Archiv der Kategorie: Opel Combo CNG

Sommeropfer I

So schön der Sommer auch war, forderte er doch unerwartete Opfer.

Als ich neulich mit dem Combo auf der Autobahn unterwegs war, gab es einen der seltenen Regenschauer. Kein Problem, wozu hat schließlich Józef Kazimierz Hofmann den Scheibenwischer erfunden?!
Also eine kurze Bewegung mit dem Finger, der Scheibenwischer ruckt und….nix.
Am Ziel angekommen, habe ich erstmal dieses Internet konsultiert. Wie sich herausstellte sind festgegangene Scheibenwischergestänge eine typische Opel Corsa C Krankheit. Da der Combo bis zur A-Säule mit dem Corsaren identisch ist, hat er natürlich auch dieses Problem geerbt. Im Netz finden sich einige gute Reparaturanleitungen.

Während also zuhause der Rostlöser sich schon mal um die Muttern der Scheibenwischerarme kümmerte:

Rostlöser aufgetragen

habe ich im Sicherungskasten nachgesehen, ob die Sicherung überlebt hatte. Zuständig ist Sicherung Nr. 24 (?). Das ist die grüne 30 A Sicherung auf die im Bild die kleine weiße Zange zeigt:

Sicherungskasten

Die Sicherung war noch intakt, das ließ mich hoffen, dass auch der Motor überlebt hatte.
Anschließend habe ich mit Krepp-Klebeband die Ruheposition der Wischer auf der Scheibe und den Wischer auf der Fahrerseite (unterschiedlich lang) für den Wiedereinbau markiert.
Die Einweichzeit reichte aus, damit ich den Wischer auf der Fahrerseite ab bekam:

Markierungen angebracht

Der Wischer auf der Beifahrerseite ließ sich auch unter wüsten Beschimpfungen nicht lösen. Damit hatte ich schon mal eine Vermutung, wer der Urheber der Probleme war.
Also erstmal weiter gemacht und den Windlauf demontiert. Die Zuleitung der Wischerdüsen lässt sich gut in der Nähe des Wischwasserbehälters trennen:

Wischwasserleitung trennen

Danach die zwei Befestigungsschrauben der ganzen Aparatur entfernen (sofern sich die beiden Plastikdübel nicht direkt mit raus ziehen lassen) und schon liegen der Wischermotor samt Gestänge (und Arm) vor einem:

Alter Motor ausgebaut

Im Schraubstock eingespannt, ließ der renitente Wischerarm sich mittels Abzieher überreden:

Abzieher bereit

Beim einspannen im Schraubstock müsst ihr sehr vorsichtig sein. Die Enden des Gestänges sind lediglich aus Alu-Druckguss. Das gammelt gerne und ist sehr druckempfindlich. Ich habe es mit einem passenden Holzklotz hinterfüttert und dann eingespannt.
Anschließend habe ich mit zwei breiten Schraubenziehern die Koppelstangen abgedrückt. So separiert konnte ich erstmals am Beifahrerumlenkpunkt rum drücken:

Arm fest

Bombenfest. Da bewegte sich gar nichts.
Eh ich zu einem (noch) größeren Hammer wechselte, wollte ich noch versuchen, die Welle selbst auszubauen. Diese wird durch einen kleinen Sicherungsring unterhalb der Verzahnung gehalten:

Sicherungsring

Der Ring ging zwar gut ab (Achtung, er fliegt gerne weg), aber auch hier war trotz Hammer nix zu machen.
Da somit absehbar war, dass eine Reparatur des alten Gestänges maximal vorübergehend möglich wäre, habe ich direkt ein Neuteil von Mapco geordert.

Um den Einbau geht es im zweiten Teil des Artikels.

Rüsselsheimer Rohrbombe VI

Nachdem der diesjährige Nebenkriegsschauplatz abgeschlossen war, konnte der TÜV die Buddeln in ihrem alten Fettmantel inspizieren:Altes FettIch nehme das Ergebnis vorweg:
Begeisterungsstürme und fliehende Fahnen:HU bestandenDer Prüfer war sichtlich angetan vom Zustand der Flaschen, auch wenn das wenig an seiner grundsätzlichen Ablehnung der Erdgastechnik änderte. Er habe einfach zu viele Fahrzeuge gesehen, deren Tanks nicht so gepflegt würden wie meine. Dem konnte ich nicht widersprechen. Auch im Erdgasfahrerforum grassieren furchtbare Bilder.
Um so größer ist mein missionarischer Eifer für eine Fettbehandlung zu werben!
Daher habe ich Zuhause das gesamte alte Fett entfernt (Holzspatel und bergeweise Lappen). So sehen die Flaschen sauber aus:Alle Flaschen gesäubertAbsolut makellos.
Nicht ein Fünkchen Rost oder schrumpeliger Lack.
Mehr als die Fläche interessieren natürlich die Bereiche unter den Haltebändern. Von denen geht der Gammel schließlich aus. Hier die Flasche hinten links:Hintere Flasche rechtsHier die mittlere Flasche links:Mittlere Flasche linksMitte rechts:Mittlere Flasche rechtsUnd vorne (dort lassen sich die Bänder ja nicht demontieren):Flasche vorne linksHatte ich schon „makellos“ ins Gespräch gebracht?
Ihr erinnert euch ja sicherlich an den Zustand der alten Flaschen nach 7 Jahren und an die deutlichen Lackschäden nach gerade mal 1.000 km?
Die Hälfte der 7 Jahre haben die neuen Flaschen schon auf dem Buckel und es sind in den letzten ~70.000 km keine weiteren Lackschäden hinzu gekommen.
Ich finde das ganz beachtlich für „Murks mit dem man höchstens Mutti beeindrucken kann„. Dementsprechend habe ich die Flaschen nach der Inspektion auch wieder frisch eingemurkst:Flaschen neu eingefettetWir sehen uns hoffentlich erst in 2 Jahren wieder.
Für einen Durchgang sollte das Fett noch reichen:Rest GurulanDer TÜV-Prüfer hat mir übrigens noch Bilder von Erdgas-Composittanks mit Stahlinnenleben gezeigt. Ebenfalls gruselig. Leider kann man da auch nix mit Fett ausrichten.
Beim nächsten Erdgasauto würde ich darauf achten, das es Tanks ohne Stahlanteil und diese auch vor den Elementen geschützt verbaut sind.

Rüsselsheimer Rohrbombe V

Nachdem der V50 mit frischen Bremsscheiben problemlos die HU bestanden hatte, war der Combo mit AU, HU & GAP an der Reihe. Dank der Stahl-Erdgastanks ist das ja ein wenig tricky. Zuletzt hatte ich die Tanks vor zwei Jahren angeschaut und war, ob des damaligen Ergebnisses, sehr zuversichtlich. Der Plan war deshalb: hinfahren, Tankabdeckungen vor Ort demontieren, Begeisterungsstürme ernten und mit fliehenden Fahnen vom Hof reiten.
Es kam anders:

HU durchgefallen

Das mit dem Licht: Geschenkt. Hätte der Prüfer auch als geringen Mangel durch gewunken, wenn ansonsten alles i.O. gewesen wäre. (Ich habe die Scheinwerfer Abends mit Vaddern wie früher eingestellt.)
Allerdings konnte beim Prüftermin die GAP nicht durchgeführt werden, was automatisch eine versagte HU nach sich zieht.
Und was war es nun?
Völlig vergammelte Gasbuddeln?
Undichte Gasanlage?
Unzulässige Beschichtung der Flaschen?
Nix von alledem!
Es scheiterte schlicht an den Titanic-mäßig verrosteten Haltern der Handbremsseile:

rostiger Handbremskabelhalter

Die verdammten Mistdinger sind links und rechts an der vorderen Abdeckung der Tanks montiert:

Bremsseilhalter Übersicht

Leider waren die Schrauben so fest gegammelt, dass ich sie nur noch rund drehen konnte. Ohne Demontage der Halter lässt sich aber die Abdeckung nicht entfernen. Ohne entfernte Abdeckungen kann der Prüfer nicht sehen, ob die Flaschen rostig sind und ohne Sichtprüfung keine GAP. Ohne GAP keine HU.
Das Leben ist ein mieser Rattenschwanz.
Also bedröppelt wieder nach Hause gefahren und zum Werkzeug gegriffen:

Schraube ausgebohrt

Eine Schraube habe ich raus gedreht bekommen. Die drei Anderen musste ich ausbohren. So war wenigstens schon mal die Abdeckung ab.
Leider sitzen die Schrauben in solchen Plastiknieten:

Kunststoffdübel

Die ausgebohrt Reste bekam ich dort partout nicht raus, so dass auch die Nieten dran glauben mussten.
Vaddern entrostete derweil die oblatendünnen Halter:

Halter entrostet

Ich habe sie dann 2x mit Fertan bepinselt und anschließend mit Brantho Korrux 3in1 lackiert.
Für die nun fehlenden Schrauben und Dübel hatte ich mir auch schon etwas überlegt. Mittels Hammer waren flugs aus einer Gewindestange zwei „U“ gebogen:

U-Bolzen basteln

Die Bögen haben einen Abstand von 5 cm und passen damit genau durch die Dübellöcher:

U-Bolzen in Abdeckung

Wieder eingebaut habe ich eine gerade Linie vom tiefsten Punkt der Karosserie gezogen, um zu bestimmen, wie viel von den Schenkeln der „U“s ab muss:

Überstand Bolzen

Da gab es dann noch einen Sicherheitszuschlag und ich konnte die Halter final montieren:

Neue Handbremskabelverschraubung

Mal sehen, wie sie in 2 Jahren aussehen.

P.S.:

Natürlich war ich nochmal beim TÜV zur Nachuntersuchung. Das ist aber eine eigene Geschichte.

Servicezeit

Seit dem letzten Service ist ein problemloses Opel CNG Jahr vergangen. Zeit, mal wieder Hand anzulegen:

170500 Service

Ich erspare euch die Details. War nix bei, was wir hier nicht schon in den letzten 6 Jahren in epischer Länge ausgebreitet hätten. Bei Bedarf sucht einfach nach „Opel Combo Service„.

Ich möchte nur nochmals darauf hinweisen, was für ein elendiges *#¿&π¶∆* der Tausch des Innenraumluftfilters ist. Wer sich das ausgedacht hat, kommt in die Hölle. Mindestens für eine Viertelstunde!

Egal. Es war Garagendonnerstag und ich hatte Bier. Das linderte den Frust.

Kommen wir also zur allseits beliebten, tendenziösen Statistik:
Gefahrene Kilometer: 118.500 km
Davon auf Gas gefahrene Km: ~116.700 km
Verbrauchtes Gas: 6007,13 Kg (bei 5,1475 Kg/100 km)
Gaskosten (bei durchschnittlich 1,019€/Kg): 6121,26 €
Durchschnittsgaskosten/100 km: 5,25 €
Durchschnittsspritkosten/100 km bei vergleichbarem Benzinmodell: 10,47 €
Ersparnis: ~6.285.98 €

Ostergefühle

Die Sonne scheint, da ist es höchste Zeit, die Sommerpuschen aufziehen:ReifenwechselUnd es wäre kein Opel, wenn es nicht auch die Gelegenheit wäre, um die Bremse mal wieder zu zerlegen:Bremssattel hinten rechtsIn letzter Zeit nahmen die Quietschgeräusche wieder deutlich zu. Insbesondere auf Langstrecke nervte das erheblich. Ich habe daher beide Hinterradbremsen zerlegt, gereinigt, die Nasen der Belagträger weiter abgefeilt und anschließend wieder alles mit „Anti-Quietsch“ zusammen gebaut.
Frühling und Herbst sind auch immer die Gelegenheiten an denen Lola und die Gorilla Tageslicht schnuppern dürfen:Gorilla und Lola an der frischen LuftHinter denen hängt nämlich der große Terassentisch an der Wand. Die Gorilla will ich dieses Jahr auch wieder mehr fahren. Ne, ehrlich!….