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3 Räder helfen verdienen

Beruflich verschlug es mich vor kurzem nach Bremen. Nachdem ich mit der Bahn angereist war, benötigte ich vor Ort jedoch einen fahrbaren Untersatz um von Termin zu Termin zu kommen. ÖPNV? Taxi? Uber? Quatsch! Kaum hatte ich meine Termine über die einschlägigen Kommunikationswege geteilt, meldete sich Heinrich mit dem großzügigen Angebot mir einen fahrbaren Untersatz zu stellen.

Eine Offerte, die ich nur zu gerne annahm, zumal das erste Fahrzeug ein alter Bekannter war:

Leider trennte die Kupplung des Robins nicht ordentlich, so dass die Fahrt im Bremer Berufsverkehr doch recht abenteuerlich war. Aber wozu hat man ein paar Stunden Luft zwischen den Terminen?!

Blaumann an, Werkzeug raus und flux die Kupplung nachgestellt:

Wenn man weiß wie es geht, ist das schnell erledigt und hinterher ein Unterschied wie Tag und Nacht. Heinrich war sichtbar froh über das kurze betreute Schrauben. Da sich der Robin nach der (Tor-) T(o)ur etwas erholen sollte, sind wir in die Tiefgarage gefahren und haben uns nach Alternativen umgesehen. Da fand sich einiges:

Zum Beispiel Heinrichs Messerschmidt Kabinenroller aus Studententagen. Original mit wilden Schweißflicken und (aus heutiger Sicht) fiesem Glitzerlack. Kann man furchtbar finden, aber ich mag solche persönlichen Zeitzeugen. Leider läuft der Kabinenroller trotz aktuellem TÜV nicht, so dass wir weiter nach einem alternativen Fahrzeug für mich gucken mussten.

Im Hintergrund seht ihr schon die nächste Perle:

Ein „Meister“ von 1946 aus Bielefeld (nicht zu verwechseln mit der österreichischen Firma). Ein echter Surviver. Technisch überholt, optisch unverändert. Wunderschön. Leider hatte ich keinen Helm und keinen passenden Führerschein. Das schloss leider auch den sauber restaurierten Zwilling (jedoch Baujahr 1936) unter der Decke dahinter aus.

Wir einigten uns dann auf seinen neuesten Zugang im Fuhrpark:

Dem geneigten Leser ist natürlich schon aufgefallen, daß es sich bei dem Gogomobil aufgrund der zwei Scheibenwischer und der vorne angeschlagenen Türen um ein spätes, modellgepflegtes Exemplar handelt.

Also Schlüssel von „GARAGE“ auf „FAHRT“ gestellt und ab durch die Stadt:

Fährt sich wirklich erwachsen so ein Gogo. Die Bremsen sind in Ordnung und die ungewöhnliche, unsynchronisierte, parallele H-Schaltung ist nach ein wenig Eingewöhnung wirklich gut zu bedienen. Der Motor mag beherztes Gas und erlaubt, hält man ihn bei Laune, ein störungsfreies mit Schwimmen im Stadtverkehr.

Macht wirklich Laune:

Nächster Halt, Schuppen 1:

Da fand sich an einem ausgestellten Goliath GD 750 auch direkt der namensgebende Slogan für diese Reise:

Natürlich fand sich auch hier eine Pretiose:

Heinrich besitzt nämlich auch einen Sinclair C5. Der „unter den Knien“ liegende Lenker ist sehr gewöhnungsbedürftig. Herrlich schrullig! Leider nicht alltagstauglich und mein Gepäck passte auch nicht rein. Daher blieb es beim Gogo. Der Auftritt war aber auch so ausreichend spektakulär:

Vielen Dank Henrich für diese unvergessliche Dienstreise und dein großzügiges Angebot!

Alles Gute zum 14. Geburtstag

Auch das letzte Jahr ging glücklicherweise nahezu spurlos an diesem kleinen Mikrokosmos vorüber, so dass wir heute zum 14. Geburtstag dieses kleinen Blogs jubilieren können:

Ich gebe aber zu, dass es immer schwieriger wird, passende Kuchen zu finden. Das wird augenscheinlich erst ab der Midlifecrisis wieder besser.
Egal.
Wir feiern 1822 Artikel und 3717 Kommentare. Das sind ziemlich genau 130 Artikel pro Jahr.

Wie immer geht mein herzlicher Dank an die (Stamm-)Leserschaft! Ihr seid das Feigenblatt meiner Selbstdarstellung.

Mal sehen, was wir dieses Jahr noch so alles zusammen auf die Beine gestellt bekommen.

Koch Global Logistics

Der stationäre Handel liegt im sterben.

Ich mit meinen Sonderwünschen war da schon immer ein schwieriger Kunde, aber nachdem die beste Ehefrau von Allen neulich Stunden auf der erfolglosen Suche nach einer Kinderwinterjacke (Wer kauft so was auch schon im Januar?! Bei H&M offensichtlich niemand, denn die hatten ganze 3 Stück…) verbrachte, hat sie ihren hehren Vorsatz, den lokalen Einzelhandel nach Kräften zu unterstützen, verbittert und frustriert Jeff Bezos zugemailt.
Lange rede, kurzer Sinn:
Die Paketzustellungen nehmen bei uns eher zu, als ab.
Diametral hierzu verhält sich leider die Fitness der älteren Nachbarn, welche die Pakete für uns bisher freundlicherweise angenommen haben. Seitdem die Paketdienste dank Corona auch ohne Unterschrift zustellen, landen die Pakete eh in den seltensten Fällen bei den Nachbarn, sondern schlicht vor unserer Haustür/auf den Mülltonnen/in der Pumpenbank/auf dem Brennholz/auf der Terrasse/unterm Grill/sonst wo:

Paketbenachrichtigung

Nachdem also für die Zustellung in Abwesenheit faktisch keine Abstellgenehmigung mehr nötig ist, entfällt auch mein juristischer Einwand von vor 5 Jahren.
Damit ist der Weg für einen „Paketbriefkasten“ frei.
Kann man natürlich alles kaufen. Aber das wäre ja zu einfach.
Besser ist es, wenn der beste Nachbar aller Zeiten einen fragt, ob man Interesse an einer alten Stahl-Transportkiste hätte:

rostige Kiste

Fragt mich nicht, was die „Odenwald Faserplattenwerk GmbH“ da früher wertvolles drin hatte, aber die Kiste ist sehr massiv, hunds schwer und riesig in den Abmessungen.
Durch den Überwurfriegel kann man sie auch mit einem ordentlichen Schloss verriegeln. Alles interessant gefalzt und verschweißt.
Ideale Ausgangsbasis.
Leider stand die Kiste ein Jahr lang draußen, so dass sich insbesondere auf der Unterseite einiges an Rost bilden konnte:

rostige Unterseite

Da der Rost auch in die Falze gekrochen ist, habe ich die Kiste mal als Versuchsträger für eine Behandlung mit Owatrol-Öl genutzt:

Owatrol-Öl auf der Unterseite

Auch innen sitzt der Rost in den Ecken und Fugen:

Owatrol-Öl in den Falzen

Der Vorteil des Öls ist, dass man es in die Falze laufen lassen kann, wo es dauerhaft Luft und Feuchtigkeit verdrängt und einfach dauerelastisch aushärtet:

Rost in den Falzen

Bisher habe ich ja immer Fertan oder Zitronensäure zum entrosten verwendet. Beides ist aber bei Falzen nicht unproblematisch, da man hier nicht ordentlich nachspülen kann.
Da die Endlackierung, nach dem Hammerschlag-Desaster beim Planschrank, mit Brantho-Korrux 3-in-1 erfolgen sollte, ist es auch irrelevant, dass Owatrol sich nicht mit 2K-Lacken verträgt. Laut der, wie immer, exzelenten Beratung durch das Korrosionsschutzdepot harmonieren die Branth-Lacke vorzüglich mit dem Öl.
Einziger Nachteil des Öls ist die lange Trocknungszeit bei niedrigen Temperaturen. Bei 0°C dauert es 7 Tage, bis es vollständig ausgehärtet ist.
Ich habe versucht die Garage für 3 Tage wenigstens über 10°C zu halten. So härtet das Öl im Rost zu einer leicht matten Oberfläche aus.
Um die Kiste von allen Seiten ordentlich mit der Rolle lackieren zu können, habe ich sie an meinen Motorkran gehangen:

Kiste am Motorkran 2

Die Verarbeitung von Brantho Korrux 3-in-1 war wie immer problemlos.
Wie schon bei der Ölwanne geschrieben: Ich mag diese leichte Orangenhaut als Finish:

Kiste lackiert

Nur eine „schwarze“ (Antrazitgrau, RAL 7016) Kiste ist jetzt aber auch nicht wirklich schön.
Meine erste Idee war, eine historische Postkiste zu faken. Da ist man aber schnell bei der „Deutschen Reichspost“ und Assoziationen, welche ich gerne vermeiden möchte. Insbesondere, wenn es kein historisches Original ist.
Die Lösung ist nun eine historisierte Fake-Firma.
Von meinem Trauzeugen bekam ich einen geplotteten Schriftzug, aus dem ich die Buchstaben ausgelöst habe:

Folie aufgeklebt

Die überlappend aufgeklebten Folien habe ich dann abgeklebt und alles weiß auslackiert:

abgeklebt

Nachdem die Farbe 20 Minuten leicht angetrocknet war, habe ich die gesamte Folie wieder abgezogen:

Folie abziehen

So sieht sie nun fertig aus:

Beschriftung fertig

Klar, hätte man auch nur die geplotteten Buchstaben aufkleben können, aber das wäre nicht historisch. Ich finde geklebte Buchstaben erkennt man immer. Hier sieht man deutlich, dass es lackiert ist.

Noch ein dickes Schloss dazu und schon kann der Paketbote (m/w/d) ganz einfach und niedrigschwellig zustellen:
Kiste auf, Paket rein, offenes Schloss raus nehmen, Deckel zu, Schloss durch und zudrücken. Fertig.
Ich überlege jetzt noch, in den Kistenboden ein Loch zu bohren und sie mit einem angebohrten Pflasterstein darunter zu verbinden. Als Diebstahlschutz. Allerdings ist die Kiste so schwer und unhandlich, dass ich nicht glaube, dass sie jemand so einfach vom gut einsehbaren Hof schleppt.
Bisher sind die Rückmeldungen der Paketzusteller durchweg positiv.

Jahresrückblick 2021

Die Feiertage über bin ich leider nicht zum bloggen gekommen, daher will ich den traditionellen Jahresrückblick nun noch schnell nachholen, solange 2022 noch zu den „jungen Gebrauchten“ zählt.
2021 war deutlich gnädiger zu uns, als 2020. Alle gesund, munter und wohl behütet. Das ist die viel besungene Hauptsache.
Aber schauen wir doch mal genauer in den Rückspiegel, was es so an Highlights gab:
Im Januar ging ich daran, die Drainage rings um das Genesungswerk zu erstellen:

Den Februar versüßte ich mit der Anschaffung eines Kranes:

Im März folgte direkt der Kauf eines Minibaggers, um den Baustellenfuhrpark zu komplettieren:

Auch der April ging nicht ohne gleich zwei Neuanschaffungen vorüber. Keine Ahnung, wie ich früher ohne Hubwagen leben konnte:

Im Mai lief mir ein zweiter Kompressor zu, so dass ich mit meinem Projekt der „Kompressorfarm“ starten konnte:

Auf Heimaturlaub im Juni konnte ich mit ein paar von Tobias Spielsachen spielen:

Im Juli hieß es für das große Schräubchen Abschied nehmen. Als Abschiedsgeschenk gab es für den Kindergarten zwei Zapfsäulen:

Horroraufgabe war dieses Jahr die Erneuerung des Holzschutzes rings ums Haus. Im August konnten wir dieses Sisyphus-Projekt zum Glück abschließen:

Den September nutzte ich für einen Großservice an unserem Alltagsfuhrpark:

Im Oktober hatte das „Trio mit drei Eiern“ seinen großen Auftritt (Ich kann den Frühling kaum erwarten!):

Im November konnte ich die von mir begleitete Auflösung von Andreas Reliant-Sammlung endlich abschließen (Der rote Kitten steht übrigens mittlerweile wieder bei eBayKleinanzeigen):

Seinen krönenden Abschluss fand 2021 aber im Dezember mit den ersten gefüllten Betonschalungssteinen des Genesungswerkes:

Wenn ich so zurück schaue, das Schicksal/meine Frau meinte es gut mit mir im vergangenen Jahr.

Danke.