Jahresrückblick 2025

Das Jahresende strotzt nur so vor Traditionen. Da will ich natürlich nicht hinten anstehen und lade zum traditionellen Jahresrückblick.
Im Januar habe ich aus eigener Verpeiltheit einen unfreiwilligen Getriebeölwechsel am Ginza vorgenommen:

Neben vielen unwichtigen Dingen, durfte sich im Februar Oma Mimi von uns verabschieden:

Der März stand ganz im Zeichen der Saisonvorbereitungen am Oldiefuhrpark:

Der April war picke-packe voll mit Ereignissen. Das Highlight war aber das schon lange geplante Facelift des JZRs:

Im Mai bekam die Lafette einen kleinen Klaufix als Bruder, den ich auch umgehend restaurierte:

Im Juni habe ich einige Restarbeiten am Genesungswerk für die kommenden Putzarbeiten erledigt. So kamen z.B. Fenster und Tür hinein:

Der Juli hielt für den Gnadenbrot-Dacia einen neuen Zahnriemen in Petto. Erinnert euch mal, an die musikalische Spannungsmessung. War echt lehrreich:

Zum 35. internationalen Dreiradtreffen ging es im August:

Im September ärgerte mich ein renitenter Bremslichtschalter am JZR:

Im Oktober berichtete ich über das von Holger und Kathrin ausgerichtete Tamworth Specials Treffen 2025. Ein echtes Jahreshighlight:

Der November brachte endlich Putz an die Wände des Genesungswerkes:

Den Abschluss bildete als Lowlight im Dezember der Defekt unserer Viessmann Vitocal Heizung:

Wie gewohnt war es auch dieses Jahr ein bunter Blumenstrauß an Themen. So mag ich es und so wird es auch 2026 weiter gehen. Ich hoffe, dass ich etwas häufiger dazu komme, neue Artikel zu verfassen. Auch für meinen Geschmack war 2025 diesbezüglich etwas dünn.

Meistkommentierter Artikel 2025 war übrigens das Rätsel um den Gnaden-Dacia.

Wie jedes Jahr, möchte ich auch heuer meinen Dank an all die Lieben Menschen um mich herum erneuern. Ihr macht all dies möglich. Danke!

Habt euch lieb, bis 2026!

Viessmann Fehler 0A Außeneinheit I

Kurz vor Weihnachten (wie sollte es auch anders sein), zeigte unsere Viessmann Vitocal 242 den Fehler „Außeneinheiten 0A“ an:

Fehler Außeneinheit 0A

Der Fehler ließ sich zwar quittieren, tauchte aber sofort wieder auf. Leider blieb auch die Bude kalt. Gerade im Dezember eher unangenehm.
Der lokale Viessmann-Partner reagierte schnell und tauchte zusammen mit einem Elektriker auf.
Leider ist der Fehler „0A“ nur ein allgemeiner Fehler, der nur aussagt, dass die Inneneinheit nicht mit der Außeneinheit kommunizieren kann.
Wer, wie, was, warum?
Laut den Technikern alles nicht so einfach und muss erforscht werden.
Sie haben dann noch den Viessmann-Support angerufen. Als Premiumpartner hat man da spezielle Telefonnummern. Nach 45 Minuten Warteschleife ging dann auch jemand dran. Man sprach, man schaute, man prüfte, dann riss die Verbindung ab und der Techniker meinte, dass es nicht lohnen würde nochmal 45 Minuten in der Warteschleife zu sitzen.
Auf jeden Fall wäre da was gravierendes hinüber. Um das aber herauszufinden müsste man auf jeden Fall eine komplette neue Zentralelektrik für die Außeneinheit kaufen. Die wäre nämlich auf jeden Fall kaputt. Aber was sie zerstört hätte: Keine Ahnung.
Der folgende Kostenvoranschlag belief sich auf 4.140,37€….
Für eine 13 Jahre alte Heizungsanlage ist das ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Allerdings bot man uns auch direkt den Einbau einer neuen Heizung an.
Knapp 26.000€. Ja, nach Abzug der staatlichen Förderung….
Aber vor Januar wird das eh nix mit dem Einbau.
Bis dahin läuft die Heizung im Notbetrieb mit einem elektrischen Heizstab (nix anderes als ein Tauchsieder).

Damit war so oder so genügend Zeit um Angebote von der Konkurrenz einzuholen, attraktive Alternativen zu prüfen und selber nach Lösungen für den Defekt zu suchen.
Um das Ergebnis schon mal vorab zu spoilern: Ich habe die Wärmepumpe selber repariert. Zu einem Bruchteil des Preises, den Viessmann aufgerufen hat.
Und damit andere mit dem Fehler „Außeneinheit 0A“ und einer Vitocal 200-S es leichter haben, will ich bei der Behebung mal ein bisschen an die Hand nehmen. Alles kein Hexenwerk, wenn man es einmal gesehen hat.

Starten wir mit dem wichtigsten:
Für die Zeit der Reparatur muss die Bude wieder warm werden.
Dazu aktivieren wir die E-Heizung an der Inneneinheit. Findet sich selbsterklärend im Menü. Denkt auch daran, einen Zeitplan für die E-Heizung zu hinterlegen. Das hatten die Techniker bei mir erst vergessen und die Bude blieb kalt, bis ich es selbst merkte.
Nun wollen wir verhindern, dass die Heizung dauernd in den Fehlermodus geht und programmieren dazu vorübergehend die Außeneinheit aus. Dazu drückt ihr 4 Sekunden lang „Menü“ &“Ok“, bis das Service-Menü erscheint. Dort wechselt ihr in „Codierebene 1“ und „Verdichter“. Den Parameter „5000“ setzt ihr auf „0“ (Damit meint die Heizung es gäbe keine Außeneinheit) und den Parameter „5012“ setzt ihr auf „3“ (Ist eine interne Abfrage ob die Heizung ohne Außeneinheit laufen soll):

Parameter 5012

Schreibt euch vorher auf, was da im Original bei euch eingestellt war (normalerweise 5000:1 & 5012:15).
Nachdem die Mädels nun nicht mehr zittern müssen (sie können sich die Hände am Stromzähler wärmen), machen wir draußen an der Außeneinheit weiter und entfernen die obere und vordere Abdeckung:

Abdeckungen der Elektrik

Unter den jetzt noch verbliebenen Blechabdeckungen verbergen sich die verschiedenen Platinen. Als erstes entfernen wir die obere mit den Lüftungsschlitzen:

obere Platinen

Was genau da alles vor sich geht, interessiert uns erst mal nicht näher. Wichtig ist: Leuchtet da noch was?
Nein? Dann kommt schon kein Strom an eurer Außeneinheit an. Kein Wunder also, dass die Inneneinheit nicht mit ihr kommunizieren kann. Dann sucht mal, wo der Strom verloren geht.
Sieht es bei euch so aus, wie auf dem Bild oben, dass da noch verschiedene LEDs leuchten, kommt zumindest noch Strom in der Außeneinheit an und wir machen mit der Hauptleiterplatine weiter:

alte Hauptleiterplatine

Die versteckt sich seitlich unter der Blechabdeckung mit der Tabelle drauf.
Leuchten die grünen LEDs rechts der Mitte noch? Zeigt die 7-Segment-Anzeige noch was?
Wenn Ja, könnt ihr dort direkt die Fehlercodes auslesen und im Handbuch des Herstellers (Airwell, Viessmann hat da nur seine Aufkleber und Preisschilder drauf geklebt.) nachschlagen.
Ist die Platine duster, wie bei uns, seid ihr dem Fehler schon weiter auf den Fersen.
Nun wendet ihr einen Trick an, den weder die beiden Techniker, noch der Mensch vom technischen Support kannten. Ihr prüft die Sicherungen der Hauptleiterplatine….Mehrzahl!
Klar, die Feinsicherung rechts springt einem direkt ins Auge, aber die ist in den seltensten Fällen durchgebrannt.
Im Gegensatz zu den Fachleuten findet ihr aber auch die unter einer blauen Abdeckung oben Links, oberhalb der Ventilatoranschlüsse versteckte 3.15A-Sicherung:

versteckte Sicherung unter blauer Abdeckung

In 96,3% der Fälle wird diese Sicherung durchgebrannt sein. Und der grüne Varistor RT201 (sieht aus wie ein Smartie auf Stelzen) daneben sieht aus, als hätte da eine Maus ein Stück raus geknabbert:

defekter Varistor RT201

Herzlichen Glückwunsch!
Sie sind ebenfalls Opfer eines weit verbreiteten Serienfehlers der Vitocal 200-S geworden!
Der bisherige Stand der Wissenschaft ist, dass der Harzverguss der Lüftermotoren im Laufe der Jahre Risse bekommt. Das wiederum führt dazu, dass Feuchtigkeit in den Motor eindringen kann und zu einem Kurzschluss innerhalb der 310V-Versorgung führt. Dieser Kurzschluss läuft zurück zur Hauptleiterplatine. Wenn man Glück hat, brennt nur die Sicherung durch (ca. 5% der Fälle). In den allermeisten Fällen schafft es die Sicherung allerdings nicht, die Hauptleiterplatine zu schützen und es werden noch mehr Bauteile auf der Platine zerstört (Varistor, Optokoppler).
Die Abhilfe ist, zwei neue Lüftermotoren (ca. 350€/Stück), sowie eine neue Hauptleiterplatine (ca. 650€) zu bestellen.
Das ist zwar happig, aber immer noch billiger, als der vorgeschlagene Reparaturweg von Viessmann, die die komplette Steuerung der Außeneinheit (ca. 2715€) und die Motoren samt Lüfterflügel (ca. 1138€) tauschen wollen (alles zuzüglich Arbeitslohn).
Um bei der Diagnose ganz sicher zu gehen, macht ihr die Außeneinheit im Sicherungskasten stromlos, ersetzt die versteckte Feinsicherung (3,15A), zieht beide Motoren ab (Wichtig, sonst brennt sie im Zweifel direkt wieder durch und der Kurzschluss zerstört euch die Platine, sofern sie nicht eh schon hinüber ist!) und schaltet den Strom wieder ein. Jetzt sollte die Haupleiterplatine (selbst wenn sie einen Schlag abbekommen hat) wieder zum Leben erwachen:

alte Platine, Motoren abgezogen


Die 7-Segment-Anzeige sollte jetzt „Sb“ für „Standby“ anzeigen und die linke grüne LED leuchten.
Ist das der Fall, wisst ihr, dass es bei euch wirklich die Motoren waren, die zum Ausfall geführt haben.
Habt ihr genügend Zeit, könnt ihr versuchen erst mal nur die Motoren zu tauschen. Das würde ich aber immer paarweise machen, auch wenn es weh tut. Es wäre zu ärgerlich, wenn ihr den falschen Motor tauscht oder der nächste in 6 Monaten durchbrennt und euch die Platine doch noch himmelt.

Um die korrekten Teile zu bestellen, benötigt ihr die ersten 7 Stellen der Typennummer eurer Außeneinheit. Die findet ihr auf dem seitlichen Aufkleber unter dem unteren Strichcode:

Datenaufkleber Viessmann Vitocal 200-S

Um sicher zu gehen könnt ihr zusätzlich noch die Teilenummern der Platine (Aufkleber unten links):

Aufkleber Hauptleiterplatine

Und auf den Lüftermotoren abgleichen:

Typenschild alte Motoren

Wundert euch aber nicht, dass die Zahlen leicht voneinander abweichen. Sowohl die Platine, als auch die Motoren wurden überarbeitet (Wen wundert’s?). Viessmann warnt sogar explizit davor, die alten Versionen zu verbauen.
Ich selbst habe hier Hauptleiterplatine und Motoren bestellt.
Ihr könnt die Ersatzteilnummern auch direkt bei Viessmann abgleichen (geht auch ohne Anmeldung).

Und während wir auf die Lieferung der Ersatzteile warten, kann ich Teil 2 des Artikels tippen.

Auf dem Boden der Tatsachen

Während die Putzer draußen zauberten, ging im Genesungswerk der fliesenlegende Mensch zu Werke. Ich hatte bewusst nach einem Profi gesucht, da die Fliesen direkt auf den recht unebenen Betonboden geklebt werden mussten. Aufgrund der geringen Durchfahrtshöhe zum Werkraum war ein ausgleichender Estrich leider nicht möglich.

Das war der Zeitpunkt, auf den die beste Ehefrau von Allen seit 6,5 Jahren wartete. So lange standen nämlich 80m² feinste Werkstattfliesen bei uns hinter dem Haus. Da die Gelegenheit damals ausgesprochen günstig war, kaufte ich sie, noch bevor der erste Spatenstich erfolgte (und verbog beim Transport die Lafette). „Besorge in der Zeit, dann hast du in der Not“ oder so ähnlich.
Wir haben die 1,5t Fliesen dann in einer Menschenkette Paket für Paket runter ins Genesungswerk verfrachtet.
Ganz ungewohnter Anblick, so ganz ohne Europaletten:

Lager leer

Im Genesungswerk kamen die Pakete auf Paletten mit Rollen (seit den Stahlträgern eigentlich immer im Einsatz). So konnten die Handwerktätigen sich die Pakete hinrollern, wo sie wollten. Man ist ja serviceorientiert. Nachdem der Boden geschliffen und einige Setzungsrisse in der Bodenplatte mit Epoxydharz und Klammern verschlossen waren, ging es dann auch rasch an’s Werk:

Fliesen begonnen

Schon vorher wusste ich, dass die Werkstattfliesen nicht für die gesamte Fläche reichen würden. Daher orderte ich bei Fliesenoutlet-Shop24.de weitere 50m² Werkstattfliesen im identischen Format. Da die original Fliesen nicht zu bekommen waren, entschied ich mich für ein deutlich anderes Muster. So sieht es wenigstens halbwegs gewollt aus. Leider kann ich den Fliesenladen nicht empfehlen. Die Kommunikation war schleppend und von der gewünschten Fliese gab es kein Muster. Ich musste daher blind bestellen. Auch die Lieferung erfolgte ohne versprochene Ankündigung, so dass ich nur durch Zufall zuhause war. Kaum stand die Palette vor dem Genesungswerk bemerkte ich, dass einige Pakete beim anfassen so komisch knirschten:

Fliesen nachgekauft

Hier sieht man, wie sich das Packband in einen Karton einschneidet:

Kaputte Pakete

Das verhieß nichts gutes.
Glücklicherweise arbeiteten echte Fachkräfte dort in der Kommissionierung. Sie hatten mir nämlich nicht nur die bestellten 56m² geschickt, sondern eine volle Palette mit 64,8m².
Das sparte mir wenigstens die Reklamation, da ich die zerdepperten Fliesen einfach aussortieren konnte.
Die weißen Werkstattfliesen reichten bis auf knapp zwei Reihen an die Trennwand heran:

Übergang Fliesen

Dort schlossen die fliesenden Menschen dann mit den dunkleren Fliesen an. Leider bin ich auch mit dieser Arbeit nicht wirklich zufrieden. Schaut euch mal genau die Fugen zwischen hellen und dunklen Fliesen an:

Fuge verspringt

In der Mitte geht es noch, aber je weiter es nach außen geht, desto deutlicher verspringt die Fuge.
„30×30“ ist halt bei keinem Fliesenhersteller gleich. Bei einem sind es „29,3×29,3“, beim Anderen „30,2×30,2“. Hat wohl mit dem Schrumpfverhalten während des brennens zu tun. Ist aber auch egal. Mir hat man auf jeden Fall beigebracht, dass man deshalb bei einem solchen Fliesenanschluss (nachdem man eine Probereihe trocken gelegt hat und weiß, wie die Fuge verspringt), mit einer halben Fliese startet. So liegt die Anschlussfuge immer in der Mitte der Fliese und dort fällt es niemandem auf, dass sie um 2-3 cm wandert. Aber ich behaupte ja auch nicht gelernter Fliesenleger zu sein.

Nun war es aber zu spät und der Fliesenkleber hart.

Sie haben dann noch die Fläche beendet:

Fliesen fertig

Als es dann an die Fußleisten gehen sollte, sagten sie mir, dass es ihnen zu aufwändig wäre, diese aus den (ausreichenden) seitlichen Abschnitten zu schneiden und sie stattdessen nur ganze Fliesen zerschneiden würden.

Wir einigten uns darauf, die Zusammenarbeit an dieser Stelle zu beenden.