Nachdem nun die Hütte endlich zu war, konnte ich mit der Elektrifizierung beginnen.
Vorab: Keine Angst, das guckt sich nachher noch ein Profi an und macht den finalen Anschluss.
Als erstes stand aber die Frage im Raum, wie ich die Leitungen (Strom, Wasser, Luft) im Genesungswerk verlege. Klar war, dass sowohl Strom als auch Luft als Ringleitung geführt werden sollen. Dazu bietet sich der schmale Absatz zwischen Mauerkrone und Trauf-/Firstpfette an.
Da ich ja nix wegschmeiße, hatte ich noch reichlich verzinkte Estrichmatten von den Brennholztürmen. Davon habe ich Streifen abgeschnitten und in die Löcher der oberen Porotonsteine gesteckt:

Auf dem Bild sieht man übrigens auch schön den Effekt meiner Isolierung der Firstpfette. Der schmale Streifen an der Sandwichplatte ist Raureif auf dem Blech. Ca. 2 cm tief krabbelt die Kälte (an dem Tag -7°C) noch in die Halle. Ansonsten schafft es die Isolierung in Verbindung mit der halb unterirdischen Bauweise, dass die Halle dauerhaft über 0°C bleibt.
Diese Art der Kabeltrasse kann ich auf jeden Fall zur Nachahmung empfehlen! Ist schön stabil und man kann Leitungen gezielt raus führen. Vom Preisunterschied zu professionellen Kabeltrassen ganz zu schweigen.
Ebenfalls in grauer Vorzeit hatte ich mich schon um die Grundlagen für die Verkabelung des Genesungswerkes gekümmert.
Aus einem industriellen Abrissgebäude konnte ich ca. 200 Meter 5-adriges Kabel in unterschiedlichen Stärken, einen Haufen Sicherungsautomaten sowie zwei kleine Unterverteilungen ergattern:

Auch eine angefangene Trommel mit Telefonkabel lief mir zu. Das waren die Grundlagen für die Stromversorgung und Lichtschaltung.
Bei Kleinanzeigen gab es noch für ein Taschengeld einen bestückten Hager System 90 SL Schaltschrank:

Leider hat den Schrank mal jemand eingeschäumt. Da ist also noch ein neuer Anstrich fällig:

Außerdem war er leicht verzogen, so dass die Tür nicht mehr sauber schloss. Das war aber nix, was sich nicht mit Gewalt lösen ließe.
Um die Blenden für den Zähler zu entfernen, muss man die weißen Stöpsel über den Schrauben ausbohren:

Danach kann man sie einfach abschrauben und samt den Schienen aus dem Kasten entnehmen.
Danach war es nur noch ein einfacher Blechkasten. Den habe ich auf eine Ecke gestellt und mich auf die andere Seite drauf gelehnt, bis alles wieder rechtwinklig war.
Leider war auch der Plastikriegel der Tür abgebrochen. Dank Markenware gab es da aber auch für schmalen Taler Ersatz:

Neu bestückt wanderte er dann an die Wand in der Halle:

Darunter ist der noch aktuell angeschlossene Bauverteiler. Daneben fand der Trafo für den Hallenkran seinen Platz.
Warum ich so einen riesigen Schaltschrank genommen habe?
Wer weiß, was da noch alles rein kommt?! Photovoltaik? Frequenzumrichter? Extra Stromkreise für eine historische Drehbank?
Besser ich hänge da jetzt einen größeren Schrank hin, als dass ich später keinen Platz mehr habe.
Aktuell habe ich drei Stromkreise mit jeweils eigenem FI in dem Schaltschrank.
Zwei Stromkreise davon für (CEE-)Steckdosen sowie fixe Verbraucher (Kran, Hebebühnen) und einen separaten für Licht und Tor.
Das Licht ist dann nochmals unterteilt in eine Hauptbeleuchtung und eine Not-/Orientierungsbeleuchtung.
Sollte da also mal eine Sicherung fliegen, steht man nicht gleich im dunklen und auch das Tor lässt sich noch öffnen.
Die Steuerung des Lichtes erfolgt über 12V-Stromstoß-Relais. So kann ich die Verkabelung mit Telefonkabel machen und auch von allen Ecken und Enden des Genesungswerkes das Licht steuern.
Apropos Licht: Das war der nächste Posten auf der Liste….




























