Archiv der Kategorie: Opel Combo CNG

Immer auf den Arsch

Als noch Schnee lag, hatte ich ja schon mal angedeutet, dass der Besten von Allen einer an der Ampel hinten auf den Combo gerutscht war.
Alles harmlos, aber es dauerte doch etwas, bis die Sache mit der Versicherung geklärt war. Nachdem das Geld auf unserem Konto an kam, konnte ich an Ostern (neben dem Fensterheber) an diese Reparatur gehen.
Der gegnerische Wagen hat die Stoßstange glücklicherweise schön mittig getroffen:

Ein paar Schrammen und ein leichter Knick in der Stoßstange. Bei 208.000 km auf der Uhr alles geschenkt.
Nur der zerdepperte Parksensor störte. Den hatte ich doch gerade erst eingebaut!
Glücklicherweise fanden sich in unserem Fundus noch zwei ungenutzte Sensoren, von der Reparatur der Parksensoren am Porsche:

Da das alles vom identischen Band in China fällt, passten sogar die Stecker.
Also Seitenverkleidung entfernt und getestet, welcher Stecker zum defekten Sensor geht:

Anschließend noch die Stoßstangenhaut teilweise lösen und alles raus fummeln.
Der defekte Sensor ließ sich gut aus der Stoßstange entfernen. Dank Spiralschlauch kam ich auch bequem an die Verkabelung:

Ist auch nach wie vor meine Empfehlung für die Verlegung von Kabeln im Auto.
Mittels Kabelspirale ließ sich das Kabel des neuen Sensors anschließend auch wieder gut in den Innenraum befördern:

Anschließen, Sensor in die Stoßstange drücken, testen, glücklich sein:

Die knapp 1000 € von der Versicherung waren knapp angemessen für die Reparatur.

Wer gut schmiert,…

… der gut lüftet.

Die Beste von Allen bemerkte vor einiger Zeit, dass das Fahrerfenster beim Combo sich nur widerwillig mit rucken und stocken schloss.
Mit Grauen erinnerte ich mich direkt an die Reparatur des Fensterhebers beim Porsche. Ich startete daher einen müden Versuch, dass nach meiner Wiederbefüllung der Klimaanalage ja eh niemand ein Fenster öffnen müsse.
Augenrollen ist jedoch auch leider eine Antwort.
In der Vorbereitung habe ich bei Daparto den passenden Fensterheber raus gesucht und geordert. Die Preise sind gut und die Auswahl groß.
Ich habe da einfach die Daten unserer (Alltags-)Autos (HSN/TSN) abgespeichert und habe so immer eine direkte Anlaufstelle.
Das Paket trudelte nach kurzer Zeit dann auch ein:

Wie beim Porsche sah der Reparatursatz erstmal überschaubar aus:

Über die Ostertage hatte ich zwangsweise genug „lärmfreie“ Zeit, um an die Reparatur zu gehen.
Natürlich muss dafür die Türverkleidung ab.
Auch hier empfiehlt sich die Anschaffung eines Kunststoffhebel-Sets:

Die Griffschale rings um den Türöffner ist extrem fest eingeclipst. Da braucht ihr mehrere Hebel und müsst euch Stückweise vorarbeiten.
Darunter findet ihr eine der Befestigungsschrauben:

Auch das Spiegeldreieck samit Hochtöner muss raus:

Darunter sitzt ebenfalls eine verdeckte Schraube. Der Stecker des Hochtöners saß bei mir bombenfest und ließ sich nur mit einer Zange gaaaanz langsam los wackeln. Obacht.
Die restlichen Schrauben der Türverkleidung sind gut sichtbar (mittig am Griff und zwei unten drunter). Außerdem hat sie noch drei Plastikclips (zwei an der linken Rundung, einen rechts mittig).
Bevor ihr nun aber die Türverkleidung abnehmen könnt, muss noch die innere Schachtleiste raus.
Die Bastardin sitzt ebenfalls bombastisch fest und ihr müsst beim Ausbau vorsichtig sein, dass ihr sie nicht verbiegt.
Am besten startet man mit einem soliden Hebel an der äußeren Ecke:

Dort ist die Leiste leicht angeschrägt, so dass man mit dem Hebel darunter kommt. Dann Stück für Stück voran arbeiten.
Danach hat die Verkleidung genügend Spiel in den Klammern, dass man sie nach oben entnehmen kann:

Nun geht es an die Türfolie:

Auch hier ist viel Feingefühl beim ablösen nötig, damit sie nicht reißt.
Ich habe sie rechts sitzen lassen, um später wieder einen genauen Startpunkt für’s verkleben zu haben:

Anschließend habe ich erstmal unten in der Tür sauber gemacht. Da hat sich im Laufe der Jahre einiges an Krümelei abgelagert:

Danach habe ich eingehend die Mechanik untersucht. Interessanterweise konnte ich weder defekte Zahnräder noch verschlissene Führungen finden.
Es war eher so, dass die gesamte Mechanik trocken-klebrig war:

Auch das Zahnrad des Motors war nahezu trocken:

Ich habe mir daher einen Lappen sowie reichlich Bremsenreiniger geschnappt und alles sauber gemacht, um es anschließend gründlich zu fetten.
Irgendwie habe ich vergessen von den frisch gefetteten Teilen Bilder zu machen. Aber ich glaube, ihr könnt euch vorstellen, wie sowas aussieht.
Auf jeden Fall wurde mit jedem Testlauf nach einem neu gereinigten und geschmierten Teil der Lauf des Fensterhebers wieder deutlich geschmeidiger.
Dem Wahlspruch „never touch a runnig system“ folgend, packte ich den neuen Fensterheber beiseite. So ganz ohne Not bohre ich da keine Nieten aus.
Um die Folie wieder zu verkleben, bin ich mal einer Empfehlung gefolgt und habe eine Rolle 3mm Butylrundschnur gekauft:

Das Zeug lässt sich super verarbeiten, klebt gut und löst sich notfalls auch wieder zuverlässig ab.
Da es mit 3mm sehr dünn ist, habe ich es einfach doppelt gelegt:

Dann einfach wieder die Folie drauf klappen, korrigieren, wo es nötig ist und fest streichen. Fertig:

Super Zeug. Hier viel besser als Sikaflex oder Doppelseitiges Klebeband.
Anschließend drückt ihr noch die überlebenden Plastikclipse wieder in ihre Löcher und montiert die Türpappe samt übrigem Geraffel.
Ich bin gespannt, wie lange die „Reparatur“ hält und wann ich doch den neuen Fensterheber brauche.

Rüsselsheimer Rohrbombe VII

Zwei Jahren waren um, daher ging es mit dem Combo wieder zum TÜV für AU/HU & GAP.
Der neue Prüfer war sichtlich angetan, dass ich um die Fallstricke einer CNG-Begutachtung wusste und schon die Abdeckungen der Tanks entfernt hatte.
Wir spielten dann noch ein bisschen Schwachstellenquartett („Hatter …?“, „Hab ich schon repariert/ersetzt.“) und ruck-zuck konnte ich den Combo mit neuer Plakette und „ohne erkennbare Mängel“ wieder mit nach Hause nehmen. Sehr schön. Wir sehen uns 2022 wieder.
Natürlich habe ich die Chance genutzt und wieder die Flaschen auf Korrosion untersucht:

Hier nochmal die hinteren beiden Flaschen genauer:

Ich habe die Flaschen abgestützt um auch unter die Haltebänder (von hieraus geht der Rost bekanntermaßen aus) gucken zu können:

Wie alle Jahre zuvor zeigen sich die Flaschen hier jedoch glücklicherweise makellos:

In bekannter und bewährter Manier habe ich anschließend die Haltebänder mit frischem Fett beaufschlagt, so dass es beim anziehen herausquoll:

Bei der anschließenden sinnlichen Fettmassage der Flaschen habe ich die Haltebänder mit diesem herausgequollenen Fett wieder „abgedichtet“.
Ich habe mittlerweile keinerlei Bedenken, dass die Flaschen so behandelt bis zu ihrem behördlichen Lebensende 2034 durchhalten.
Die alten Flaschen haben sie zumindest bald schon eingeholt. Die hielten gerade mal 6 Jahre und 115.000 km. Im Oktober wird der Combo 12 Jahre alt und hat frisch die 200.000 km überschritten:

Schwedisch schrauben

Es vergeht ja kein Urlaub, in dem ich nicht irgendwas finde, um mir wenigstens ein bisschen die Hände schmutzig zu machen.
So auch beim schon angedeuteten Ausflug in das dank Corona erfreulich leere Schweden:

Für unsere verderblichen Vorräte hatten wir eine 12V-Kühlbox, angeschlossen an den „12V-Aschenbecher„, dabei. Das lief bisher auch immer klaglos.
Nur jetzt gab sie auf dem Hinweg plötzlich kurz vor der Fähre den Geist auf. Interessanterweise funktionierte auch die nachgerüstete Einparkhilfe samt Rückfahrscheinwerfer nicht mehr. Unterwegs gab es jedoch keine Möglichkeit, der Ursache auf den Grund zu gehen.
Vor Ort nutzte ich einen ruhigen Nachmittag, um genauer nachzuschauen:

Das die Sicherung durchgebrannt war, war schnell offensichtlich. Interessanterweise hängen die Rückfahrscheinwerfer (und damit auch meine Einparkhilfe) beim Combo C mit am Aschenbecher. Fragt mich nicht, warum das für die Opel-Ingenieure eine zwingende Kombi war.
Ohne Multimeter war es allerdings ein längerer Ersatzsicherungen-Opfergang bis ich alle Kombinationen durchprobiert hatte, um den 12V-Aschenbecher als Übeltäter zu identifizieren.
Glücklicherweise lässt sich der Innenraum ohne Werkzeug zerlegen:

Wohlweißlich habe ich damals das Ganze so aufgebaut, dass man den 12V-Aschenbecher ohne Lötkolben/Seitenschneider deaktivieren kann:

Ein unachtsamerweise unverschlossen in der Nachbarschaft abgestellter Volvo XC60 spendierte mir dann die nötige 20A-Sicherung, um für die Rückfahrt wenigstens Navi und Parkpiepser zu haben:

Freundlicherweise brachten mir Vaddern und Tobias aber von einem Streifzug über südschwedische Schrottplätze (Klar, was soll Familie Koch auch sonst im Urlaub machen?!) eine Hand voll Micro-Sicherungen mit, so dass ich sowohl den XC60 als auch den Combo wieder voll bestücken konnte:

Was sie mir noch von Delplocken in Falkenberg mitbrachten, ist übrigens eine eigene Artikelserie wert. Herrliche Bastelei! Aber ich schweife ab…
Zurück an der heimischen Werkbank habe ich den 12V-Aschenbecher ausgebaut und mit dem Multimeter durchgemessen:

Das diente allerdings nur der Versicherung, denn dass der von mir zur Isolierung genutzte Schrumpfschlauch aufgrund der Hitze geschrumpft war, war offensichtlich:

Über diese blanke Stelle hatte die Ringöse Kontakt mit der blanken Außenwand des Zylinders und verursachte den Kurzschluss.
Das ließ sich einfach fixen, so dass er nun wieder ordnungsgemäß funktioniert. Hat die Kühlbox wohl ein bisschen viel Strom gezogen.

Service 2020

Wie gesagt stand für den Combo noch ein kleiner Service an:

Nix besonderes, aber muss gemacht werden. Alles schon mal da gewesen:

Für den Combo gab es eine neue Runde Zündkerzen. Die NGK Laserline 1 hatten sich bewährt. Daher gab es davon neue:

Das Kerzenbild der alten Zündkerzen war tadellos:

Lediglich Kerze Nr. 3 ist ein wenig pink. Menschen behaupten, dass dies auf zu mager hindeutet. Bei modernen Motoren gebe ich da aber recht wenig drauf. Kein Handlungsbedarf meinerseits.

Einziges Problemchen waren zum Abschluss die Gummihalter der Motorabdeckung. Die Abdeckung wird hinten geschraubt und hält vorne lediglich in zwei Gummistücken. Die waren im Laufe der Jahre einfach zerbröselt und nun klapperte die Abdeckung lose auf dem Motor rum. Wer sie ebenfalls ersetzen muss, die Ersatzteilnummer lautet bei GM 90412868 bzw. bei Opel 607812:

Links neu, rechts zerbröselt. Sollten sie bei euch gänzlich verschwunden sein, sie werden in diese kleinen Nasen am Ventildeckel geklemmt:

Damit war der Service durch und es konnte auf große Fahrt gehen.