Archiv der Kategorie: VW Golf Plus

sudo apt get upgrade Golf

Der Gerontengolf verrichtet (wie erwartet) klaglos seinen Dienst. Allerdings gab es ein paar Nicklichkeiten, welche doch störten. Insbesondere nervte es, dass man das Abblendlicht immer manuell an und aus machen musste (inkl. penetrantem Erinnerungston). Wenn man jahrelang Volvo gefahren ist, wo das automatisch geschieht, ist das eine echte Umgewöhnung.
Die Wunschliste umfasste:

Daneben gab es noch einen von mir aus Dummheit produzierten Airbagfehler, welcher der Löschung bedurfte.
Über eine der vielen VAG-Pro/VCDS-Userlisten im Netz bin ich über Tony gestolpert, welcher im Raum Magdeburg solche Programmierarbeit für eine Spende in die Schrauberkasse anbietet.
Einen freundlichen Mailverkehr später haben wir uns bei ihm getroffen und er hat für schlanke 30 Euro meine Wunschliste abgearbeitet:

Inklusive ausprobieren (die Komfortöffnung der Heckklappe war nicht ganz trivial) dauerte der Spaß eine knappe Stunde.
Nun funktioniert aber alles wie gewünscht und die Beste von allen freut sich über den gewohnten Komfort beim Licht.
Vielen Dank Tony!

Warm ums Herz III

Nachdem der Strom in der Stoßstange war, musste er ja noch seinen Weg in den Innenraum finden.
Der Abzweig Richtung Motor kam erstmal mit einem Kabelbinder und per Klebeband abgedichtet zur Seite:

Da bin ich mittlerweile einer Lösung auf der Spur, brauche aber noch ein paar Maße.
Unterwegs gen Innenraum habe ich noch für den Erdungsanschluss ein schönes Plätzchen gefunden.
Direkt unterhalb des Bogens vom Massekabel findet sich ein ungenutzter Massepunkt, an den man super mit der Ringöse des Steckers kommt:

So wird der ganze Wagen geerdet, sobald man den Stecker in die Steckdose einsteckt. Andernfalls würde man im Falle eines Defekts ggf. die gesamte Karosserie unter 230V setzen. „Ungerne“.
Da ich die Innenraumsteckdose jedoch nicht wie die Wikinger einfach in den Fußraum spaxen wollte, musste ich das Kabel um ca. 30 cm verlängern.
Dazu habe ich es mittels Einsensäge kurz vor dem Stecker gekappt:

Anschließend habe ich ein passend dimensioniertes flexibles 3-adriges Kabel angelötet und üppig isoliert:

Das Panzerkabel läuft jetzt zwischen der Batterie und dem Sicherungskasten durch den Stopfen vom Kupplungspedal:

Innen kommt es aus der entsprechend gelochten Dämmung und wechselt dann hinter der Fußraumverkleidung auf das verlängerte weiße Kabel:

Für die Innenraumsteckdose habe ich das große Ablagefach in der Mittelkonsole auserkoren:

Damit sie dort so schön dezent Platz findet, musste erstmal die Mittelkonsole raus.
Das geht beim Automatik aber nur, wenn man den Wählhebel in die hinterste Position bringt. Dank elektronischer Gangsperre und ausgebauter Batterie nicht ganz leicht.
Zum Glück gibt es aber eine Notentriegelung. Vor dem Ganghebel findet sich unter der Verkleidung ein kleiner gelber Schieber, den man reindrücken muss.

Anschließend kann man auch ohne Strom den Ganghebel bewegen.
In das Fach habe ich anschließend oben ein Loch gebohrt, so dass der starre Anschlussstecker dort versteckt hineinragen kann und lediglich die Steckdose sichtbar ist:

Nicht nur die Steckdosen spaxen die Wikinger normalerwise in den Fußraum, sondern auch die Heizlüfter. Das war natürlich auch keine Option.
Dementsprechend habe ich ihm ein maßgeschneidertes Podest gebastelt, geschliffen und grundiert:

Damit sitzt er nun im Winter fest in der großen Ablage oben auf dem Armaturenbrett:

Auch hier gab es natürlich anschließend einen Testlauf:

Im Innenraum wird es schon mal muckelig warm.
Bleibt noch der Motor….

Warm ums Herz II

Zurück in Deutschland habe ich das Motorwärmer-Geraffel erstmal zusammen gesteckt und einen Probelauf gemacht:

Fazit läuft alles einwandfrei.
Dann ging es daran die Einbauvoraussetzungen zu klären.
Anschluss in der Stoßstange und Steckdose für den Innenraum war schnell geklärt. Da findet sich ein Plätzchen.
Blieb nur die Frage, wohin mit dem Tauchsieder?
Im Polo 9N wird er so eingebaut, dass die Heizwendel in den Motorblock ragt und direkt dort das Wasser erhitzt. Das ist beim Gerontengolf aber so nicht möglich. Die einzige Position, die ich fand, wäre längs im Kühlwasser:

Doof. Nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Durchmesser, sondern auch weil so die Gefahr besteht, dass die heiße Glühwendel das Gummi berührt.
Also habe ich mich mal nach Alternativen umgesehen. Natürlich gibt es von Defa auch direkt was für den 2.0 FSI Motor des Gerontengolfs. Allerdings ist das nur ein Ölwannenwärmer, welcher außen an die Ölwanne geschraubt wird. Selbst Defa räumt ein, dass er nicht mit der Heizleistung eines klassischen Kühlmittelwärmers vergleichbar ist. Da muss ich mir also noch was überlegen.
In der Zwischenzeit habe ich schon mal die restliche Verkabelung eingebaut.
Knackpunkt war hier die Kabeldurchführung in den Innenraum. Der Anschlussstecker des von Panzerrohr umgebenen Kabels ist daumendick. Beim schwedischen Polo hatten sie hierzu einfach ein Loch in die Stirnwand gebohrt. Sowas macht man aber nur, wenn man Eisenhelme mit Hörnern trägt.
Da der Gerontengolf ja Automatik hat, fand sich hinter der Batterie anstelle des Kupplungspedals ein schön großer Gummistopfen:

Auf der Innenseite kommt man da auch entsprechend gut ran. Sogar die Dämmung ist schon entsprechend perforiert:

Damit stand fest, dass das ganze Geraffel auf die Fahrerseite kommt und ich konnte (wieder) die vordere linke Radhausschale entfernen um einen Blick hinter den Stoßfänger zu werfen:

Auch da ist reichlich Platz für Steckbuchse, Kabel und Y-Abzweig.
Die Steckbuchse benötigt ein 23mm-Loch. Ich hatte glücklicherweise von meinen zahlreichen Einparkhilfe-Einbauten noch einen 22,5mm-Lochbohrer, so dass ich da direkt loslegen konnte:

Das Loch habe ich dann mit einer kleinen Schlüssel-Rundfeile aufgeweitet und für die kleine Nase oben eine Aussparung hergestellt:

Sitzt perfekt:

Der nächste Halt war der Erdungsanschluss und die Steckdose im Innenraum.

Warm ums Herz I

Ein Sprichwort sagt ja „andere Länder, andere Schrottplätze“ oder so ähnlich.
Getreu diesem Motto begaben sich Vaddern und Tobias in Schweden auf eine kleine Schrottplatztour. Mit im Gepäck hatten sie einen langen Wunschzettel:

  • Micro Sicherungen
  • Volvo XC60 Clips der Motorhaubendämmung
  • Golf Plus Diesel Motorhaubendämmung
  • Golf Plus Gummifußmatten (ovale Verriegelung)
  • Volvo 745 Heckklappengriff
  • Volvo 745 Radiostecker
  • Volvo 745 Rückleuchte
  • Volvo 745 Griff Rückenlehne
  • Volvo 745 Sitzbezug Fahrersitz
  • Volvo B230K Motorteile
  • universal 230V-Motorwärmer

Die ernüchternde Erkenntnis war, dass selbst in Schweden 700er Volvos rar werden. Gerademal zwei Exemplare haben sie gefunden, wovon einer völlig ausgebrannt war. Außerdem scheinen schwedische Rentner den Gerontengolf nicht so ins Herz geschlossen zu haben wie die Hiesigen, denn davon fand sich kein einziger.
Allerdings fand sich ein normaler Golf V, welcher zumindest hintere Fußmatten spendierte. Die Sicherungen kamen aus einem undefinierbaren Renault-Wrack. Hauptgewinn war aber ein VW Polo 6N welcher so freundlich war, mit einem kompletten Motor- und Kabinenwärmer-Set des Marktführers Defa aufzuwarten:

Zurück im Ferienhaus präsentierten die Beiden mir stolz ihren Fang:

Bei umgerechnet 18€ für alles zusammen ein absoluter Schnapper.
Motorwärmer sagt euch nix? Macht nix.
Da in Skandinavien die Winter nicht nur ziemlich lang sondern auch zum Teil bitterkalt sind, haben sich dort schon in den 60ern findige Tüftler was einfallen lassen, damit die Motoren (und Pasagiere) nachts nicht einfrieren. In den Kühlkreislauf hat man dazu einfach einen 230V-Tauchsieder integriert und den Innenraum mit einem 230V-Heizlüfter ausgestattet. Beide sind mit einer kleinen Steckdose in der Stoßstange verkabelt und werden dann über ein Adapterkabel an das reguläre Stromnetz angeschlossen. Dazu stehen auf vielen Parkplätzen so kleine Kästen, die aussehen wie Parkuhren (die Älteren unter uns erinnern sich, was Parkuhren sind). Da drin finden sich 230V-Steckdosen mit einer Zeitschaltuhr. Man parkt nun also abends sein Automobil vor einer solchen Steckdose, stöpselt das Kabel ein und stellt die Zeitschaltuhr auf 2 Stunden vor der morgentlichen Abfahrtszeit. Morgens früh gehen dann sowohl der Tauchsieder als auch der Heizlüfter an und bringen Motor und Innenraum auf Temperatur, während man selbst noch in den Federn liegt und von Køtbullar träumt. Ergebnis:
Warmer Motor ab Start und abgetaute Scheiben.
Da die beste Ehefrau von Allen mit dem Gerontengolf immer draußen parken muss, wollte ich ihr sowas gerne spendieren. Happy wife, happy life.
Leider fehlte bei dem Polo das Adapterkabel „Steckdose-Stoßstange“ und auch der Innenraumheizlüfter. Das nutzte ich als Ausrede um auf der Rückfahrt einen heiß ersehnten Stopp bei „Biltema“ einzulegen:

Auch den Laden müsst ihr nicht zwingend kennen. Stellt euch einfach einen Baumarkt für Autoteile vor:

Auch spezielle Bedürfnisse werden dort befriedigt. Ihr stellt z.B. beim gemütlichen schrauben fest, dass euch ein 65er-Maulschlüssel fehlt?
Kein Problem, liegt bei Biltema im Regal:

Natürlich gab es dementsprechend auch ein Regal mit Motorwärmer-Zubehör in dem ich sowohl das Kabel als auch einen 1400W-Keramik-Heizlüfter fand:

Ein herrlicher Laden. Sowas würde ich mir auch in Deutschland wünschen. Allerdings befürchte ich, dass es dafür hier leider keine Marktlücke mehr gibt.

Lackaffe III

Endlich war der Lack durchgehärtet und ich konnte gucken, ob unter der stumpfen Orangenhaut ein brauchbares Ergebnis schlummerte oder doch nur erwartbarer Pfusch:

Materialmäßig habe ich 3000er Nassschleifpapier, 6000er Polierpaste, 26000er Politur sowie zwei mittelharte Polierschwämme verwendet:

Poliert wurde ausschließlich von Hand. So hat man (insbesondere als Anfänger) mehr Kontrolle über das Ergebnis. Ich habe noch dabei an dieses Tutorial gehalten.
Hierzu ein Top-Tipp:
Wenn ihr sowas von Hand aufpolieren wollt, beißt die Zähne zusammen und macht es an einem Tag.
Ihr habt am nächsten Tag so einen Muskelkater, dass ihr ansonsten eh nicht mehr weitermachen könntet.
Mit dem 3000er Schleifpapier habe ich nass vorgeschliffen, um den Sprühnebel zu entfernen und die rauesten Bestandteile der obersten Lackschicht zu brechen.
Das wurde dann schon mal deutlich besser:

Nun konnte ich mit der Polierpaste weiter machen:

Hier sieht man anhand der Spiegelung so langsam, wie der Glanz in den Kotflügel zurück kehrt:

Hier zum Vergleich eine nur geschliffene Stelle:

Nach ein paar weiteren Durchgängen spiegelte sich auch die Deckenleuchte wieder im Lack:

Am Ende habe ich ca. die Hälfte der Polierpaste verbraucht, um hier anzukommen:

Nun fehlten noch die Durchgänge mit der Politur um dem Kotflügel zu finalem Glanz zu verhelfen:

Im Ergebnis fühlt sich der Lack glatt wie ein Babypopo an. Die abgeschliffenen Partien und deren Übergänge kann man weder sehen noch fühlen. Der Lack hat auch wieder einen schön tiefen Glanz, wie der Rest des Fahrzeugs.
Ehrlich gesagt hätte ich mit so einem guten Ergebnis nicht gerechnet. Für „zeitwertgerechte“ Lackierarbeiten ist die Spraydose völlig ausreichend. Ich würde es jederzeit wieder machen.

Eh jetzt zweifelnde Kommentare ob meiner Sehkraft in die Tasten gehämmert werden:
Natürlich sehe ich den Farbunterschied im Metallic-Lack!
Ich hatte auch nie erwartet, dass das passt. Volkswagen hat seit Ende der 90er-Jahre die Farbe LA7W „Reflexsilber“ unverändert im Programm. Da ist es utopisch zu erwarten, dass sich da nie im Hintergrund die Zusammensetzung geändert hat. Ganz zu Schweigen davon, dass sich (selbst bei unserem Garagenfahrzeug) der Farbton durch die UV-Strahlung verändert hat. Gerade bei Silber-Metallic garantiert selbst eine Lackanalyse beim Lackieren nicht, dass es nachher nicht zu Farbabweichungen kommt.
Interessant war für mich daher eher das Oberflächenfinish und ob man die Übergänge an den Schleifstellen sieht. Und beides ist wirklich super geworden.
Der Farbunterschied wird auf den Bildern eh nur so deutlich, weil man mit der Nase drauf gestoßen wird.
Im Alltagsbetrieb wasche ich unsere Autos zwei mal im Jahr. Da kann man froh sein, wenn man erkennt, was die überhaupt mal für eine Farbe hatten.
So sieht es mit Abstand, inkl. Vogelschiss, aus:

Trotzdem lerne ich daraus für die nächste Spraydosenlackierung. Beim nächsten Mal würde ich versuchen, auch den neuen Metallic-Lack auf den Radlauf zu begrenzen und auch dessen Sprühnebel weg zu schleifen, so wie die Grundierung. Durch die Kante, würde es dann noch unauffälliger.