Archiv der Kategorie: Neptun Laweta

Lafette verbogen

Ich gebe ja gerne zu, nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass ich versuche eine Tonne Fliesen über die Kippspindel meines Anhängers anzuheben, obwohl sie am entgegengesetzten Ende stehen. Und natürlich bemerke ich den Fehler nicht sofort, sondern wundere mich nur, dass sich die Fliesen nicht heben, obwohl sich die Spindel einfährt.

Das Ergebnis ist dann eine verbogene Spindelaufnahme:

Krumm außen 2

Hier sieht es noch harmlos aus. Schaut man sich die Aufnahme näher an, wird der Schaden schon deutlicher:

Krumm außen

Auf der Innenseite zeigt sich der verzogene Querträger samt abgerissener Schweißnaht:

Krumm innen

Zum Glück kein Schaden, den nicht ein Vorschlaghammer richten könnte. Als Zielhilfe zum Richten habe ich einen Bolzen zu genommen und die große Unterlegscheibe diente dazu, dass die Geschichte wieder plan wird:

Vorschlaghammer

Wie man sieht, habe ich sogar fast immer getroffen. Der Querträger ist wieder annähernd gerade und auch der Anschluss an die Schweißnaht ist wieder zu:

Wieder gerade

Wenn ich mit dem Anhänger das nächste Mal bei Tobias vorbeischaue, darf er die Schweißnaht wieder schließen. Damit in Zukunft die Sache etwas stabiler ist, gab es eine Pyramide aus großen Unterlegscheiben:

Befestigung verstärkt

Allerdings werde ich sowas nach Möglichkeit nicht nochmal versuchen. Wenigstens sitzt jetzt die Spindel wieder ordentlich und auch die Verschlüsse links und rechts schließen wieder.

Kippspindel wieder montiert

Da ich den Anhänger zwischenzeitig als offenen Kasten benötigte (Bericht folgt), konnte ich auch schon mal eine trockene Stellprobe mit dem Rialto machen:

Rialto im Zelt

Passt gut.

Lafetten Service

Wie schon geschrieben, war mein neuer Anhänger mit dem 1000 km-Service dran.
An Punkt Eins der Serviceliste stand: Alle Schraubverbindungen nachziehen:

Schrauben nachziehen.jpg
Wirklich loses fand sich da nicht, aber vorne an der Verbindung Deichsel-Kupplung ließen sich einige Schrauben mit 100 NM nach ziehen.
Nächster Halt: Schmiernippel
Schmiernippel oben.jpg
Die Beiden auf der Oberseite der Auflaufeinrichtung sind gut sichtbar, aber auf der Unterseite findet sich noch ein versteckter Dritter Schmiernippel:
Schmiernippel unten.jpg
Überall gab es liebevolles „Schmatzi-Watzi“ und zum Abschluss sogar noch kleine Schmiernippel-Käppchen gegen Dreck und Feuchtigkeit. Da ich den Anhänger auch mal voll beladen alleine bändigen muss, wollte ich ihm noch eine rote Nase spendieren:
Gumminasen im Vergleich.jpg

Die billige Baumarkt-Nase passt aber leider nicht auf die spezielle AL-KO-Kupplung. Die Kupplung hat nämlich vorne so einen extra Hasen, der einem anzeigt, ob der Kugelkopf zu stark verschlissen ist, um die Kupplung sicher zu halten. Da passt leider nur der originale Rammschutz von AL-KO. Nun lässt sich der Anhänger dank Gummi hoffentlich folgenlos bumsen.

Zum aufziehen des stramm sitzenden Gummis empfehle ich übrigens heißes Wasser. Einfach den Gummi eine Weile in heißes Wasser einlegen und er wird schön geschmeidig. Danach lässt er sich gut über stülpen:

Gumminase montiert.jpg

Und da wir schon beim Thema Verkehrssicherheit sind, habe ich auch direkt eine Ladungssicherungskiste zusammengestellt:

Ladungssicherungskiste.jpg

Ich finde, die Kiste passt gut zu einem Anhänger namens „Lafette“.

Zwischenwandverschluss

Neulich hatten wir ja schon „Nockenwellenblockierwerkzeug“ als Scrabble-Killerwort. Heute präsentiere ich euch „Zwischenwandverschluss“, mit dreifachem Wortwert ebenfalls ein Gewinner. Bevor wir jedoch tiefer einsteigen, will ich erstmal die Frage von Stefan mit einem Bild beantworten:BreiteDer Anhänger hat also nicht ganz 180 cm Innenbreite. Es sind vielmehr 179,2 cm. Nur falls es mal auf die 0,8 Zentimeter ankommt.
Doch zurück zum Zwischenwandverschluss.
Bei einer Ladefläche von 380 x 179,2 cm aber lediglich 1350 kg zGM war vorhersehbar, dass ich regelmäßig nicht die gesamte Ladefläche ausnutzen kann ohne die zGM zu überschreiten.
Normalerweise führt das dazu, dass der gemeine Anhängerbesitzer einfach von der vorderen Bordwand aus den halben Anhänger beläd.
Stützlast? Nie gehört.
Diese Methode würde aber auch bei meinem Anhänger nur dazu führen, dass die Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs eine Funkenspur auf dem Asphalt zieht.
Um also die Last mittig auf dem Anhänger zu positionieren habe ich mir aus der professionellen Ladungssicherung zwei längenverstellbare Zwischenwandverschlüsse besorgt:Zwischenwandverschlüsse querDa sie jedoch im Original für die Ladungssicherung im LKW-Bereich gedacht sind (und damit für eine Breite von 240 – 270 cm) musste ich sie für den Neptun Laweta kürzen. Das ist laut Anbieter auch zulässig und in der Umsetzung auch sehr einfach. Am linken Klemmbrett ist ein Profil befestigt, dass in das rechte Klemmbrett (welches ein Hohlprofil ist) eingesteckt wird. Durch zusammen schieben oder auseinander ziehen variiert man die Länge um maximal 30 cm.
Ich habe dann einfach das rechte Hohlprofil so abgeschnitten, dass die minimale Breite bei 176 cm liegt (Maximal jetzt noch 206 cm).
Die Zwischenwandverschlüsse werden einfach durch Klapphaken an den Bordwänden verriegelt. Im Original halten sie 400 daN aus, was in etwa 400 kg entspricht:Zwischenwandverschlüsse BelastungDas sollte genug sein um formschlüssig geladenen Plunder bei normalen Fahrmanövern im Zaum zu halten.
Dadurch, dass sich die Klemmbretter auch untereinander verbinden lassen, ist auch eine Unterteilung des Anhängers möglich:Zwischenwände T-FormDiese habe ich zum Beispiel verwendet um ein seitliches verrutschen meines neusten Fangs zu verhindern:Transport VerkaufstresenDie Sachen an sich waren nicht schwer, so dass die ungleiche Lastverteilung nicht die zulässige Stützlast überschritt. Eine Personenwaage samt Kantholz unter dem Kupplungsmaul hilft da bei der Einschätzung.

Die Lafette II

Wie berichtet habe ich einen Neptun Laweta N13-380 m18 [GN223] gekauft. Hier ein Bild im Sonnenlicht:
Anhänger
Die Besonderheit des Anhängers ist(neben der schieren Größe), dass man die Ladefläche über eine Spindel kippen kann:
Kippspindel
Man löst die beiden Riegel an der Vorderseite und dreht dann die Spindel. Beim abladen von Schüttgut hilft das sicherlich, aufgrund des flachen Winkels, nicht, aber für den PKW-Transport ist es sehr schick. Das Knickgelenk sitzt bei diesem Anhänger kurz vor der Achse:
Gekippt Front
Das führt auch zu der Besonderheit, dass man die Ladefläche nicht mit (voll) angezogener Bremse kippen sollte, weil diese sich sonst immer fester zieht und man sie dann kaum noch gelöst bekommt.
Hier ein Blick auf die Ladefläche:
Geöffnet und gekippt Heck
Das Lochblech in der Mitte ist eigentlich für die Laufkette des zu verladenden Schneemobils. Auf der Siebdruckplatte hätte die Kette sonst keinen Halt und würde sie recht schnell zerknuspern. Wie ihr ebenfalls seht, hat der Anhänger acht mit dem Rahmen verschraubte Zurrösen auf der Ladefläche. Die Bordwände sind lediglich 25 cm hoch (mit Ausnahme der höheren Heckklappe), was aber in meinen Anwendungsfällen kein Problem darstellt. Die Hochplane ist an der niedrigsten Stelle 145 cm hoch.
Die Heckklappe bildet auch direkt die Auffahrrampe:
Heckklappe flach
Der Winkel ist durch die Länge des Anhängers erfreulich flach. Der Anhänger steht dabei auf dem massiven hinteren Querträger, in den auch die Rückleuchten und das Nummernschild integriert sind.
Die Bordwände vorne und hinten lassen sich ohne Werkzeug abnehmen. Die Seitenwände sind verschraubt, lassen sich aber ebenfalls mit überschaubarem Aufwand entfernen. Man erhält so einen Plattform-Anhänger, sollte die Ladefläche von 180 x 380 cm mal nicht ausreichen.
Hier ein Blick auf die AL-KO Achse mit Gummifederung und Stoßdämpfern:
Achse gekippt
Sobald ich die Typenschilder von Achse und Kupplung entschlüsselt habe, kann ich euch auch die genauen Typen benennen. Aktuell kämpfe ich da noch.
Die Räder sind mit 185R14 C Reifen bestückt:
Rad
Bisher bin ich den Anhänger knapp 600 km gefahren, den größten Teil davon leer und kann wirklich nix negatives sagen.
Natürlich ist er mit 242 cm Breite und 520 cm Länge ein riesiger Trümmer, aber das wollte ich ja so.
Trotz dieser Dimensionen lässt er sich jedoch auch abgekuppelt alleine gut manövrieren, was ein Verdienst der einzelnen Achse und des geringen Leergewichts ist.
Mit ca. 800 kg Holz beladen und aufgestellter Hochplane bin ich auch schon 200 km gefahren. Das war ebenfalls unauffällig. Der Mehrverbrauch des V50 betrug knapp 2,5l/100 km bei Tempomat mit 90 km/h.

Am kommenden Wochenende kommen voraussichtlich nochmals 400 km zusammen. Danach werde ich den 1000 km Service machen, was Anlass für einen weiteren Bericht geben sollte.

Die Lafette

Echt Leute?
Auf die Lösung beim XC60 kommt ihr nicht, aber den polnischen Schneemobil-Transportanhänger erratet ihr schon nach knapp zwei Stunden?
Keine Ahnung, was ich bei den Rätseln falsch mache. Egal.
Respekt für die schnelle Kombination!

Ja, ich habe einen Neptun Laweta N13-380 m18 [GN223] gekauft.
In letzter Zeit musste ich mir immer wieder irgendwo einen Anhänger leihen (Vermietung, Nachbarn, IKEA) um irgendwelchen Mist zu transportieren. Das nervte nicht nur, es war auch absehbar, dass das in den nächsten Jahren nicht besser wird. Also von der Besten die Zustimmung eingeholt und Bedarfsanalyse durchgeführt. Die Transportaufgaben der Vergangenheit und Zukunft (10 Jahre +) sind:
– Gelump aller Art und Dimension (Kompressoren, Möbel, etc.)
– Baustoffe (Bauantrag ist eingereicht.)
Brennholz (Gerne auch mal von weiter weg.)
Oldtimer (Maße kritisch)
Weitere Eckpfeiler:
– Ich muss den Anhänger mit meinem B96-Führerschein bewegen können.
– Er sollte sich auch mit 100 km/h bewegen lassen.
– Ich kaufe nicht extra ein Zugfahrzeug.
– Preislich sollte das ganze überschaubar bleiben.

Bei dieser Kriterienliste wurde es recht schnell dünn. Autotransporter sind raus, wegen der unterbrochenen Ladefläche und dem häufig zu hohen Gewicht (zwei Achsen, ausgelegt für 2,5t+Zuladung), Hochlader haben oft eine große Ladefläche, lassen sich aber bescheiden mit nem Auto beladen (ganz zu Schweigen vom dann hohen Schwerpunkt), Tieflader sind dafür tendenziell zu schmal. Für einen Eigenbau hab ich keine Zeit.
Eierlegende Wollmilchsau und so.
Über verschiedene Umwege landete ich dann bei Neptun.
Die bieten mit der Laweta-Serie ein Großraum-Tieflader (Ladefläche: 380x 180 cm) an, der sogar über eine Spindel kippbar ist. Erfreulicherweise gibt es ihn in vielen unterschiedlichen Gewichtsklassen (750 (!!), 1350, 1500, 1600 und 1800 kg).
Einziger Wehrmutstropfen war, dass es ihn in Deutschland nicht gebraucht gibt.
Die Anhänger werden nämlich eigentlich für den skandinavischen Markt zum Transport von Schneemobilen gebaut. Entsprechend schwierig war es, überhaupt einen Händler in Deutschland zu finden, der mir einen verkaufen wollte.
Ich entschied mich für die 1300 kg-Variante. Mit 1000 kg Zuladung kann ich alles transportieren was mir so vorschwebt. Die Fahrzeuge für meinen Wunschfuhrpark wiegen ja alle nix. Die 1500 kg-Variante hat lediglich ~100 kg mehr Nutzlast (sollte aber einen deutlichen Aufschlag kosten) und ab 1600 kg wird es schon mit zukünftigen Zugfahrzeugen dünn. Erdgasfahrzeuge sind da leider eher mager mit der Anhängelast (der Combo darf z.B. max. 750 kg GEBREMST!).
Wie schon geschrieben, war es nicht einfach, einen Händler zu finden der mein Geld wollte.
Ich habe im Umkreis von 500 km alle Händler angeschrieben, die Neptun-Anhänger verkauften und gefragt, ob sie mir ein Angebot machen könnten.
Die Meisten haben direkt abgewunken und lediglich geschrieben, dass sie ihn nicht hätten.
Drei meldeten sich zurück, das sie ihn beschaffen könnten (Preise sehr identisch), allerdings reagiere ich ein wenig allergisch auf Antworten wie diese:
„Hallo Herr Koch,

Hochplane innen 145cm
Stoßdämpfer 100kmh
Inklusive Steuer: 2100€“

Wer 2 Düsenjäger von mir will, sollte schon in ganzen Sätzen mit mir kommunizieren (und alle meine Fragen beantworten). Wenn so schon eine Geschäftsbeziehung beginnt, will ich nicht wissen, was passiert, wenn es Probleme gibt.
Der einzige Verkäufer der ein echtes Interesse an meinem Geld zu haben schien, war Herr Weigand von Weigand Nutzfahrzeuge.
Wir wurden uns recht schnell einig und ich orderte noch eine Hochplane und einen Satz Stoßdämpfer für die 100 km/h-Zulassung mit dazu.
Hier ist das Kratur bei der Abholung:
Überführung
Ein wenig problematisch erwies sich die 100 km/h Zulassung, da eine Bescheinigung des Herstellers fehlte. Herr Weigand besorgte sie jedoch noch im Nachgang und wir einigten und schnell und unkompliziert auf eine Entschädigung. Wie gesagt: Ich will nicht wissen, wie das bei einem der anderen beiden Händler gelaufen wäre.

Im nächsten Artikel zeige ich mal ein paar Details von dem Hasen.