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Stoppingpower

Die Lafette ist neulich durch die HU gefallen:

Schwerer Mangel

Mangel: „Auflaufeinrichtung Auflaufweg zu groß“.
Klingt erstmal kryptisch, heißt aber nichts anderes, als dass die Auflaufbremse zu spät anspricht und nachgestellt werden muss.
Also Anhänger seitenweise aufbocken und drunter krabbeln. Verbaut sind an der Lafette Achsen und Bremsen von Alko. Die haben für die Einstellung an der Trommel zwei kleine Öffnungen (oben links, grüne Punkte) die normalerweise mit Stopfen verschlossen sind:

Stopfen

Popelt man die Stopfen raus, findet sich dahinter ein Sichtfenster auf den Bremsbelag (links) samt Abstand zur Trommel:

Abstand Bremsbelag

Und rechts ein Zahnrad, über das man den Abstand der Beläge einstellen kann:

Zahnrad

Mit einem schmalen Schraubendreher hebelt man nun das Zahnrad nach unten, um den Abstand zwischen Belag und Trommel zu verringern.
Dabei dreht ihr (in Laufrichtung) am Rad, bis es blockiert. Nun wieder zurück stellen, bis es gerade so wieder frei dreht.
Das Spiel wiederholen wir dann auf der anderen Seite.
Anschließend wenden wir uns dem Betätigungsgestänge zu:

Gestänge nachstellen

Die Kontermutter an der Wiege wird gelöst (vorher Gewinde reinigen und nicht mit dem Kriechöl sparen) und anschließend die Mutter so weit angezogen, dass die Räder wieder blockieren. Jetzt wieder zurück und testen, ob alles wieder frei dreht. Betätigt zwischendurch auch mal die Handbremse und testet danach erneut.

Ist alles kein Hexenwerk, muss man nur Schritt für Schritt machen. Dann klappt es auch mit der HU…

Glasbruch

Trotzdessen, dass die Rückleuchten an der Lafette gut geschützt in der Stoßstange versenkt sind, habe ich es neulich morgens geschafft, das rechte Rücklicht zu demolieren:

Rücklicht defekt

Damit ich in Zukunft nicht nochmal recherchieren muss, was Neptun da an der Lafette verbaut hat, hier zu Dokumentation:
Hersteller: AJ.BA
Bezeichnung: RL.80.206
Maße: 189x135x14 mm
Passend für: RL.80.130, RL.82.130, RL84.130
Achtung: Die Seiten sind unterschiedlich. Rückfahrscheinwerfer (rechts), Nebelschlussleuchte (links)
Die Leuchte kam schnell und der Austausch war problemlos:

Rücklicht ausgetauscht

Das hebt nicht

So sprach schon damals (schnüff) die „baadisch-schwäbische Hausfrauenconnection“, wenn etwas nicht taugte.
Bei der Lafette ließ mich vor einiger Zeit die Hubspindel der kippbaren Ladefläche im Stich. Beim anheben ging sie immer schwerer, bis sie schlussendlich bomben fest saß. Glücklicherweise war Werkzeug vor Ort, so dass ich die Spindel demontieren und den Anhänger manuell kippen konnte.
Nach meiner Tour habe ich die Spindel mal zerlegt:

Alte Spindel zerlegt

Die Gewindegänge der Spindel sind etwas mitgenommen. Da man an die verpresste und verschweißte Mutter nicht heran kommt, habe ich mal unterhalb ein kleines Pilotloch gebohrt um mir die Misere von Innen anzugucken:

Alte Spindel angebohrt

Da gab es aber nicht viel zu sehen, außer weiteren angefressenen Gewindegängen. Ich vermute, das Gewinde der Mutter ist defekt und sie hat auf der Spindel gefressen.
Kernschrott.
Kein Problem. Ordere ich halt von Neptun eine neue Spindel. Kann ja nicht die Welt kosten.
139,90 € ?
Das glaube ich nicht, Tim!
Zumal es für 23,99 € universelle Kurbelheber gibt!
Für 110 € Differenz kann Muttis Jüngster lange basteln.
Also Universalteil geordert und an den Umbau gemacht.
Dem Originalteil und der universal Spindelkurbel gemein ist der identische Hub von 500mm. Da hat man also keine Probleme, dass der Arsch nachher nicht mehr auf den Boden kommt. Lediglich die Aufnahmen müssen geändert werden.
Der neue Kurbelheber hat oben statt der beiden angeschweißten Arme eine Hülse. Da muss man also die obere Stütze zum Anhänger anpassen.
Ich habe das mal lose durchgespielt:

Erste Anprobe

Das Brett an der Ladebordwand stellt sicher, dass ich später auch mit Hochplane genügend Luft habe, um die Kurbel mit der Hand zu drehen. Wenn die Hülse später 5 cm Abstand zur Bordwand hat, passt das locker.
Als nächstes habe ich den früheren oberen Halter am Anhänger montiert und markiert, wo ich ihn für die 5 cm Abstand abschneiden muss:

Anprobe neue Hubspindel

Damit die Löcher für den Querbolzen später genau fluchten, habe ich sie mit einem kleinen Bohrer von einer Seite aus beide durchgebohrt:

Pilotloch gebohrt

Diese Löcher fungierten dann als Führung für den Führungsdorn meiner Magnetbohrmaschine:

Bolzenloch gebohrt

Nachdem das erledigt war, konnte meine Metallbandsäge zu Werke schreiten:

Abgesägt

Da die angeschweißte Hülse an der Hubspindel zu breit für den Arm war, musste ich sie auch etwas einkürzen.
Den gekürzten Arm musste ich danach noch ein bisschen abrunden, damit die Spindel genügend Bewegungsraum hat.
Als nächstes habe ich die Kurbelspindel zerlegt und alles gründlich gefettet:

Neue Hubspindel zerlegt

Insbesondere das obere Traglager freute sich über Fett:

Traglager Hubspindel

Nachdem nun der obere Fixpunkt klar war, habe ich den unteren Halter angepasst:

Untere Aufnahme umgedreht

Das ist ziemlich einfach, da bei der Universalstütze die Aufnahme identisch zum Neptun-Original ist.
Da reichte es also die Aufnahmewinkel umzudrehen und neue Löcher passend zum Rahmen zu bohren.
So sieht das Ganze nun fertig aus:

Neue Hubspindel fertig

Positiver Nebeneffekt ist, dass die Spindel durch meinen Umbau deutlich näher an der Ladefläche ist. So hat sie deutlich weniger Hebel im Vergleich zu früher:

Bei der aktuellen Version der Lafette hat Neptun übrigens schon eine deutlich stabilere Variante der Hubspindel verbaut:

Lafette verbogen

Ich gebe ja gerne zu, nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass ich versuche eine Tonne Fliesen über die Kippspindel meines Anhängers anzuheben, obwohl sie am entgegengesetzten Ende stehen. Und natürlich bemerke ich den Fehler nicht sofort, sondern wundere mich nur, dass sich die Fliesen nicht heben, obwohl sich die Spindel einfährt.

Das Ergebnis ist dann eine verbogene Spindelaufnahme:

Krumm außen 2

Hier sieht es noch harmlos aus. Schaut man sich die Aufnahme näher an, wird der Schaden schon deutlicher:

Krumm außen

Auf der Innenseite zeigt sich der verzogene Querträger samt abgerissener Schweißnaht:

Krumm innen

Zum Glück kein Schaden, den nicht ein Vorschlaghammer richten könnte. Als Zielhilfe zum Richten habe ich einen Bolzen zu genommen und die große Unterlegscheibe diente dazu, dass die Geschichte wieder plan wird:

Vorschlaghammer

Wie man sieht, habe ich sogar fast immer getroffen. Der Querträger ist wieder annähernd gerade und auch der Anschluss an die Schweißnaht ist wieder zu:

Wieder gerade

Wenn ich mit dem Anhänger das nächste Mal bei Tobias vorbeischaue, darf er die Schweißnaht wieder schließen. Damit in Zukunft die Sache etwas stabiler ist, gab es eine Pyramide aus großen Unterlegscheiben:

Befestigung verstärkt

Allerdings werde ich sowas nach Möglichkeit nicht nochmal versuchen. Wenigstens sitzt jetzt die Spindel wieder ordentlich und auch die Verschlüsse links und rechts schließen wieder.

Kippspindel wieder montiert

Da ich den Anhänger zwischenzeitig als offenen Kasten benötigte (Bericht folgt), konnte ich auch schon mal eine trockene Stellprobe mit dem Rialto machen:

Rialto im Zelt

Passt gut.

Lafetten Service

Wie schon geschrieben, war mein neuer Anhänger mit dem 1000 km-Service dran.
An Punkt Eins der Serviceliste stand: Alle Schraubverbindungen nachziehen:

Schrauben nachziehen.jpg
Wirklich loses fand sich da nicht, aber vorne an der Verbindung Deichsel-Kupplung ließen sich einige Schrauben mit 100 NM nach ziehen.
Nächster Halt: Schmiernippel
Schmiernippel oben.jpg
Die Beiden auf der Oberseite der Auflaufeinrichtung sind gut sichtbar, aber auf der Unterseite findet sich noch ein versteckter Dritter Schmiernippel:
Schmiernippel unten.jpg
Überall gab es liebevolles „Schmatzi-Watzi“ und zum Abschluss sogar noch kleine Schmiernippel-Käppchen gegen Dreck und Feuchtigkeit. Da ich den Anhänger auch mal voll beladen alleine bändigen muss, wollte ich ihm noch eine rote Nase spendieren:
Gumminasen im Vergleich.jpg

Die billige Baumarkt-Nase passt aber leider nicht auf die spezielle AL-KO-Kupplung. Die Kupplung hat nämlich vorne so einen extra Hasen, der einem anzeigt, ob der Kugelkopf zu stark verschlissen ist, um die Kupplung sicher zu halten. Da passt leider nur der originale Rammschutz von AL-KO. Nun lässt sich der Anhänger dank Gummi hoffentlich folgenlos bumsen.

Zum aufziehen des stramm sitzenden Gummis empfehle ich übrigens heißes Wasser. Einfach den Gummi eine Weile in heißes Wasser einlegen und er wird schön geschmeidig. Danach lässt er sich gut über stülpen:

Gumminase montiert.jpg

Und da wir schon beim Thema Verkehrssicherheit sind, habe ich auch direkt eine Ladungssicherungskiste zusammengestellt:

Ladungssicherungskiste.jpg

Ich finde, die Kiste passt gut zu einem Anhänger namens „Lafette“.