Archiv der Kategorie: Genesungswerk

Baustrom

Nachdem nun die Wände final in den Himmel wachsen, kam ich mit meiner bisherigen Kabeltrommel-Lösung aus dem Gartenhaus für den Baustellenstrom nicht mehr hin.
Gleichzeitig liegt aber schon das (abgesicherte) Stromkabel für die spätere Stromversorgung der Halle bis in das Innere des Genesungswerkes.
Naheliegende Lösung: Ein Baustromverteiler für die vorhandene Verkabelung.
Kann man natürlich mieten oder kaufen. Das ist aber nicht nur teuer, sondern widerspricht auch dem Sinn dieses Blogs.
Also stricken wir uns selber was.
Ausgangspunkt ist ein geschenkter Unterputz-Schaltschrank:

Dessen Falze werden zusätzlich mit Silikon abgedichtet.
Dank Hutschiene finden die nötigen Schutzschalter optimal Platz darin:

Der Fundus liefert dann noch die nötigen Feuchtraumsteckdosen sowie eine 16A-Starkstromsteckdose:

Das Sperrholzbrett findet sich gut in den Schrank ein und wird auf den beiden U-Schienen fest verklemmt.
Die anschließende Verkabelung ist kein Hexenwerk:

Natürlich wird das Metallgehäuse nochmals extra geerdet.
Gegen nasse Füße und eventuelles umfallen schützt eine verschraubte OSB-Platte auf ein paar Beton-Schalungssteinen. Auch das Erdkabel vom Haus ist schnell angeschlossen:

Abschließend ein zusätzliches Regendach als zweite Schutzschicht gegen Feuchtigkeit basteln und alles noch mal durchmessen.
Deutlich angenehmer als das Geassel mit der Kabeltrommel bisher.

Steinchen für Steinchen IV

Wie schon angedeutet fehlte noch eine komplette Wand im Genesungswerk.
Analog zum Tor bekommt auch diese Wand einen meiner IPN-260 Stahlträger als Sturz und da der Preis identisch war, egal wie lang ich den Träger nahm, wird dieser Sturz nun 4,57m. Das lässt links und rechts nur noch zwei kurze Wandstummel:

Also alles ausgerichtet, Höhen bestimmt, Ausgleichsschicht berechnet und die erste Lage gesetzt.
Links:

Rechts:

Das ging munter so fort, bis ich auf Sturzhöhe war:

Da in den hinteren Teil später eventuell nochmal ein Zwischenboden kommen soll, war es wichtig, dass der Sturz passgenau zur hinteren Türschwelle ist.
Der Weise aus dem Nachbardorf lieh mir sein Nivelliergerät und Vaddern und Tobias halfen beim ausmessen:

Heraus kam, dass unter den Sturz noch ein 7 cm Betonpad musste. Damit dies später auch genau passt, habe ich kleine Förmchen für die 17,5 cm-Porotonsteine gebaut:

Damit einher ging auch eine Erhöhung der Türschwelle. Ein paar Eisen sorgen für die Anbindung im alten Beton:

Alles einschalen, mit der Wasserwaage ausrichten und ausbetonieren:

Auf den beiden Wandstummeln lief das identisch:

Nach dem Ausschalen habe ich mit dem besten Nachbarn und meinem Kran den Träger aufgesetzt:

Natürlich klappt sowas zu zweit nicht millimetergenau:

Der Träger sollte hier eigentlich bündig abschließen.
Aber nix, was man nicht mit einem historischen Wagenheber und ein paar Holzklötzen feinjustieren könnte:

Um über dem Sturz ohne Versatz weiter mauern zu können mussten auch links und rechts auf den Wandstummel kleine Betonpads. Der Träger ist 26 cm hoch, die Steine aber nur 25. Daher mussten die Pads also einen Zentimeter höher werden. Wenn ihr solche Kleinfundamante verdichten müsst, hier ein Top-Tipp:

Eine Säbelsäge ohne Sägeblatt an die Schalung halten und den Abzug drücken. Die Vibrationen der Säge übertragen sich ganz vorzüglich auf die Schalung und schon steigen die kleinen Bläschen aus dem Beton auf. Noch ein bisschen auf der Schalung hin und her fahren und fertig ist der schön verdichtete Beton.
Danach ging es mit dem mauern weiter bis ich Steine für die Dachschräge schneiden müsste:

Wie ihr seht, habe ich noch oberhalb des Sturzes einen 100 cm breiten Durchbruch gelassen. So könnte man später mit einem Hochhubwagen Dinge auf den Zwischenboden heben und mit den „Kufen“ des Hubwagens einfach unter dem Sturz durchfahren, um die Last oben abzusetzen.

Schwertransport

Aktuell fehlt noch die Trennwand in der Halle. An deren Stelle habe ich mein halbes dutzend Stahlträger für die Dachsparren gelagert:

Die müssen da also weg. Jeder von den Trägern wiegt ca. 350 kg macht zusammen schlappe 2,5t. Mit den beiden Stürzen drauf werden es wohl eher 2,8t sein. Jeden Träger alleine mit dem Kran umlagern war mir zu umständlich. Ohne Helfer sind die Träger am Kran baumelnd nur schwer zu bändigen. Also als Paket bewegen. Mein treuer Hubwagen kann schon mal ein Ende anheben. Für das andere Ende musste ich mir was basteln.
Ausgangspunkt ist eine Palette, die 6 Schwerlastrollen (á 300 kg Traglast) bekam und mit einigen Holzresten verstärkt wurde:

Auch die Oberseite bekam eine Ertüchtigung um die Last besser zu verteilen:

Die mittleren Rollen ächzten zwar unter ihrer Verantwortung, aber die Konstruktion hielt:

Ich startete einen müden Versuch, den Zug von Hand am Hubwagen zu bewegen. Als ich meinte die Stahlträger leise lachen zu hören, gab ich auf.
Was besitze ich, was diesen Schwertransport bewegt bekommt?
Als erstes dachte ich daran, den Gerontengolf vor die Chose zu spannen. Aber das konnte nur schief gehen.
Zum Glück fiel mir recht schnell mein Benzinspaten ein:

Ein bisschen musste ich mit den Gurten experimentieren, aber dann bewegte sich das Kratur zuverlässig und genau:

Ein Helfer zum bremsen der Fuhre (durch absenken des Hubwagens) wäre noch gut gewesen, aber ich will nicht meckern.
Dank drehbarer Rollen und Schiebeschild ließ sich das Paket auch seitwärts einparken:

Vorne kam der Hubwagen seitlich unter die Palette und ein Holzklotz fungierte als Puffer:

Jetzt steht alles schön kompakt an der Wand und ich konnte mit dem mauern der Zwischenwand beginnen:

Was machen eigentlich die Menschen ohne Bagger und Kran in solchen Situationen?

Steinchen für Steinchen III

Auch am Genesungswerk ging es voran. Als die Hosen noch kürzer waren, hatte ich mal ausreichend Arbeitssklaven (= Familienangehörige) um auch auf der hohen Mauerseite die U-Schalungssteine für den Ringbalken zu drapieren:

Die miserable Maßhaltigkeit der Beton-Schalungssteine wird übrigens von der Maßhaltigkeit der Schalungssteine noch unterboten:

Der Kleber schließt zum Glück auch diese Lücke und nachher verschwindet das Elend unter Beton und Putz.
Nachdem die U-Schalen verklebt waren, habe ich (wie schon auf der anderen Seite) Eisenkörbe geflochten und mit dem Kran auf die Mauerkrone gehoben. Nix was ihr nicht schon gesehen hättet.
Auch hier habe ich die vertikale Säule wieder an den Ringbalken angebunden:

Für die Schalung an dieser Stelle habe ich Siebdruckplatten verwendet. Auch die Gewindestangen vom Fundamentbau fanden hier erneut Verwendung.
Um die notwendige Betonüberdeckungen zu erreichen, habe ich die Leerrohre auf solchen Abstandshaltern platziert und dann durch die Siebdruckplatten gebohrt:

Danach kamen die Abstandshalter wieder weg. Abschließend noch alles mit OSB-Platten (nach 3 Jahren noch immer eine gute Investition) abgedeckt, damit mir in der Zwischenzeit nicht alles mit Regenwasser voll läuft.
Danach konnte ich an die letzte fehlende Wand gehen. Zumindest nachdem ich einen überlangen Schwertransport abgewickelt hatte…

Eier aus Stahl III

Wie berichtet hatte ich ja mit Vaddern und Tobias von Viki, dem furchtlosen Wikinger, ein halbes Dutzend historische IPN260-Stahlträger geholt. Zwar haben sie die letzten ca. 100 Jahre immer trocken und geschützt verbracht, aber ein wenig (Flug-)Rost hatten sie doch schon angesetzt. Damit sie unterm Dach des Genesungswerkes nochmal 100 Jahre halten, habe ich sie daher mühsam entrostet und frisch gestrichen.
Als erstes habe ich mich jedoch um den Sturz über dem Tor gekümmert.
Die große Flex machte kurzen Prozess aus dem 8,33 m-Träger, so dass nun noch 6,45 m übrig sind. Nach Rücksprache mit meinem Betonbauer soll der Träger auf der flachen Hallenseite mit an den umlaufenden Ringbalken angebunden und mit Beton ummantelt werden. Statisch ist das nicht nötig (Da sollte es ja sogar nur ein nackter IPE 200 werden), aber für die weitere Verarbeitung (Giebel aufmauern, später Tor montieren) sinnvoll.
Damit mir nun aber später nicht die Betonbrocken stumpf runter fallen, sollen parallel zum Stahlträger Moniereisen laufen und durch angeschweißte Bügel mit dem Träger betontechnisch verbunden werden. Ihr werdet es sehen, wenn es fertig ist.
Dementsprechend gab es angeschweißte Bügel für den Träger:

Ist sogar recht hübsch geworden:

Muss wohl ne Fachkraft gewesen sein.
Entrostet habe ich mittels Winkelschleifer und Topf-Zopfbürste:

Das hat zwar ca. 1h pro Träger gedauert und hinterher kribbeln einem noch ca. 1h die Hände, aber das Ergebnis ist ebenfalls sehr ordentlich geworden.
Hier übrigens nochmal der bildliche Hinweis, warum man bei Arbeiten mit rotierenden Teilen keine offenen langen Haare/Bärte, Krawatten, lose Kleidung oder auch ggf. keine Handschuhe tragen sollte:

Die laufende Flex mit aller Kraft vom Aufstieg Richtung Hals abzuhalten und gleichzeitig nach dem Ausschalter zu angeln war wie ein Ringkampf mit einem Pitbull…
Deutlich erfreulicher war, dass sich auf den Trägern noch die original Prägemarken des Walzwerkes fanden:

Das hat auch irgendwann schon mal vor mir jemanden interessiert, wie man an der gelben Markierung ringsum erkennen kann.
Leider habe ich bislang noch keine Entschlüsselungstabelle dazu gefunden. Würde mich ja sehr interessieren, was dahinter steckt und wie alt die Träger genau sind.
Für Eisenbahnschienen ist das schön dokumentiert.
Immer wenn ich drei der Träger auf meiner Produktionsstrecke entrostet hatte, habe ich sie entfettet und anschließend in zwei Durchgängen mit Brantho-Korrux 3-in-1 gestrichen. Farbton meiner Wahl war RAL 3009, Oxid-Rot. Das bildet später bestimmt einen schönen Kontrast zur grau-weißen Dach-Unterseite und ist eine „klassische“ Stahl-Farbe:

Der Auftrag erfolgte, wie gewohnt, mittels Schaumstoffrolle. Das gibt eine schöne leicht genarbte Oberfläche.
Um die Stahlträger dann zu verräumen und Platz für den nächsten Durchgang zu schaffen, habe ich sie nach und nach auf den einschiebbaren Teil der Stützböcke verlagert, angehoben und auf ein massives Rollbrett bzw. meinen Hubwagen (ebenfalls unentbehrliche Anschaffung) abgelassen:

So kamen Sie dann in mein Zwischenlager, wo sie sortiert nach Einbaureihenfolge warten:

Alles sehr ägyptisch und kleinteilig, aber alleine kann man sowas ansonsten nicht bewegen.
Ein echter Zeitfresser und erheblicher Aufwand. Aber das Ergebnis wird super! Das weiß ich schon jetzt. Von der finanziellen Ersparnis ganz abgesehen.