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Erfahrungsbericht Wunderhecke V

Petra fragte per Mail ganz freundlich nach einem Frühjahrsupdate zur Wunderhecke. Aber gerne doch.

Wir erinnern uns, dass ich die Hecke im letzten Herbst wieder radikal auf ca. 20 cm zurück geschnitten hatte. Aktuell sieht sie am Gewächshaus so aus:

Die Zaunpfosten sind 130 cm hoch, so dass ich schätze, dass die Hecke jetzt 40-50 cm erreicht hat. Hier der Blick nach oben:

Je weiter man auf unserem Grundstück bergan geht, desto trockener wird es. Dementsprechend ist die Hecke dort auch noch etwas kleiner und das Grün nicht so üppig.

Hier mal ein Stämmchen im Detail:

Unten seht ihr die Schnittstelle aus dem ersten Jahr, an der sich der Stamm verzweigt hat. Oben seht ihr deutlich die Schnittstellen des letzten Herbstschnitts, aus dem nun viele kleine Äste sprießen.

Zur Wuchshöhe sei anzumerken, dass wir die Hecke weder gießen noch düngen und bei uns dieses Jahr schon, aufgrund der fehlenden Niederschläge, die Waldbrandwarnstufen 5 galt. Denkbar ungünstige Bedingungen für üppiges Grün also.

2in1 Werkstattwagen II

Im ersten Teil hatte ich ja vom Bau meines neuen Werkstattwagen/-Unterschranks berichtet. Wir verließen das Schlachtfeld mit den fertig montierten Korpussen, welche auf ihre falschen Fronten warteten:

Korpusse fertig

Der ursprüngliche Plan sah ja vor, den Unterschrank zu einem kleinen Werkstattwagen umzufunktionieren. Hierzu mussten die Rollen aber so klein sein, dass er später noch mit montierter Arbeitsplatte unter die Werkbank passen würde. Entsprechend klein mussten die Hasen werden:

Schon bei einem ersten Testlauf mit provisorisch gefüllten Schubladen zeigte sich, dass die Rollen dauernd in den Fugen der Pflastersteine hängen bleiben. Das Ding schob sich wie ein bockiges Kind. Danke, hab ich schon. Kack Plan.

Also umgehend die Rollen wieder demontiert und doch einen normalen Unterschrank draus gebaut. Damit dieser unter die bestehende Werkbank passt, musste der angrenzende Schubladenschrank ein wenig zur Seite rücken, was jedoch die Befestigungsmutter des Schraubstocks doof fand. Ich habe dann mit der Säge vermittelnd eingegriffen:

Das sieht doch schon mal zweckdienlich aus:

Fehlen noch die Fronten. Hier habe ich mich für die ehemalige Tür des Unterschranks entschieden. Das Muster passte zur obersten Schublade, die Breite stimmte und sie war ohne Anschlussverwendung vorhanden. Ich habe zwischen den einzelnen Fronten einen Zentimeter Luft gelassen und jeweils bündig mit dem Schubladenboden abgeschlossen. Ist okay, aber keine Augenweide. Beim nächsten Mal würde ich nur 0,5 cm Luft lassen und die Blende auch an der Unterseite überstehen lassen. Vereinfacht die gleichmäßige Ausrichtung deutlich.

Für die Griffe habe ich mich an der obersten Original-Schublade orientiert und eine Bohrschablone gebastelt, während das kleine Schräubchen genüsslich meine scharfen Salzlakritz weg mümmelte:

Für die Montage der Blenden habe ich einen Trick von Operation Eigenheim getestet und Heißkleber verwendet. Fazit: Ja, kann funktionierten, allerdings nicht auf der glatten Seite einer Siebdruckplatte. Also ganz klassisch mittels Klemmzwinge:

Auch hierbei half es, dass ich die alte Tür recycelt habe. Die passte von der Breite her genau, so dass es ausreichte sowohl auf dem Korpus, als auch auf der Blende die Mitte zu markieren und das ganze an der Unterseite bündig auszurichten.

Ein wenig problematisch war das Recycling der alten Griffe des Vorgängerschrankes. Die brauchten M4 Schrauben, welche im lokalen Sonderpreis-Baumarkt nicht über 25mm Länge verdealt werden. Das ist aber zu kurz für Korpus und Blende:

Zur Lösung nimmt man nun entweder eine M4 Gewindestange samt Hutmuttern (und hat innen immer die Hutmuttern über stehen) oder man nimmt Zylinderschrauben und versenkt sie:

Dazu bohrt man von vorne ein Pilotloch durch den Korpus, dass man dann von innen mit einem Bohrer im Durchmesser des Schraubenkopfes vergrößert. So verschwinden alle Schrauben unsichtbar und man erhält eine glatte Innenwand:

Fertig montiert ergibt sich folgender Anblick:

Wie gesagt: keine Augenweide, aber für eine Werkstatt wirklich ok. Zumal die Kosten dank Recycling mit 31,67€ wirklich läppisch waren. Der Schubladenschrank daneben hat damals als B-Ware 150€ gekostet. Ist also durchaus zur Nachahmung empfohlen.

Für die kostengünstige Inneneinrichtung der flachen Schubladen kann ich diese kleinen, modularen Geschirr-Kästen empfehlen:

Fensterkontaktschalter nachrüsten I

Wir sind ja glückliche Besitzer eines Ofens, welcher sich den Raum mit unserer großen Wohnküche teilt. Trotz dessen, dass der Ofen eine externe Luftzufuhr hat, schafft es jedoch die Dunstabzugshaube, eine Miele DA 430-4, einen so großen Unterdruck zu erzeugen, dass der Rauch in den Raum gesogen wird. Wir haben dies frühzeitig bemerkt und seit dem penibel darauf geachtet, entweder nicht beides parallel zu betreiben oder ein Fenster zusätzlich zu öffnen. Allerdings besteht der Schornsteinfeger (völlig zu Recht!) auf einer technischen Lösung in Form eines Fensterkontaktschalters. So ein Schalter bewirkt, dass die Dunstabzugshaube nur funktioniert, wenn auch ein Fenster offen ist. Wenn man schlau ist, integriert man sowas schon beim Bau. Ich musste mich nun nach Nachrüstlösungen umschauen. Gibt’s natürlich reichlich. Kabel schied gleich aus. Sieht Scheisse aus. Also Funk. Die 08/15-Lösung sieht so aus, dass man ein Relais einschleift, welches den gesamten Strom zur Dunstabzugshaube bei geschlossenem Fenster unterbricht. Normalerweise ist das auch völlig ausreichend. Allerdings hat die Miele DA 430-4 eine integrierte Herd-Beleuchtung, auf welche die Beste nicht verzichten wollte. Also mal wieder wat spezial.

Entsprechend komplizierter ist auch der Einbau, so dass ich dies mal dokumentieren möchte. Los geht’s damit, dass man die Unterseite der Dunstabzugshaube demontiert:

Danach entnimmt man die Glasplatten, die seitlich in der Abdeckung der Haube stecken. Die Platten werden durch federbelastete Haltenasen gehalten:

Indem man die Glasplatten „nach innen“ drückt, erhalten sie auf der Außenseite genügend Spiel um entnommen zu werden. Lässt sich doof beschreiben, der Nachmacher wird es aber heraus finden. Als nächstes entfernen wir den „Kranz“ an der Oberseite. Einfach gleichmäßig und kräftig neu unten ziehen, schon entblößt sich auf der rechten Seite der elektrische Anschluss:

Die Steckkontakte ganz rechts, sind die Anschlüsse der Dunstabzugshaube, links neben der grauen Anschlussklemme kommt der hausseitige Strom an. Das Kabel oben drüber soll uns nicht weiter interessieren.

Im nächsten Schritt habe ich die Federklemmen entfernt, durch wiederverschließbare Wago-Klemmen ersetzt und das Relais testweise fliegend verkabelt:

Das Relais schaltet den Nullleiter („N“; blau), daher wird dieser durch geschleift. Hierbei weicht die Bedienungsanleitung vom Aufdruck auf dem Gehäuse ab. In der Anleitung steht „NO rein, COM raus“, auf dem Gehäuse ist es andersherum aufgedruckt:

Einen Unterschied konnte ich aber nicht feststellen und habe mich daher am Gehäuse orientiert. Wenn in 10 Jahren die Einbauanleitung verschlampt ist, kann ich die Verkabelung so immer noch nachvollziehen. Zusätzlich braucht das Relais natürlich noch „N“ und „L“ zur eigenen Stromversorgung. Lebt ja nicht von Luft und Liebe!

Theoretisch könnte man das ganze Geraffel jetzt hübsch vertüddeln und wäre fertig. Fenster offen = Strom an, Fenster zu = Strom aus. Wie gesagt, hatte die Beste jedoch weitergehende Wünsche. Die Beleuchtung sollte ja auch bei geschlossenem Fenster funktionierten. Daher steigen wir in Teil 2 tiefer in die Gedärme der Miele DA 430-4 Dunstabzusgshaube.

2in1 Werkstattwagen I

Meine aktuelle Werkbank besteht aus alten Küchen-Unterschränken. Der mittlere Schubladenschrank stammt noch aus der legendären osnabrücker Mädels-WG der Besten von Allen. Nicht nur das er aus dieser Zeit reichlich zu erzählen hätte, man glaubt ihm sein bewegtes Leben auch schon rein äußerlich:

Die Führungen und Schubladen teils gebrochen, der unterste Griff verbogen und die Böden durchhängend:

Dazu dann noch ein latenter Wasserschaden der die Spanplatten hat aufquellen lassen. Machen wir es kurz: Das Ding ist fertig.

Da passte es gut, dass das „Krawatten-Eck“ meinen bisherigen Bohrtisch verdrängte. Der Bohrtisch war ebenfalls ein alter Unterschrank vom Sperrmüll, aber leider nur mit einer Schublade:

Das ging so nicht. Ich brauche Schubladen und keine Tür. Also überlegt, wie man das Ganze kostengünstig umbauen könnte. Die erste Idee war ein Umbau auf Euro-Boxen, so wie hier. Leider passen die Euro-Boxen mit ihrem genormten 4:3-Format nicht zur deutschen Einbauküche mit ~5:5. Da ließ sich beim besten Willen nix ordentliches zurecht basteln.
Aber wenigstens die Werkstattwagen-Idee will ich von den Agrarökonomen übernehmen. Mit ein paar kleinen Rollen statt der Füße sollte der Schrank auch unter die Werkbank passen.
Blieb das Problem mit den Schubladen.
Klar, kann man die fertig als genormte Einsätze kaufen. Aber selbst IKEA hat da ordentliche Preise. Bleibt also nur selber bauen. Gerne aus Resten und gerne ohne aufwändige Tischlerarbeiten. Da finden sich zwei gute Artikel in der Blog-Welt. Insbesondere die Idee von Operation-Eigenheim mit den falschen Fronten spielt meinem Plan der Resteverwertung in die Hände.
Um mir Malessen mit den Böden (gefräste Nuten, aufwändige Verbindung mit den Seiten, etc.) zu ersparen, habe auch ich zu Auszügen gegriffen, welche die Schubladen von unten greifen. Für die Montage des untersten Auszuges habe ich Muttern als Distanzstücke verwendet:

Den ersten Schubladenboden habe ich dann direkt aus einem der alten Einlegeböden geschnitten:

Das Klebeband sollte ein absplittern der weißen Beschichtung verhindern. Ging so lala. Für die Werkstatt OK, für den Wohnraum muss man sich da was besseres überlegen (Tipps willkommen). Zumindest passte der Boden nachher genau:

Fehlte noch dass restliche Material für die Korpusse. Mein Holzvorrat lieferte mir ausreichend Reste. Insbesondere ein älterer Hängeschrank war schnell mit der Stichsäge zu Plattenmaterial verarbeitet:

An dieser Stelle kann ich nur nochmals die App CutList Optimizer empfehlen. Gerade bei unproblematischem Plattenmaterial liefert die App sehr gute Ergebnisse:

So konnte ich eine schön rationale Fertigungsstrecke aufbauen und hatte Rucki-Zucki alle Einzelteile beisammen:

Über die OSB-Platte bin ich etwas unglücklich, aber ich hatte nix anderes. Mit drei Lagen Parkettlack wird sie aber auch ausreichend glatt.
Ich habe erstmal Material für vier identische Schubladen mit 8 cm Innenhöhe gesägt. Das Maß für die fünfte und letzte Schublade hätte ich zwar ausrechnen können, das wäre aber aufgrund der unterschiedlichen Materialstärken garantiert falsch geworden.
Know your Limits!
Also munter am Fließband Schubladen bauen. Hierbei nochmal meinen Dank an den Herrn Schwager für die beiden „Spannmobile„:

Die Vereinfachen das Leben deutlich. Die Seiten der Korpusse habe ich aus ehemaligen Schrank-Fronten aus MDF gebaut. Hier ist beim verschrauben akribisches vorbohren erforderlich, sonst platzen die Platten! Nicht dass mir das passiert wäre….

Anschließend habe ich die Böden in den Schienen ausgerichtet, mit Klebeband fixiert und dann umgekehrt auf den Korpus gelegt:

Nun konnte ich alles miteinander verschrauben:

Zum Einsatz kamen Schrauben im Format 3×30 und 3×45. Dadurch, dass bei dieser Bauart die Seiten keine Last tragen, muss die Verschraubung mit dem Boden sie nur an Ort und Stelle halten.

Damit konnte dann der erste Korpus eingesetzt werden:

Sehr schön. Um später identische Abstände zwischen den Schubladen zu haben, habe ich mir für die folgenden Schienen einen Abstandshalter gebastelt:

Im nächsten Teil kommen dann die falschen Fronten dran, Rollen drunter und die obere Platte wird angepasst.

Das Krawatten-Eck II

Auch an der Krawatten-Front ging es weiter. Und zwar ganz unten. Ich habe die untere Hälfte des Tresens auf den Kopf gestellt, um die Unterseite zu lackieren. Erstens um den Boden zu schützen (der Tresen hat keine Füße) und zweitens, weil ich mal testen wollte, ob sich der von mir favorisierte Parkettlack auch mit der Schaumstoffrolle ausreichend schön verteilen lässt.
Also Schleifklotz raus und los:

Dabei bin ich direkt auf das nächste historische Relikt gestoßen:

Mein Barbarenfragment war also augenscheinlich mal Teil einer L-förmigen Verkaufslandschaft.
Drei Schichten später war die Bodenplatte ausreichend geschützt:

Fazit: Ja, der Parkettlack lässt sich auch mit der Schaumstoffrolle gut und schnell verteilen, allerdings verläuft er nicht so glatt wie mit dem Pinsel oder der Fell-Rolle. Es verbleibt eine ganz leicht strukturierte Oberfläche.

Für den sichtbaren Bereich bin ich daher wieder auf klassische Fusselrolle und Pinsel umgestiegen:

Natürlich habe ich vorher noch alles angeschliffen und auch am Zwischenschliff zwischen den einzelnen Lackschichten nicht gespart. Die Spuren der Jahre sind so unter einer glatten Oberfläche konserviert.

Bei dem Wasserschaden an den beiden Schiebetüren habe ich mich jedoch gegen eine Konservierung entschieden und habe sie deutlich schärfer abgeschliffen:

Leider habe ich nicht alle schwarzen Verfärbungen raus bekommen, so dass man den Wasserschaden bei genauer Betrachtung auch jetzt noch erkennt:

Oben drauf seht ihr auch schon die neue Arbeitsplatte, die ich besorgt habe. Hornbach lieferte massives Eichenleimholz in ordentlicher Stärke und Tiefe. Die Platte liegt auf dem Bild nur lose drauf und muss natürlich noch beschnitten werden. Eine Versiegelung hat sie (nach obligatem Zwischenschliff) trotzdem noch zusätzlich erhalten:

Früher nahm man dazu direkt Pinguine (sofern man sie nicht alle verheizt hatte), heute reichen auch eine Pinguin-Strumpfhose und etwas OSMO TopOil. Durch die geölte/gewachste Oberfläche lassen sich später Schadstellen in der Arbeitsplatte besser beheben, als wenn sie lackiert wäre.

Im nächsten Schritt habe ich mich den Schubladen zugewandt. Da sie natürlich alle in Handarbeit entstanden sind, passen sie auch nur sauber in die jeweils entsprechend angepasst Führung im Tresen. Damit da nix durcheinander kommt, hat der Schreiner damals alles penibel nummeriert:

Aber auch hier machen einem die Barbaren einen Strich durch die Rechnung, indem sie anscheinend die Schubladen des ganzen Ensembles durcheinander gewürfelt haben. So passen leider nur ca. 60% der Schubladen sauber in ihre entsprechenden Führungen.

Dementsprechend langsam geht es auch an dieser Stelle voran:

Beim nächsten Update sind hoffentlich alle Schubladen geschliffen, eingepasst und lackiert. Außerdem warte ich noch auf passende Seitenblenden aus Eiche, um auch die letzten stabilisierenden Spanplatten entfernen zu können. Ein historischer Schraubstock soll mir ebenfalls noch zu laufen.