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My Minibagger III

Solange der Bagger noch neu und sauber war, habe ich ihn einem umfangreichen Check unterzogen:

Ich bin wie immer erstmal vom schlimmsten ausgegangen und habe mich dann positiv überraschen lassen.
Alle Verschraubungen waren fest und sogar markiert.
Lediglich die Schmiernippel saßen nur lose in den Bolzen. Das gab gleich die Gelegenheit Staubkappen (M6) nachzurüsten:

Erfreulicherweise sind alle Bolzen hohl gebohrt und mit Schmiernippeln versehen.
Der Arm hat 13 Schmiernippel, der Schild 4 und für den Drehkranz finden sich nochmals zwei versteckte Schmiernippel vorne links neben der Knickmatik.
Am Fett hatten die Chinesen wirklich gespart, so dass eine ganze Kartusche Schmierfett im Bagger verschwand.
Ein abgeschnittener Hemdsärmel eignet sich übrigens vorzüglich zur Aufbewahrung der Fettpresse. Kein rumschmieren, kein versehentliches betätigen des Hubarms:

Schmunzeln musste ich über die Batterie von Warnaufklebern:

Insbesondere „Look Up & Live!“ fand ich sehr Terminator-mäßig. Auch der Hinweis auf die australische „dialbeforeyoudig„-Hotline ist unterhaltsam.
Nimmt man den Fahrersitz samt Haube ab, kommt man sehr komfortabel an die Technik:

So ließ sich ganz bequem das Motoröl auffüllen (war nur halb voll):

Auch der nur halb öffnende Chokezug ließ sich gemütlich korrigieren:

Am Hydrauliktank findet sich vorne links ein Schauglas für den Ölstand:

Für den 17mm-Inbus zum öffnen des Tankverschlusses bastelte mir mein Nachbar schnell ein Spezialwerkzeug aus einem Bolzen samt verschweißter Mutter.

Im Benzintank (mit integriertem Sieb) fanden sich ein paar Krümel, welche sich aber mit einer Spritze und kurzem Schlauchende absaugen ließen:

Die Minuspolklemme der Batterie war gebrochen:

Das ließ sich aber auch flicken, bis ich da einen Batterietrennschalter nachgerüstet habe:

Vorher muss ich aber mal wieder nach Poladaptern suchen. Die chinesische Batterie hat Mini-Pole mit ~11mm Durchmesser.
Ein paar Roststellen am Dach habe ich ebenfalls über gepinselt:

Abschließend bastelte ich dem Bagger noch eine Regenhaube aus einem Reststück LKW-Plane:

Der angeklemmte Richtscheit funktioniert super um eine gerade Schnittkante anzuzeichnen.

Wie ihr seht, alles in Allem keine Dramen.
Wird also Zeit, dass wir in den Dreck zum spielen fahren…

My Minibagger II

Wie schon angeteasert hat meine Frau mir einen Minibagger gekauft. Der Weg dahin war auch recht stringent. Die klassische Umkreissuche bei eBayKleinanzeigen lieferte nur vollig überteuerte/ausgelutschte Gebrauchtgeräte. Daneben tauchte aber immer wieder die Firma VEMAC GmbH mit ihren Angeboten auf. Der Laden hat verschiedenen chinesische Minibagger im Angebot. Darunter auch den von mir gewählten Boxer Agri HSW06-G:

Ja, laut Typenschild steht da eine niederländische Firma hinter, aber ich wage mal ganz vorsichtig zu bezweifeln, dass Frau Antje die selber aus hartem Maasdammer schnitzt. Viel eher glaube ich an Hanmey als Hersteller.
Was ihn gegenüber den preislich nahezu identischen Mitbewerbern abhebt, ist die verbaute Knickmatik.
Eine Knickmatik ist besonders hilfreich, wenn sich der Bagger nicht direkt vor der Baggerstelle platzieren lässt. Also z.B. wenn ihr direkt parallel an einer Hausmauer oder einem Gartenzaun entlang baggern wollt. Über die Knickmatik lässt sich der Baggerarm 73° (Links) bzw. 50° (Rechts) im Verhältnis zum Bageraufbau abknicken.

Am Baggerarm hat er auch noch einen zusätzlichen Hydraulikkreis, über welchen man Zusatzwerkzeug steuern könnte und einen Schnellwechsler für andere Anbaugeräte/Schaufeln.

Dazu kommt der Bagger mit einem 306ccm 10 PS Briggs & Stratton-Motor (XR1450; 19N1), welche ich ja auch sehr schätze:

Das es ein Benziner und kein Diesel ist, juckt mich nicht weiter. Was soll sich so ein kleiner 306 ccm-Motor schon pro Stunde rein tun? Laut Briggs & Stratton sind es 2,78l/h bei Volllast. Damit sind die Betriebskosten bei meiner Nutzung ein zu vernachlässigender Faktor. Der deutsche Chinabaggerveredler Jansen hat das identische Gerät mit einem 6,5 PS Yanmar-Diesel im Angebot, will aber schlanke 3000 € Aufpreis dafür.
Die Pumpe chinesischer Fertigung hat zwei Kreise:

Der Rest der Hydraulik stammt von Danfoss:

Ansonsten ist an diesen kleinen Baggern nicht wirklich was dran, was für den gemeinen chinesischen Ingenieur eine Herausforderung darstellen dürfte.
Dazu kommt dann noch, dass das Ding ja nix bei mir ausstehen muss. Weder wird es täglich im harten Gewerbebetrieb rangenommen, noch als Mietdirne rum gereicht.
Er steht die meiste Zeit abgedeckt herum und muss Nachmittags und am Wochenende mal 1-2 Stündchen Mutterboden von A nach B schaufeln oder einen Graben ausheben. Dazu gibts dann noch peniblen Service und schon kann wenig passieren.
Apropos „passieren“. Fast wäre der Kauf an den Rezensionen über die Firma VEMAC gescheitert.
Nachdem mir aber der Verkäufer eine „Probefahrt“ und Barzahlung vor Ort zusagte, hatte ich mit dem Geschäft kein Problem mehr. Ponzi-Gerüchte hin oder her.
Also habe ich mir Verstärkung eingepackt und den Deal durchgezogen:

Entgegen der Rezensionen war Herr Storch ein netter und auskunftsfreudiger Geschäftspartner. Wir waren pünktlich um 11 Uhr bei ihm an der Firma und reihten uns in eine Schlange von vier anderen Fahrzeugen mit Anhängern ein, welche auch alle etwas kaufen bzw. abholen wollten. Dementsprechend dauerte es etwas, bis wir an der Reihe waren, aber wir durften in der Zwischenzeit ungestört den Bagger ausprobieren. Alles in allem sehr entspannt und ohne Druck.
So richtig kann ich mir dementsprechend die Rezensionen nicht erklären. Ist keine kleine Klitsche und der Hof stand voller Material.
Wir sprachen noch mit jemandem, der einen Solis 50 Traktor abholte und meinte, er habe 8 Monate auf den Traktor warten müssen. Ggf. begründen sich da die Bewertungen in einer kommunikativen Diskrepanz.
Egal. Bagger aufgeladen und ab nach hause.
Zuhause gab es dann erstmal die erste intensive Bestandsaufnahme. Aber davon mehr im nächsten Artikel.

My Minibagger I

Schon Konfuzius wusste: „Wer Anderen eine Grube gräbt, hat ein Grubengrabgerät.“
Ich gehörte bislang nicht zu dieser Kategorie Mensch. Aber starten wir am Anfang:
Die mangelhafte Einhaltung von Terminen und Zusagen ist eine zuverlässige Möglichkeit mich innerhalb kürzester Zeit zur Weißglut zu bringen.
So auch zuletzt als ich versuchte im Wege der Langzeitmiete einen Minibagger zu bekommen.
Missverständnisse über den Preis sowie mehrfaches verschieben des Termines führten zu deutlichem Frust.
Als Vermieter und Bagger am schlussendlich vereinbarten Übergabetag kommentarlos nicht auftauchten, war das Maß voll.
Glücklicherweise hat die beste Ehefrau von Allen für solche Situationen ein untrügliches Gespür und fragte nur ganz beiläufig, ob wir nicht einfach selber einen Minibagger kaufen wollten?
Gut, nach der Anschaffung eines eigenen Kranes ist es eigentlich logisch sich auch direkt einen Bagger und einen Kipplaster zu kaufen, aber so tief in das Baugewerbe wollte ich eigentlich nie einsteigen.
Am Ende des Tages hat sie aber natürlich Recht. Die Rechnung ist auch ziemlich einfach. Die vier Wochen Baggermiete sollten alleine 1600 € kosten. Die normale Tagesmiete liegt bei rund 100 €. Verzögerungen durch Wetter/Corona/andere Gewerke oder das Leben im Allgemeinen? Pech. Muss ich halt nochmal mieten. Und schon jetzt ist absehbar, dass ich bis das Genesungswerk steht immer wieder einen Bagger brauche. Wie groß soll also der Wertverlust an einem eigenen Bagger sein, damit das nachher nicht günstiger als mieten wird?
Damit war die obligate Milchmädchenrechnung schon mal geklärt. Bleibt noch die Frage: „Wie viel Tonnen Bagger hätten’s den gerne?“
Auch das lässt sich recht fix beantworten. Wir wühlen bei uns weder in Gestein noch gilt es gigantische Lasten zu bewegen. Ich muss eher auf kleinem Raum agieren und all zu viel Platz sollte der Kollege auch nicht einnehmen. Ihn auf meinem Anhänger transportieren zu können, wäre ebenfalls sinnvoll. Damit liegen wir unterhalb der 1t-Klasse. Das ist Mini- und Microbaggerterrain. Da hat man im gesteckten Budgetbereich bis 7000 € die Wahl, entweder ein gebrauchtes Markengerät zu kaufen oder mit chinesischer Fertigung zu experimentieren. Zu gebrauchten Markengeräten findet sich gelegentlich eine Kaufberatung, wie z.B. hier.
Zu Maos Rache findet man außer hämischen Kommentaren und genereller Ablehnung kaum brauchbares. Hier gibt es einen etwas differenzierten Beitrag und hier gibt es auch den Versuch ein paar Fakten zu vermitteln.
Im Großen und Ganzen kann aber niemand was detailliertes zu den chinesischen Grabräubern beitragen. Insbesondere detaillierte Bilder und langfristige Erfahrungsberichte sind echte Mangelware.
„Challenge accepted!“: