Trollinger mit zartem Schmelz

Der beste Nachbar aller Zeiten kam vor einiger Zeit wieder mit einem schöne Geschenk um die Ecke:

Werkzeugtrolley geschlossen

Ein Werkzeugtrolley von Hilti. Sogar noch mit herausnehmbarer Einlage:

Werkzeugtrolley geöffnet

Wenn mal meine selbstgebaute Werkzeugkiste nicht ausreicht, wird der Trolley sicherlich gute Dienste leisten.
Leider hat der Trolley aber auch schon einiges leisten müssen. Die jahrelange Beaufschlagung mit mit Mett-Brötchen gestärkten Maurern hat ein paar Risse im Kunststoff hinterlassen:

Riss im Deckel

Eine gute Gelegenheit, mein Kunststoffschweißgerät zu testen:

Kunststoffschweißgerät

Im ersten Schritt, habe ich den Riss mittels Schraubzwinge geschlossen:

Riss geklemmt

Quer über den Riss werden dann spezielle Klammern eingeschmolzen:

Innenecke

Das habe ich dann bis unten durchgezogen:

Innenecke klammern

Mit dabei waren Klammern für Innen- und Außenecken sowie gerade Flächen (grob & fein).
Je weiter der Riss in die Ecke lief, war es dann nötig, die Klammern zu wechseln:

Innenecke klammern

Man kommt auch nicht darum herum, die Klammern entsprechend der Anwendung (z.B. Radius) nach zu biegen.
Die überstehenden Klammerfüße werden dann abgekniffen:

Innenecke geklammert

Das ergibt leider schöne Fleischhaken. Mit einem extra Schmelzfuß lassen sie sich aber ein bisschen abdecken. Durch das aufschmelzen der Oberfläche wird auch verhindert, dass sich die Klammern wieder lösen. Eine Alternative wäre, die Klammer beim einschmelzen leicht zu verdrehen. Dann können sie sich auch nicht mehr lösen.
Auch von außen habe ich den Riss verschmolzen:

Spalt schließen

Natürlich geht dabei die Optik/Struktur der Oberfläche flöten:

Außen verschmolzen

Hier mal die Klammern für Außenecken in der Anwendung:

Außenecke klammern

Die musste ich natürlich dem Radius anpassen.
Für den Riss oben im schmalen Rand habe ich die feinen Klammern verwendet:

Ecke klammern

Ausgebrochene Stellen habe ich mit geschmolzenen Kabelbindern aufgefüllt:

Ecke auffüllen

Auch das sieht hinterher eher funktional aus:

Fehlstück aufgefüllt

Noch fehlen mir die Langzeiterfahrungen, aber bisher machen die reparierten Stellen einen sehr stabilen Eindruck.

Leistenbruch

Beim hangeln im Fußraum des JZR ist mir neulich eine der hölzernen Zierleisten abgebrochen:

Zierleiste abgebrochen

War zum Glück ein glatter Bruch entlang der alten Klebekante.
Herausfordernd war nur, wie ich das Holzstück anpresse, während der Leim langsam abbindet.
Es wurde dann eine wilde Hilfskonstruktion an den nahegelegenen Aufnahmen der vorderen Verkleidung:

Klemmung zum anleimen

Hat vorzüglich geklappt. Sitzt wieder spurlos an Ort und Stelle:

Leiste repariert

Verzögerungsanzeiger

Vor einiger Zeit stand ich mit dem JZR an einer Ampel, als neben mir ein Wagen hielt und das Fenster herunter ließ:
„Schickes Auto! Aber dein Bremslicht funktioniert nicht.“
Danke für den Hinweis! Man sieht sich selbst so selten beim bremsen von hinten.
Wieder zuhause habe ich direkt den nächsten Garagendonnerstag genutzt und nach dem Bremslicht gesehen.
Um gleichzeitig nach dem Bremslicht gucken und das Bremspedal drücken zu können, habe ich es mit der Hand betätigt. Die Leuchten blieben dunkel.
Also tiefer tauchen.
Signalgeber ist ein Hydraulikschalter im Bremskreislauf:

2. Schalter eingebaut

Um zu sehen, ob es am Schalter oder an der Stromversorgung selbst liegt, habe ich den Schalter einfach mit einem kurzen Kabel gebrückt:

Bremslichtschalter alt

Die Bremslichter leuchteten sofort hell und klar.
Also war der Schalter der Verdächtige.
Bauen wir das Geraffel erstmal aus:

Bremslichtschalter ausbauen

Aufgrund seiner englisch-japanischen Wurzeln weiß man beim JZR nie, ob man es mit imperialen oder metrischen Gewinden zutun hat.
Die Gewindelehre verriet, dass der Druckschalter metrisch ist:

Alten Schalter ausgebaut

Es ist M10x1.
Also, Ersatz geordert und eingebaut:

Ersatz-Bremslichtschalter

Beim entlüften habe ich zum ersten mal mit den verbauten Stahlbus-Entlüftungsventilen gearbeitet:

Stahlbus Entlüftungsventil

Die haben ein integriertes Rückschlagventil, so dass zwar Druck entweichen, aber keine Luft zurück strömen kann. Mit der klassischen Pedal-Methode kann man damit alleine die Bremsen entlüften. Da ich aber schon seit Ewigkeiten per Unterdruckpumpe entlüfte, brachten sie mir keinen Vorteil.
Leider war anschließend nicht nur der Anschluss des Druckschalters leicht undicht, sondern das Bremslicht funktionierte immer noch nicht:

Ersatz-Bremslichtschalter eingebaut

Hmm, Neuware direkt bei Ankunft defekt? Hört man immer wieder, aber so richtig glauben konnte ich es nicht.
Also wieder ausgebaut und einen Testaufbau am Kompressor gemacht:

Funktionstest am Kompressor

Selbst mit 8 Bar tat sich da nix. Klar, so ne Fußbremse hat mehr als 8 Bar, aber auslösen sollte der Schalter schon. War wohl echt defekt.
Also Ersatz für den Ersatz geordert. Diesmal DDR-Lagerware:

NOS-DDR Bremslichtschalter

Völkerverständigung und so.
Also auch den wieder eingebaut (diesmal mit Alu-Dichtscheiben) und getestet:
Immer noch dunkel!
Das kann ja nu nicht sein!
Also mal die Kamera hinter dem JZR aufgestellt, Video gestartet, reingesetzt und Bremse getreten: Leuchtet!
Große Fragezeichen im Gesicht.
Gleiches Spiel nochmal mit händisch betätigtem Pedal: Leuchten bleiben dunkel.
Lag das alles echt nur an zu geringem Druck bei händischer Betätigung?!
War vielleicht sogar der ursprüngliche Schalter gar nicht defekt, sondern ich stand nur zu leicht auf der Bremse, an der Ampel?
Ich habe ihn lieber nicht wieder eingebaut, um es zu testen…..
So oder so ist es eine Kack-Konstruktion, wenn der Schalter erst nahe der Vollbremsung auslöst.
Ich habe daher gleich zwei verschiedene Arten von mechanischen Bremslichtschaltern geordert und die Umrüstung auf meine Winter-Liste gesetzt.