Untenrum feucht

Auch am Genesungswerk ging es zwischenzeitig natürlich weiter.
Bevor ich mit dem stellen der Schalungssteine starten konnte, wollte ich einen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit aufbringen.
Verschiedene Menschen meinten zwar, das dies nicht nötig sei (WU-Beton, Kunststoffbahn unter der Bodenplatte), aber die DIN schreibt es vor. Außerdem sind sowohl die Kosten als auch der Aufwand sehr übersichtlich, insbesondere wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten einer nachträglichen Sanierung wären.
Da aus der Bodenplatte ja die Anschlusseisen für die Wände ragen, habe ich statt der zulässigen besandeten Teerpappe R500 eine flüssige Abdichtung gewählt.
Leider war ich zu doof für eine ordnungsgemäße Anwendung. Ich vermute, die Beschichtung ist trotz steter Bewässerung zu schnell getrocknet, so dass sie sich hinterher großflächig einfach wieder vom Untergrund löste:

Ich habe dann mit dem Hochdruckreiniger alles weg gepustet, was nicht ordentlich hielt.
Also zurück auf Anfang und doch die R500-Teerpappe nehmen. Ist zwar nerviger, aber geht auch.
Etwaige Unebenheiten in der Bodenplatte habe ich mit Betonspachtel ausgeglichen:

Während der aushärtete, habe ich aus einer meiner Moniereisenabdeckungen einen Abroller für die Teerpappe gebaut:

Mit einem geopferten Forstnerbohrer konnte ich dann die ausgemessenen Bohrungen für die Moniereisen machen:

So konnte ich die Teerpappe Stück für Stück über die Eisen fädeln und mich langsam vorwärts arbeiten:

Die entstandenen Löcher in der Teerpappe habe ich dann mit kleinen Flicken nochmals zusätzlich abgedichtet:

Ich gebe es zu: Alles nicht geil.
Allerdings immer noch besser als einfach nichts zu machen und einfach das Beste zu hoffen.

Hals- und Federbruch

Ich gebe es zu: Wir müssen hier so einiges aufarbeiten.
Beim Service des Combos hatte ich ja den Federbruch hinten links festgestellt:

Leider hat der Erdgascombo andere Federn als seine liquiden Brüder. Für den CNG-Combo braucht ihr „progressiv gewickelte“ Federn. Das heißt, dass sie oben und unten dünner sind, als in der Mitte. Die normalen Combos haben da durchgängig eine Drahtstärke. Die gemeinen Ersatzteilportale werfen euch da munter beide Varianten als passend aus, also Obacht. Leider gibt es für die progressiven Federn kaum (namenhafte) Anbieter. Lediglich KYB führt sie im Programm, aber auch da lässt die Qualität zu wünschen übrig (siehe unten).
Neben den Federn brauchte ich auch einen Federspanner für den Wechsel. Die Horrorgeschichten von zahnlosen Altgesellen haben wir alle gehört, daher wollte ich da nicht die billigen Spanner nehmen. Das Werkstatthandbuch wildert natürlich direkt im Hazet-Regal. Das war mir mit ~300,00 Euro aber dann doch eine Nummer zu preisintensiv. Die goldene Mitte findet sich (wie so häufig) im extrem guten Katalog (kostenlos bestellbar) des Korrosionsschutzdepots. Für schlanke 60 Euro gibt es drei Spanner mit Sicherheitsverschluss:

Leider war eine der vom Shop übersandten Federn augenscheinlich ein Kundenrückläufer (Karton geflickt, Macken im Lack):

Da musste ich also erst mal den Lackpinsel schwingen:

Den Start machte der Ausbau der defekten Feder. Durch den fehlenden Teil, war sie die kürzeste und ging damit am leichtesten aus ihrem Sitz:

Zum komprimieren braucht man ein breites Sortiment an schlanken Ratschen und Schlüsseln.

Insgesamt ist die Sache zwar mühsam aber straight forward. Deutlich erleichtern würde es die Aktion, wenn man auf die Enden der Gewindestangen passende Muttern schraubt und diese kontert. Dann könnte man sowohl von oben als auch unten schrauben, je nachdem wo man besser dran kommt. Da die Federspanner aus England stammen braucht man jedoch 3/8″-Muttern (11G):

Also beim nachmachen frühzeitig besorgen!
Nachdem die Feder raus war, konnte ich mir mal in Ruhe den Federdom und seine Umgebung besehen:

Da arbeitet Gevatter Gammel schon ganz ordentlich. Ist interessanterweise nur die linke Seite.
Bei ~212.000 km auf der Uhr geht es aber eigentlich nur noch darum den Gammel so weit zu bremsen, bis der Combo auf andere Weise sein Leben aushaucht. Dafür reicht nach einer Behandlung mit der Drahtbürste eine sinnliche Massage mit meinem Korrosionsschutzfett:

Hier mal ein Vergleich der alten und der neuen Feder nebeneinander:

Die Längendifferenz ist deutlich.
Aber auch nochmaliges überprüfen zeigt, dass die Federn für den Erdgascombo von KYB freigegeben sind.
Die „losen“ Federn zu spannen ist die deutlich größere Herausforderung.
Dank der Sicherheitshaken an den Spannern fliegen einem die Federn zwar nicht mehr um die Ohren, aber einen gehörigen Schreck bekommt man trotzdem, wenn plötzlich alle Spanner auf eine Seite rutschen und die Feder einen großen Bauch macht. Deutlich besser wurde es, als ich mir aus einer dicken Stahlplatte und einer Gewindestange eine Führung gebaut habe:

Damit die Feder nicht zerkratzt kam noch ein Lappen über die Gewindestange und dann konnte es immer fünf 90°-Drehungen pro Ratsche rings um gehen:

Im Nachgang habe ich noch den Tipp erhalten, jeweils links und rechts neben die Spannerklammern Kabelbinder zu machen. Dies gibt ihnen zusätzlich seitlichen Halt während des Spannvorgangs. Sicherlich ein hilfreicher Tipp.
Hat man die Feder auf ca. 23 cm komprimiert, kann man sie einbauen:

Leider musste ich nach dem Einbau feststellen, dass die Windungen der Federn ganz minimal aneinander scheuern, was sie bei jeder Bodenwelle mit einem herzerweichenden Knarzen quittierten.
Eine kurze Google-Recherche später wusste ich, dass dies kein seltenes Problem mit „billigen“ Federn ist.
Für einen Umtausch der Federn hatte ich jedoch weder Zeit, noch Lust, noch einen alternativen Anbieter (siehe oben).
Also selber lösen. Die Federn würden nicht mehr quietschen, wenn die Windungen irgendwie auf Distanz gehalten würden.
Als „proof of concept“ diente ein Schwung Kabelbinder:

Das klappte tadellos, also was dauerhafteres basteln.
Ich habe nun einen (mit Korrosionsschutzfett gefüllten) aufgeschnittenen Gewebeschlauch um die Scheuerstellen gemacht und mit Kabelbindern gesichert:

Das hält seit ca. 1000km tadellos und ist ggf. innerhalb kürzester Zeit erneuert.

Service en Gro II

Nachdem der Combo mit dem Service durch war, habe ich dasselbe Spiel nochmal beim Gerontengolf durchgezogen:

Auch hier, fast nix, was wir nicht schon gehabt hätten.
Ein paar Hinweise will ich aber doch noch da lassen.
Bei der Dichtung für das Ölfiltergehäuse müsst ihr darauf achten, dass die kleine Lippe Richtung Motor zeigt:

Außerdem scheint der VAG-Konzern für alle seine Fahrzeuge nur einen Typ Luftfilter zu haben. Zumindest von den Dimensionen her, wäre er nämlich für den Cayenne angemessen:

Der Tausch ist super einfach, genauso wie beim Innenraumluftfilter. Den hingegen beim Combo verantwortlichen Opel-Ingenieur peitsche ich ja immer noch gelegentlich im Keller aus.
Beim Golf entfernt man einfach die Schaumstoffabdeckung im Fußraum (Plastikmuttern):

Dann sieht man direkt die Kunsstoffabdeckung des Innenraumfilters vor sich. Hat man auch die abgeschraubt, kommt einem direkt der Filter entgegen:

Dank der Form des Filters ist es im Anschluss auch umöglich ihn verkehrt herum einzubauen. Wirklich schön gelöst (whip).
Damit war auch hier der Service durch und ich konnte wieder den Stempel zücken.
Zwischenzeitig hatte ich schon die Bestellung für zwei neue Federn für den Combo aufgegeben. Dort konnte es also direkt weiter gehen.

Service en Gro I

Im August waren sowohl der Combo als auch der Gerontengolf mit dem Service dran.
Zeit für eine Großbestellung (Paket 1 von 2):

Beim Combo stand nix an, was wir nicht schon mal hier im Blog behandelt hätten. Da will ich euch nicht mit Wiederholungen langweilen.
Nachdem meine Unterdruckpumpe zwischenzeitig das Zeitliche gesegnet und Tante Louise sie aus dem Programm genommen hat, habe ich mir eine neue besorgt:

Funktioniert tadellos.
Beim Tanz um die Bremssättel fiel mein Blick auf die Feder hinten links:

Hmm, so sollte die eigentlich nicht enden. Eher so:

Mist, Federbruch. Da kümmere ich mich aber nach dem Service drum.
Hinten rechts habe ich dann noch den defekten Entlüfternippel im Bremssattel ausgetauscht:

Damit war der Service abgeschlossen und ich konnte das Serviceheft weiter stempeln:

Einen Eintrag habe ich noch frei, dann muss ich auch hier Einlegeblättchen basteln.

Mir ein Labsal III

So, es gibt einiges aufzuarbeiten. Fangen wir beim Dachüberstand an:

Nachdem as und Christian mich ausreichend verunsichert hatten, ob es sich bei dem „Dreck“ an unserem Dachüberstand nicht doch um Schwarzalgen handeln könnte, habe ich mal den von Christian beschriebenen Test durchgeführt:

Mit dem puren Chlorreiniger habe ich einen Lappen getränkt und damit ein paar besonders „befallene“ Stellen abgetupft, so dass eine feuchte Oberfläche blieb:

Das sollte eigentlich allem den Gar aus machen.
Allerdings zeigten die behandelten Stellen weder nach 30 Minuten noch nach einem weiteren Tag irgendwelche Veränderungen.
Ich bin da also erstmal vorsichtig optimistisch, dass es wirklich „nur“ Dreck ist. Bestärkt sehe ich mich in der Tatsache, dass der weiße Rauputz am Haus gänzlich ohne „Algenspuren“ ist. Wir werden sehen, was die Zeit bringt.