Trennungsgrund III

War das Getriebe nun endlich dicht?
Nein, natürlich nicht! Es siffte wieder zwischen Welle und Dichtring. Nicht so stark wie vorher, aber trotzdem stetig.
Ok, also erstmal pragmatisch lösen und gucken, ob ich wenigstens das immer noch mahlende Laufgeräusch abgestellt bekomme.
Für die Zwischenzeit musste ein nach Schablone geformtes Sperrholz mit Kinderleggnisbein als Auffangschälchen für die Öltropfen dienen:

Da das Zwischenlager der Antriebswelle ja nun offensichtlich (nicht alleine) der Schuldige war, habe ich mal den Wagen an jeder Ecke angehoben und die Räder von Hand gedreht.
Ja, ich weiß: Auf die Idee hätte ich auch schon viel früher kommen müssen.
Keine Angst, ich ärgere mich schon ausreichend selbst.
Nützt ja nix. Natürlich konnte man vom hinteren linken Rad deutliche Laufgeräusche vernehmen und es lief auch viel zu leicht.
Radlager fritte.
Gut, also Ersatzteil geordert und an den Austausch gemacht.
Aufbocken, Rad runter, Bremssattel ab:

Danach noch die Bremsscheibe samt Träger runter und die Radnabe ist frei.
Dabei kann man dann auch gleich einen Blick auf die Endgegner werfen: Die vier Bolzen, mit denen das Radlager am Radträger befestigt ist und deren Gewinde seit 15 Jahren Salz, Schnee und Regen ausgesetzt sind:

Natürlich sind das auch so mickrige Innen-Torx-Schrauben.
Reichlich Attacke mit der Drahtbürste später sehen sie leider nicht viel besser aus:

Also noch über Nacht in Rostlöser einlegen und das Beste hoffen.
Auf der Rückseite empfiehlt es sich, das Federbein auszubauen. Ansonsten kommt man da gar nicht mit geeignetem Werkzeug ran:

Nach liebevoller Behandlung mit Wunderchemie habe ich mich mit dem Schlagschrauber den Mistdingern genähert:

Ende vom Lied?
Drei haben sich gelöst, eine war rund.
Das war der Moment, in dem ich beschloss, dass der V50 uns wohl verlassen müsse.
Der Rest ist Geschichte, mit bekanntem Ausgang. Hätte ich mal nicht aufgegeben…

4 Gedanken zu „Trennungsgrund III“

  1. Schrauben, deren Gewinde so aussehen, kommst Du mit Chemie kaum mehr bei – da braucht’s Hitze bis zur Rotglut. Entweder per kleinem Autogenbrenner oder (super, aber teuer) per Induktionsheizgerät.
    Auf den rund gedrehten Torx-Kopf kannst Du eine große Mutter schweißen (durch’s Gewindeloch), dann hast Du viel Hitze eingebracht und eine schön große Angriffsfläche für ein kräftiges Werkzeug. Zusätzlich hilft, außen den rostigen Gewindestumpf bündig mit der Anschweißmutter abzuflexen, dann muss nur das nötigste an rostigem Gewinde durch die Anschweißmutter.

  2. Ich hatte das mal bei nem Golf5 gehabt, eine von vier Schrauben war rund. Achsschenkel ausgebaut und die schraube vorsichtig ausgebohrt, das wirkte. Ist aber natürlich an ner hinterachse bisschen blöder umzusetzen

  3. Hatte ich auch ähnlich an einem Audi von 2010. Hier war allerdings der Gewindegang nur im
    zu tauschenden Radlagergehäuse, so dass ich die Schraube direkt im Gehäuse abflexen konnte. Dafür habe schon die Schraube der Antriebswelle nicht aufbekommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.