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Macht hoch die Tür III

Nachdem das Sektionaltor in den Schienen montiert war, ging es als nächstes an den Antrieb. Omnitore bietet Antriebe von Gfa an. Ich entschied mich für einen Antrieb direkt an der vorderen Welle. Damit entfällt die Schiene für den üblichen Schlepper in der Mitte. Die Montage war auch keine große Hürde, sondern eher eine sprachliche Herausforderung:

polnische Anleitung

Allerdings gab es auch einen QR-Code, über den man sich eine deutsche Montageanleitung von Gfa herunterladen konnte.
Als Torsteuerung wurde eine Gfa TS970 mitgeliefert. Die Installation war erfreulich gradlinig:

Tor eingebaut innen

Als ich das Tor zum ersten mal ganz hoch gefahren habe, staunte ich nicht schlecht, wie viel länger als nötig die Schienen doch sind:

Ungenutzte Schiene

Die Federstäbe am Ende sollen eigentlich komprimiert werden und dem Tor beim ablassen einen zusätzlichen Anschub geben.
Ich habe jedoch penibel darauf geachtet, die Schienen im empfohlenen Gefälle von 0,5% Richtung Tor zu montieren, so dass mein Tor auch ohne Anschubhilfe sauber zu rollt.
Ich warte noch ein wenig ab, ob die Anschubhilfen nicht doch noch nötig werden und wenn nicht, kürze ich die Schienen passend mit der Flex. Ergibt für eine potentielle Hebebühne ca. 150 cm mehr Luftraum.
Dann entscheide ich auch, ob die hintere Querstrebe nicht entfallen kann. Eigentlich sehe ich auch keinen Grund, warum man die brauchen sollte.
Mitgeliefert wurde ebenfalls eine optische Schaltleiste (Gfa WL900) als Sicherheitseinrichtung:

Gfa WL900 Lichtschranke

Kern des Ganzen ist eine 2-Wege-Lichtschranke, die mittels Adapterhülsen in die untere Gummidichtung des Tores eingebaut wird. Hier mal anhand eines Reststücks der Dichtung demonstriert:

Sensor Schema

Wird die Dichtung eingedrückt, weil sie auf ein Hindernis (Mensch, Tier, Pretiose) trifft, unterbricht sie die Lichtschranke im Inneren und das Tor stoppt automatisch.
Schlaue Idee.
Leider hat der Fliesenboden im Bereich des Tores eine Senke, so dass die Dichtung (während sie links und rechts maximal aufliegt) hier nur ganz knapp abschließt.
Dementsprechend passten die mitgelieferten Distanzstücke links und rechts nicht mehr in die Dichtung bzw. das Tor saß auf den Sensoren auf. Wie lange die das mitgemacht hätten, weiß ich nicht. Wollte ich lieber aber auch nicht ausprobieren.
Die Übergangslösung sah so aus:

Lichtschranke überbrückt

Die finale Lösung waren dann selbstgebastelte Distanzstücke aus Schaumstoff:

Gfa WL900 Schaumstoff

Die lassen sich problemlos komprimieren, halten aber gleichzeitig die Sensoren zuverlässig an Ort und Stelle.
Da das Spiralkabel bei geöffnetem Tor für meinen Geschmack zu sehr unter Spannung stand, habe ich es noch mittels Telefonkabel verlängert und den mitgelieferten Zwischenhalter spendiert:

Kabel Lichtschranke verlängert

Letzter Halt war der Funkempfänger für die Fernbedienungen. Omnitech legte hier einen Proxima NW1 Funkempfänger bei. Leider gibt es ihn, auch im Netz, nur mit polnischer Anleitung. Nachdem Google Translate auch nur 76% sinnvolle Wörter produzierte, habe ich den Support angeschrieben und um eine Übersetzung gebeten. Leider kam von da auch nur eine per Google Translate ins englische übersetzte Anleitung.
Schade, denn das Teil ist als Nachrüstlösung (auch um andere Dinge per Fernbedienung zu steuern) eigentlich super. Zumal die Version Proxima NW1 HOB sogar mit Hörmann BiSecur-Fernbedienungen kompatibel ist.
Also habe ich mich anhand der übersetzten Anleitungen und der Videos an einen Testaufbau herangetastet:

Proxima NW1 Testaufbau

Für die Nachwelt sei dokumentiert, dass neben den selbsterklärenden Stromkontakten der Kontakt „P“ für einen externen Schaltkontakt (so wie der manuelle Druckschalter oben auf dem Gehäuse) ist. Der Kontakt „NC“ ist dauerhaft geschlossen und öffnet kurz, wenn man die Fernbedienung betätigt (oder dauerhaft, je nach Einstellung). Der Kontakt „NO“ ist dauerhaft offen und schließt auf den Impuls der Fernbedienung.
Beide Schaltkontakte sind potenzialfrei (d.h. es liegt dort vom Relais aus kein Strom an. Es wird nur der Durchgang für ein externes Signal geschaltet).
Auf der anderen Seite des Proxima NW1 finden sich der Anschluss für die Antenne und ein Kontakt dessen Funktion ich bisher nicht herausgefunden habe:

Proxima NW1 Antennenanschluss

Achtung! Auf dem Bild habe ich die Antenne (kurzes Kabelstück) falsch eingesteckt! Es gehört eigentlich in den Kontakt mit dem umgedrehten „T“.
Neue Fernbedienungen lernt man einfach an, indem man den Knopf oben auf dem Proxima NW1 drückt, bis er einmal piept, dann die Taste an der Fernbedienung gedrückt hält, bis er wieder piept und dann los lässt. Dann noch einen Moment warten und es ertönt eine Bestätigungsmelodie. Ganz genauso, wie im oben verlinkten Hörmann-Video.
Der Funkempfänger wanderte dann einfach mit in die TS 970:

Funkempfänger angeschlossen

Auch hier war der Anschluss erfreulich einfach. Das Handbuch zur TS 970 ist da schön stringent. „24V“ und „GND“ liefern den Strom für den Funkempfänger. Das Steuersignal läuft über die Kontakte 7.1 & 7.2.
In der Programmmierung der TS 970 muss man ihr dann noch sagen, wie sie mit dem Signal umgehen soll, aber auch das ist gut verständlich erklärt.
Bisher funktioniert das alles reibungslos und zuverlässig.

Macht hoch die Tür II

Nachdem die Laufschienen des Tores montiert waren, habe ich bei der Welle weiter gemacht.
Um sicherzustellen, dass sie später auch möglichst reibungsarm in ihren Lagern läuft, habe ich wieder den Laser und einen kleinen magnetischen Neigungsmesser bemüht:

Lager ausrichten

Damit auch später alle Stützlager in einer Flucht verlaufen, habe ich bei jedem (der unterschiedlich großen) Lager die Mitte markiert:

Mitte der Lager markiert

So konnte ich sie entlang der Laserlinie ausrichten und an der Wand montieren:

Wellenlager ausrichten

Die einzelnen Wellensegment montierte ich wieder vom Rollgerüst aus:

Welle ausrichten 2

Keine Ahnung, wie man das ohne Gerüst machen will. Die Dinger sind bestialisch schwer. Aufgrund des Gewichtes lohnt es sich vorher drei mal zu kontrollieren, ob man wirklich alle vorgesehenen Bauteile aufgefädelt hat. Achtung, es gibt unterschiedliche Bauteile für links und rechts! Die Anleitung ist auch hier eine Herausforderung.
Von der Montage der Torsegmente habe ich leider keine Bilder. Wie schon gesagt, waren wir zu dritt gut ausgelastet.
Kein Vergleich zu den Sandwichelementen des Daches, aber immer noch herausfordernd.
Aber am Ende war das Loch zu:

Tor drin von innen

Endlich ergab sich auch von Außen ein finales Bild:

Tor drin von außen

Nächster Schritt war die Montage des Torantriebes. Das war eher eine sprachliche Herausforderung…

Macht hoch die Tür I

…das Tor macht weit. Seit Ewigkeiten bildeten zwei modifizierte Bauzaunelemente ein improvisiertes Tor zum Genesungswerk.
Ziel zum Jahresende war es, dieses Provisorium durch ein schickes neues Sektionaltor zu ersetzen.
Nach einem astronomischen Angebot von Hörmann (etwas über 6000€; ohne Montage!) entschied ich mich für Omnitore als Anbieter.
Dort kostete das Tor knapp die Hälfte und die Abwicklung samt Lieferung war absolut problemlos:

Tor geliefert

Um die Kosten weiter in Grenzen zu halten entschied ich mich für einen Aufbau in Eigenleistung.
Aus der Retrospektive kann ich sagen:
Kann man machen.

Die mit Abstand größte Herausforderung war es, die Piktogramme in der Anleitung zu verstehen. Die Anleitung umfasst verschiedene Varianten des Tores und die unterschiedlichen Baugruppen werden immer nur als „Option X“ tituliert. Da ist Detektivarbeit gefragt, um herauszufinden, welche „Option“ man denn nun da vor sich liegen hat. Die Bauteile sind häufig optisch gleich, weichen aber in den Dimensionen um ein paar Millimeter ab. Man beachte auch die kreative Nummerierung der Seiten.

Bei einem Tor in den Dimensionen 5 x 3 Meter geht der Aufbau selbst auch alleine, sofern man ein (Roll-)Gerüst hat.
Nur beim einsetzen der Torelemente waren wir zu dritt und gut ausgelastet.
Los ging es aber mit der Montage des Rahmens und der Schienen:

Schienenmaterial

Ebenfalls empfehlen möchte ich für den geneigten Nachmacher einen Nivelierlaser und Einhandzwingen zum ausrichten:

Schiene ausrichten

Eine gute Idee in der Anleitung ist es, die hintere Querstange als temporäre Abstandslehre für die Schienen vorne zu nehmen:

Hintere Querschiene als Distanzstück

So kann man die vertikalen Schienen schön vor der „Torloch“ vermitteln und mittels Einhandzwingen und Laser parallel ausrichten.
Danach noch 12 mal die Maße checken, die Löcher anzeichnen und dann gibt es keinen Weg mehr zurück:

Löcher bohren

Für die Verankerung in Porotonsteinen schwöre ich auf TOX „Bizeps“ Poroton-Dübel. Die halten wirklich super!
Nur oben im Betonsturz führte die hohe Reibung im Dübel dazu, dass ich mir eine Schraube abriss:

Schraube abgerissen

Merke: Für relevante Verangerungen in Beton IMMER Bolzenanker verwenden!
Es gab anschließend ein neues Loch, etwas darunter und einen ordentlichen Anker:

Bolzenanker gesetzt

Zur Montage der knapp 5m langen horizontalen Laufschienen ersann ich eine hasardeuristische Stützkonstruktion aus zwei Gerüstböcken, einer Baustütze und reichlich Kabelbindern:

Stützkonstruktion

Bis einen Moment später mein Blick auf mein Rollgerüst fiel….:

Schiene auf Rollgerüst

So konnte ich die Schienen bequem an das Tor heranrollen, vorne verschrauben und hinten hoch halten.
Mittels Ratschengurten habe ich sie dann temporär von den Stahlträgern abgehängt:

Schiene provisorisch abgehängt

Mittels der Ratschengurte ließ sich auch die Höhe der Schienen gut justieren. Abgehängt habe ich die Schienen dann final über an einem Stahlträger aufgehängte Dreiecke:

Schienen abgehängt

Das war ein wildes Puzzle aus gelochten Winkeleisen. Die Klemmung am Stahlträger erfolgt über Gewindestangen, die die Winkeleisen anpressen.
Ich habe die Dreiecke bewusst nach innen überstehen lassen, damit ich neben dem Tor ggf. noch ein Hochregal stellen kann. Der geneigte Nachmacher muss darauf achten, dass das Tor beim Hochlauf nicht mit der Querstrebe kollidiert.
Im nächsten Artikel geht es dann in die Vollen.

Lückenschluss II

Nach dem Mauerstummel ging es mit ein paar der im Genesungswerk selbst verbliebenen Löcher weiter.
Da fehlten nämlich noch Fenster und Tür.
Die hatte ich online geordert und schon im Januar geliefert bekommen:

Damit später alles schön dicht ist, hatte ich die Laibungen der Fenster und Tür verputzt:

Laibungen verputzt

Dank der Hilfe des besten Nachbarn aller Zeiten und seiner Freundin (Danke nochmals!) war der Einbau auch so schnell erledigt, dass ich kaum Fotos machen konnte:

Fenster drin

Die Tür war nochmal spannend, da wir sie in 2m Höhe ohne Gerüst von innen einbauen mussten:

Türloch von innen

Klappte aber mit vereinten Kräften auch:

Tür drin

Zum Einbau nutzten wir Kompressionsband. Hatte ich noch nie mit gearbeitet:

Kompressionsband

Im Hintergrund seht ihr es komprimiert zwischen Tür und Laibung und im Vordergrund ein komplett expandiertes Abfallstück. Faszinierendes Zeug.
Wie ihr aber bei dem Bild der Tür seht, war jetzt noch über der Tür das Dreieck zum Ringanker offen. Da vorher irgendeinen extra Sturz zu zaubern lohnte sich nicht.
Das Loch musste nur zu.
Ich habe daher ein 24 cm Sandwich aus Styropor- und PU-Platten zusammen geklebt:

Keilsandwich geklebt

Die doppelte PU-Platte gibt hoffentlich etwas Halt, sollte ich da mal eine Außenleuchte o.ä. verschrauben wollen. Mit Dämmstoffdübeln habe ich bisher ja sehr gute Erfahrungen gemacht.
Als das Sandwichdreieck ausgehärtet war, bekam es üppig Baukleber:

Keilsandwich mit Kleber

Anschließend wanderte es von einer Baustütze angepresst in die Lücke über der Tür:

Keilsandwich eingesetzt

Den kleinen Zipfel an der Spitze des Dreiecks schließe ich noch mit Bauschaum. Auch da bin ich mittlerweile ein Meister der Modellage.

Schwiegermutters Hinterteil… II

Nachdem die Sitze draußen waren und die Sitzfläche des Beifahrersitzes schon beheizt war, konnte es an der Rückenlehne weiter gehen:
Rückenlehne Ausgangszustand
Der hintere Lehnenbezug ist an der Nahtstelle zwischen grauem Bezugsstoff und schwarzem Filz in eine Plastikschiene eingehakt:
Trennstelle Lehnenbezug
Hat man den Bezug hier gelöst, kann man ihn zurück klappen und kommt an den Reisverschluss und die schon bekannten Plastik-Klammern:
Trennstelle Lehnenbezug 2
Sitze mit Airbag, löse ich immer nur auf der dem Airbag abgewandten Seite. Auch hier das bekannte Spiel aus Kupfer-Klammern durch kneifen und langsam abpellen.
Die Durchführungen für die Kopfstützen lassen sich etwas dehnen, so dass man sie durch den Bezug fummeln kann. Die Matte anschließend zu positionieren ist kinderleicht:
Beifahrersitz Lehne mit Heizkissen
Danach alles wieder Retour, wie bei der Sitzfläche. Damit war der Beifahrersitz fertig und konnte beiseite gestellt werden.
Beim Fahrersitz ist das Vorgehen identisch, jedoch ist hier die Sitzfläche etwas schwieriger vom Bezug zu befreien, da die Sitzhöhenverstellung im Weg ist:
Fahrersitz Höhenverstellung
Wir haben uns dann so beholfen, den Bezug nur auf der gegenüber liegenden Seite zu lösen und dann die Heizmatte drunter zu schieben:
Heizmatte Fahrersitz  fertig zum Wiederbezug
Ist etwas fummeliger (insbesondere im hinteren Teil) geht aber auch.
Anschließend konnte es ans verkabeln gehen.
Mögliche Stromquellen sind beim 2012er Honda Civic, der Zigarettenanzünder vorne im Schubfach oder die Steckdose hinten in der Armlehne:
Mögliche Stromanschlüsse
Beide Steckdosen sind ab Werk mit 120W belastbar. Da sind also ausreichend Reserven vorhanden für zwei Sitzheizungen.
Wir haben uns für die hintere Steckdose entschieden, da die in schwiegermutters Alltagsbetrieb wesentlich seltener genutzt wird.
Die Blende mit der Steckdose kann man einfach abschrauben, wenn man die Gummimatte am Boden der Kiste entfernt:
Kabelbelegung hintere Steckdose
Die Kabel der Sitzheizung haben wir einfach am Mitteltunnel hoch in die Konsole geführt. Später wird das von den Sitzen verdeckt, so dass man optisch keinen Unterschied erkennt.
Innerhalb der Konsole kann man die Kabel dann nach hinten durchreichen und unter der Steckdose anschließen. Wir haben hierzu kurze Y-Adapter-Kabel gecrimpt, so dass am original Kabelbaum nichts geändert werden musste.
Natürlich haben wir alles durchgemessen, bevor wir die Sitze wieder eingebaut haben.
Das hat sich auch gleich als nützlich erwiesen, denn es kam partout kein Strom am Relais an.
Die Fehlerursache war ein im Werk schlecht vercrimpter Kontaktschuh:
defekter Relaishalter
Das konnte behoben werden, so dass nun noch ein Platz für die Schalter gefunden werden musste.
Eigentlich hätten wir sie gerne in zwei Blindstopfen im Armaturenbrett gesetzt, jedoch war der Weg dorthin extrem verbaut, so dass wir das gesamte Armaturenbrett hätten zerlegen müssen. Daher entschlossen wir uns für die naheliegende Lösung und wählten die Verkleidung unter der Handbremse:
Abdeckung unter Handbremse ausgebaut
Eine Schablone erleichterte die Positionsfindung und bestätigte das einwandfreie Handling vom Fahrersitz aus:
Schablone für Schalter
Ein 20mm Forstner-Bohrer machte dann auch fix zwei hübsche Löcher in das Teil.
Sollte man sich dabei verhauen oder Schwiegermutter doch auf die Schalter im Armaturenbrett bestehen, so kann man einfach die Abdeckung neu ordern und alles easy umstricken.
So sahen die Schalter eingebaut aus:
Schalter eingebaut
Ansonsten gibt es keine sichtbaren Änderungen im Innenraum:
Innenraum wieder zusammen
Für eine kurze Panikattacke sorgte bei der anschließenden Probefahrt mit der Schwiegermutter die nicht erlöschende Airbag-Warnlampe.
Unschön!
Allerdings war es nur ein nicht vollständig eingerasteter Airbag-Stecker unter dem Beifahrersitz.
Ansonsten werden die Heizungen wie gewohnt rasend schnell schön knackig warm.
Mal sehen, was Schwiegermutters Hintern so zum Winter sagt.