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Das hebt nicht

So sprach schon damals (schnüff) die „baadisch-schwäbische Hausfrauenconnection“, wenn etwas nicht taugte.
Bei der Lafette ließ mich vor einiger Zeit die Hubspindel der kippbaren Ladefläche im Stich. Beim anheben ging sie immer schwerer, bis sie schlussendlich bomben fest saß. Glücklicherweise war Werkzeug vor Ort, so dass ich die Spindel demontieren und den Anhänger manuell kippen konnte.
Nach meiner Tour habe ich die Spindel mal zerlegt:

Alte Spindel zerlegt

Die Gewindegänge der Spindel sind etwas mitgenommen. Da man an die verpresste und verschweißte Mutter nicht heran kommt, habe ich mal unterhalb ein kleines Pilotloch gebohrt um mir die Misere von Innen anzugucken:

Alte Spindel angebohrt

Da gab es aber nicht viel zu sehen, außer weiteren angefressenen Gewindegängen. Ich vermute, das Gewinde der Mutter ist defekt und sie hat auf der Spindel gefressen.
Kernschrott.
Kein Problem. Ordere ich halt von Neptun eine neue Spindel. Kann ja nicht die Welt kosten.
139,90 € ?
Das glaube ich nicht, Tim!
Zumal es für 23,99 € universelle Kurbelheber gibt!
Für 110 € Differenz kann Muttis Jüngster lange basteln.
Also Universalteil geordert und an den Umbau gemacht.
Dem Originalteil und der universal Spindelkurbel gemein ist der identische Hub von 500mm. Da hat man also keine Probleme, dass der Arsch nachher nicht mehr auf den Boden kommt. Lediglich die Aufnahmen müssen geändert werden.
Der neue Kurbelheber hat oben statt der beiden angeschweißten Arme eine Hülse. Da muss man also die obere Stütze zum Anhänger anpassen.
Ich habe das mal lose durchgespielt:

Erste Anprobe

Das Brett an der Ladebordwand stellt sicher, dass ich später auch mit Hochplane genügend Luft habe, um die Kurbel mit der Hand zu drehen. Wenn die Hülse später 5 cm Abstand zur Bordwand hat, passt das locker.
Als nächstes habe ich den früheren oberen Halter am Anhänger montiert und markiert, wo ich ihn für die 5 cm Abstand abschneiden muss:

Anprobe neue Hubspindel

Damit die Löcher für den Querbolzen später genau fluchten, habe ich sie mit einem kleinen Bohrer von einer Seite aus beide durchgebohrt:

Pilotloch gebohrt

Diese Löcher fungierten dann als Führung für den Führungsdorn meiner Magnetbohrmaschine:

Bolzenloch gebohrt

Nachdem das erledigt war, konnte meine Metallbandsäge zu Werke schreiten:

Abgesägt

Da die angeschweißte Hülse an der Hubspindel zu breit für den Arm war, musste ich sie auch etwas einkürzen.
Den gekürzten Arm musste ich danach noch ein bisschen abrunden, damit die Spindel genügend Bewegungsraum hat.
Als nächstes habe ich die Kurbelspindel zerlegt und alles gründlich gefettet:

Neue Hubspindel zerlegt

Insbesondere das obere Traglager freute sich über Fett:

Traglager Hubspindel

Nachdem nun der obere Fixpunkt klar war, habe ich den unteren Halter angepasst:

Untere Aufnahme umgedreht

Das ist ziemlich einfach, da bei der Universalstütze die Aufnahme identisch zum Neptun-Original ist.
Da reichte es also die Aufnahmewinkel umzudrehen und neue Löcher passend zum Rahmen zu bohren.
So sieht das Ganze nun fertig aus:

Neue Hubspindel fertig

Positiver Nebeneffekt ist, dass die Spindel durch meinen Umbau deutlich näher an der Ladefläche ist. So hat sie deutlich weniger Hebel im Vergleich zu früher:

Bei der aktuellen Version der Lafette hat Neptun übrigens schon eine deutlich stabilere Variante der Hubspindel verbaut: