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Platz an der Sonne III

Ok, die 60 PV-Platten mit ihren 29,5 kwP lagen nun auf dem Genesungswerk. Aber irgendwie muss der Strom da ja auch runter kommen.
Die Strings auf dem Dach haben am Ende jeweils einen weiblichen (im Bild links) und einen männlichen (im Bild rechts) MC4-Stecker (vulgo „Stäubli-Stecker„):

Achtung! Auch wenn man den rechten Stecker auf den ersten Blick für einen weiblichen Stecker halten könnte, ist das ein männlicher! Es kommt nämlich auf den Pin im inneren an:

Musste ich auch erst lernen.
Üblicherweise muss man diese Stecker mit einer besonderen Zange crimpen. Für ungeübte nicht ganz trivial.
Da sollte man sich ruhig 5-6 Stecker extra bestellen und erst mal an einem Restkabel üben.
Zumal nach einer Untersuchung des Frauenhofer-Institutes der Großteil aller PV-Brände auf mangelhafte Elektroinstallationen zurückzuführen ist und hier insbesondere die Steckverbindungen auffällig waren.
Eine Fehlerquelle, die ich gerne vermeiden wollte.
Daher griff ich zu den (verhältnismäßig) neuen Weidmüller „PV-Sticks“:

Die funktionieren nach dem Federklemmenprinzip, dass wir schon seit Jahren von den Wago-Klemmen kennen.
Die Federklemmen haben den Vorteil, dass Temperaturschwankungen durch die Federkraft ausgeglichen werden und so immer ein gleichmäßiger Kontakt besteht.
Um auch bei der Verkabelung auf Nummer sicher zu gehen, wählte ich statt der rechnerisch ausreichenden 4mm²-PV-Kabel die dickere 6mm² Variante.
Da braucht man dann aber eine ordentliche Zange, um die Kabelenden abzuisolieren:

PV-Stick 1

Auf den Steckern gibt es extra ein Piktogramm, wie weit man die Kabel abisolieren soll (15-16mm):

PV-Stick 2

Auch an die passende Länge tastet man sich am besten mit einem Reststück Kabel heran.
Danach das Kabel leicht verdrillen und in den PV-Stick einführen.
Da ist ordentlich Kraft nötig, bis die Federklemme im Inneren auslöst. Für den besseren Gripp habe ich die Überwurfmutter, die später den Mantel klemmt, 2-3 Umdrehungen aufgedreht. So hat man mehr Stecker in der Hand.
Das versprochene „Klick“-Geräusch beim auslösen der Federklemme ist bei den 6mm²-Kabeln jedoch schwer zu hören. Das lässt einen etwas verunsichert zurück. Ggf. ist das aber bei den dünneren 4mm²-Kabeln besser zu hören.
Anschließend nochmal kräftig am Kabel ziehen und dann die Überwurfmutter aufdrehen. Fertig.

Die Kabel der Strings laufen dann am Rand des PV-Feldes nach unten und dort gebündelt in ein UV-beständiges Wellrohr, dass an dem „Tisch“ einer der Industriefalzklemmen befestigt ist:

Übergang zum Wellrohr

„Eigentlich“ sollte durch die Verlegung innerhalb des Modulrahmens keine Feuchtigkeit an die Kabel gelangen. Sollten dennoch Tropfen am Kabel herabrollen, fungiert der (UV-beständige) Kabelbinder kurz vor dem Wellrohr als Abtropfstelle.
Das Wellrohr überbrückt dann die 70 cm zur Traufkante des Daches:

Wellrohr auf dem Dach

Dort verschwindet es unter dem Schwallblech und führt die Kabel, vor den scharfen Metallkanten des Sandwichpaneels geschützt, um selbiges herum.

Kabelführung um die Dachkante

Auf der Unterseite mündet das Wellrohr in einen Kabelkanal, welcher mit der Dachschräge wieder ansteigt, um dann in einen Anschlusskasten zu münden:

Kabelkanal unterm Dach

In dem Anschlusskasten sitzen zwei PV-Lasttrennschalter, mit denen sich String 1 (unten) und String 2 (Mitte) bzw. String 3 (oben) komplett trennen lassen:

DC Trennschalter

Im Wartungs- oder Brandfall lässt sich so die Anlage selbst unter Volllast vom Wohnhaus trennen, ohne dass es einen Funkenschlag gibt.
Für die Feuerwehr kommen da noch entsprechende Aufkleber drauf. Auch an den Schaltschrank kommt ein Hinweis.

So verklemmt konnte ich den Duspol schwingen:

750V pro String

Es sind gleichmäßig 750V je String. Das lässt genügend Luft für die maximal zulässigen 1000V je String des Wechselrichters (Fronius Verto 25.0 Plus).

Wie der Strom vom Anschlusskasten ins Haus kommt, berichte ich euch später.

Platz an der Sonne II

So, die erste Reihe „Industriefalzklemmen 2.0“ saß auf dem Dach, jetzt konnte es losgehen mit den Solarplatten:

Module aufs Dach

Natürlich haben die beste Ehefrau von allen und ich jedes mal die Schuhe gewechselt, wenn wir auf’s Dach geklettert sind, um den Lack nicht zu zerkratzen.
So, wie schon beim verschrauben der Sandwichplatten.
Ich kann mir gut vorstellen, was der gemeine Solateur zu solch einem Ansinnen gesagt hätte.
Egal. Los geht’s!
Natürlich war die erste Reihe die schwerste:

Die ersten Module ausrichten

Bis wir alles ausgerichtet und vermessen hatten dauerte es ewig.
Schließlich macht Trina genaue Vorgaben in welchen Bereichen die Platten für welche Wind-/Schneelasten geklemmt werden dürfen.
Diese Abstände passen natürlich nicht zu 100% zu dem Rastermaß der Roma RD-Dachplatten.
Also galt es die Abstände und Ausrichtungen der Platten so zu arrangieren, dass alle Platten möglichst hohe Lasten aushalten.
Das hatte ich natürlich vorher schon alles geplant, aber wie wir wissen, überlebt kein Plan die erste Feindberührung.
Brauchten wir anfangs noch gut 30 Minuten pro Platte, lagen wir am Ende der 60 Module bei 7 Minuten pro Platte. Ist halt alles Übungssache.
Da die Tage regelmäßig über 30°C hatten, war es tagsüber auf dem dunklen Dach nicht auszuhalten. Daher arbeiten wir von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr und dann nochmals von 19 Uhr bis 23 Uhr.
Dementsprechend lief aber auch das Tauwasser morgens vom Dach, so dass ich zur Unfallverhütung (nicht dass ich da auch noch was flicken muss) immer erst wischen musste:

Dach wischen

Die Nachbarn nehmen solcherlei Absurditäten mittlerweile nur noch schulterzuckend hin.
Zum Frühstück an Tag zwei hatten wir den ersten String fertig:

String 3 fertig

Immer zwei Reihen wurden in Reihe geschaltet, so dass sich aus den 20 Modulen eine Stringspannung von ~750V ergibt. Das kann der Wechselrichter (Fronius Verto 25.0 Plus) gut verknuspern.
Das hatte auch den schönen Nebeneffekt, dass die Verkabelung sehr simpel war:

Kabelmanagement

Plus- und Minusleitung beider Reihen endeten so auf einer Seite und konnten ohne lange Zusatzleitung zum Anschlusskasten geführt werden.
Auf dem Bild seht ihr auch die Edelstahl-Federklemmen, die ich für das Kabelmanagement verwendet habe. Ebenfalls ein Top-Tipp!
Damit hängen keine Kabel runter und alles ist schön geschützt innerhalb des Rahmens verlegt. Der Aufpreis zu UV-beständigen Kabelbindern ist marginal.
Etwas, worüber ich mir vorher keine Gedanken gemacht hatte, war, wie wir die Module von der Palette runter bekommen.
Bei der ersten (nicht vollständigen) Palette war das kein Problem:

Halterung 1. Palette

Da konnte ich einfach beide Stapel mit Klemmzwingen und Hartschaumplatten an der Mittelwand sichern und die grünen Sicherungsbänder durchtrennen.
Um dann eine einzelne Platte zu entnehmen, löste man die Klemmzwinge, klappte die Platte vor und verspannte den Rest wieder.
Eine Technik, die bei der zweiten (vollen) Palette nicht funktionierte:

2. Palette PV-Module

Die Experten haben da ein extra Stützgestell, dass sie neben die Palette stellen und dann den ganzen Stapel dagegen lehnen.
Hatte ich nicht. Aber ich war motiviert!
Ein paar Kanthölzer (von der Verkleidung des Containers) später war auch diese Hürde genommen:

Modulstütze 1

Danach hieß es wieder Platten legen, bis die Dunkelheit den Schlussstrich zieht:

Sonnenuntergang auf dem Dach

Aber auch das war irgendwann fertig:

Dach fertig

29,5 kwP liegen jetzt drauf. Zeit für den elektrischen Anschluss…

Platz an der Sonne I

Wir alle wissen, dass mit „eigentlich“ immer eine Lüge beginnt.
„Eigentlich dürften da keine Eisberge kommen, Kapitän.“
„Eigentlich war Hitler Kommunist.“
„Eigentlich war ich dir immer treu.“

So auch bei uns.
Eigentlich standen für dieses Frühjahr die geplanten Pflasterarbeiten rings um das Genesungswerk an. Die waren schon so lange geplant, dass mittlerweile zwischen den Pflastersteinen ein Rudel kleiner Wölfe überwinterte:

Pflastersteine warten

Geplant. Eigentlich.

Dann aber überlegte Frau Reiche laut, dass das mit den erneuerbaren Energien eine überdenkenswerte Idee sei. Also spontan alles über den Haufen geworfen und die PV-Anlage für das Genesungswerk vorgezogen.
Wir erinnern uns, dass die PV-Anlage dort von Anfang an vorgesehen war und ich dafür extra besondere Sandwichplatten als Dacheindeckung verbaut hatte.

Die sind auch direkt der Startpunkt.

Die Firma SL-Rack bietet für die Roma-RD-Sandwichplatten spezielle Träger („Industriefalzklemme 2.0„) an.
Da auch schon mein erster Tipp:
Solltet ihr das nachmachen wollen, wendet euch unbedingt mit eurem Projekt an den Support von SL-Rack bzw. nutzt deren Online-Planungstool!
Die Leute dort sind super hilfsbereit! Ich habe von dort kostenfrei eine komplette Statik samt Stücklisten und Verlegeplänen für mein Dach und meine Module bekommen!
Das war eine riesen Hilfe!
Und bei 3,80€ pro Industriefalzklemme konnte ich eigentlich noch nicht mal über den Preis meckern.
Eigentlich.
Denn die Qualität der Klemmen ist noch deutlich ausbaufähig. Aber dazu später mehr.

Bei den Modulen verließ ich mich auf die Empfehlung eines Bekannten und entschied mich für Module der Firma Trinasolar.
Genauer Trinasolar TSM-495NEG18RC.27:

Typenschild Module

Die Module im Industrieformat (wichtig für den Abstand der Falzklemmen) 1961 x 1134 x 30 mm haben 495 Wp bei einer verhältnismäßig niedrigen Spannung von 33,1-39,8 V.
Auch hier war der Preis mit 62 €/Stück attraktiv.
Also 60 Stück geordert.
Die Lieferung war gewohnt abenteuerlich:

Module abladen

Aber nichts, was sich nicht mit zwei Hubwagen, verschiedenen Unterleghölzern und einer Person als Kontergewicht lösen ließ.
In der Garage gelandet:

PV-Module in der Garage

So konnte ich auch erstmals die Kombination Industriefalzklemme, Endklemme und PV-Paneel in Echtzeit testen:

PV-Klemmen

Sieht schon mal gut aus.
Also den Aufbau auf dem Dach vorbereiten.
Da das Genesungswerk in den Hang hineingebaut ist, ist an der äußeren Ecke, die Traufkante lediglich 2m über dem Boden. Eine ägyptische Rampe wie bei den Sandwichplatten konnte ich mir für die 25 kg-PV-Modulen sparen.
Es reichte ein Podest und ein Katenschutz am Traufblech, so dass man das abgestellte PV-Modul von oben greifen und auf das Dach heben kann:

Podest

Dank der Vorarbeit von SL-Rack und eines selbst erstellten Verlegeplanes, wusste ich wo die erste Reihe Falzklemmen sitzen musste, damit ich später noch genügend Platz habe:

Falzklemmen ausrichten

Die gespannte Schnur hilft dabei, dass nachher alles schön gleichmäßig aussieht.
Hier nochmals ein Detailbild, wie die Falz- und Endklemmen später die PV-Platten halten:

Aufbau Falzklemme

Die „Industriefalzklemme 2.0“ greift um das Schwalbenschwanzprofil der Roma RD Sandwichplatten und wird durch zwei Klemmschrauben gehalten. Diese Klemmung fixiert auch eine Art „Tisch“, auf dem später der Rahmen des PV-Moduls liegt. Die Endklemme greift in eine Nut in diesem Tisch und wird ebenfalls über eine Schraube verspannt.

Jedoch zeigte sich schon bei der ersten Reihe Falzklemmen, dass das Produkt noch ein Update auf „3.0“ benötigt.
Wer mich kennt, weiß, wie penibel ich arbeite, aber selbst die zärtlichste Verwendung des Drehmomentschlüssels konnte nicht verhindern, dass bei 10 von 150 Klemmen das Alugewinde selbst den von SL Rack vorgeschriebenen 10 Nm nicht standhielt:

Gewinde ausgerissen

Abhilfe schafft dann nur noch Gewinde ausbohren und einen (Edelstahl-)Bolzen samt selbstsichernder Mutter verwenden.
Das an den Industriefalzklemmen über und über Metallspäne klebten, war da das geringere Ärgernis:

Falzklemmen Ausschuss

Das ließ sich mit einem Lappen und einem Nachmittag Putzeinsatz beheben. Aber weder die ausgerissen Gewinde noch die Metallspäne hätten einen Profi vom verbauen abgehalten.

Wie die Platten aufs Dach kommen, behandeln wir dann im nächsten Artikel.

Puzzle für Fortgeschrittene

Wie schon angedeutet gibt es aktuell einige Tiefbauarbeiten rings um das Genesungswerk.
So wünschte sich z.B. die beste Ehefrau von Allen eine Terrasse in der Nähe des Klettergerüstes, die an die befahrbare Pflasterfläche des Genesungswerkes anschließen sollte. Die Maße waren schnell abgesteckt und die passende Grube für die Frostschutzschicht ausgehoben:

Grube ausgehoben

Wie schon geschrieben ist Andesit bei uns das Füllgestein der Wahl.
Um es zu verdichten lieh ich statt des „Kamelbusses“ vom Weisen aus dem Nachbardorf ein größeres historisches Kaliber. Die Platte hat 350 kg und war dementsprechend unhandlich zu transportieren:

Rüttelplatte transportieren

Aber mittels OSB-Platten-Straße und Hubwagen ließ sich das alles bewerkstelligen:

Rüttelplatte angekommen

Aufgrund der Eigenschaft „unaufhaltsam alles gleich zu machen“, taufte die Beste die Rüttelplatte ziemlich schnell auf den Namen „Iljitsch„.
Iljitschs 1-Zylinder-Diesel wird per Handkurbel gestartet.
Der zugehörige Dialog mit dem Weisen aus dem Nachbardorf war:
„Du hast zwei Startversuche. Danach machst du eine Bierpause.“
„Warum? Braucht der Motor eine Pause?“
„Nein, deine Arme!“
Eine Aussage, die sich absolut bewahrheitete. Bei Temperaturen knapp über 0ºC hatte ich absolut keine Chance Iljitsch von Hand zu starten.
Der Beste Nachbar der Welt schaffte es noch, aber dessen Oberarme sind auch 2,7x meine. Wenn man es aber nicht in den Armen hat, muss man es oberhalb der Schultern haben:

Motor vorwärmen

Nach 15 Minuten Heißluftfön reagierte Iljitsch auch auf meine dürren Bourgeoisten-Arme mit husten und prusten. Also lagenweise verdichten:

Finale Lage verdichtet

Darauf kam dann eine 4 cm Schicht aus 0-2 Mineralgemisch, deren Gefälle ich mittels eingelegter Winkel (von der Aufhängung des Tores) festlegte:

Schienen auf Splitt

Zum abziehen konnte ich mir wieder professionelles Equipment ausborgen:

Splitt abziehen

Das klappte damit ganz vorzüglich!
Ähnlich wie bei Männern, tendiert die Beste auch sonst zu eher unkonventionellen Lösungen. So kamen für sie natürlich keine üblichen Terrassenplatten in Frage, sondern sie entschied sich für die Platten „Old Town“ von KANN. Eines ihrer Argumente war, dass durch die historische Optik, es nichts ausmachen würde, wenn in den Fugen Unkraut wachsen würde. Wäre in Italien und Griechenland ja schließlich auch überall so. Eine bestechende Logik!
Durch die unterschiedliche Form der Platten ist eine willkürliche Kombination nicht möglich. Insbesondere nicht, wenn man ein spezifisch abgegrenztes Gebiet damit auslegen möchte. Aber nach ein paar Stunden Zugfahrt hatte ich einen eigenen Verlegeplan maßstabsgerecht ausgeklügelt:

Verlegeplan

Wie beim puzzlen sortierten wir die Steine erst mal:

Steine Sortiert

Beginnend an der Pumpenbank machten wir uns dann daran, den Verlegeplan Stück für Stück abzuarbeiten:

Erste Platten gelegt

Dabei kam es nicht nur darauf an, den Verlegeplan exakt einzuhalten, damit nachher alles passt, sondern auch darauf zu achten, dass sich die Größe und Musterung der Platten möglichst nicht wiederholt. Zwar liefert KANN die Platten in zwei unterschiedlichen Mustern und vielen Schattierungen, aber wenn man nicht die Ausrichtung der Platten immer wieder variiert, sieht es doch wie gewollt und nicht gekonnt aus:

Weg fertig

Für die zwangsläufigen Lücken schnitt ich dann noch passgenaue Füllstücke:

Füllstreifen

Aber auch das war irgendwann erledigt und als letztes kam die „Ausfransung“ in die spätere, nahtlose Rasenfläche:

Fast fertig

Natürlich kann man so eine unförmige Fläche nicht mit klassischen Rasenkantsteinen einfassen. Ich machte mich also daran, die Platten händisch mit einem Betonrücken zu stützen:

Einfassung der Platten

Wie ihr seht, habe ich Reste meiner Estrichmatten (es wird nix weggeschmissen!) inkorporiert, um dem Beton etwas mehr Halt zu geben.
Hier das fertige Bild:

Einfassung fertig

Anschließend habe ich die Fugen mit grauem Splitt verfüllt:

Fugen füllen

Durch die großen Fugen geht da ordentlich was rein. Da muss man nicht mit den Säckchen aus dem Baumarkt anfangen. Nun noch wieder etwas von dem Aushub anfüllen und Rasen verteilen.
Ich bin gespannt, wie es sich im Sommer so darauf sitzt.
Im Gespräch ist aktuell noch eine Pergola, aber ich glaube, das wird frühestens im nächsten Jahr etwas.

Viessmann Fehler 0A Außeneinheit II

Nachdem wir nun herausgefunden haben, dass die Fehlermeldung „Außeneinheit A0“ unserer Viessman Vitocal Heizung, auf einen Kurzschluss in einem der Lüftermotoren zurück geht und wir die zu unserer Vitocal 200-S passenden Ersatzteile geordert haben, geht es nun an den Austausch der defekten Teile.
Erstmal auspacken:

Neue Teile geliefert

Der Austausch ist simpel, sollte aber Schritt für Schritt erfolgen.
Als erstes tauschen wir die Lüftermotoren. Dazu bauen wir die Alten aus:

Lüfterflügel

Achtung! Die Muttern der Lüfterflügel haben ein Linksgewinde! Nach links drehen, ist also fest! Wenn ihr sie nicht an den Plastikflügeln festhalten wollt, empfehle ich einen Schlagschrauber zum lösen:

alte Motoren ausbauen

Danach noch Kabel raus fädeln und die Schrauben der Gummilager entfernen. Schon liegen alte und neu nebeneinander auf der Werkbank:

alte und neue Motoren

Kurzer Typenschildvergleich:

Aufkleber Motoren alt und neu

SIC-71FW-F170-4 ist die alte Version, SIC-71FW-F170-8 ist die neue Version. Wenn meine Recherche mich nicht trügt, sind die Motoren aber abwärtskompatibel. Heißt, die neuen Motoren laufen auch mit einer alten Hauptleiterplatine.
Dann werfen wir noch schnell einen Blick auf den Stromanschluss der alten Motoren:

alte Motoren auf der Werkbank

Der Grünspan am Anschluss des linken Motors verheißt nichts gutes. Kann gut sein, dass dort das Wasser eingedrungen ist. Wenn ich beim Ausbau nichts durcheinander gebracht habe, war das der untere Motor.
Beim Einbau der neuen Motoren habe ich daher das Kabel des unteren Motors etwas anders verlegt:

Neuer Ventilatormotor eingebaut

Durch den Bogen nach unten kann zumindest keine Feuchtigkeit am Kabel entlang zu den Anschlüssen laufen. Bei den alten Motoren verlief das Kabel diagonal nach unten und hatte seinen tiefsten Punkt direkt am Motoranschluss. Danach können die Lüfterflügel wieder montiert werden. Ich erinnere nochmal an das Linksgewinde…
Die Wellendurchmesser von alten und neuen Motoren sind übrigens identisch. Ein Austausch der Lüfterflügel, wie von Viessmann angeboten, ist daher nicht nötig. Nutzt die Montage der Lüfterflügel, um den Verlauf eurer Kabel zu prüfen. Dreht sie einfach von Hand durch und kontrolliert, dass sie sich nicht verheddern. Ich musste sie etwas korrigieren:

Achtung auf den Kabelverlauf

Sind die Motoren samt Flügel montiert, können die Abdeckgitter wieder dran. Deren Verschraubungspunkte zerbröseln im Laufe der Zeit:

Abdeckgitter ausgerissen

Ich hatte die Schnauze voll und habe einfach große Unterlegscheiben und längere Blechschrauben genommen. Und wenn der Mist gänzlich zerbröselt, kommt da ein Holzrahmen mit Karnickeldraht drüber.
Achtung, wenn ihr das ähnlich macht:
Hinter der Schraube oben rechts sitzt ein Teil der Elektronik. Da darf die Schraube nicht zu lang sein!
Sind die Kabel der neuen Motoren hoch zur Zentralelektrik verlegt, geht es an den Austausch der Hauptleiterplatine. Zusammen mit der neuen Platine kommt übrigens eine Anleitung von Viessmann zum Austausch. Trotzdem macht ihr schön viele Fotos, wo welcher Stecker auf der Alten saß:

alte Hauptleiterplatine

Die sind zwar alle eindeutig und nicht vertauschbar, aber sicher ist sicher.
Danach macht ihr noch ein Detailfoto vom DIP-Schalter auf der alten Platine:

Einstellung DIP-Schalter

Dessen acht Kontakte müssen nämlich vor dem Einbau auf der neuen Platine passend zur Außeneinheit eingestellt werden. Steht auch auf der Anleitung von Viessmann oder hier. Das checken wir doppelt und dreifach. Danach kann die alte Platine raus (die zugehörige Sicherung im Schaltschrank haben wir natürlich schon lange raus gemacht!). Viessmann möchte, dass wir dazu einfach die alten Haltepinne abschneiden/-brechen. Ist aber nicht nötig. Sie lassen sich einfach mit einem Schraubenzieher eindrücken und anschließen problemlos wiederverwenden. Nicht mehr Gewalt, als unbedingt nötig.
Ist die alte Platine raus, legen wir sie neben die Neue und nehmen uns einen Augenblick, um sie in Ruhe zu vergleichen:

Alte und neue Hauptleiterplatine nebeneinander

Links alt, rechts neu.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der explodierte Varistor auf der neuen Platine deutlich größer ausgeführt ist:

größerer Varistor neue Platine

Hat da jemand einen Schwachpunkt behoben?
Dafür ist einer der blauen Smarties im Hintergrund entfallen. Egal. Ich gucke da eh nur rein, wie ein Schwein ins Uhrwerk.
Die neue Hauptleiterplatine kann nach einem letzten Check des DIP-Schalters nun in die Vitocal 200-S eingesetzt werden. Alle Stecker wieder aufstecken, alles nochmal überprüfen und dann drinnen den Strom einschalten. Nun sollte die 7-Segment-Anzeige auf der neuen Platine wieder „Sb“ für Standbye anzeigen und die linke der drei grünen LEDs leuchten.
Jetzt geht es wieder rein und wir aktivieren an der Inneneinheit wieder die Außeneinheit. Dazu drückt ihr wieder 4 Sekunden lang „Menü“ & “Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „1“ und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „15“ (sofern da nicht ursprünglich was anderes bei euch stand).
Voller banger Gefühle laufen wir jetzt wieder nach draußen. Habt ihr alles richtig gemacht, sieht es so aus:

Außeneinheit läuft wieder

Auf der Platine leuchten zwei grüne LEDs und auf der Anzeige steht „HE“ für „heating“. Die Lüftermotoren sollten sich drehen.
Nun wieder rein laufen und auf das Display der Inneneinheit gucken:

Heizung läuft wieder

Dort sollten jetzt die Icons für den Lüfter (Propeller im Kreis) und den Verdichter (aufrechtes „>“-Zeichen im Kreis) erscheinen und keine Fehlermeldung.

Herzlichen Glückwunsch: Sie haben 3000€ Reparaturkosten gespart….