ sich das alles bewerkstelligen:
Aufgrund der Eigenschaft „unaufhaltsam alles gleich zu machen“, taufte die Beste die Rüttelplatte ziemlich schnell auf den Namen „Iljitsch„. Iljitschs 1-Zylinder-Diesel wird per Handkurbel gestartet. Der zugehörige Dialog mit dem Weisen aus dem Nachbardorf war: „Du hast zwei Startversuche. Danach machst du eine Bierpause.“ „Warum? Braucht der Motor eine Pause?“ „Nein, deine Arme!“ Eine Aussage, die sich absolut bewahrheitete. Bei Temperaturen knapp über 0ºC hatte ich absolut keine Chance Iljitsch von Hand zu starten. Der Beste Nachbar der Welt schaffte es noch, aber dessen Oberarme sind auch 2,7x meine. Wenn man es aber nicht in den Armen hat, muss man es oberhalb der Schultern haben:
Nach 15 Minuten Heißluftfön reagierte Iljitsch auch auf meine dürren Bourgeoisten-Arme mit husten und prusten. Also lagenweise verdichten:
Darauf kam dann eine 4 cm Schicht aus 0-2 Mineralgemisch, deren Gefälle ich mittels eingelegter Winkel (von der Aufhängung des Tores) festlegte:
Zum abziehen konnte ich mir wieder professionelles Equipment ausborgen:
Das klappte damit ganz vorzüglich! Ähnlich wie bei Männern, tendiert die Beste auch sonst zu eher unkonventionellen Lösungen. So kamen für sie natürlich keine üblichen Terrassenplatten in Frage, sondern sie entschied sich für die Platten „Old Town“ von KANN. Eines ihrer Argumente war, dass durch die historische Optik, es nichts ausmachen würde, wenn in den Fugen Unkraut wachsen würde. Wäre in Italien und Griechenland ja schließlich auch überall so. Eine bestechende Logik! Durch die unterschiedliche Form der Platten ist eine willkürliche Kombination nicht möglich. Insbesondere nicht, wenn man ein spezifisch abgegrenztes Gebiet damit auslegen möchte. Aber nach ein paar Stunden Zugfahrt hatte ich einen eigenen Verlegeplan maßstabsgerecht ausgeklügelt:
Wie beim puzzlen sortierten wir die Steine erst mal:
Beginnend an der Pumpenbank machten wir uns dann daran, den Verlegeplan Stück für Stück abzuarbeiten:
Dabei kam es nicht nur darauf an, den Verlegeplan exakt einzuhalten, damit nachher alles passt, sondern auch darauf zu achten, dass sich die Größe und Musterung der Platten möglichst nicht wiederholt. Zwar liefert KANN die Platten in zwei unterschiedlichen Mustern und vielen Schattierungen, aber wenn man nicht die Ausrichtung der Platten immer wieder variiert, sieht es doch wie gewollt und nicht gekonnt aus:
Für die zwangsläufigen Lücken schnitt ich dann noch passgenaue Füllstücke:
Aber auch das war irgendwann erledigt und als letztes kam die „Ausfransung“ in die spätere, nahtlose Rasenfläche:
Natürlich kann man so eine unförmige Fläche nicht mit klassischen Rasenkantsteinen einfassen. Ich machte mich also daran, die Platten händisch mit einem Betonrücken zu stützen:
Wie ihr seht, habe ich Reste meiner Estrichmatten (es wird nix weggeschmissen!) inkorporiert, um dem Beton etwas mehr Halt zu geben. Hier das fertige Bild:
Anschließend habe ich die Fugen mit grauem Splitt verfüllt:
Durch die großen Fugen geht da ordentlich was rein. Da muss man nicht mit den Säckchen aus dem Baumarkt anfangen. Nun noch wieder etwas von dem Aushub anfüllen und Rasen verteilen. Ich bin gespannt, wie es sich im Sommer so darauf sitzt. Im Gespräch ist aktuell noch eine Pergola, aber ich glaube, das wird frühestens im nächsten Jahr etwas.
Volljährigkeit!! Wuhuu! *Partyemoji-Explosion* Das schreit ja förmlich nach einem Führerscheinkuchen:
Sie werden ja so schnell groß….*schnüff*. Zum Glück ist es nur ein Blog. Da darf man so albern sein, wie man sich fühlt.
Somit freuen wir uns ganz kindlich über 4318 Kommentare zu 1994 Artikel! Hoffentlich verpenne ich den 2000. Artikel nicht. Etwas, was ich sicherlich nicht geschafft hätte, wenn nicht gelegentlich jemand von euch mir den Eindruck gäbe, dass ihn dieser Blog zumindest unterhalten würde. Dafür ein herzliches „Danke!“, insbesondere an die Stammleser- und Kommentatorenschaft!
Auf den Bildern zur Lokustür konnte man es schon erahnen: Für die Tür wollte ich gerne eine Idee umsetzen, die ich schon vor drei Jahren hatte. Da sah ich nämlich in diesem Video von Hauke etwas im Hintergrund, dass ich herrlich nerdig fand:
Hauke war so lieb, mir Detailaufnahmen seines angepassten Schließmechanismusses zu schicken. Für die Lokustür waren aber glücklicherweise nur geringe Anpassungen erforderlich. Ausgangspunkt ist der Kofferhaubenverschluss des VW Käfer 1303 ab 1972:
Wie man auf dem Bild sieht, ist er aber natürlich nur auf eine Lage Blech und keine 15mm OSB zwischen Griff und Mechanik ausgelegt. Also erstmal zerlegen:
Die hintere Abstützung passt vom Winkel her schon mal nicht:
Und bei 15mm-Abstand kommt man nicht mehr an den Knopf heran:
Da der Knopf mit dem Betätigungsarm vernietet ist, braucht man für die Scheidung eine feine Trennscheibe:
Aus einem Messingrohr (Abfallstück vom Hot-Tub-Ofen) baute ich eine starre Verlängerung für den Druckknopf:
Ich wählte das Distanzstück etwas länger, um die Befestigung des Griffes auch durch die Verstärkung der Tür führen zu können. Das gibt mehr Stabilität im täglichen Geschäft:
Natürlich ist auch der Griff nicht plan:
Da mussten also passende Vertiefungen in die OSB-Platte der Tür geschliffen werden. Das Bild von der fertigen Außenansicht kennt ihr ja schon:
Als Schlossfalle fand sich noch was passendes in der Grabbelkiste:
Ich habe den Abstand so gewählt, dass der seitliche Stützbalken die Bewegung des Fanghakens und damit des Druckknopfes limitiert. So wird verhindert, dass jemand den Knopf zu tief und damit aus seiner Führung im Griff drückt. Hier die Mechanik im Video:
Zum öffnen muss man den Fanghaken händisch nach außen drücken. Das ist etwas umständlich gebe ich zu, aber bisher fällt mir noch nichts besseres ein. Um den Lokus zu verriegeln werde ich noch einen kleinen Keil an einem Band spendieren, den man von innen einfach zwischen Balken und Fanghaken klemmt. Später wird die ganze Kabine samt Tür noch mit alten (Nummern-)Schildern und Plakaten verziert, Wird sich schon hübsch einfügen.