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Planspiel Hebebühne

Aktuell bewirtschafte ich viele Baustellen gleichzeitig, so dass ich nicht so Recht was für euch habe.
Allerdings kann ich euch an einem kleinen Planspiel teilhaben lassen.
Von Olaf habe ich die Idee kopiert, vor der Bestellung etwaiger Hebebühnen erstmal deren Positionierung am lebenden Objekt durchzuspielen.
Klar, geht auch alles in 3D. Haben wir auch schon gemacht. Aber so am lebenden Objekt ist das doch nochmal was ganz anderes.
Olaf hat hierzu PE-Folie zerschnitten, ich hatte die riesigen Pappen der Torsegmente aufgehoben.
Also technische Zeichnungen der avisierten Bühnen besorgt und mit Fahrzeugabmessungen kombiniert. Herausgekommen ist jetzt dieses Layout:

Schablonen für Hebebühnen

Zur Orientierung seht ihr ganz rechts unten im Bild den Mauerstummel des Durchganges zum Werkraum. Damit ihr die Abstände etwas einschätzen könnt: Die Fliesen sind 30 x 30 cm.
Mittig vor dem Durchgang zum Werkraum steht eine Twinbusch TW242PEB4.3-400-G.
Diese 2-Säulen-Bühne ist 4,3m hoch und barrierefrei. Das heißt, sie hat keinen Huckel in der Mitte, sondern die Steuerkabel werden oben über einen Bügel geführt. Das ist besonders vorteilhaft, wenn man am Boden mit Hubwagen und Co. herum gurkt.
Auf der Hebebühne seht ihr (zumindest in seinen Außenmaßen) einen KIA PV5 Kleinbus (4,7 x 1,9m).
Das dürfte vom Formfaktor her das Größte sein, was ich üblicherweise auf die Bühne nehme. Außerdem ist das aktuell der vielversprechendste Anwärter um die Lücke zu füllen, die der Combo in unseren Herzen hinterlassen hat.
Laut Twinbusch braucht die Bühne eine Deckenhöhe von 4,3m. An der niedrigsten Stelle der geplanten Position könnte das knapp werden:

Höhe problematisch

Auf dem Ausgangsbild, rechts dahinter seht ihr eine Twinbusch TW127P-230-G.
Das ist eine Einsäulen-Parkhebebühne mit Rampen. Der Vorteil ist, dass man sich auf einer Seite die Säule spart und bei einem schmalen Fahrzeug unten (z.B. dem JZR) somit deutlich mehr Platz hat. Allerdings erkenne ich auch die Herausforderungen, die solche Rampen bei dreirädrigen Fahrzeugen bieten. Aber der Ginza (3,8 x 1,65m) benötigt ja auch ein Zuhause. Ich habe die Pappe mal in den Maximalmaßen der Parkbühne (3,8 x 2,14m) eingezeichnet. Natürlich kann ein Fahrzeug auch vorne und hinten noch zusätzlichen Überhang haben. Bei meinen kleinen Gurken ist das aber aktuell nicht der Fall.
Wie ihr auf dem Bild ebenfalls seht, findet die Lafette auch bei maximaler Breite der Parkbühne daneben noch Platz.
Eh wir uns das genauer angucken, wenden wir kurz den Blick nach links, wo ich die Umrisse der zukünftigen Lokuskabine schon eingezeichnet habe:

Abstand WC-Kabine

Da sollte man selbst mit Fahrzeug auf der abgelassenen Bühne noch gut durch kommen.
Die Parkbühne habe ich so angeordnet, dass der Deckenkran über ihrem vorderen Teil wäre:

Bühne unter Kran

Sollte man da also mal einen Motor oder ähnliches rausheben wollen, ginge das auch auf der Parkbühne.
Der Nachteil dieser Anordnung ist, dass bei Belegung der Hebebühne mit dem PV5 nur noch ca. 70 cm Abstand zur Parkbühne in ihrer Maximalbreite wären (siehe Pappen auf dem Boden).
Allerdings kann ich auch nicht viel weiter nach hinten:

Abstand Torschiene

Trotz meiner gekürzten Laufschienen sind da nur knapp 70 cm Luft, bis in 3m Höhe die Schiene kommt.
Zum Tor selbst sind es noch knapp 4 Meter. Da passt also ein Bond Bug oder ein Klaufix noch bequem hin.
Hier mal der Blick vom Tor aus:

Rückansicht vom Tor aus

Passt alles, aber es sind halt beengte Verhältnisse.
Oh, Moment, ich höre jemanden „Luxusprobleme“ rufen…

Für Alternativideen oder andere Bühnenanbieter bin ich jederzeit offen! Unsicher bin ich mir auch noch, wo ich die 2-Säulen-Bühne genau positionieren. Auf dem Bild ist sie mittig unter dem PV5, aber die Arme sind ja (wie die Gewichtsverteilung) asymmetrisch. Daher müssten die Säulen eigentlich näher an den Werkraum. Aber wie lang sind Autos typischerweise noch ab dem vorderen Schwellerende? Ich will ja nicht zu nah an die Wand kommen….

Macht hoch die Tür IV

Ich hatte ja schon bei der Montage des Garagentores meine Verwunderung über den langen Überstand der horizontalen Laufschienen zum Ausdruck gebracht.
Auch die Querstange zwischen den beiden Schienen wollte mir nicht so recht einleuchten. Und die Federpuffer/Anschubhilfen erschienen auch eher überflüssig.

Ungenutzte Schiene

Was macht man also?
Richtig: Man fragt einen Klassenkameraden, der mittlerweile Ingenieur bei Hörmann ist!
Arbeiten wir mal seine Antworten ab:
– Die Anschubhilfe soll den Schließvorgang erleichtern. Wenn das Tor oben ist, hilft ja noch keine Schwerkraft die entspannte Feder wieder aufzuwickeln. Das kann bei handbetriebenen Toren oder Toren mit schwächeren Motoren (Deckenschlepper) durchaus ein Problem sein, die dann von oben wieder in Bewegung zu bekommen.
Mein GfA-Motor stemmt aber saftige 50 Nm direkt auf die Welle und in Verbindung mit dem Gefälle der Schiene Richtung Ausgang, hat er wenig Mühe, das Tor bis zu dem Punkt zu bewegen, an dem die Schwerkraft übernimmt.
Damit wären die Federn schon mal entbehrlich.
– Der Überstand der Laufschienen ist produktionsbedingt (ist einfach billiger, die Schienen nur in bestimmten standardisierten Längen zu liefern) und dient daneben als Montagepunkt für die Federpuffer.
Ok, wäre also in meinem Fall ebenfalls entbehrlich.
– Die Querstange dient dazu seitliche Bewegungen zu minimieren und Torsion zu vermeiden. Ersteres habe ich durch meine üppigen Aussteifungen und die doppelte Abhängung ausgeschlossen. Es kann aber passieren, dass in der oberen Endlage das Gewicht des Tores zum verdrehen der Laufschienen führt.
Hier die erläuternde Zeichnung des Ingenieurs:

Zeichnung

Da half also nur eine vorsichtige Probe bei demontierter Querstange:

Querstange entfernt 2

Da verdreht sich nix.
Alles klar.
Dann weg mit dem Rotz:

Überstand abgesägt

Erfreulicherweise sitzt der Schnitt auch hinter den Schweißpunkten, so dass die Verstärkung bis zum Ende mit der Schiene verbunden bleibt:

Schiene gekürzt

Ich habe dann noch beidseitig Winkel als Anschlag montiert, sollte da mal was schief gehen und das Tor über seine obere Endlage hinaus wollen.
Genug Platz, um Notfalls die Querstange wieder zu montieren habe ich auch.
Da, bis auf das letzte Torsegment, alle anderen Segmente aber vor meiner doppelten Abhängung sind, erwarte ich da aber auch keine Torsion.
So spare ich 90 cm Luftraum und ca. 25 kg. Gewicht.
Sollte sich das als dumme Entscheidung herausstellen, werdet ihr es lesen.

Mit dem Strom schwimmen III

Auch um die Akzente bei der Beleuchtung habe ich mich nebenbei schon gekümmert.
Der beste Nachbar aller Zeiten kam vor längerer Zeit mal mit dieser Leuchte um die Ecke:

Vergiftungsgefahr unbeleuchtet

Sie stammt aus einem alten Parkhaus. Erleuchtet ist dort zu lesen:

Vergiftungsgefahr beleuchtet

Das ist doch das ideale Schild, um es über die Toilettenkabine zu hängen!
Da weiß man immer wenn besetzt ist und sieht, ob man vergessen hat, das Licht drinnen auszuschalten.
Auch der Austausch der Leuchtmittel gegen LED ist einfach. Da sind einfach drei E14-Fassungen in Reihe parallel geschaltet:

Vergiftungsgefahr offen

Aus dem Abrissgebäude, welches mir schon den Grundstock für die Elektrifizierung der Halle lieferte, konnte ich auch noch diese (OVP) Leuchttafel ergattern:

VMI Schild

Ist das „Amtsanmaßung“ wenn ich die aufhänge?
Die drei Neonröhren samt der beiden Trafos habe ich demontiert.
Von einem alten Projekt hatte ich noch einen trennbaren LED-Streifen. Gute Gelegenheit für Recycling:

LED Streifen drin

Auch mit der Abdeckung gibt das eine schön gleichmäßige Erleuchtung:

VMI beleuchtet

Für die Montage schnitt ich die Kunststoff-Rückwand aus und verwendete IKEA-Regalwinkel:

Montage VMI Schild

Die Winkel hebe ich immer gerne auf. Wie immer bei IKEA, sind sie sehr durchdacht, lassen sich gut montieren und auch im Nachhinein genau justieren.
So hängt zumindest das VMI-Schild schon mal:

VMI an der Wand

Let the rope be free VI

Nachdem der Trafo für den Hallenkran seinen finalen Platz gefunden hatte, wollte ich auch hier die Verkabelung abschließen.
Die Winde für die horizontale Bewegung bekam einfach eine Steckdose, die an die Ringleitung angeschlossen ist.
Dem Trafo spendierte ich noch ein kleines Blinklicht:

Blinklicht

Das ist immer an, wenn er mit Strom versorgt wird. Dient einerseits dazu, dass ich ihn nicht dauerhaft eingeschaltet lasse und anderseits als Warnlicht für den Kranbetrieb. Denn wir alle wissen:

Der Laden hat übrigens wirklich tolle historische Warnschilder!
Wirklich interessant war aber die Stromversorgung des Kettenzuges. Irgendwie musste ja das Kabel den Bewegungen des Kranes folgen ohne sich irgendwo zu verheddern.
Mein Plan war, es an einem parallel laufenden (kunststoffummanteltem) Stahlseil laufen zu lassen:

Stahlseil

Aber irgendwie musste ich verhindern, dass der Kran hieran schief zieht und damit das Kabel übermäßig unter Spannung setzt.
Meine Lösung ist ein extra Führungsarm, der mittels Rohrschellen auf der Kronenmutter der Laufkatze montiert ist:

Führungsarm Einzelteile

Erklärt sich gleich im Bild.
Vorher ermöglichte der Lötbrenner den nötigen Knick in der M8-Gewindestange:

Führungsarm gebogen

So wanderte der Arm an die Laufkatze:

Führungsarm

Durch die Augenmutter läuft später das Stahlseil.
Die Montage an der Laufkatze hat den Vorteil, dass sich diese immer parallel zum Stahlseil bewegt und sich nicht seitwärts bewegt, wie der Kettenzug selber.
Das vieradrige Kabel des Kettenzuges reichte leider nicht für die gesamte Fahrbreite des Kranes. Da musste ich also verlängern:

Zuleitung verlängern

Die isolierten Lötverbindungen kamen dann noch zusätzlich in ein Wellrohr und das Kabelende bekam Aderendhülsen:

Lötstelle verpackt

So konnte ich an die finale Montage gehen:

final montiert

Wie ihr seht, läuft das Kabel vom Kettenzug in einem entspannten Bogen hoch zum Arm an der Laufkatze. Von dort geht es in gleichmäßigen Bögen an Karabienerhaken zum Befestigungspunkt an der Wand und von dort zum Anschluss auf der Kabeltrasse. Durch die Bögen bin ich mit dem Kabel auch (bis auf ganz am Rand) über der Durchfahrtshöhe, so dass sich dort auch kein Fahrzeug verheddern kann.
Die Lötverbingung habe ich extra an einen Karabienerhaken gesetzt, damit sie möglichst wenig Bewegungen ausgesetzt ist.
„Bergauf“ zieht der Kran das Kabel in einer schön geraden Linie am Stahlseil entlang. Da hatte ich ein wenig Bedenken, wie doll der Zug auf dem Kabel ist, aber das ist wirklich harmlos. „Bergab“ schiebt die Augenmutter die Karabienerhaken wieder zusammen. Mal sehen, wie sich die Konstruktion im Alltag bewehrt.

Mit dem Strom schwimmen II

Um im Genesungswerk für die nötige Erleuchtung zu sorgen, orderte ich 18 LED-Doppelwannenleuchten:

Wannenleuchten geliefert

Mit 156 cm Länge passten sie nicht in die Paketkiste und wurden daher direkt vor der Haustür abgeworfen.
Die Hasen spucken bei 44 Watt 4000 Lumen in 4000 Kelvin aus. Der Abstrahlwinkel beträgt 120°.
Warum ich keine von den schicken Ufo-Werkstattleuchten oder LED-Panele genommen habe, die alle auf Youtube bewerben?
Ganz einfach: Wannenleuchten verwenden genormte Leuchtmittel. Die kann ich jederzeit austauschen:

Innenleben Wannenleuchte

Und an 19,99€ inkl. Leuchtmittel kommt preislich auch sonst kaum was ran. Außerdem war die Montage der Wannenleuchten ein weiterer Pluspunkt. Das seht ihr aber nachher.
Im Netz nörgeln immer wieder Menschen, dass man LED-Röhren leicht verpolen kann und sie dann durchbrennen. Dafür muss man aber blind sein:

Do not power

Auch der elektrische Anschluss stellt einen vor keine Hürden:

Stromanschluss Wannenleuchte

Bevor ich aber an die Montage ging, habe ich erst noch eine simple Verbesserung vorgenommen:

Alu Klebeband Wannenleuchte

Die LED-Röhren strahlen ja ihr Licht ringsum ab. In der dunklen Wannenleuchte nützt es mir aber nix. Abhilfe schafft für schmalen Taler ein Streifen Alu-Klebeband. Von dem Gedanken, das Klebeband knickfrei aufzukleben, muss man sich allerdings verabschieden:

Alu Klebeband aufgeklebt

Ist für die Reflexion aber auch egal. Ich habe natürlich auch Vergleichsfotos ohne/mit Alu-Klebeband gemacht. Allerdings sieht man darauf keinen Unterschied.
Mit bloßem Auge behaupte ich ihn aber zu sehen. Ehrlich!
Egal. Probelauf!
Ich habe erstmal zwei Leuchten mit Steckern versehen und mittels Kabelbindern an den beiden mittigen Pfetten befestigt:

Probemontage

Ein Verlängerungskabel samt Mehrfachsteckdose brachte ihnen Strom. Gewagte Konstruktion, aber so konnte ich testen, ob mein Plan, die Leuchten an den Pfetten zu montieren auf ging.
Die Pfetten sind ja (genauso wie der Rest der Dachkonstruktion) um 11° geneigt. Daher hatte ich ein wenig Bedenken, dass der Abstrahlwinkel der Leuchten nicht ausreichen würde, um auch die niedrige Wandseite zuverlässig auszuleuchten. War aber unbegründet. Genauso wie die Sorge um den seitlichen Schattenwurf der Sparren.
Damit musste ich die Leuchten auch nicht abhängen, sondern konnte sie schön geschützt direkt an den Pfetten verschrauben.
Die Montage erfolgt einfach über jeweils zwei Federklemmen:

Halteklammer Wannenleuchte

Da klickt man einfach die Wannenleuchte ein und kann sie dann noch etwas in den Aufnahmen verschieben, um sie auszurichten:

Chassis Wannenleuchte montiert

Die Verkabelung erfolgte dann in den Z-Pfetten:

Verkabelung Wannenleuchten

Natürlich habe ich die Pfetten beim Anschluss an die entsprechende Ringleitung auch nochmal extra geerdet.
Die Ansteuerung erfolgt ja über Stromstoßrelais im neuen Schaltschrank:

Stromstoßrelais

Die haben nebenbei den Vorteil, dass man das Relais auch manuell auslösen kann. So habe ich schon jetzt mit einer provisorischen Stromzufuhr einen Lichtschalter:

Beleuchtung montiert

Ich bin mit der Ausleuchtung sehr zufrieden. Wenig Schattenwurf, schön gleichmäßig hell und angenehme Farbtemperatur:

Beleuchtung montiert 2

Auch mit der Qualität der Leuchten bin ich sehr zufrieden. Alles ausreichend stabil und sauber verarbeitet. Für den Preis eine klare Empfehlung.