Archiv der Kategorie: Boxer HSW06G

magnetischer Abfall

Die aktuelle Stille hier im Blog begründet sich mit verschiedenen Großprojekten rings um das Genesungswerk. Mit im Dauereinsatz:
Der Dumper und der Bagger.
Leider war auf letzteren zuletzt kein Verlass.
Er sprang nur sporadisch an und wenn er lief, dann nur kurz.
Natürlich habe ich die üblichen Verdächtigen gecheckt und landete ziemlich schnell dabei, dass er keinen konstanten Zündfunken bekam:

Erster Reparaturversuch

Der systematischen Fehlersuche folgend, hatte ich recht schnell den Ölstandschalter (legt die Zündspule auf Masse, wenn zu wenig Öl im Motor ist) im Visier:

Ölstandssensor

Kaum hatte ich ihn ausgebaut (und natürlich den Ölstand vorher geprüft) lief der Bagger wieder.
Alles Klar. Schuldiger gefunden. Neu ordern, weiter im Text.
Allerdings dauert die Freude nur ein paar Minuten, bis der Bagger wieder aus ging und nicht wieder anspringen wollte.
Glücklicherweise befand ich mich gerade vor dem Genesungswerk, so dass ich ihn mit dem Anlasser schrittweise in die Halle fahren konnte (Zündkerze raus, Richtungshebel gezogen halten und Anlasser betätigen, der dann über den Motor die Hydraulikpumpe dreht).
Dann steigen wir mal tiefer ein!
Um keine Zeit zu verlieren orderte ich schon (mit dem Teilekatalog) mal die üblichen Ersatzteile:

Ersatzteile

Eine abgescherte Passfeder auf der Kurbelwelle ist wohl eine übliche Krankheit bei den Briggs & Stratton Motoren der 19N1 Serie.
Alternativ auch eine schwächelnde Zündspule.
Und um ganz sicher zu gehen, habe ich auch noch eine original Torch F6TC-Zündkerze mit geordert.
Die Kosten sind überschaubar und es warteten tonnenweise Material auf den Bagger.
Als erstes bekam die seitliche Verkleidung einen Schlitz, um den Bowdenzug ausfädeln zu können:

Seitenverkleidung geschlitzt

Bisher konnte man die nur demontieren, indem man den Bowdenzug abschraubte. Suboptimal.
Um an das Polrad zu kommen, müssen alle Verkleidungen und auch der Tank raus:

Erste Verkleidungen demontiert

Bevor ihr das Schwungrad demontiert, messt erstmal den Abstand zwischen Zündspule und Schwungrad:

Abstand zur Zündspule

0,3mm ist ok. Es kann aber auch sein, dass sich da eine Schraube gelöst hat und der Abstand deswegen nicht mehr stimmt (dann aber üblicherweise mit Totalausfall der Zündung)
Um die Zentralmutter auf der Kurbelwelle zu lösen, ist mal wieder ein Zipfel der Verkleidung im Weg:

Zugang versperrt

Das ist natürlich auch ein großes GFK-Teil mit der Bediensäule und Hebelage. Also entweder alles demontieren oder mit der Säge einen kleinen Ausschnitt schaffen:

Polrad lösen

Entgegen der Beteuerungen von Le Chat hat die Mutter auf der Kurbelwelle ein ganz normales Rechtsgewinde! Also ganz normal gegen den Uhrzeigersinn drehen zum lösen.
Ist das Lüfterrad runter, braucht ihr einen Abzieher für das Polrad:

Lüfterrad demontiert

Kann man entweder kaufen oder aus einem stabilen U-Eisen und zwei M8-Schrauben selber bauen:

Eigenbau Abzieher

Ist das Polrad runter findet man entweder die abgescherten Passfeder oder schlimmeres:

Magnete herausgebrochen

Augenscheinlich hat sich die Verklebung der Polrad-Magneten gelöst:

Kleber abgelöst

Die Magneten ließen sich mit Fingerkraft aus ihrem Kleberbett ziehen.
Da einer der Magneten zerbrochen war, brauchte ich ein neues Polrad.
Den günstigsten Anbieter (160€) fand ich in Dänemark.
Nach einer Woche Lieferzeit und reichlich Rückenschmerzen vom schippen kam das Ersatzteil:

Neues und altes Polrad

Danach alles wieder zusammen werfen (Die Zentralmutter auf der Kurbelwelle bekommt 60 Nm) und testen.
Die Bude läuft wieder!
Aber bei gerade mal 58h auf der Uhr sich ablösende Polradmagneten?!
Wenn ich auch nur ansatzweise Zeit hätte, würde ich da Briggs & Stratton mal zu befragen.

Glatt wie ein Babypopo

Bei einer Inspektion des Baggers fiel mir auf, dass die Kolbenstange der Knickmatick mehrere Macken hatte:

Schwenkarm

Hier mal im Detail:

Macken im Chrom

Ob die Stange schon von Anfang an nicht ordentlich verchromt war oder sie die Dellen bei mir bekommen hat, kann ich nicht sagen, aber so was ist immer blöd für die Dichtungen der Hydraulikzylinder. Dellen zwar etwas weniger als hervorstehende Kanten, aber trotzdem etwas, was man beseitigen sollte. Da passte es gut, dass kurz zuvor bei Salvage Workshop gezeigt wurde, wie man so was repariert:

Die beste Ehefrau von Allen borgte mir einen klaren Nagellack:

Nagellack

Den habe ich (nach einer gründlichen Reinigung und Entfettung der Kolbenstange) üppig auf die Macken aufgetragen:

Lack aufgetragen

Ist der Nagellack ausgehärtet, greift man zum Schmirgelpapier:

Schleifmittel

Ich habe erst 400er genommen, dann 1200er und dann war das Schleiffließ schon gar nicht mehr nötig:

Lack schleifen

Ich habe immer Streifen vom Schleifpapier abgeschnitten und diese dann um die Kolbenstange gezogen. Am Ende sieht man zwar noch, wo die Macken waren, kann sie aber nicht mehr fühlen:

Beide Stellen geschliffen

Und was man nicht fühlen kann, dass kann auch die Dichtlippen der Hydraulikzylinder nicht beschädigen. Damit konnte die Knickmatik zurück in den Einsatz.

Frühlingsservice

Die Osterruhe breche ich traditionell mit einem Baggerservice. So auch dieses Jahr.
Der Stundenzähler steht zwar erst auf 38,8h (das macht knapp 13 Stunden in zwei Jahren), aber demnächst soll er sich wieder ein bisschen durch die Nachbarschaft knabbern.
Also flugs das Häubchen gelüftet:

Bei der Ölablassschraube war ich zu faul, um einen Adapter zu suchen. Da half wieder der „Klebebanddamm“:

Da die Restlaufzeit des Baggers bei mir auch überschaubar sein wird, ist eh fraglich, ob ich nochmal einen Service bei ihm machen muss.
Trotzdem gab es noch eine fixe Modifikation, damit ich das neue Öl nicht wieder mit der Spritze einfüllen muss:

Der Neujahrs-Spaziergang ist bei uns ein festes Ritual, bei dem nicht nur die Nachbarschaft ein bisschen gesäubert, sondern auch Kappen und Stöckchen von Raketen gesammelt werden. Immer gutes Bastelmaterial…:

Da die nachbarschaftliche Buddelei etwas filigraner wird, habe ich die Zähne der Schaufel demontiert. Da musste ich erstmal mit der Drahtbürste die Gewinde freilegen:

Zum Abschluss gab es noch einen Abschmierdienst:

Was geht Digga?!

Das Erdungsband und das schon vor Jahren verlegte Stromkabel sollten noch schnell ins Genesungswerk geführt werden, eh es mit den Außenarbeiten weiter geht:

Wie ihr an der geöffneten Baggerhaube seht, ging das aber nicht so ganz reibungslos.
Mitten in der Arbeit verendete der Motor kläglich:

Ich hatte natürlich sofort wieder den Benzinhahn in Verdacht. Aus diesem Grund schraubte ich auch direkt die seitliche Ablassschraube aus dem Vorratsbehälter des Vergasers:

Trocken….
Also wieder zum Benzinhahn vorarbeiten. Diesmal wollte ich testen, ob ich ohne viel Demontagearbeit an die Dichtung komme. Irgendwann säge ich die Bowdenzug-Durchführung noch zu einem „U“ aus, damit man die Seitenverkleidung einfach abnehmen kann:

Leider war ich doch zu optimistisch, was die Zugänglichkeit angeht. Da kommt man ohne weitere Demontage nicht dran:

Also wieder alles weg bauen:

Hmm, die Dichtung sieht aber noch super aus:

Es wird doch nicht……kacke. Benzin alle….
Kaum hatte ich ein paar Schluck aus dem Kanister aufgefüllt, schnurrte der Motor wieder. Das hätte ich auch einfacher haben können. Egal, besser so, als anders herum.

Den gebaggerten Graben habe ich dann mit Sand als Leitungsbett ausgekleidet:

Die Stromleitung habe ich dann noch durch ein dickes Alu-Rohr gefädelt:

Das schützt sie zukünftig vor Freischneidern o.ä.

Zur Dokumentation:
Vom Fuß des Rohres geht die Leitung 140 cm gerade Richtung Gartenhaus (160 cm Abstand zum Gartenhaus), knickt dann 90° Richtung Wohnhaus und geht dort 160 cm weiter, bis es auf die Wasser- und Stromleitung zum Gartenhaus trifft.
Auf die Leitung kam wieder Sand und dann Füllerde. Auf diese Zwischenschicht kam dann ein Warnband:

Danach wieder Erde und fertig.
Mal sehen, ob ich da nochmal dran muss. Ich befürchte mittlerweile, dass ich noch ein Netzwerkkabel verscharren muss, um die geplante PV-Anlage der Halle einzubinden. *Narf*

Bodo hat Verstopfung

Schon beim Frühlingserwachen meines Baggers fiel mir auf, dass er ungewohnt zickig reagierte. Bei den folgenden Arbeitseinsätzen wurde es dann eher schlimmer, denn besser. Irgendwann war es dann soweit, dass er zwar immer munter ansprang, aber in der Warmlaufphase aus ging. Er ließ sich dann auch nicht mehr direkt starten. Wartete man 3-4 Minuten sprang er wieder an, um dann kurz darauf wieder aus zu gehen. Es ließ sich jedoch beobachten, dass der Fehler sich durch minimale Bewegungen am Benzinhahn beeinflussen ließ. Zumindest die pressierendsten Arbeiten ließen sich so noch erledigen.
Neulich hatte ich aber ein wenig Zeit, so dass ich der Ursache zuleibe rücken konnte:

Dem geplagten Nachmacher sei vorab gesagt, dass man wahrscheinlich nicht so tief in die Innereien des Briggs & Stratton XR1450 19N1 einsteigen muss wie ich. Mit schlanken Fingern dürfte es genügen, dass man die am Tank verschraubte Blende des Gaszuges (rechts im Bild) demontiert, um an die Abdeckplatte des Benzinhahns zu kommen.
Egal, ich bin tiefer gegangen und habe dazu erstmal die Grundplatte des Luftfiltergehäuses demontiert. Diese Grundplatte bildet auch die komplette linke Abdeckung von Vergaser und Co.. Unter dem Filter selbst versteckt sich eine 8mm-Schraube, die muss auch raus:

Anschließend liegt der Vergaser frei:

Zur weiteren Demontage muss noch das Gasgestänge samt Feder ausgefädelt werden und natürlich der Benzinschlauch ab:

Dann kann man den Vergaser einfach von den langen Stehbolzen abziehen:

Der Vergaser hat die Ersatzteilnummer 817370.
Wie man sieht, ist der Benzinhahn leider integraler Bestandteil des Gehäuses:

Entfernt man die verschraubte Abdeckkappe über dem Bedienhebel kommt man direkt an die spärlichen Innereien:

Wie auf dem Bild zu sehen, sitzt oben auf dem Hebel eine Federscheibe. Nicht verlieren!
Entnimmt man den Hebel ist der Blick frei auf eine klassische Vier-Loch-Dichtung:

Wie man sieht, ist die Dichtung deformiert und ein Stück der Umrandung hat sich gelöst:

Eventuell wurde die Abdeckkappe des Benzinhahns im Werk zu fest aufgeschraubt, so dass die Reibung dieses Stück abgerissen hat.
Dieser Fetzen war jedenfalls der Übeltäter, drehte man am Benzinhahn konnte es sein, dass sich das Gummistück (teilweise) auf die kleine Durchlassbohrung legte und so nicht genügend Benzin durchließ, damit der Motor dauerhaft lief. War der Motor aus, tröpfelte genügend Benzin nach um die Schwimmerkammer des Vergasers zu füllen und (bis diese leer war) einen reibungslosen Lauf sicherzustellen.
Da ich nun die Ursache kenne, habe ich einfach den Gummischnipsel entfernt und die Dichtung umgedreht. Da sieht sie nämlich noch tadellos aus:

Sollte jemand mal Ersatz benötigen:

Die Dichtung hat 15mm Durchmesser und ist 3mm stark.
Danach alles wieder zurückbauen und fertig.
Achtet darauf, die Deckplatte des Benzinhahns nicht zu fest anzuziehen. Lieber etwas lockerer und (bei demontierter Verkleidung) testen ob es trotzdem dicht hält.