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Viessmann Fehler 0A Außeneinheit II

Nachdem wir nun herausgefunden haben, dass die Fehlermeldung „Außeneinheit A0“ unserer Viessman Vitocal Heizung, auf einen Kurzschluss in einem der Lüftermotoren zurück geht und wir die zu unserer Vitocal 200-S passenden Ersatzteile geordert haben, geht es nun an den Austausch der defekten Teile.
Erstmal auspacken:

Neue Teile geliefert

Der Austausch ist simpel, sollte aber Schritt für Schritt erfolgen.
Als erstes tauschen wir die Lüftermotoren. Dazu bauen wir die Alten aus:

Lüfterflügel

Achtung! Die Muttern der Lüfterflügel haben ein Linksgewinde! Nach links drehen, ist also fest! Wenn ihr sie nicht an den Plastikflügeln festhalten wollt, empfehle ich einen Schlagschrauber zum lösen:

alte Motoren ausbauen

Danach noch Kabel raus fädeln und die Schrauben der Gummilager entfernen. Schon liegen alte und neu nebeneinander auf der Werkbank:

alte und neue Motoren

Kurzer Typenschildvergleich:

Aufkleber Motoren alt und neu

SIC-71FW-F170-4 ist die alte Version, SIC-71FW-F170-8 ist die neue Version. Wenn meine Recherche mich nicht trügt, sind die Motoren aber abwärtskompatibel. Heißt, die neuen Motoren laufen auch mit einer alten Hauptleiterplatine.
Dann werfen wir noch schnell einen Blick auf den Stromanschluss der alten Motoren:

alte Motoren auf der Werkbank

Der Grünspan am Anschluss des linken Motors verheißt nichts gutes. Kann gut sein, dass dort das Wasser eingedrungen ist. Wenn ich beim Ausbau nichts durcheinander gebracht habe, war das der untere Motor.
Beim Einbau der neuen Motoren habe ich daher das Kabel des unteren Motors etwas anders verlegt:

Neuer Ventilatormotor eingebaut

Durch den Bogen nach unten kann zumindest keine Feuchtigkeit am Kabel entlang zu den Anschlüssen laufen. Bei den alten Motoren verlief das Kabel diagonal nach unten und hatte seinen tiefsten Punkt direkt am Motoranschluss. Danach können die Lüfterflügel wieder montiert werden. Ich erinnere nochmal an das Linksgewinde…
Die Wellendurchmesser von alten und neuen Motoren sind übrigens identisch. Ein Austausch der Lüfterflügel, wie von Viessmann angeboten, ist daher nicht nötig. Nutzt die Montage der Lüfterflügel, um den Verlauf eurer Kabel zu prüfen. Dreht sie einfach von Hand durch und kontrolliert, dass sie sich nicht verheddern. Ich musste sie etwas korrigieren:

Achtung auf den Kabelverlauf

Sind die Motoren samt Flügel montiert, können die Abdeckgitter wieder dran. Deren Verschraubungspunkte zerbröseln im Laufe der Zeit:

Abdeckgitter ausgerissen

Ich hatte die Schnauze voll und habe einfach große Unterlegscheiben und längere Blechschrauben genommen. Und wenn der Mist gänzlich zerbröselt, kommt da ein Holzrahmen mit Karnickeldraht drüber.
Achtung, wenn ihr das ähnlich macht:
Hinter der Schraube oben rechts sitzt ein Teil der Elektronik. Da darf die Schraube nicht zu lang sein!
Sind die Kabel der neuen Motoren hoch zur Zentralelektrik verlegt, geht es an den Austausch der Hauptleiterplatine. Zusammen mit der neuen Platine kommt übrigens eine Anleitung von Viessmann zum Austausch. Trotzdem macht ihr schön viele Fotos, wo welcher Stecker auf der Alten saß:

alte Hauptleiterplatine

Die sind zwar alle eindeutig und nicht vertauschbar, aber sicher ist sicher.
Danach macht ihr noch ein Detailfoto vom DIP-Schalter auf der alten Platine:

Einstellung DIP-Schalter

Dessen acht Kontakte müssen nämlich vor dem Einbau auf der neuen Platine passend zur Außeneinheit eingestellt werden. Steht auch auf der Anleitung von Viessmann oder hier. Das checken wir doppelt und dreifach. Danach kann die alte Platine raus (die zugehörige Sicherung im Schaltschrank haben wir natürlich schon lange raus gemacht!). Viessmann möchte, dass wir dazu einfach die alten Haltepinne abschneiden/-brechen. Ist aber nicht nötig. Sie lassen sich einfach mit einem Schraubenzieher eindrücken und anschließen problemlos wiederverwenden. Nicht mehr Gewalt, als unbedingt nötig.
Ist die alte Platine raus, legen wir sie neben die Neue und nehmen uns einen Augenblick, um sie in Ruhe zu vergleichen:

Alte und neue Hauptleiterplatine nebeneinander

Links alt, rechts neu.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der explodierte Varistor auf der neuen Platine deutlich größer ausgeführt ist:

größerer Varistor neue Platine

Hat da jemand einen Schwachpunkt behoben?
Dafür ist einer der blauen Smarties im Hintergrund entfallen. Egal. Ich gucke da eh nur rein, wie ein Schwein ins Uhrwerk.
Die neue Hauptleiterplatine kann nach einem letzten Check des DIP-Schalters nun in die Vitocal 200-S eingesetzt werden. Alle Stecker wieder aufstecken, alles nochmal überprüfen und dann drinnen den Strom einschalten. Nun sollte die 7-Segment-Anzeige auf der neuen Platine wieder „Sb“ für Standbye anzeigen und die linke der drei grünen LEDs leuchten.
Jetzt geht es wieder rein und wir aktivieren an der Inneneinheit wieder die Außeneinheit. Dazu drückt ihr wieder 4 Sekunden lang „Menü“ & “Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „1“ und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „15“ (sofern da nicht ursprünglich was anderes bei euch stand).
Voller banger Gefühle laufen wir jetzt wieder nach draußen. Habt ihr alles richtig gemacht, sieht es so aus:

Außeneinheit läuft wieder

Auf der Platine leuchten zwei grüne LEDs und auf der Anzeige steht „HE“ für „heating“. Die Lüftermotoren sollten sich drehen.
Nun wieder rein laufen und auf das Display der Inneneinheit gucken:

Heizung läuft wieder

Dort sollten jetzt die Icons für den Lüfter (Propeller im Kreis) und den Verdichter (aufrechtes „>“-Zeichen im Kreis) erscheinen und keine Fehlermeldung.

Herzlichen Glückwunsch: Sie haben 3000€ Reparaturkosten gespart….

Viessmann Fehler 0A Außeneinheit I

Kurz vor Weihnachten (wie sollte es auch anders sein), zeigte unsere Viessmann Vitocal 242 den Fehler „Außeneinheiten 0A“ an:

Fehler Außeneinheit 0A

Der Fehler ließ sich zwar quittieren, tauchte aber sofort wieder auf. Leider blieb auch die Bude kalt. Gerade im Dezember eher unangenehm.
Der lokale Viessmann-Partner reagierte schnell und tauchte zusammen mit einem Elektriker auf.
Leider ist der Fehler „0A“ nur ein allgemeiner Fehler, der nur aussagt, dass die Inneneinheit nicht mit der Außeneinheit kommunizieren kann.
Wer, wie, was, warum?
Laut den Technikern alles nicht so einfach und muss erforscht werden.
Sie haben dann noch den Viessmann-Support angerufen. Als Premiumpartner hat man da spezielle Telefonnummern. Nach 45 Minuten Warteschleife ging dann auch jemand dran. Man sprach, man schaute, man prüfte, dann riss die Verbindung ab und der Techniker meinte, dass es nicht lohnen würde nochmal 45 Minuten in der Warteschleife zu sitzen.
Auf jeden Fall wäre da was gravierendes hinüber. Um das aber herauszufinden müsste man auf jeden Fall eine komplette neue Zentralelektrik für die Außeneinheit kaufen. Die wäre nämlich auf jeden Fall kaputt. Aber was sie zerstört hätte: Keine Ahnung.
Der folgende Kostenvoranschlag belief sich auf 4.140,37€….
Für eine 13 Jahre alte Heizungsanlage ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Allerdings bot man uns auch direkt den Einbau einer neuen Heizung an.
Knapp 26.000€. Ja, nach Abzug der staatlichen Förderung….
Aber vor Januar wird das eh nix mit dem Einbau.
Bis dahin läuft die Heizung im Notbetrieb mit einem elektrischen Heizstab (nix anderes als ein Tauchsieder).

Damit war so oder so genügend Zeit um Angebote von der Konkurrenz einzuholen, attraktive Alternativen zu prüfen und selber nach Lösungen für den Defekt zu suchen.
Um das Ergebnis schon mal vorab zu spoilern: Ich habe die Wärmepumpe selber repariert. Zu einem Bruchteil des Preises, den Viessmann aufgerufen hat.
Und damit andere mit dem Fehler „Außeneinheit 0A“ und einer Vitocal 200-S es leichter haben, will ich bei der Behebung mal ein bisschen an die Hand nehmen. Alles kein Hexenwerk, wenn man es einmal gesehen hat.

Starten wir mit dem wichtigsten:
Für die Zeit der Reparatur muss die Bude wieder warm werden.
Dazu aktivieren wir die E-Heizung an der Inneneinheit. Findet sich selbsterklärend im Menü. Denkt auch daran, einen Zeitplan für die E-Heizung zu hinterlegen. Das hatten die Techniker bei mir erst vergessen und die Bude blieb kalt, bis ich es selbst merkte.
Nun wollen wir verhindern, dass die Heizung dauernd in den Fehlermodus geht und programmieren dazu vorübergehend die Außeneinheit aus. Dazu drückt ihr 4 Sekunden lang „Menü“ &“Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „0“ (Damit meint die Heizung es gäbe keine Außeneinheit) und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „3“ (Ist eine interne Abfrage ob die Heizung ohne Außeneinheit laufen soll):

Parameter 5012

Schreibt euch vorher auf, was da im Original bei euch eingestellt war (normalerweise 5000:1 & 5012:15).
Nachdem die Mädels nun nicht mehr zittern müssen (sie können sich die Hände am Stromzähler wärmen), machen wir draußen an der Außeneinheit weiter und entfernen die obere und vordere Abdeckung:

Abdeckungen der Elektrik

Unter den jetzt noch verbliebenen Blechabdeckungen verbergen sich die verschiedenen Platinen. Als erstes entfernen wir die obere mit den Lüftungsschlitzen:

obere Platinen

Was genau da alles vor sich geht, interessiert uns erst mal nicht näher. Wichtig ist: Leuchtet da noch was?
Nein? Dann kommt schon kein Strom an eurer Außeneinheit an. Kein Wunder also, dass die Inneneinheit nicht mit ihr kommunizieren kann. Dann sucht mal, wo der Strom verloren geht.
Sieht es bei euch so aus, wie auf dem Bild oben, dass da noch verschiedene LEDs leuchten, kommt zumindest noch Strom in der Außeneinheit an und wir machen mit der Hauptleiterplatine weiter:

alte Hauptleiterplatine

Die versteckt sich seitlich unter der Blechabdeckung mit der Tabelle drauf.
Leuchten die grünen LEDs rechts der Mitte noch? Zeigt die 7-Segment-Anzeige noch was?
Wenn Ja, könnt ihr dort direkt die Fehlercodes auslesen und im Handbuch des Herstellers (Airwell, Viessmann hat da nur seine Aufkleber und Preisschilder drauf geklebt.) nachschlagen.
Ist die Platine duster, wie bei uns, seid ihr dem Fehler schon weiter auf den Fersen.
Nun wendet ihr einen Trick an, den weder die beiden Techniker, noch der Mensch vom technischen Support kannten. Ihr prüft die Sicherungen der Hauptleiterplatine….Mehrzahl!
Klar, die Feinsicherung rechts springt einem direkt ins Auge, aber die ist in den seltensten Fällen durchgebrannt.
Im Gegensatz zu den Fachleuten findet ihr aber auch die unter einer blauen Abdeckung oben Links, oberhalb der Ventilatoranschlüsse versteckte 3.15A-Sicherung:

versteckte Sicherung unter blauer Abdeckung

In 96,3% der Fälle wird diese Sicherung durchgebrannt sein. Und der grüne Varistor RT201 (sieht aus wie ein Smartie auf Stelzen) daneben sieht aus, als hätte da eine Maus ein Stück raus geknabbert:

defekter Varistor RT201

Herzlichen Glückwunsch!
Sie sind ebenfalls Opfer eines weit verbreiteten Serienfehlers der Vitocal 200-S geworden!
Der bisherige Stand der Wissenschaft ist, dass der Harzverguss der Lüftermotoren im Laufe der Jahre Risse bekommt. Das wiederum führt dazu, dass Feuchtigkeit in den Motor eindringen kann und zu einem Kurzschluss innerhalb der 310V-Versorgung führt. Dieser Kurzschluss läuft zurück zur Hauptleiterplatine. Wenn man Glück hat, brennt nur die Sicherung durch (ca. 5% der Fälle). In den allermeisten Fällen schafft es die Sicherung allerdings nicht, die Hauptleiterplatine zu schützen und es werden noch mehr Bauteile auf der Platine zerstört (Varistor, Optokoppler).
Die Abhilfe ist, zwei neue Lüftermotoren (ca. 350€/Stück), sowie eine neue Hauptleiterplatine (ca. 650€) zu bestellen.
Das ist zwar happig, aber immer noch billiger, als der vorgeschlagene Reparaturweg von Viessmann, die die komplette Steuerung der Außeneinheit (ca. 2715€) und die Motoren samt Lüfterflügel (ca. 1138€) tauschen wollen (alles zuzüglich Arbeitslohn).
Um bei der Diagnose ganz sicher zu gehen, macht ihr die Außeneinheit im Sicherungskasten stromlos, ersetzt die versteckte Feinsicherung (3,15A), zieht beide Motoren ab (Wichtig, sonst brennt sie im Zweifel direkt wieder durch und der Kurzschluss zerstört euch die Platine, sofern sie nicht eh schon hinüber ist!) und schaltet den Strom wieder ein. Jetzt sollte die Haupleiterplatine (selbst wenn sie einen Schlag abbekommen hat) wieder zum Leben erwachen:

alte Platine, Motoren abgezogen


Die 7-Segment-Anzeige sollte jetzt „Sb“ für „Standby“ anzeigen und die linke grüne LED leuchten.
Ist das der Fall, wisst ihr, dass es bei euch wirklich die Motoren waren, die zum Ausfall geführt haben.
Habt ihr genügend Zeit, könnt ihr versuchen erst mal nur die Motoren zu tauschen. Das würde ich aber immer paarweise machen, auch wenn es weh tut. Es wäre zu ärgerlich, wenn ihr den falschen Motor tauscht oder der nächste in 6 Monaten durchbrennt und euch die Platine doch noch himmelt.

Um die korrekten Teile zu bestellen, benötigt ihr die ersten 7 Stellen der Typennummer eurer Außeneinheit. Die findet ihr auf dem seitlichen Aufkleber unter dem unteren Strichcode:

Datenaufkleber Viessmann Vitocal 200-S

Um sicher zu gehen könnt ihr zusätzlich noch die Teilenummern der Platine (Aufkleber unten links):

Aufkleber Hauptleiterplatine

Und auf den Lüftermotoren abgleichen:

Typenschild alte Motoren

Wundert euch aber nicht, dass die Zahlen leicht voneinander abweichen. Sowohl die Platine, als auch die Motoren wurden überarbeitet (Wen wundert’s?). Viessmann warnt sogar explizit davor, die alten Versionen zu verbauen.
Ich selbst habe hier Hauptleiterplatine und Motoren bestellt.
Ihr könnt die Ersatzteilnummern auch direkt bei Viessmann abgleichen (geht auch ohne Anmeldung).

Und während wir auf die Lieferung der Ersatzteile warten, kann ich Teil 2 des Artikels tippen.

Du Opferanode

Damit meine eigene Mahnung nicht ungehört verhallt, habe ich mal nach der Opferanode in unserem Warmwasserspeicher geschaut. Wir erinnern uns ja, wie schlimm die Anode beim Hot-Tub aussah.

Also hier eine Anleitung für die Viessmann Vitocal 242-S:

Als erstes entfernt man die obere und die obere/vordere Abdeckung:

Dazu die Schraube oben mittig lösen und die Abdeckung nach vorne abziehen. Das geht recht schwer, da sie zusätzlich durch Schnappverschlüsse gehalten wird. Die obere Abdeckung ist von innen verschraubt. Achtet beim Abnehmen auf die Erdungskabel:

Sind auch die ab, sind wir fast an Ziel:

Unter dem oberen Styropor-Deckel findet sich die Opferanode:

Jetzt trennt man ihre Verbindung zum Behälter und schaltet ein Multimeter dazwischen in Reihe:

Wichtig ist eine Gleichstrommessung mit der schwarzen Messspitze an der Anode. Von der Anode muss nämlich ein konstanter Strom zum Behälter fließen. Solange dieser Strom größer als 0,3 mA ist, ist alles in Ordnung. Liegt er unter diesem Wert, ist es Zeit für den Austausch.

Die 0,3 mA als Grenzwert sind übrigens Herstellerübergreifend identisch, da das physikalische Prinzip immer gleich ist.

Für die zukünftige Überwachung habe ich anschließend den Wert mit Datum aufgeschrieben und zusammen mit der Bestellnummer einer passenden Fremdstromanode unter die Verkleidung gelegt. Nächstes Jahr messe ich wieder.

Kollektortemp.sensor

Für die Nachwelt will ich mal dokumentieren, wie ich den Fehler „9A Unterbrechung Kollektortemperatursensor“ an unserer Viessmann Heizung (Vitotronic 200) bzw. den Solarmodulen (2x Vitosol-F) diagnostiziert und behoben habe.
Es begann damit, dass mich die Heizung morgens mit folgender Meldung begrüßte:

Bestätigt man die Meldung, erhält man den Fehlercode “ Kollektortemp.sensor 9A „, welchen man Quittieren kann.
Verschwindet die Meldung nach dem quittieren nicht, sollte man die Heizung über den Netzschalter einmal aus- und nach ein paar Minuten wieder einschalten.
Taucht die Meldung anschließend wieder auf, ist was ärgeres faul und wir müssen ein bisschen tiefer einsteigen.
Hält man an der Heizung die OK-Taste und die Menü-Taste für 5 Sekunden gleichzeitig gedrückt, kommt man in das versteckte Service-Menü. Dort geht man auf den Punkt „Meldungshistorie“ und schaut, ob die Meldung schon in der Vergangenheit mehrfach aufgetreten und verschwunden ist ohne das man es bemerkt hätte. So war es auch bei uns der Fall. Das ist ein Indiz für einen Wackelkontakt auf dem Weg zum Temperaturfühler im Solarmodul.
Glücklicherweise haben wir damals beim Hauskauf nicht nur die Bedienungsanleitungen zu unserer Heizung bekommen, sondern auch die ganzen Unterlagen, welche laut Viessmann „Für die Fachkraft“ gedacht sind. Diese Unterlagen sind Gold wert, denn sie enthalten neben den ganzen Spezifikationen und Einstellwerten auch Anleitungen zur Fehlersuche. Alles fein säuberlich nach Fehlercodes sortiert.
Wer die Unterlagen nicht hat, dem will ich hier mal eine bebilderte Anleitung liefern.
Um nun rauszufinden wo der Fehler genau liegt, starten wir an der Solarregelung (Typ SM1). Die findet sich in einem grauen Kasten unterhalb der zugehörigen Manometer/Absperrventile:

Schraubt man die Abdeckung ab, findet sich da eine panisch blinkende grüne LED (blinkt normalerweise langsam) und darunter eine nummerierte Steckerleiste:

Stecker Nummer 6 mit seinen beiden Kontakten kommt vom Kollektortemperatursensor. Er lässt sich einfach abziehen. Nun schwingt man das Multimeter und misst den Widerstand, der hier unten ankommt. In der Anleitung zur Fehlersuche findet sich hierzu ein sehr schöner Graph, bei welcher Temperatur welcher Widerstand gegeben sein muss. Aufgrund des dicken Copyright-Vermerks gibt’s davon aber kein Foto. Allerdings sollte sich der Widerstand bei 0-20 °C zwischen 10 und 50 kOhm bewegen. Habt ihr da einen stark abweichenden Wert oder gar unendlichen Widerstand, wisst ihr schon mal, das hier unten nix ordentliches an kommt.
Nun folgt ihr der Leitung weiter Richtung Dach und messt an jeder Verbindungsstelle erneut den Widerstand, ob er irgendwo unterwegs verloren geht.
Das wäre nämlich die einfachste Lösung.
Vielleicht findet ihr dabei auch solche Konstruktionen:

Signalkabel auf doppelten Klingeldraht, weil man es zu kurz abgekniffen hat….“Fachkraft“….
Oben Richtung Dach sollte dann die letzte Verbindungsstelle vor dem eigentlichen Solarmodul sein:

Die rot-weiße Leitung kommt vom Temperaturfühler im Solarthermie-Modul.
Solltet ihr bis hier auf keinen Widerstand gestoßen sein, heißt es, dass es im nächsten Schritt auf dem Dach weiter geht.
Also munter die Leiter angestellt und hoch geklettert. Am oberen Abgang des Solarmoduls findet ihr einen kleinen eingeschraubten Plastikstutzen:

Da drin sitzt der Temperatursensor. Gegebenenfalls könnt ihr auch schon, wie bei uns, direkt die Ursache für den Fehler sehen:

Der Marder hat seinen Weg auf das Dach gefunden und sich mit dem ungeschützten Gummikabel vergnügt.

Wie auch immer man auf die Idee kommen kann, so ein Kabel völlig ungeschützt auf einem Dach zu verlegen?!
Egal. Machen wir es halt besser als die Fachkraft.
Den kleinen Plastikstutzen könnt ihr einfach aus dem Anschlussstück raus schrauben. Keine Angst, da läuft nix aus.
Haltet ihr ihn in den Händen, könnt ihr auch direkt die Bezeichnung finden:

Sie lautet: 7426546 T-0-D1326
Darüber findet man auch schnell das passende Ersatzteil.
Mit etwas über 50 € lässt sich Viessmann jedoch einen schnöden NTC 20 kOhm-Sensor fürstlich entlohnen.
Also schauen wir erstmal an der Werkbank, ob wir das nicht repariert bekommen.
Das Mistvieh hat echt saubere Arbeit geleistet:

Erster Schritt ist festzustellen, ob der Sensor überhaupt noch funktioniert:

37,7 kOhm bei ca. 14 °C Raumtemperatur liegen innerhalb der Spezifikationen, also läuft er noch.
Der Rest ist dann nur noch ein Wunderwerk aus Lötzinn und Schrumpfschlauch:

Bevor es anschließend wieder auf’s Dach geht, ist es sinnvoll, vom Dachboden aus eine Kabelspirale durch die Durchführung nach draußen zu fädeln. So ist es viel leichter das Kabel rückwärts durchzuziehen.
Und damit das Kabel dem Marder in Zukunft nicht mehr schmeckt, gibt es noch eine Panzerung aus Wellrohr:

Das Ganze lässt sich dann sauber verlegen und mittels Kabelbindern sichern:

Anschließend wieder alles zurückbauen und messen, ob ein Signal an der Steuerung ankommt.
Wenn ja, Heizung ausschalten, orangenen Stecker wieder aufstecken und Heizung wieder einschalten.
Im versteckten Diagnosemenü müsste sich in der Meldungshistorie jetzt folgender Eintrag finden:

Damit sollte der Fehler der Vergangenheit angehören und wir können uns über ca. 200 gesparte Euro freuen.