Archiv der Kategorie: Sonstige Schraubereien

Schüttelrüttler

Wie geschrieben konnte ich mir eine kleine 100 kg Rüttelplatte aus dem Bekanntenkreis zusammenschnorren. Wahrscheinlich aufgrund der Ähnlichkeit im Fortbewegungskomfort ist sie von der Marke „Camelbus“:

Camelbus

Ansonsten findet sich nur dieses Typenschild:

Typenschild

Beim ersten Startversuch wurden jedoch Absetzbewegungen aus dem Bereich der Anbauteile deutlich:

Luftfiltergehäuse abgebrochen 2

„Luftfiltergehäuse hat die Gruppe verlassen“:

Luftfiltergehäuse abgebrochen

Wie man sieht, war da auch schon mal vor mir jemand mit Gaffatape am Werk. Der Eigentümer wusste von nix, muss also einer der vorherigen Freunde/Nachbarn gewesen sein. Ärgerlich.
Wer hier schon länger im Blog unterwegs ist, weiß, dass ich der festen Überzeugung bin, dass nur dem Gutes widerfährt, der selbst Gutes in die Welt hinaus trägt. Eine der Ausprägungen ist, dass ich geliehene Dinge mindestens in ebenso gutem Zustand zurück gebe, wie ich sie bekommen habe. Wenn möglich, sogar etwas besser…
Also schauen wir doch mal, ob wir für den Kameltreiber nicht ein neues Luftfiltergehäuse besorgt bekommen.
Auf den Ersatzteilservice des Herstellers selbst sollten wir in diesem Fall nicht wetten.
Allerdings schnitzen die chinesischen Fabrikanten in den seltensten Fällen die Motoren ausschließlich unter einem Label.
Geht man um den Rappelhasen herum, findet sich auf dem Motorgehäuse folgender Eintrag:

Motorbezeichnung

Fragt man das Internet nach „Rüttelplatte“ und „G200F“ stolpert man zwangsläufig über den wahren Hersteller des Motors „Loncin G200F“ und das dieser Motor in nahezu jeder zweiten 100kg-Rüttelplatte von Vipra, Baumax, Lumag oder Scheppach steckt. Läuft man mit dieser Erkenntnis und dem Suchbegriff „Scheppach HP1300S“ zu eBay findet man ab ca. 13 € neue Luftfiltergehäuse inkl. Filter. Wenn das kein guter Preis für den Erhalt einer Freundschaft ist, weiß ich es auch nicht.
Der direkte Vergleich sieht schon mal vielversprechend aus:

Filter Vergleich

Lediglich der Filter selbst ist deutlich einfacher aufgebaut. Statt des Papierfilters (den nie jemand reinigt/austauscht) hat der neue Filter jetzt ein Schaumstofffilterelement (den nie jemand reinigt/austauscht):

Filter offen Vergleich

Der Flansch ist identisch:

Flansch Vergleich

Passt:

Luftfiltergehäuse ersetzt

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mir die Rüttelplatte nochmal ausleihen darf, wenn es an die Pflasterarbeiten rings um das Genesungswerk geht.

Nicht mit dem Lötzinn geizen

Hatte ich im letzten Artikel noch die Unentbehrlichkeit meines Kranes besungen, so versagte er gegen Ende der ersten Reihe plötzlich sporadisch den Dienst.
Der Kran selber funktionierte, nur der Demag-Kettenzug stotterte und hob/senkte sich nur noch sporadisch.
Zum Glück hatte ich Tobias als Helfer noch da, so dass ich den schweren Bastard mit seiner Hilfe am Kran abhängen und an meinem zugelaufenen Motorkran in der Garage wieder aufhängen konnte.
Als Verursacher war sehr schnell die vom Vorbesitzer nachgerüstete Funkfernbedienung ausgemacht:

Klopfte man auf eines der SDT-S-112LMR Leistungsrelais flackerte die Power-LED im Takt.

Die naheliegende Überlegung war damit ein Wackelkontakt im Relais. Da die Hasen nicht teuer sind, habe ich umgehend Ersatz geordert.
Ein paar Tage später war das Ersatzrelais eingetroffen und ich konnte mich ans auslöten machen:

Dank den helfenden Händen der Besten war das auch recht schnell erledigt:

Ebenso schnell war auch das neue Relais wieder eingelötet.
Leider änderte das rein garnichts an dem Problem….
Einen kurzen digitalen Familienrat später, war klar, dass der Fehler sich irgendwo anders verstecken muss und ein Haarriss oder eine kalte Lötstelle eigentlich nur die Ursache sein können.
Genau unter die Lupe genommen, war mir diese Lötstelle am Trafo sehr suspekt:

Bei dem „A“ sieht man, wie so ein Lötpunkt eigentlich aussehen sollte. Die Lötstelle darüber sieht hingegen etwas mager aus.
Der entsprechende Pin war schnell nachgelötet:

Der abschließende Test verlief vielversprechend und auch seit der Montage am Kran läuft der Kettenzug wieder ohne zu murren.
Sehr schön!
Die Klopfer auf das Relais kaschierten also nur die Ursache an der direkt benachbarten Lötstelle des Trafos. Die minimalen Erschütterungen reichten, damit der Trafo wieder Kontakt hatte. Kein Wunder, dass er bei den dauernden Erschütterungen im laufenden Betrieb so viele Aussetzer hatte.
Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass diese Funkfernbedienung ebenso Gold wert ist, wie der Kran selbst. Insbesondere, wenn man so viel alleine arbeitet, wie ich, ist es sehr komfortabel nicht noch so eine klassische „Flasche“ rum baumeln zu haben. Die 50 € ist die Umrüstung des über 30 Jahre alten Kettenzuges alle Mal wert.

Kunststoff schweißen

Im Sinne einer frühkindlichen Prägung dürfen die kleinen Schräubchen in unseren Alltagsautos spielen, wenn diese auf dem Hof stehen.
Natürlich ist danach regelmäßig alles im Innenraum verstellt und der Innenspiegel mit Klebefingern voll, aber das ist der Preis.
Zum Preis gehört es auch, dass mal etwas zu Bruch geht.
So zum Beispiel die (zugegebenermaßen extrem filigrane) Brodit-Handyhalterung im Gerontengolf:

Im Combo habe ich damit ja exzelente Erfahrungen gemacht, aber die für den Golf Plus ist einfach Mist.
Da die Dinger aber nicht gerade billig sind, habe ich ein erstes Experiment auf dem Feld des Kunststoffschweißens gewagt.
Tobias hat damit sehr erfolgreich seinen (beim Vorbesitzer) verunfallten BMW Z4 wieder zusammen geklebt. Nur mit einem Lötkolben und ein paar Kabelbindern als Füllmaterial. Kann also nicht so schwer sein.

Leider ist das Verfahren bei notwendigerweise filigranen und maßgenauen Teilen eher nicht geeignet. Die Bruchstelle bleibt der Schwachpunkt
Dementsprechend hielt die Reparatur auch nicht lange:

Für die nächste Runde versuchte ich ein feines Drahtgewebe als Verstärkung in die Oberfläche mit einzuschweißen:

Das klappte so leidlich, aber mittlerweile war die nötige Passform so weit dahingeschmolzen, dass sich die Halterung nur unter Gewalt wieder in das Armaturenbrett des Gerontengolfs integrieren ließ. Dabei machte es dann leise *knack* und sie war wieder gebrochen:

Damit verwarf ich die Angelegenheit und ging das Problem neu an.
Die Halterung des Innenraumheizers oben mittig auf dem Armaturenbrett hat sich im letzten Winter sehr bewährt. Warum das Konzept nicht einfach auf den Handyhalter übertragen?
Voila:

Es kann manchmal so einfach sein….

Kompressorfarm V

Wie angedroht habe ich die undichte Nebenöler/Wasserabscheider-Kombi durch einen neuen Wasserabscheider von Nanpu ersetzt:

Die mitgelieferten Kunststoffkupplungen habe ich nicht verbaut. Stattdessen habe ich die früheren 1/2″-Messinganschlüsse umgeschraubt.
Das war auch alles unspektakulär.
Der Wasserabscheider macht einen wertigen Eindruck. Alles relevante ist aus Metall. Ich bin gespannt, wie sich die halbautomatische Entwässerung so schlägt.
Ist das System nämlich drucklos, entwässert sich der Abscheider selbständig. Aktuell hält das System aber problemlos auch über mehrtere Tage den Druck:

Bei diesem Zwischenstand werde ich es aber auch erstmal belassen:

Das Wetter treibt mich eher auf die Baustelle am Genesungswerk, als zu diesem Zwischenprojekt.
Wird das Wetter wieder schlechter, gehe ich daran, das Regal, wie geplant, zu verkleiden und baue auch eine Schlauchtrommel ein.
Obwohl, eine Spielerei hätte ich noch…..
Mein Lieblingsnachbar überrschte mich neulich mit einem historischen Gasmeter der Firma „Schirmer, Richter & Co., Fabrik für trockene und nasse Gasmesser und Apparate zur Gasfabrikation, Leipzig-Connewitz„:

Das gute Stück stammt aus dem Jahr 1912.
Wäre doch der Hammer damit den Durchfluss der Druckluftanlage zu messen, oder?
Die Anschlussgewinde sind leider etwas Matsche, aber das sollte sich richten lassen. Ich habe ja passendes Gerät („melius est habere quam egere“). Laut Literatur müsste es 3/4″ Withworth sein.
Allerdings halten diese Zähler lediglich 23-25 mbar Überdruck aus (normaler Gasdruck am Hausanschluss) und begrenzen auch die Durchflussmenge.
Da müsste ich also noch einen Druckminderer basteln und den Zähler in einen „Nebenstrom“ integrieren. Da fehlt mir noch die richtige Vision für.
Sachdienliche Hinweise werden, wie immer, gerne entgegen genommen.

Kompressorfarm IV

Im letzten Teil haben wir uns um die elektrische Seite meiner neuen „Kompressorfarm“ gekümmert.
Heute soll es an der Pneumatikfront weiter gehen. Auch hier kann ich glücklicherweise auf einen reichhaltigen Fundus zurück greifen.
Da waren schnell die nötigen Einzelteile raus gefischt und locker miteinander verschraubt:

Nach einer gründlichen Reinigung und verbunden durch 13mm-Schläuche wanderte das Geraffel ebenfalls testweise auf eine OSB-Platte:

Natürlich weiß ich, dass normalerweise der Leitungsöler hinter dem Wasserabscheider sitzt. Ansonsten würde der ja direkt wieder das Öl rausfiltern, welches der Öler ab gibt.
Allerdings halte ich von diesen Leitungsölern eh nix. Die versauen einem nur die Leitungen selbst. Dann lieber sporadisch einen Tropfen Öl direkt in den Anschluss am Werkzeug. Da beides aber eine fixe Einheit ist, habe ich den Öler lieber gründlich mit Bremsenreiniger sauber gemacht und zusammen mit dem Wasserabscheider montiert.
Der Öler bleibt einfach leer.
Wie ihr seht, laufen an dem 5-Wege-Verteiler die beiden Zuleitungen der Kompressoren zusammen, wovon ich einen mittels Kugelhahn absperren kann.
Der gesammelte Druck geht dann über Leitungsöler und Wasserabscheider zum zentralen Manometer, dass für die werkzeuggerechte Druckeinstellung zuständig ist. Dahinter kommt dann eine Schnellkupplung für den Anschluss der „Arbeitsleitung“. Für später schwebt mir da noch eine schwenkbare Automatiktrommel vor.
Hat da jemand Empfehlungen?
Von der Seite sieht es jetzt so aus:

Das Ganze ist jetzt erstmal ein Testaufbau, ob die Installation so funktioniert.
Leider verlor die Anlage über Nacht ihren kompletten Druck, so dass ich mit Spüli-Wasser einmal alle Verschraubungen abgegangen bin:

Da gab es leider einige Blasenbildung:

Zum Glück habe ich noch reichlich Gewindedicht von der Gartenbewässerung.
Beim nächsten Test waren dann diese Stellen auch dicht. Mal sehen, ob der Kleber dem Druck auf Dauer stand hält. Leider habe ich aus reiner Neugierde auch mal die Wasserabscheider-Einheit und den Öler mit eingesprüht:

Beide sind an den Plexiglas-Behältern undicht. Schaut man genauer hin, finden sich feine Risse rings um die Ablassschraube bzw. an der Versteifung der Unterseite.
Da muss ich also Ersatz kaufen. Allerdings reicht mir da ein Wasserabscheider mit Druckminderer.
Der hier schwebt mir vor. Aufgrund der 1/2″-Schraubanschlüsse sollte er bärtigen Durchsatz haben und auch bei weiteren Kompressoren genug Luft durch lassen.