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Cool like Fonzie

Mit dem Combo stand vor kurzem eine mehrtägige Auslandsreise an.
Um dafür gewappnet zu sein, bekam er nicht nur einen Service (Kurzbericht folgt) sondern ich habe auch seine seit Jahren defekte Klimaanlage wiederbelebt.
Letzteres war ein Wunsch meiner Damen und die Voraussetzung dafür, dass wir die Reise nicht mit dem Gerontengolf antreten.
Um herauszufinden, wie tief ich in die Klimaanlagengedärme einsteigen müsste, habe ich erstmal die Basics geklärt:
Funktioniert die Ansteuerung des Klimakompressors noch?
Das lässt sich recht einfach herausfinden. Einfach bei laufendem Motor die Klimaanlage aktivieren und gleichzeitig den Drehzahlmesser im Auge behalten. Die Drehzahl des Motors sollte sich beim einschalten der Klimaanlage im Leerlauf leicht erhöhen. Tat sie. Also dort alles ok.
Haben beide Kühlkreise (Hoch- und Niederdruck) noch Druck?
Das lässt sich recht einfach über deren beide Ventile herausfinden.
Einfach mit einem stumpfen Gegenstand (z.B. Durchschlag) etwas auf das jeweilige Ventil drücken und hören ob es zischt.
Die Ventile finden sich unter kleinen geschraubten Abdeckkappen. Beim Combo/Corsa vor und hinter dem Luftfilterkasten.
Aus beiden Kreisen kam ein schwaches, aber dennoch hörbares zischen.
Das bedeutete, dass beide Kreise noch dicht waren und daher lediglich Kühlmittel fehlen würde, um den nötigen Minimaldruck zu erreichen.
Denn (etwas rabiaten) abschließenden Test, ob der Kompressor noch funktioniert, habe ich dem Combo erspart. Beim Stiefastra habe ich das damals ja gemacht und gefilmt.
Ich hatte ausreichendes Vertrauen in den Kompressor.
Nun ist die Frage: Selber machen oder zum Klimaservice bringen?
Beim Klimaservice meinten Sie, dass es mindestens 130 € kosten würde.
Da das System eh so gut wie leer war, konnte ich da auch mal einen alternativen Weg testen.
Die Firma „EasyKlima“ bietet für 55,99 € DIY-Sets für die Neubefüllung und Abdichtung (nur Gummiteile) von Klimaanlagen an.
Da der Combo (und auch der Gerontengolf) R134a als Kühlmittel verwendet, kann man gefahrlos ein Kit von denen ordern.
Die Jungs von EasyKlima machen ein großes Geheimnis darum, was denn nun in ihren Dosen ist. Fragt man dieses Internet, wird recht schnell klar, dass es wohl ein Gemisch aus Propan (R290) und Isobutan (R600a) ist. Erhellende Artikel und Abhandlungen findet ihr z.B. hier und hier.
Die einzige Kritik, die Menschen haben ist, dass man in Deutschland nur als geschulter Klimatechniker an Klimaanlagen rum fummeln darf und das man sich ein brennbares Gasgemisch in die Leitungen füllt. Ersteres lässt den geneigten Heimwerker nur müde lächeln und beim zweiten Punkt denke ich, dass bei 17 Kg Erdgas und 14 l Benzin, die ich im Combo spazieren fahre, ~200g LPG das Flammeninferno auch nicht mehr fett machen.
Zur wirklich simplen Anwendung gibt es reichlich Videos bei Youtube.
Wie gesagt: Etwas Druck war noch im System:

Zuerst bei laufendem Motor und Klima auf höchster Umluftstufe das Dichtmittel rein:

Damit ging der Druck schon mal auf 30 PSI und der Kompressor erwachte nach Jahren der Stille zum Leben:

Nach 10 Minuten bei laufender Klimaanlage (damit sich das Dichtmittel schön verteilen kann) kam das Kältemittel rein:

Als ca. 43 PSI bei geschlossenem Ventil erreicht waren, habe ich Schluss gemacht:

Der Rest aus der angestochenen Kartusche kam dann noch in den Gerontengolf:

Bisher sind 14 Tage vergangen und ich fröstel immer noch regelmäßig im Combo.
Die Urlaubsbesatzung ist zufrieden.
Ich bin geneigt das Prozedere bei Bedarf zu wiederholen. Dann ggf. mit einem LPG-Gemisch und passenden Schraubadaptern, nachdem ich Fahrzeugseitig die passende Anschlussarmatur ja jetzt habe.

Lackaffe III

Endlich war der Lack durchgehärtet und ich konnte gucken, ob unter der stumpfen Orangenhaut ein brauchbares Ergebnis schlummerte oder doch nur erwartbarer Pfusch:

Materialmäßig habe ich 3000er Nassschleifpapier, 6000er Polierpaste, 26000er Politur sowie zwei mittelharte Polierschwämme verwendet:

Poliert wurde ausschließlich von Hand. So hat man (insbesondere als Anfänger) mehr Kontrolle über das Ergebnis. Ich habe noch dabei an dieses Tutorial gehalten.
Hierzu ein Top-Tipp:
Wenn ihr sowas von Hand aufpolieren wollt, beißt die Zähne zusammen und macht es an einem Tag.
Ihr habt am nächsten Tag so einen Muskelkater, dass ihr ansonsten eh nicht mehr weitermachen könntet.
Mit dem 3000er Schleifpapier habe ich nass vorgeschliffen, um den Sprühnebel zu entfernen und die rauesten Bestandteile der obersten Lackschicht zu brechen.
Das wurde dann schon mal deutlich besser:

Nun konnte ich mit der Polierpaste weiter machen:

Hier sieht man anhand der Spiegelung so langsam, wie der Glanz in den Kotflügel zurück kehrt:

Hier zum Vergleich eine nur geschliffene Stelle:

Nach ein paar weiteren Durchgängen spiegelte sich auch die Deckenleuchte wieder im Lack:

Am Ende habe ich ca. die Hälfte der Polierpaste verbraucht, um hier anzukommen:

Nun fehlten noch die Durchgänge mit der Politur um dem Kotflügel zu finalem Glanz zu verhelfen:

Im Ergebnis fühlt sich der Lack glatt wie ein Babypopo an. Die abgeschliffenen Partien und deren Übergänge kann man weder sehen noch fühlen. Der Lack hat auch wieder einen schön tiefen Glanz, wie der Rest des Fahrzeugs.
Ehrlich gesagt hätte ich mit so einem guten Ergebnis nicht gerechnet. Für „zeitwertgerechte“ Lackierarbeiten ist die Spraydose völlig ausreichend. Ich würde es jederzeit wieder machen.

Eh jetzt zweifelnde Kommentare ob meiner Sehkraft in die Tasten gehämmert werden:
Natürlich sehe ich den Farbunterschied im Metallic-Lack!
Ich hatte auch nie erwartet, dass das passt. Volkswagen hat seit Ende der 90er-Jahre die Farbe LA7W „Reflexsilber“ unverändert im Programm. Da ist es utopisch zu erwarten, dass sich da nie im Hintergrund die Zusammensetzung geändert hat. Ganz zu Schweigen davon, dass sich (selbst bei unserem Garagenfahrzeug) der Farbton durch die UV-Strahlung verändert hat. Gerade bei Silber-Metallic garantiert selbst eine Lackanalyse beim Lackieren nicht, dass es nachher nicht zu Farbabweichungen kommt.
Interessant war für mich daher eher das Oberflächenfinish und ob man die Übergänge an den Schleifstellen sieht. Und beides ist wirklich super geworden.
Der Farbunterschied wird auf den Bildern eh nur so deutlich, weil man mit der Nase drauf gestoßen wird.
Im Alltagsbetrieb wasche ich unsere Autos zwei mal im Jahr. Da kann man froh sein, wenn man erkennt, was die überhaupt mal für eine Farbe hatten.
So sieht es mit Abstand, inkl. Vogelschiss, aus:

Trotzdem lerne ich daraus für die nächste Spraydosenlackierung. Beim nächsten Mal würde ich versuchen, auch den neuen Metallic-Lack auf den Radlauf zu begrenzen und auch dessen Sprühnebel weg zu schleifen, so wie die Grundierung. Durch die Kante, würde es dann noch unauffälliger.

Lackaffe II

Im letzten Beitrag haben wir das erwartbare Ergebnis meiner Spraydosenlackierung bewundern dürfen. Allerdings sagen auch alle Anleitungen, dass das Ergebnis mit der Spraydose immer anfangs beschissen aussieht. Die wirkliche Qualität sieht man erst nach intensiver Politur der nachlackierten Bereiche.
Bis aber der Lack so weit ausgehärtet war, dass ich ihn polieren konnte, habe ich mich erstmal anderen Roststellen zugewandt.
An den hinteren Radläufen fingen auch die Kanten an zu rosten:

Auch hieß es gründlich entrosten, grundieren und lackieren. Bilder erspare ich euch mal.
Allerdings erspare ich euch nicht den Hinweis, dass man dringend mal die kleinen Schmutzlappen in den Radhäusern abschrauben sollte.
So sieht es da nämlich regelmäßig drunter aus:

und wenn man da mal feucht durch wischt und den Ablauf zum Schweller wieder frei popelt, so:

Vorne bietet sich das gleiche Bild.
Porkelt man die Abläufe nicht frei, bleibt leider das Wasser im Schweller und sucht sich langsam einen eigenen Weg nach draußen:

Wie schon im ersten Teil gesagt, sieht das bei unserem Gerontengolf aufgrund der geringen Laufleistung noch harmlos aus. Andere Golf V sind da deutlich schlimmer betroffen.
Keine Ahnung, warum VW das mit dem Korrosionsschutz nicht kann.
Da der Rost bei den Schwellern von innen kommt, kann man da von außen auch wenig sinnvolles unternehmen. Ich habe reichlich Fett in die Schweller gefüllt und mit dem Heißluftfön zum schmelzen gebracht. Ich denke, dass wird den Gammel zusammen mit den nun offenen Abläufen ausreichend lange im Zaum halten.
Im nächsten Teil ist der Lack dann endlich durchgehärtet.

Lackaffe

Einer der Punkte, der den Gerontengolf in unser Budget drückte war (neben dem Zahnriemen und den Reifen), dass er Rost am Radlauf hatte.
Das ist eine weit verbreitete Krankheit unter allen Golf V-Varianten.
Man erkennt es leicht an den Rostbläschen, die sich mittig oben um den Radlauf herum ziehen und in die Fläche des Kotflügels krabbeln.
Nimmt man die Radhausschale ab, bröselt einem reichlich Sand und Dreck entgegen:

Ausgangspunkt der Rostproblematik ist immer dieser Schaumstoffkeil im Kotflügel:

Da unser Golf in den letzten 14 Jahren lediglich 74.000 km gelaufen ist, war der Schaden noch überschaubar:

Normalerweise ist nach 14 Jahren nicht mehr viel Übrig von der Radlaufkante.
Um an dieser Stelle dauerhaft Ruhe zu haben, habe ich die Schleifscheibe geschwungen und alles was Bläschen geworfen hat blank gemacht. Danach gab es eine Runde Fertan:

Die Unter- und Innenseite des Radlaufs war kein Problem. Da kam einfach Brantho-Korrux 3in1 drauf. Das hält den Rost im Zaum.
Aber was mache ich mit dem sichtbaren Teil? Smartrepair? Das kostet deutlich zu viel.
Also selber lackieren. How hard can it be?!
Kompressor, Lackierpistole und notwendiges Zubehör habe ich natürlich nicht und werde ich auch sicher nicht extra für den Gerontengolf anschaffen.
Daher der Klassiker unter den Garagenreparaturen: Spraydose.
Das kann ja nur großartig werden!
Ausgangsbasis war dieses Video und dieser Forumseintrag.
Silikonentferner und Grundierung (leider nur dunkel) hatte ich noch, Silber-Metallic (VW LA7W) und passenden Klarlack habe ich von Ludwig-Lacke bezogen. Die Beispritzverdünnung („Spot Blender“) für den Übergang der Klarlacke kam von Chamäleon:

Den Radlauf habe ich dann von Hand mittels (Nass-)Schleifpapier in den Körnungen, 100, 400, 800, 1000 so lange geschliffen, bis der Übergang von Blech zu Lack nicht mehr fühlbar war:

Anschließend habe ich den Kotflügel abgeklebt und den verbliebenen Klarlack großflächig um die Schadstelle ebenfalls mit 1000er Nassschleifpapier angeschliffen:

Auf dem Boden habe ich einen nassen Bettbezug ausgebreitet, um die Staubentwicklung rings um die Arbeitsstelle wenigstens etwas einzudämmen.
Nun gab es den Füller/Haftgrund (natürlich vorher immer wieder mit Silikonentferner alles säubern):

Der Farbnebel neben dem Radlauf ließ sich mit nassem 1000er-Papier wieder gut entfernen:

Danach kamen drei Schichten Metallic-Lack, zwei Schichten Klarlack und in den Übergangsbereichen eine dünne Schicht Beispritzverdünnung.
Alles ganz strikt nach den Anleitungen im Video (s.o.).
Danach sah die Stelle ganz genauso aus, wie man sich eine Garagenlackierung mittels Spraydose vorstellt:

Auch aus der anderen Perspektive eher so mittel:

Nun gilt es die Füße still zu halten und dem Lack ein paar Tage zum aushärten zu geben.
Ich habe in der Zwischenzeit den (lediglich gesteckten) Schaumstoffkeil zusammen mit dem inneren Radlauf großzügig mit meinem Fett beaufschlagt und wieder montiert:

Das Zeug hält schon beim Combo den Gammel seit Jahren erfolgreich im Zaum.

Außerdem konnte ich mich um ein paar andere Problemstellen kümmern. Aber dazu mehr im nächsten Teil.

Navi aus der Asche

Die Jungs von Männertours waren so freundlich mir einen alten Aschenbecher für meinen Rialto aus ihrem Teilefundus zu schicken:

Einen solchen wollte ich schon länger für eine kleine Zwischenbastelei haben.
Problematisch bei Ausflügen mit dem Rialto in unbekannte Gefielde ist immer die Navigation. Zwar habe ich ja schon vor 10 Jahren zwei versteckte Steckdosen nachgerüstet, aber es fehlt einfach an Ablagen für ein Telefon als Navi.
Entfernt man aber vorsichtig die Zigarettenablage aus dem Aschenbecher:

So passt ein modernes Smartphone locker stehend in den Aschenbecher:

Problem solved.
Jetzt muss ich nur noch 1000 Jahre Nikotin aus dem Aschenbecher entfernen. Ürgs