Archiv der Kategorie: Haus & Hof

Container-Ingo IV

Den Schauplatz rings um unseren Schnellbaucontainer hatten wir ja beim letzten Mal verlassen, als ich die erste Seitenwand der „Brennholzverkleidung“ errichtet hatte. Natürlich habe ich da mittlerweile weiter gearbeitet und das Sommerprojekt 2019 zumindest zu 95% abgeschlossen. Die zweite Seitenwand wurde symetrisch zur ersten errichtet. Davon erspare ich euch mal Bilder. Ein wenig mehr Planung erforderte die Rückseite, da diese nicht am Container verschraubt werden kann. Hier dienen die Trägerbohlen, auf denen später das Brennholz liegt auch als Verbinder zwischen den Balken:

Als wichtigstes Werkzeug dieses Bauabschnitts hat sich ein kompakter Winkeltrieb für den Akku-Schrauber erwiesen:

Nur so ließen sich die hinteren Trägerbohlen an Ort und Stelle verschrauben. Natürlich hatte ich mir in der Zwischenzeit schon Gedanken zur Eindeckung gemacht. Ziel war es, das Gartenhaus möglichst passend in das Ensemble aus Wohnhaus und Werkstatt einzupassen. Das Wohnhaus hat antrazitfarbene Dachziegel. Die sind mir für einen Schuppen aber zu teuer und auch zu schwer. Die Lösung war damit Trapezblech in Ziegeloptik. Passenderweise fand ich bei ebay-Kleinanzeigen einen Posten gebrauchter Bleche:

Zu einem Bruchteil des Neupreises bekam ich 4,70m lange Pfannenprofilbleche von Laukien. Gut, 4m hätten gereicht, aber da will ich nicht kleinlich sein. Außerdem musste ich den Dachstuhl nach den schon verhandenen Schraublöchern in den Blechen bauen. Ungewohnt, aber auch zu managen. Die Dachsparren habe ich aus halbierten Baubohlen gebaut:

Die Sparren sind 40mm stark und 100mm hoch. Damit hielt einer, frei tragend, 70 kg in der Mitte. Da das gesamte Blechdach nur 70 kg wiegt, sollte das mit 6 Sparren selbst zusätzlich mit der Lattung und einer möglichen Schneelast (Als ob wir noch jemals wieder Schnee bekommen würden…) ausreichen. Jede Verbindung bekam 5 Holzbauschrauben in 8x80mm. Leider habe ich diese Schrauben zu spät entdeckt. Sie wären auch für die Trägerbohlen deutlich besser gewesen, als meine normalen Spax-Schrauben. Damit die Sparren ordentlich auf den Pfetten aufliegen, brauchen sie Kerven (Ein Satz der nur mit Kennerblick gesagt werden darf!). Für sowas gibt es normgerechte Berechnungen und spezielle Fräsen. Ich liebe bei solchen Themen immer das „Bauexpertenforum„. Ich kenne kein anderes Forum, in dem so ein rauer Wind weht. Respekt an jeden, der sich traut, da eine Frage zu stellen! Alles was ich aus deren epischen Diskussionen mitgenommen habe ist: Sieh zu, dass die Auflagefläche möglichst groß ist und dass du die Sparren möglichst wenig schwächst.

Also ran ans Werk und selber tüfteln. Um dazu nicht direkt am lebenden Objekt experimentieren zu müssen, habe ich ein Brett parallel am Sparren befestigt:

Darauf habe ich dann die zukünftige Kerve markiert und mit der Stichsäge ausgesägt. Dann kam das Brett wieder an die identische Stelle, aber diesmal mit etwas Überstand, um zu prüfen, ob der Ausschnitt schon passt. Nach ein paar Anpassungen passte es dann gut:

Diese Schablone kam dann bündig auf die Sparren, so dass ich die Kerve dort anzeichnen konnte:

Für die unteren Kerven habe ich das genauso gehandhabt. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Anschließend kamen die Sparren drauf und wurden mit Dachlatten eingedeckt. Da ich auf eine Unterspannbahn verzichte (das Dach ist ja frei stehend und damit sehr gut hinterlüftet), brauchte ich auch keine Konterlattung:

Nun konnten nach und nach die Dachbleche aufgeschraubt werden:

Klettert man zum aufschrauben auf den Dachplatten rum, drücken sich unweigerlich leichte Dellen („Knackfrosch„) in das Blech. Die bekommt man aber recht einfach wieder raus, indem man mit der Faust seitlich auf die Welle schlägt:

Fertig sieht das Ganze nun so aus:

Auf dem letzten Bild seht ihr, dass das Dach am unteren Ende weniger Gefälle hat. Das resultiert daraus, dass ich dort der Montageanleitung von Laukien gefolgt bin und die letzte Dachlatte hochkant montiert habe. Da wäre es besser gewesen, der Intuition zu folgen und sie identisch zu den anderen Latten zu montieren. Ich hoffe, dass die noch zu montierenden Ortgangbleche das später verdecken. Nun konnten alle tatkräftig bei der Befüllung mithelfen:

Erfahrungsbericht Wunderhecke VI

Bevor ich die Wunderhecke wieder radikal auf 30 cm zurück schneide, hier ein schnelles Herbst-Update. (Die Ausgangslage vom Frühjahr findet ihr hier.) Wie immer gibt es ein Foto von der üppigsten Stelle unten am Gewächshaus:

Der weiße Strich in der Mitte ist ein auf 2m ausgeklappter Zollstock. Der höchste Trieb dort dürfte damit irgendwas bei 4m haben. Die Hecke dort ist auch schön dicht. Vom Zaun selbst ist nichts mehr zu sehen.

Weiter oben ist das Wachstum traditionell ja nicht so üppig, was sich auch in diesem Bild bestätigt:

Auch den ausgeklappten Zollstock findet ihr hier wieder in der Bildmitte. Die Zaunpfosten ragen 130cm aus der Erde. Auch hier also ein deutlicher Fortschritt zum letzten Jahr, aber kein Vergleich zum üppigen Grün, dass ihr noch rechts im Bild erahnen könnt.

Container-Ingo III

Ich bin ja noch eine Erklärung schuldig, wie unser Baucontainer hübsch werden soll und warum ich Gewindestangen in die Seite geschraubt habe. Wie im letzten Artikel geschrieben, fehlte mir noch eine Holzlieferung zum weiterarbeiten. Die ist zwischenzeitlich eingetroffen:

Mein herzensguter Nachbar versorgte mich mit einigen gebrauchten Balken in unterschiedlichen Längen und Formaten. Dementsprechend habe ich sie auch erstmal sortiert und beschriftet:

Der Plan ist, den gesamten Container zu überdachen und an drei Seiten mit gestapeltem Brennholz zu umgeben. Meine Säulen muss ich eh auflösen um Platz für die Halle zu schaffen. Das sollte recht hübsch werden und ist dazu noch praktisch.

Um festzustellen, ob ich mit den Balken genügend Gefälle erreiche, um die favorisierten Pfannenprofilplatten montieren zu können, habe ich einen Versuchsaufbau errichtet:

Es passt genau. Der Hersteller schreibt 14° Mindestneigung vor und mit 280 cm hohen Balken erreiche ich 14,20°.

Nun ging es darum, die Breite festzulegen. Auch hier half ein Versuchsaufbau:

Die Auflagebretter links und rechts sind jeweils 4 cm dick, die Balken haben jeweils 9 cm und der Klotz in der Mitte nochmal 4 cm. Macht einen mittigen Abstand von 22cm. Der Scheit in der Mitte hat 33 cm. Mit etwas Abstand zur Rückwand (Hinterlüftung) sollte das also auch gut passen.

Zum ablängen der Balken habe ich mir eine Japansäge zugelegt:

Top Teil! Damit bekomme selbst ich gerade Schnitte hin. Ganz klare Empfehlung!

Plan schon durchschaut? Die Balken werden als tragende Stützen der Holzstapel über die bestehenden Verschraubungspunkte mit dem Container verbunden. So kann nix wackeln oder umkippen. Daher auch die Gewindestangen. Um nun aber ein Maß zu ermitteln, wo die Bohrungen für die Gewindestangen durch die Balken laufen müssen, habe ich einen Bolzenstummel eingeschraubt:

Davor kam dann ein Balken (der als Nässeschutz auf Dachpappe steht) und bekam mit dem Gummihammer zwei saftige Schläge. So zeichneten sich die Bohrlöcher ab und ich wusste, dass ich bei 13,5 und 204,5 cm jeweils durch die Balken musste.

Während mir das kleine Schräubchen beim eindrehen der Gewindestangen weitestgehend half:

Habe ich die Balken und Bretter mit „Labsal“ gestrichen:

Das gibt dem Holz eine schön gelbe Farbe und der Geruch erinnert mich immer an die alten schwedischen Holzboote meiner Kindheit. Außerdem hat sich der Anstrich beim Haus bewährt. Als alles schön abgelängt, gebohrt und gestrichen war, kamen die Balken auf die Gewindestangen:

Dem Nachmacher empfehle ich dringlich die Löcher in den Balken ausreichend groß (die Bolzen haben M12, ich habe mit einem 13,5er-Bohrer gebohrt) und vor allem GERADE zu bohren. Und zwar nicht gerade zum Balken, sondern gerade zum jeweils anderen Loch! Ihr bekommt sonst arge Schwierigkeiten, die Balken auf die Gewindestangen zu fädeln. Ich habe mir einen mittelkomplizierten Aufbau für meine Tischbohrmaschine gebastelt und die einzelnen Löcher mittels Wasserwaage längs und Quer ausgerichtet. Das war mit der komplizierteste Teil des Bauprojekts. Trotzdem brauchten einige Balken noch Feintuning mittels Raspel und Gummihammer.

So sieht die Verschraubung der Balken im Detail aus:

Links steckt die Gewindestange in der eingeschweißten Mutter der Container-Seitenwand, danach kommt eine Kontermutter, die den früheren Bolzenkopf ersetzt. In 4 cm Abstand kommt dann wieder eine Mutter mit Unterlegscheibe, die den ersten Balken auf Distanz zum Container hält. Zwischen den Balken sitzen wieder Muttern um hier die Distanz zu wahren und etwaige Differenzen in der Balkenstärke auszugleichen. Vor Kopf sitzt dann eine Hutmutter für den verletzungssicheren Abschluss und die hübschere Optik. Dank „Sonderpreis Baumarkt“ kostete das Metall nur Peanuts und erleichterte die Montage (insbesondere der unterschiedlich dicken Balken) erheblich!

So in dieser Richtung wird das später mal aussehen:

Container-Ingo II

Im letzten Teil haben wir den Schnellbaucontainer von Kovobel bei uns im Garten errichtet. Da er aber als permanentes Gartenhaus herhalten soll, musste ich mich noch an den Innenausbau begeben. Als erstes musste Strom rein. Dazu habe ich in die äußerste hintere Ecke ein Loch gebohrt und dort das Erdkabel reingeführt:

Das Loch an dieser Stelle hat den Vorteil, dass es hinter der außen umlaufenden Verstärkung liegt und so vor Regen geschützt ist.
Damit sich das Kabel aber nicht am scharfkantigen Blech aufschneidet und mir den ganzen Metallcontainer unter Starkstrom setzt, habe ich aus einem Leerrohr eine Hülse gebastelt:

Danach habe ich zuerst die linke Wand mit 18mm-OSB-Platten verkleidet:

Die Platten habe ich dabei so geschnitten, dass sie in den Nuten oben und unten im Container sitzen. Um die Platten untereinander zu verbinden, habe ich jeweils 10 cm breite und 2 cm starke Bretter quer in die Blechvertiefungen gelegt. Das hat den weiteren Vorteil, dass ich schwerere Werkzeuge ebenfalls dort verschrauben kann. Um die Platten weiter an der Wand zu befestigen, ohne jedoch das Blech zu beschädigen, habe ich die serienmäßige Diebstahlsicherung entfernt und statt des Bolzens eine Gewindestange bis in das Innere des Containers gedreht (oben am oberen Rand des Bildes).
Von außen sieht die Verschraubung so aus:

Das Rote ist das Knie, welches Seitenwand und Dach in der Mitte verbindet. Die Gewindestange nutzt die aufgeschweißte Mutter der Seitenwand und läuft durch die serienmäßige Öffnung sowie eine Verstärkung bis drinnen und schließt dort mit einer großen Bauscheibe samt Mutter auf der OSB-Platte ab. Warum ich eine Gewindestange genommen habe und keinen langen Bolzen? Gemach, gemach. Der Wahnsinn hat Methode.
Die rechte Wand folgte analog, jedoch habe ich dort in einem Leerrohr noch die Stromkabel für (Stark-)Strom und Licht zur Tür geführt:

Der Strom war auch der nächste Halt.
Um die Kabel etwas hübscher zu verpacken, habe ich ein Leerrohr mit passenden Bohrungen versehen und von seiner weißen Farbe befreit (gab einen Haufen zu den Kabeln geschenkt):

Auch ein kleiner Sicherungskasten war schnell zusammengestellt:

Die Kabel verschwinden nun unsichtbar in dem Leerrohr und die Ecke ist sauber gefüllt:

Noch Lampe, Schalter und Steckdosen installieren und es konnte munter an die Rückwand gehen:

Da die Wellen im Blech dort senkrecht verlaufen, musste ich mir eine andere Befestigung überlegen.
Ich habe hierzu zwei Bretter mit 10 cm Breite und 2 cm Stärke so zugesägt, dass ich sie gerade noch hinter die Blechfalze der Rückwand fädeln konnte:

Da die obere Falz breiter ist als die untere, kann man das Brett dort oben zuerst bis zum Anschlag einschieben, dann unten anzeichnen und absägen. Stellt man es dann in die Lücke, ist es noch lang genug, dass es auch oben noch anliegt.
Unten stehen die Bretter auf Gummistücken, damit eventuelle Feuchtigkeit nicht in das Hirnholz einziehen kann:

Verschraubt man nun die davor gestellten OSB-Platten mit den Brettern, klemmen sie sich selbst an der Falz fest:

Eine kurze Hürde stellten noch die Nieten der Rückwand in der unteren Falz dar:

Hier lagen die Platten nicht flächig an, was sich jedoch mit entsprechenden, halbtiefen Bohrungen auf der Rückseite der Platten schnell beheben ließ:

Damit war dann auch die letzte Innenwand fertig verkleidet:

Die Plattenstärke sollte ausreichen, damit ich dort das Gartenwerkzeug aufhängen kann. Selbst die schweren Sammelaufhängungen für Schüppen oder Kreuzhacken (hinten rechts) halten gut:

Wie ihr seht habe ich dem Schredder noch ein einbeiniges Tischchen spendiert. So kann er über der ebenfalls selten benutzen Motorhacke stehen und nimmt weniger Platz weg. Damit ist der Innenausbau fertig. Für die Verkleidung der Außenseite (Stichwort: „Hübsch“) muss ich leider noch auf eine größere Holzlieferung warten.

Container-Ingo I

Die Garage platzt aus allen Nähten. Vier Fahrzeuge, Holzspalter, Schredder, Freischneider, Motorhacke, Kreissäge, Kappsäge, Bollerwagen, Werkbänke, Regale, Schränke und haufenweise Gartenwerkzeuge sind einfach zu viel für 40m². Zumindest alles Gartenbezogene muss daher auswandern. Sommerprojekt 2019 ist somit ein Gartenhaus.

Klar, kann man einfach im Baumarkt kaufen. Machen Millionen Menschen so. Es gibt dort grob drei Kategorien von Gartenhäusern: Plastik, Holz oder Metall.
Plastik-Gartenhäuser sind deutlich zu klein und Holz muss ich pflegen. Damit war das beides schon mal raus. Blieben also Metall-Gartenhäuser. Da gibt es durchaus brauchbare Größen. Das ist dann aber entweder extrem teuer oder aber extrem wabbelig.
Also doch der kochsche Weg und schauen, was man zweckentfremden kann.
Einer meiner Nachbarn baut gerade eine große Garage und musste in der Zwischenzeit auch reichlich Gedöns zwischenlagern.
Dafür hat er sich einen „Schnellbaucontainer“ von Kovobel liefern lassen.
Ich habe beim Aufbau mitgeholfen und ihn mir im Detail besehen. Nicht schön, aber sehr massiv!
„Schön“ lässt sich machen. Ich hab da schon einen Plan.
Also Beste von Allen überzeugt und Selbstabholer- sowie Skonto-Rabatt ausgehandelt.
Passenderweise sitzt der damit für mich günstigste Importeur nämlich nur 25 km von Vaddern entfernt. Gute Gelegenheit mal etwas Größeres mit der Lafette zu transportieren:

Container auf dem Anhänger

2,20m x 3m passt gut drauf. Die Abholung verlief auch reibungslos. Wir bekamen noch ein paar Anti-Rutsch-Pads für den Anhänger geschenkt und konnten den Hasen dank Gabelstapler schnell aufladen.
Sehr angenehmes Geschäftsgebaren.
Zuhause angekommen habe ich die Einzelteile zerlegt und mit 1-2 Personen in den Garten geschafft:

Den Boden mit den rohen Holzbrettern habe ich separat gelegt, um ihn zu schleifen und zu streichen:

Im Hintergrund seht ihr auch schon das vorbereitete Fundament. Das Gartenhaus steht später auf Gehwegplatten, umgeben von einem weiteren Ring aus Gehwegplatten (Sinn erschließt sich später). Links seht ihr eine Wasserleitung, die an unser Bewässerungssystem angeschlossen ist und hinten rechts liegt ein Starkstromkabel, das später das Gartenhaus mit (Stark-)Strom versorgen wird.
Der Aufbau ging dann auch ähnlich schnell, wie ihn die Blue Man Group hier darstellt:

Quelle:Kovobel.cz

Seiten und Rückwand waren auch problemlos:

Lediglich das Aufsetzen des Daches erforderte einen vierten Mann. Insbesondere, da ich selbst auf Zehenspitzen einfach zu klein war. Ein Glück, wer hilfsbereite und große Nachbarn hat.
So sieht der Container dann fertig aus:

Beide Türen lassen sich vorne öffnen und die Innenhöhe beträgt 197 cm. Deutlich komfortabler als diese ganzen Minigartenhäuser mit ihren 170cm-Schiebetürchen.
So konnte das aber natürlich nicht bleiben. An den Innenausbau gehen wir daher in Teil 2.