Archiv der Kategorie: Sonstige Schraubereien

Der Heinzelmann saugt, wo Mutti…

Für das Genesungswerk brauchte ich einen Staubsauger.
Wenn ich bisher Holzarbeiten gemacht habe, habe ich immer zugesehen, dass ich das draußen mache, da mein alter Garagenstaubsauger nur wenig gegen die anfallenden Späne ausrichten konnte und dessen Saugbeutel auch immer ruck-zuck voll war.
Gute Gelegenheit, da mal ein wenig aufzurüsten!
„Zyklonabscheider“ höre ich euch im Chor rufen. Klar.
Aber so eine klassische statische Tonne, die immer irgendwo rum steht würde ich nie benutzen. Und ein extra Rollgestell bauen und immer beides durch die Gegend rollern?
„Absauganlage“?
Hmm, das wäre doch vielleicht Overkill. So holzwurmig bin ich dann doch nicht.
Da passte es, dass Onkel Lidl den Parkside Performance PPWD 30 in der überarbeiteten Ausführung „B2“ (Ausführung „A1“ hatte einige Kinderkrankheiten) im Angebot hatte:

Parkside Performance PPWD 30 B2

Der Sauger kommt mit allem Schnick und Schnack: Staubklasse „H“, Bluetooth-Fernbedienung, Auto-On, USB-Port und sogar einer Handy-App (don’t ask).
Die technischen Eckdaten sind nahezu identisch mit dem Sauger von Festool.
Für mich ausschlaggebendes Merkmal war aber, dass er sich super mit dem eckigen „Staubschlucker“ von Starmix (baugleich zu Metabo & Flex) kombinieren lässt:

starmix dustfix Karton

Da bin ich natürlich nicht der Erste, dem das auffällt.
Allerdings scheint Starmix aus der mangelhaften Verpackung von Jonas Winklers Exemplar gelernt zu haben:

Verpackung Dustfix

Meiner war vorzüglich verpackt!
Und lose aufeinander gesetzt, sieht man wohin die Reise geht:

Sauger und Vorabscheider lose aufeinander

Es fehlen aber noch ein paar Details.
Der 3D-Drucker liefert zum Beispiel passgenaue Adapter für den Parkside Saugschlauch (mit Rastnase) und den Starmix-Schlauchbogen:

Schlauchadapter montiert

Problematisch bleibt damit nur, wie man die Metabox-Aufnahmen des Staubabscheiders mit den proprietären Aufnahmen des Parkside Systems an der Oberseite des Saugers verbindet, damit beide Komponenten fest miteinander gekoppelt sind und man den Hasen, wie gewohnt, am Rüssel durch die Gegend zerren kann.
Aber auch da bin ich glücklicherweise nicht alleine.
Der Laden ab-in-die-box.de hat eine Adapterplatte für die Kombination verschiedenster Sortimentsbox-Aufnahmen im Angebot:

Adapterplatte Oberseite

Damit war schon mal die Metabox-Aufnahme versorgt.
Und für die Parkside-Aufnahmen gibt es passgenaue Vorlagen für den 3D-Drucker:

Adapterplatte Unterseite

Die werden einfach durch die bestehenden Löcher in der Adapterplatte verschraubt.
So sitzt der Vorabscheider fest auf dem Sauger:

Vorabscheider auf Adapterplatte

Einziger Wehrmutstropfen ist, dass man jetzt nur noch durch lösen der Verriegelung an das Zubehör-Staufach oben auf dem Sauger kommt:

Adapterplatte Vorderansicht

Aber vielleicht passe ich mir da noch ein Distanzstück an. Reicht ja, dass man da den Arm durch stecken kann.
Auf dem Bild seht auch auch schon die ersten Sedimentschichten im Auffangbehälter die ich zusammengesaugt habe. Bohrstaub, Sägespäne, Schleifstaub….
Bisher kann ich nur Loblieder über die Kombi singen.

Mobilitätskonzept II

Genauso häufig, wie ich im Familienchat frage, wie Menschen nur ohne Anhänger leben können, frage ich auch, was für eine traurige Existenz man ohne Hubwagen vor sich hin fristet.
Und ich wäre kein Kind der turbokapitalistischen Erziehung der 90er, wenn ich mich mit dem schnöden Besitzes eines Hubwagens abgeben würde!
Oh, nein! Denn was ist besser als ein Hubwagen?
Richtig! Zwei Hubwagen!
Und was ist noch besser als ein zweiter Hubwagen?
Klar, ein dritter….
Aber das meine ich nicht. Das wäre ja nun wirklich Angeberei!
Ein Hochhubwagen!
Klar, die Kollegen kennt jeder von euch aus dem Baumarkt.
Aber so eine „Elektroameise“ ist bestialisch schwer und will immer am Strom nuckeln, damit die Batterien nicht sterben.
Und dann sitzen da irgendwelche elektrischen Gremlins drin, die man nur mittels Schaltplan Schamane austreiben kann.
Nee, gerne Oldschool rein mechanisch.
Ist zwar nervig mit dem hochpumpen, aber ist ja nicht so, dass ich da täglich tonnenschwere Lasten mit bewegen würde. „Über 200 kg und einmal die Woche“ (Titel deines Sexvideos) wird sich da kaum was bewegen.
Dementsprechend hatte ich seit knapp 1,5 Jahren einen Suchauftrag bei Kleinanzeigen laufen.
Mit bescheidener Ausbeute.
Einer konnte plötzlich doch nicht mehr verkauft werden, da der Gabelstapler defekt ging.
Und bei dem Anderen stellte sich bei der Besichtigung heraus, dass der Verkäufer die Hubhöhe von ChatGPT erfragt und nicht selber nachgemessen hatte.
Mein Lastenheft war aber auch sehr speziell:

  • eingefahren maximal 2m hoch
  • Hubhöhe von mindestens 2,4m
  • Freihub
  • in der Breite verstellbare Zinken
  • Schnellhub

Die Höhe begrenzte die Durchfahrt zum Werkraum, die Höhe brauchte ich, um auf den geplanten Zwischenboden zu kommen, den Freihub (Hubhöhe, eh der Mast beginnt sich auszufahren) wollte ich, um auch bei der Deckenhöhe im Werkraum etwas sinnvoll anheben zu können, die verstellbaren Zinken helfen bei Einwegpaletten o.ä. und ein Schnellhub befreit von ewigem pumpen mit dem langen Hebel.
Nachdem diese eierlegende Wollmilchsau aber partout nicht bei Kleinanzeigen auftauchen wollte, musste ich in den sauren Apfel beißen und sie neu ordern:

Pallit SDJA1000-I

Im Bild seht ihr einen Pallit SDJA 1000-I.
Der Hase hebt bei einem Eigengewicht von 322 kg eine Last von 1000 kg 2,5m hoch. Das reicht locker für den Zwischenboden:

Maximale Hubhöhe

Auf dem Bild seht ihr auch, warum ich den Eingang zum Werkraum in einer Flucht mit der oberen Öffnung gemauert habe. Irgendwo müssen ja die vorderen Ausleger hin.
In eingefahrenem Zustand hat er nur 184 cm:

Freihub

Das passt also auch locker.
In Verbindung mit dem Freihub kommt die Last damit auf Hüfthöhe, eh die Zwischendecke zum Problem wird:

Freihub bis Zwischendecke

Mit einer Opferplatte auf einer Europalette ergibt das einen schönen mobilen Hubtisch.
Und dank der (bedingt) stufenlos verstellbaren Gabelzinken, lassen sich auch ungenormte Dinge anheben:

Verstellbare Zinken

Teil der Wahrheit ist aber auch, dass das ab Bodenniveau nur geht, wenn die Zinken neben, genau über oder zwischen den vorderen Auslegern sind. Ansonsten muss man die unförmige Last erst ein Stück anderweitig anheben. Aber variabler als die üblichen starren Zinken ist das allemal.
Besonders gefreut hat mich, dass sogar an Schmiernippel gedacht wurde:

Schmiernippel

Aber wie uns schon der große Gegenwahrtsphilosoph Kalle Grabowski sagte:
„Auch an einer spitzen Ollen gibt es mitunter einiges zu optimieren!“
Ich kenne mich ja. Irgendwann will ich den Hasen mal auf die Lafette verladen und obwohl wir alle wissen, wie muskulös ich bin, sind 322 kg doch knapp über meinem Limit.
Da müssen also Anschlagpunkte für meine Elektrowinde dran. Hinten war das auch kein Problem:

Zugösen hinten

Da habe ich einfach einen der Laufrollenbolzen umgedreht und die Mutter gegen eine Augenmutter ersetzt.
So wäre aber die Last immer hinter dem Hubwagen auf dem Anhänger und ich würde ihn nicht vom Anhänger runter bekommen, ohne erst die Last abzuladen.
Also mussten auch vorne zwei Anschlagpunkte dran.
Nach kurzem sinnieren fiel mein Blick auf die Käfige der vorderen Laufrollen. Die sind schön massiv und liegen bei angehobenen Zinken auch frei. Zeit für den Bohrer:

Augenmuttern vorne montieren

Dadurch, dass die Zinken deutlich länger und auf der Unterseite hohl sind, verschwinden die Augenmuttern auch problemlos in ihnen:

Vordere Zuglaschen unter Gabeln

Dank meiner Auffahrkeile lässt sich der Hubwagen nun auch so rum auf die Lafette zerren:

Zugösen vorne Test

Ich werde vom ersten Praxistest berichten.

Letztes Stündlein geschlagen

Mit dem Beginn der Außenarbeiten stieg der Bedarf an Transportkapazitäten für Erde und Gestein. Klar, die Vorväter haben das mit Schubkarren gemacht. Die sind aber auch alle nur knapp 60 geworden. Also musste ich noch etwas tiefer als ohnehin schon, ins Baugewerbe einsteigen:

Dumper im Einsatz

Wir erinnern uns an den früheren Eigentümer des Klaufixes?
Der hatte auch noch einen kaum genutzten Scheppach DP4500 Dumper stehen, den er für schmalen Kurs gewillt war abzugeben.
Der Hase bewegt 400 kg hauptsächlich im Schneckentempo, aber dafür mühelos und auch auf matschigem Untergrund.
Was ihm für den geflissentlichen Service jedoch leider fehlte, war ein Stundenzähler. Also geordert:

Stundenzähler

Der Zähler funktioniert per Induktionsmessung am Zündkabel. Da kommt man beim DP4500 zum Glück gut dran:

Zündkabel

Das Kabel wird ca. 6 mal um das Zündkabel gewickelt und dann fixiert:

Induktionskabel gewickelt

Ein trockener Funktionstest zeigt: Läuft:

Stundenzähler Test

Achtung, der Hase misst Industrieminuten!
Die Anzeige fand anschließend ihren Platz an der Seite des Benzintanks:

Zähler montiert

Und das Kabel läuft am Bowdenzug entlang:

Kabel verlegt

Mittlerweile hat der Kollege schon knapp 12h auf der Uhr und die Anzeige funktioniert noch immer tadellos. Mal sehen, was eher passiert: Batterie leer oder zu Tode gerüttelt.

Trollinger mit zartem Schmelz

Der beste Nachbar aller Zeiten kam vor einiger Zeit wieder mit einem schöne Geschenk um die Ecke:

Werkzeugtrolley geschlossen

Ein Werkzeugtrolley von Hilti. Sogar noch mit herausnehmbarer Einlage:

Werkzeugtrolley geöffnet

Wenn mal meine selbstgebaute Werkzeugkiste nicht ausreicht, wird der Trolley sicherlich gute Dienste leisten.
Leider hat der Trolley aber auch schon einiges leisten müssen. Die jahrelange Beaufschlagung mit mit Mett-Brötchen gestärkten Maurern hat ein paar Risse im Kunststoff hinterlassen:

Riss im Deckel

Eine gute Gelegenheit, mein Kunststoffschweißgerät zu testen:

Kunststoffschweißgerät

Im ersten Schritt, habe ich den Riss mittels Schraubzwinge geschlossen:

Riss geklemmt

Quer über den Riss werden dann spezielle Klammern eingeschmolzen:

Innenecke

Das habe ich dann bis unten durchgezogen:

Innenecke klammern

Mit dabei waren Klammern für Innen- und Außenecken sowie gerade Flächen (grob & fein).
Je weiter der Riss in die Ecke lief, war es dann nötig, die Klammern zu wechseln:

Innenecke klammern

Man kommt auch nicht darum herum, die Klammern entsprechend der Anwendung (z.B. Radius) nach zu biegen.
Die überstehenden Klammerfüße werden dann abgekniffen:

Innenecke geklammert

Das ergibt leider schöne Fleischhaken. Mit einem extra Schmelzfuß lassen sie sich aber ein bisschen abdecken. Durch das aufschmelzen der Oberfläche wird auch verhindert, dass sich die Klammern wieder lösen. Eine Alternative wäre, die Klammer beim einschmelzen leicht zu verdrehen. Dann können sie sich auch nicht mehr lösen.
Auch von außen habe ich den Riss verschmolzen:

Spalt schließen

Natürlich geht dabei die Optik/Struktur der Oberfläche flöten:

Außen verschmolzen

Hier mal die Klammern für Außenecken in der Anwendung:

Außenecke klammern

Die musste ich natürlich dem Radius anpassen.
Für den Riss oben im schmalen Rand habe ich die feinen Klammern verwendet:

Ecke klammern

Ausgebrochene Stellen habe ich mit geschmolzenen Kabelbindern aufgefüllt:

Ecke auffüllen

Auch das sieht hinterher eher funktional aus:

Fehlstück aufgefüllt

Noch fehlen mir die Langzeiterfahrungen, aber bisher machen die reparierten Stellen einen sehr stabilen Eindruck.

Akkuna Matata

Vor bald 3 Jahren habe ich diesen 5,2 Ah 18V-Akku aus der Einhell Power X-Change-Serie gekauft (historisches Bild):

Seit dem habe ich ihn richtig hart rangenommen. Dank Säbelsäge und Poroton-Sägeblatt musste er sich durch einen Großteil der zu schneidenden Steine am Genesungswerk knabbern, bis mir die Hände kribbelten. Und am Schlagschrauber musste er mittlerweile knapp 300 Bolzen fest, lose, fest ballern. Hat er alles klaglos gemacht.
Bis er vor einiger Zeit anfing, in bestimmten Lagen keinen Saft mehr zu liefern. Eine Zeit lang half es, wenn man am Akku wackelte, bis auch das nichts mehr brachte.
Ein Test mit dem Multimeter deutete auf einen Wackelkontakt an den Kontaktklemmen oben auf dem Akku hin. Das wundert auch kaum, da alle Schläge und Vibrationen genau auf diese Verbindung gehen. Dazu dann noch das erhebliche Gewicht dieses großen Akkus und man hat den perfekten Hebel, um kleine Lötstellen zu knacken.
Also schauen wir doch mal, ob man da nicht was mit dem Lötkolben zaubern kann.
Das Gehäuse ist erfreulicherweise, so wie beim E-Bike-Akku damals, nur geschraubt. Lediglich den Aufkleber an den Seiten muss man mittig trennen:

Aufkleber trennen

Jetzt sieht man schon mal die Platine mit den Kontakten:

Deckel abgenommen

Das braune ist übrigens Poroton-Staub. Der kriecht echt in jede Ritze. Eine alte Zahnbürste hilft bei der Reinigung. Die Seiten lassen sich dann einfach abziehen:

Seiten demontiert

Auch der Wackelkontakt ließ sich gut replizieren. Kein Druck:

Wackelkontakt 1

Druck auf den Kontakt:

Wackelkontakt 2

Leider sehen wir dann aber ziemlich schnell, dass die Lötpunkte der Kontaktklemmen auf der Unterseite der Platine sind und diese durch die punktgeschweißten Fähnchen fest an den Akkuzellen sitzt.
Da brauchte ich Expertenrat, den ich im lokalen Repaircafé fand. Nochmals danke Jürgen, für deine Hilfe!
Jürgen stellte mich vor die Wahl, ob ich versuchen will alle Kontaktfähnchen aus der Platine auszulöten (hab’s versucht, geht beschissen) oder ob ich die Kontaktfähnchen auf einer Seite aufsägen möchte. Der Dremel gewann:

Kontakte aufgetrennt

Wenn ihr das nach macht, zersägt die Fähnchen so, dass später noch Platz für die nötigen Schweißpunkte ist!
Nun ließ sich die Platine (nach entfernen der Schrauben) vorsichtig hochbiegen und erlaubte einen Blick auf die Lötkontakte. Hier mal der vergrößerte Blick auf die Lötstelle des Minus-Pols:

Riss sichtbar

Die kleinen Sägezähne zeigen ganz deutlich die gebrochene Lötstelle.
Also munter den Lötkolben geschwungen und prophylaktisch alle Lötpunkte der Kontaktklemmen nachgelötet:

Kontakte nachgelötet

Anschließend Platine wieder runter klappen und mit den Schrauben fixieren.
Nächster Schritt: Nickelstreifen als Brücken auf die zersägten Kontaktfähnchen punktschweißen:

Beim Schweißen

Da ich das noch nie gemacht hatte, habe ich dabei Jürgen über die Schulter geschaut.
Ist sehr ordentlich geworden:

Punktverschweißt 2

Die Nickelstreifen lassen sich übrigens super mit einer Verbandszeug-Schere schneiden:

Punktverschweißt

Danach alles wieder zusammen bauen (verliert den kleinen Knopf für die Ladestandsanzeige nicht!) und testen.
Läuft wieder in allen Lebenslagen!
Sehr schön.