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Den Riemen enger schnallen

Einer der Gründe, dass der Gerontengolf in unser gebeuteltes Budget passte war, dass er nach 14 Jahren nicht nur noch auf den ersten Reifen stand, sondern dass er auch immer noch mit dem ersten Zahnriemen unterwegs war. Ja, ok, VW gibt beim 2.0 FSI keine Altersgrenze für den Zahnriemen vor, aber das den jemand 14 Jahre da im Motor lässt, damit kann doch echt kein Ingenieur rechnen! Und bei der Jahresfahrleistung der Besten wäre er nochmal weitere 15 Jahre drin geblieben, bis die von VW für den Austausch vorgegebenen 180.000 km erreicht sind. 29 Jahre? Ja nee, nicht wirklich.
Also Zahnriemenset samt Wasserpumpe von SKF geordert und frisch ans Werk.
Zum Ausbau des Zahnriemens gibt es reichlich Videos.
Allerdings ist „auseinander“ selten das Problem. Wie man nachher das Puzzle wieder ordentlich zusammensetzt, verrät einem aber keiner.
An Werkzeug braucht ihr bis auf eine 19mm-XZN-Nuss („Innenvielzahn/Zwölfkant“) nix exotisches.
Also hier mal ein paar Erklärungen, wie ich es gemacht habe.
Trotz meiner Motorbrücke habe ich den Motor von unten mit dem Wagenheber an der Ölwanne abgestützt. Der zusätzliche Arbeitsraum von oben ist sehr hilfreich.
Größtes Hindernis bei der Demontage sind die untere Zahnriemenabdeckung und der massive Alu-Flansch für den Motorträger.
Die untere Abdeckung ist mit 6000 winzigen Innentorx-Schrauben befestigt. Achtet insbesondere auf die mittige Schraube direkt unter dem Flansch. Dort verkantet man den Bit leicht und dreht sie rund! Ich habe sie auf der allerletzten Rille raus bekommen und nachher einfach durch eine simple Außensechskant-Schraube ersetzt:

Die lässt sich viel leichter kraftschlüssig greifen.
Den Aluflansch bekommt ihr erst raus, wenn die untere Abdeckung raus ist. Seine drei Bolzen sitzen tief in ihm und es ist nur wenig Raum zum schrauben. Für den vorderen Bolzen musste ich den Motor etwas anheben um ihn zu erreichen:

Für den Hinteren empfiehlt sich (nach dem ersten lösen) eine möglichst kompaktes Werkzeug:

Die Bolzen sind übrigens unterschiedlich lang. Ich habe sie daher einfach mit Edding beschriftet.
Sind sie raus, ist es ein elendiges Gefummel, den riesen Trümmer nach unten raus zu bugsieren.
Die Alurohre der Klimaanlage tragen ein paar Kratzer davon, aber mit fluchen und drücken geht es.
Wie immer empfehle ich einen weißen Edding um die OT-Markierungen nachzuzeichnen.
Obacht: Wenn ihr die untere Riemenabdeckung und die Riemenscheibe abnehmt (um Welten besser als bei Opel!), habt ihr dort keine Markierung mehr (bei Opel hingegen besser gelöst). Ich empfehle daher den Motor auf OT (oben kontrollieren) zu drehen, und dann selbst eine Markierung auf dem Ritzel des Zahnriemens anzubringen:

Hat man alles raus, ergibt sich erfreulich viel Platz zum arbeiten:

Insbesondere wenn man bedenkt, dass dies der größte Motor war, den man für den Golf Plus ordern konnte (Hat den jemand eigentlich schon mal auf R32 umgebaut?).

Kommen wir zum Zusammenbau.
Leider finden sich auf der Spannrolle des Zahnriemens keine Markierungen für „new“ oder ähnliches um die korrekte Vorspannung des Zahnriemens einzustellen.
Auch die einschlägige Werkstattliteratur (Etzold, „So wirds gemacht“) ist da sehr enttäuschend. Dort vernimmt man nur „Der Zahnriemenwechsel wird hier nicht beschrieben.“. Ja danke! Aber Hauptsache in epischer Breite beschreiben, wie man Wischwasser nachfüllt!
Wenn da jemand gute Literatur zum Golf V hat, bin ich für Hinweise sehr dankbar!
Bei der eingebauten Rolle stand der Zeiger auf der rechten Seite des kleinen Halteblechs.
In diesem Video kann man sehen, dass der Zeiger der neuen Rolle mittig hinter dem Blech steht. Das wird von den Protagonisten als „good“ tituliert.
Genauso habe ich dann auch meine Spannrolle montiert:

Ob das richtig ist? Keine Ahnung. Wie gesagt: Ich finde dazu nix.
Kommen wir zum fummeligen Wiedereinbau.
Den Alu-Flansch müsst ihr von unten links schräg nach oben fädeln. Die Rohre der Klimaanlage bekommen dazu ein paar weitere Kratzer.
Achtet auf die hintere Ecke der Plastikabdeckung hinter dem Nockenwellenrad:

Die hakt sich gerne an dem Flansch ein und dann geht es nicht mehr weiter.
Ist der Flansch drin, schraubt ihn noch nicht wieder fest. Fummelt erst die untere Zahnriemenabdeckung rein. Das geht deutlich einfacher, wenn man den Flansch noch ein bisschen hin und her wackeln kann.
Natürlich schweigt sich Herr Etzold auch zu den Anzugsmomenten aller relevanter Schrauben aus.
Ich habe sie mir daher aus allen möglichen Motoren ähnlicher Bauart zusammengesucht.
Die Schrauben der Riemenscheibe sollen ersetzt werden und dann erst 10 NM +90° bekommen.
Ich habe sie (genauso wie die Schrauben des Motorlagers) nicht ersetzt und stattdessen Markierungen angebracht:

So kann man im ersten Schritt die 90° überprüfen und anschließend den Strich in seiner finalen Position auf die Riemenscheibe übertragen.
Dadurch sieht man direkt, wenn sich eine Schraube gelockert hat.
Die Schrauben des Motorlagers sollen folgendermaßen angezogen werden:

Kleine Schrauben im schwarzen Blech zur Karosserie: 20 NM +90°
Schrauben Motorlager zur Karosserie: 40NM +90°
Schrauben Motorlager zum Flansch: 60NM +90°

Für die Stiftschraube Motorlager zur Karosserie empfehle ich eine Zündkerzennuss:

Mit einer normalen Nuss kommt ihr nicht vollständig runter auf den Sechskant.
Damit sollte der schwierige Teil abgeschlossen sein.

Wie gesagt: Das Schlimmste ist der Kampf mit dem Aluflansch und der Abdeckung.

Trennungsgrund I

Arbeiten wir das Elend der letzten Zeit mal chronologisch auf.
Es begab sich, dass sich beim V50 ein immer lauter werdendes Mahlgeräusch im Fahrbetrieb ausbreitete. Da es zwar geschwindigkeits-, aber nicht drehzahlabhängig war (einfach auf der Autobahn mal auskuppeln und hören, ob sich das Geräusch ändert) war schnell eines der Lager in Verdacht.
Alle Beteiligten (ich natürlich voran) schwörten, dass es von vorne rechts kam.
Damit war das Zwischenlager der rechten Antriebswelle (eine bekannte Schwachstelle bei V50/Ford Focus II-Fahrzeugen) direkt als Verdächtiger ausgemacht.
Zur Behebung kann man nun entweder das alte Lager mit der Flex abschälen und ein neues Lager (~40 €) irgendwie drauf würgen oder man kauft einfach eine komplett neue Antriebswelle samt Lager (67,15 €) und wirft sie rein.
Wenig erstaunlich habe ich mich für Letzteres entschieden.
Da es aus der Artikelbeschreibung nicht eindeutig hervor ging, habe ich neben der Antriebswelle noch eine neue Zentralschraube (Volvo-Nr.: 30640878) geordert.
Hätte ich aber nicht gemusst. Eine neue Schraube (allerdings ohne Festigkeitsangabe) lag der Welle bei. Sinnvoll ist es jedoch auch gleich ein neues Traggelenk (bzw. eine neue Staubmanschette für ein solches) mit zu ordern, da die Manschette des alten (nicht einzel tauschbaren!) Traggelenks beim Ausbau nahezu zwangsläufig kaputt geht. Ich habe für 6,50 € ein neues Traggelenk für einen Volvo C30 geordert. So hatte ich neben der neuen Manschette auch eine neue Nyloc-Mutter für das Traggelenk.
Nun geht es frisch ans Werk.
Als Erstes muss man die Zentralschraube der Antriebswelle lösen.
Hierzu kann ich nur die Anschaffung eines (elektrischen) Schlagschraubers empfehlen. Ich möchte meinen nicht mehr missen! Alternativ braucht man einen Helfer und ein langes Rohr zur Verlängerung des starren Schlüssels.
Das Auto lässt man üblicherweise auf allen vier Rädern stehen und entfernt nur (sofern vorhanden) die Nabenkappen der Felgen. Alternativ kann man auch Stahlfelgen (Notfalls das Ersatzrad anschrauben), bei denen ist die Nabe immer offen. Mit dem Schlagschrauber tackert man nun die Zentralschraube lose:

Dazu muss kein Gang eingelegt sein. Es reicht die Masseträgheit des Wagens. Hat man nur einen Helfer und ein Rohr, muss der Helfer drinnen kräftig auf die Bremse steigen, wärend man draußen am Rohr astet.
Die Schraube dreht man anschließend wieder lose ein, bockt das Auto (stabil!!) auf und baut das Rad ab.
Nun noch Koppelstange abschrauben und ABS-Sensor-Kabel am Federbein und Radhaus ausclipsen:

Jetzt muss das Traggelenk raus. Da Menschen in diesem Internet berichteten, dass es so fest sitzt, dass die einfachen Auspresser verbiegen, habe ich einen sehr männlichen Satz mit auswechselbaren Backen besorgt:

Der ist allerdings doch etwas unhandlich und geht nur mit Ach und Krach drauf:

Die 27mm-Backe des Sets passte gut.
Mit dem dicken Ausdrücker ließ sich das Traggelenk zwar mit lautem Knall, aber Anstandslos auspressen.
Um die Sicherungsmutter anschließend abschrauben zu können, braucht ihr ein Volvo Spezialwerkzeug oder einfach einen gekürzten 6mm Inbusschlüssel:

Sofern ihr nun die Welle innerhalb der Radnabe hin und her schieben könnt, kann die lose eingeschraubte Zentralschraube raus. Wehrt sich die Welle, müsst ihr sie mit dem Hammer und einer Verlängerung ca. 2 cm weiter rein klopfen.
Jetzt kommen wir zum Berserker-Teil. Das Traggelenk muss ganz von der Radnabe ab.
Es mag sein, dass ich zu dumm und/oder zu lauchig bin, aber daran wäre fast die ganze Aktion gescheitert. Selbst mit einem XL Kuhfuß und unter Zuhilfenahme eines Wagenhebers ließ sich der Stummel des Traggelenks nicht aushebeln. Zwischenzeitig hatte ich abwechselnd Angst um meine Bandscheiben und darum, den Wagen von den Achsständern zu hebeln. Irgendwann, unter den Tränen der Verzweiflung, ging er dann doch noch raus:

Wahrscheinlich aber auch nur aus Mitleid.


Jezt entfernt man die Halbschale um das Mittellager der Antriebswelle:

Während ein Helfer die Radnabe etwas nach außen zieht, kann man anschließend die gesamte Antriebswelle entnehmen. Hier mal Alt neben neu:

In ausgebautem Zustand könnt ihr auch mal das Spiel im Mittellager testen. Das Lager sollte sich nur mit Widerstand „satt“ drehen lassen und (wenn überhaupt) nur ganz kurz nachlaufen, wenn ihr es anschubst (1/2 Drehung). Bei mir lief es sehr leicht und drehte sich ein Dutzend Umdrehungen von selbst, wenn man es anschubste. Dabei gab es metallene Laufgeräusche von sich. Ich sah daher meine Theorie bestätigt.

Die Manschette des Traggelenks hatte den „Angriff der Kuhfüße“ natürlich nicht überlebt:

Daher popelt man nun vom billigen Ersatzgelenk die Federringe und die Manschette ab:

Füllt das Ganze mit reichlich Fett und stülpt es statt des zerstörten Originals auf das Traggelenk:

Für den Wiedereinbau der neuen Welle rate ich euch aus meinen Fehlern (keine Angst, Erklärung kommt noch) zu lernen und die Verzahnung der Getriebeseite zu ummanteln, um den dortigen Wellendichtring nicht zu beschädigen. Am einfachsten geht das mit einer aufgeschnittenen Klarsichtfolie. Einfach um die Verzahnung und ein gutes Stück der glatten Welle wickeln und mit Tesafilm fixieren. Dann, mit einem Helfer welcher den Radträger wieder nach außen zieht und das kurze Ende der Welle etwas stützt, die neue Welle einfädeln und die Folie nach außen hin abziehen.
Anschließend alles wieder zusammenwerfen. Die Drehmomente findet ihr im Haynes.
Am Schluss den Wagen wieder auf die Puschen stellen und mit dem Drehwinkelmesser die Zentralschraube anziehen:

Fertig.
Meinte ich zumindest….

Schnellkochtopf II

In Teil I haben wir ja nach der Idee aus der Horex-Schmiede einen Low-Budget-Teilewäscher gebastelt.
Damit das Gerät aber deutlich wirkkräftiger wird, spendieren wir in diesem Teil noch eine Heizung für das Reinigungsmittel.
Die erste Überlegung war ein simpler Tauchsieder mit Schwimmer in Verbindung mit einer Zeitschaltuhr.
Allerdings war mir das zu heikel. Der Tauchsieder braucht 25 cm „Wassertiefe“ die ich sicherlich nicht immer garantieren kann. Außerdem sind die heißen Wendeln ungeschützt. Ich kenne mich: Ich dödel das Ding gegen die Außenwand, er schmilzt mir ein Loch in den Container und die ganze Suppe fließt mir über die Werkbank. Ganz zu schweigen von der Unsicherheit einer rein zeitlichen Regelung. Nee, danke.

Also muss es ein geschützter Tauchsieder sein, der auch komplett im Wasser liegen kann. Außerdem brauche ich eine gescheite Temperatursteuerung, damit mir die Suppe nicht das kochen anfängt.
Eine ausgedehnte Internetrecherche förderte anschließend diese Tauchsiederbauform zutage:

Ein Qualitätsprodukt aus dem Hause DongFengChiQuoHanLi (oder so ähnlich). Die Heizwendel befindet sich (thermisch getrennt) innerhalb der Edelstahlröhre und der ganze Tauchsieder kann komplett versenkt werden. Genau das, was ich gesucht habe!
Die Maße sind 5cm Durchmesser und 25cm Länge. Das passt gut in die Box:

Bei einem Testlauf mit schlichtem Wasser zeigte sich, dass der Tauchsieder exakt wie beabsichtigt funktioniert, aber sich in dem gelben Teil mit der LED heißes Wasser sammelt und einem beim raus nehmen über die Finger tropft. Zwei kleine Bohrungen schaffen da Abhilfe:

Der Stecker ist erfreulicherweise verschraubt, so dass man da auch einfach umbauten für die Temperatursteuerung vornehmen kann:

Bei aufgeschraubtem Stecker fällt einem jedoch sofort auf, dass der Tauchsieder keinen Schutzleiter hat! Es ist also auf jeden Fall darauf zu achten, nicht in das Wasser zu greifen, solange der Tauchsieder noch am Strom hängt!

Wenden wir uns nun der Temperatursteuerung zu. Auch dafür fällt natürlich was passendes von den chinesischen Produktionsbändern. Das Teil nennt sich XH W3001, kommt mit einem Display sowie Gehäuse daher und ist sogar Hysterese-fähig. YouTube liefert da viele schöne Videos.

Strickt man nun den Tauchsieder an den geschalteten Ausgang des Temperaturreglers hat man eine geregelte Heizung. Klingt simpel, hat aber ein paar Fallstricke.

Daher wollen wir uns diesem Aufbau etwas detaillierter zuwenden.

Wie ihr direkt dem ersten Kommentar bei Amazon entnehmen könnt, ist der Temperaturregler auf keinen Fall dazu geeignet die angegebenen 1500W dauerhaft sicher zu schalten. Ganz zu schweigen von den 2000W des Tauchsieders. Die auf der Platine verlöteten Kabel haben wirklich mikroskopische Querschnitte:

Klar, könnte man da dickere Kabel direkt anlöten, aber leider ist das verbaute Schaltrelais ebenfalls nur für eine Dauerlast von 5A zugelassen:

Da wäre also schon bei 1150W Schluss. Für kleinere Anwendungen mag das ausreichend sein, für meinen Schnellen Brüter musste ich mir aber was einfallen lassen.

Um auch hier am Ende dieser Spielerei recyclingfähiges Material zu haben, habe ich zu einem 230V-10A-Schaltrelais auf einem Hutschienen-Sockel gegriffen:

Der Aufbau (auf einem Restholz von der Reliant-Front) ist dann folgendermaßen:

Die Netzleitung mündet in eine Abzweigdosen. Der Nulleiter geht zu einer 10A-Feinsicherung und von dort zu einer Wago-Klemme als Verteiler (hatte ich schon mal erwähnt, dass ich die Teile liebe?). An den N-Verteiler ist der Tauchsieder und die Temperatursteuerung angeschlossen. An den Verteiler mit der Phase ist ebenfalls die Temperatursteuerung sowie die durch das Relais geschaltete Leitung angeschlossen. Die Temperatursteuerung schaltet das Relais, welches dann die Phase an den Tauchsieder weiter gibt. So ist die Steuerungsplatine entlastet und hält hoffentlich länger.

Ein erster Testlauf zeigt, dass der Aufbau funktioniert:


Der Temperaturfühler muss allerdings nah am Tauchsieder platziert werden, damit er nicht zu träge reagiert. Kabelbinder fixieren ihn dazu sicher am Kabel des Tauchsieders:

Die Platte mit der Steuerung habe ich mit Spiegelklebeband auf dem Deckel befestigt. Hält bombig.

Ob der DIY Tauchbadreiniger auch wirklich ordentlich das schmierige Geraffel säubert? Ihr erfahrt es im nächsten Teil.

Container-Ingo I

Die Garage platzt aus allen Nähten. Vier Fahrzeuge, Holzspalter, Schredder, Freischneider, Motorhacke, Kreissäge, Kappsäge, Bollerwagen, Werkbänke, Regale, Schränke und haufenweise Gartenwerkzeuge sind einfach zu viel für 40m². Zumindest alles Gartenbezogene muss daher auswandern. Sommerprojekt 2019 ist somit ein Gartenhaus.

Klar, kann man einfach im Baumarkt kaufen. Machen Millionen Menschen so. Es gibt dort grob drei Kategorien von Gartenhäusern: Plastik, Holz oder Metall.
Plastik-Gartenhäuser sind deutlich zu klein und Holz muss ich pflegen. Damit war das beides schon mal raus. Blieben also Metall-Gartenhäuser. Da gibt es durchaus brauchbare Größen. Das ist dann aber entweder extrem teuer oder aber extrem wabbelig.
Also doch der kochsche Weg und schauen, was man zweckentfremden kann.
Einer meiner Nachbarn baut gerade eine große Garage und musste in der Zwischenzeit auch reichlich Gedöns zwischenlagern.
Dafür hat er sich einen „Schnellbaucontainer“ von Kovobel liefern lassen.
Ich habe beim Aufbau mitgeholfen und ihn mir im Detail besehen. Nicht schön, aber sehr massiv!
„Schön“ lässt sich machen. Ich hab da schon einen Plan.
Also Beste von Allen überzeugt und Selbstabholer- sowie Skonto-Rabatt ausgehandelt.
Passenderweise sitzt der damit für mich günstigste Importeur nämlich nur 25 km von Vaddern entfernt. Gute Gelegenheit mal etwas Größeres mit der Lafette zu transportieren:

Container auf dem Anhänger

2,20m x 3m passt gut drauf. Die Abholung verlief auch reibungslos. Wir bekamen noch ein paar Anti-Rutsch-Pads für den Anhänger geschenkt und konnten den Hasen dank Gabelstapler schnell aufladen.
Sehr angenehmes Geschäftsgebaren.
Zuhause angekommen habe ich die Einzelteile zerlegt und mit 1-2 Personen in den Garten geschafft:

Den Boden mit den rohen Holzbrettern habe ich separat gelegt, um ihn zu schleifen und zu streichen:

Im Hintergrund seht ihr auch schon das vorbereitete Fundament. Das Gartenhaus steht später auf Gehwegplatten, umgeben von einem weiteren Ring aus Gehwegplatten (Sinn erschließt sich später). Links seht ihr eine Wasserleitung, die an unser Bewässerungssystem angeschlossen ist und hinten rechts liegt ein Starkstromkabel, das später das Gartenhaus mit (Stark-)Strom versorgen wird.
Der Aufbau ging dann auch ähnlich schnell, wie ihn die Blue Man Group hier darstellt:

Quelle:Kovobel.cz

Seiten und Rückwand waren auch problemlos:

Lediglich das Aufsetzen des Daches erforderte einen vierten Mann. Insbesondere, da ich selbst auf Zehenspitzen einfach zu klein war. Ein Glück, wer hilfsbereite und große Nachbarn hat.
So sieht der Container dann fertig aus:

Beide Türen lassen sich vorne öffnen und die Innenhöhe beträgt 197 cm. Deutlich komfortabler als diese ganzen Minigartenhäuser mit ihren 170cm-Schiebetürchen.
So konnte das aber natürlich nicht bleiben. An den Innenausbau gehen wir daher in Teil 2.

Fensterkontaktschalter nachrüsten I

Wir sind ja glückliche Besitzer eines Ofens, welcher sich den Raum mit unserer großen Wohnküche teilt. Trotz dessen, dass der Ofen eine externe Luftzufuhr hat, schafft es jedoch die Dunstabzugshaube, eine Miele DA 430-4, einen so großen Unterdruck zu erzeugen, dass der Rauch in den Raum gesogen wird. Wir haben dies frühzeitig bemerkt und seit dem penibel darauf geachtet, entweder nicht beides parallel zu betreiben oder ein Fenster zusätzlich zu öffnen. Allerdings besteht der Schornsteinfeger (völlig zu Recht!) auf einer technischen Lösung in Form eines Fensterkontaktschalters. So ein Schalter bewirkt, dass die Dunstabzugshaube nur funktioniert, wenn auch ein Fenster offen ist. Wenn man schlau ist, integriert man sowas schon beim Bau. Ich musste mich nun nach Nachrüstlösungen umschauen. Gibt’s natürlich reichlich. Kabel schied gleich aus. Sieht Scheisse aus. Also Funk. Die 08/15-Lösung sieht so aus, dass man ein Relais einschleift, welches den gesamten Strom zur Dunstabzugshaube bei geschlossenem Fenster unterbricht. Normalerweise ist das auch völlig ausreichend. Allerdings hat die Miele DA 430-4 eine integrierte Herd-Beleuchtung, auf welche die Beste nicht verzichten wollte. Also mal wieder wat spezial.

Entsprechend komplizierter ist auch der Einbau, so dass ich dies mal dokumentieren möchte. Los geht’s damit, dass man die Unterseite der Dunstabzugshaube demontiert:

Danach entnimmt man die Glasplatten, die seitlich in der Abdeckung der Haube stecken. Die Platten werden durch federbelastete Haltenasen gehalten:

Indem man die Glasplatten „nach innen“ drückt, erhalten sie auf der Außenseite genügend Spiel um entnommen zu werden. Lässt sich doof beschreiben, der Nachmacher wird es aber heraus finden. Als nächstes entfernen wir den „Kranz“ an der Oberseite. Einfach gleichmäßig und kräftig neu unten ziehen, schon entblößt sich auf der rechten Seite der elektrische Anschluss:

Die Steckkontakte ganz rechts, sind die Anschlüsse der Dunstabzugshaube, links neben der grauen Anschlussklemme kommt der hausseitige Strom an. Das Kabel oben drüber soll uns nicht weiter interessieren.

Im nächsten Schritt habe ich die Federklemmen entfernt, durch wiederverschließbare Wago-Klemmen ersetzt und das Relais testweise fliegend verkabelt:

Das Relais schaltet den Nullleiter („N“; blau), daher wird dieser durch geschleift. Hierbei weicht die Bedienungsanleitung vom Aufdruck auf dem Gehäuse ab. In der Anleitung steht „NO rein, COM raus“, auf dem Gehäuse ist es andersherum aufgedruckt:

Einen Unterschied konnte ich aber nicht feststellen und habe mich daher am Gehäuse orientiert. Wenn in 10 Jahren die Einbauanleitung verschlampt ist, kann ich die Verkabelung so immer noch nachvollziehen. Zusätzlich braucht das Relais natürlich noch „N“ und „L“ zur eigenen Stromversorgung. Lebt ja nicht von Luft und Liebe!

Theoretisch könnte man das ganze Geraffel jetzt hübsch vertüddeln und wäre fertig. Fenster offen = Strom an, Fenster zu = Strom aus. Wie gesagt, hatte die Beste jedoch weitergehende Wünsche. Die Beleuchtung sollte ja auch bei geschlossenem Fenster funktionierten. Daher steigen wir in Teil 2 tiefer in die Gedärme der Miele DA 430-4 Dunstabzusgshaube.