My Minibagger II

Wie schon angeteasert hat meine Frau mir einen Minibagger gekauft. Der Weg dahin war auch recht stringent. Die klassische Umkreissuche bei eBayKleinanzeigen lieferte nur vollig überteuerte/ausgelutschte Gebrauchtgeräte. Daneben tauchte aber immer wieder die Firma VEMAC GmbH mit ihren Angeboten auf. Der Laden hat verschiedenen chinesische Minibagger im Angebot. Darunter auch den von mir gewählten Boxer Agri HSW06-G:

Ja, laut Typenschild steht da eine niederländische Firma hinter, aber ich wage mal ganz vorsichtig zu bezweifeln, dass Frau Antje die selber aus hartem Maasdammer schnitzt. Viel eher glaube ich an Hanmey als Hersteller.
Was ihn gegenüber den preislich nahezu identischen Mitbewerbern abhebt, ist die verbaute Knickmatik.
Eine Knickmatik ist besonders hilfreich, wenn sich der Bagger nicht direkt vor der Baggerstelle platzieren lässt. Also z.B. wenn ihr direkt parallel an einer Hausmauer oder einem Gartenzaun entlang baggern wollt. Über die Knickmatik lässt sich der Baggerarm 73° (Links) bzw. 50° (Rechts) im Verhältnis zum Bageraufbau abknicken.

Am Baggerarm hat er auch noch einen zusätzlichen Hydraulikkreis, über welchen man Zusatzwerkzeug steuern könnte und einen Schnellwechsler für andere Anbaugeräte/Schaufeln.

Dazu kommt der Bagger mit einem 306ccm 10 PS Briggs & Stratton-Motor (XR1450; 19N1), welche ich ja auch sehr schätze:

Das es ein Benziner und kein Diesel ist, juckt mich nicht weiter. Was soll sich so ein kleiner 306 ccm-Motor schon pro Stunde rein tun? Laut Briggs & Stratton sind es 2,78l/h bei Volllast. Damit sind die Betriebskosten bei meiner Nutzung ein zu vernachlässigender Faktor. Der deutsche Chinabaggerveredler Jansen hat das identische Gerät mit einem 6,5 PS Yanmar-Diesel im Angebot, will aber schlanke 3000 € Aufpreis dafür.
Die Pumpe chinesischer Fertigung hat zwei Kreise:

Der Rest der Hydraulik stammt von Danfoss:

Ansonsten ist an diesen kleinen Baggern nicht wirklich was dran, was für den gemeinen chinesischen Ingenieur eine Herausforderung darstellen dürfte.
Dazu kommt dann noch, dass das Ding ja nix bei mir ausstehen muss. Weder wird es täglich im harten Gewerbebetrieb rangenommen, noch als Mietdirne rum gereicht.
Er steht die meiste Zeit abgedeckt herum und muss Nachmittags und am Wochenende mal 1-2 Stündchen Mutterboden von A nach B schaufeln oder einen Graben ausheben. Dazu gibts dann noch peniblen Service und schon kann wenig passieren.
Apropos „passieren“. Fast wäre der Kauf an den Rezensionen über die Firma VEMAC gescheitert.
Nachdem mir aber der Verkäufer eine „Probefahrt“ und Barzahlung vor Ort zusagte, hatte ich mit dem Geschäft kein Problem mehr. Ponzi-Gerüchte hin oder her.
Also habe ich mir Verstärkung eingepackt und den Deal durchgezogen:

Entgegen der Rezensionen war Herr Storch ein netter und auskunftsfreudiger Geschäftspartner. Wir waren pünktlich um 11 Uhr bei ihm an der Firma und reihten uns in eine Schlange von vier anderen Fahrzeugen mit Anhängern ein, welche auch alle etwas kaufen bzw. abholen wollten. Dementsprechend dauerte es etwas, bis wir an der Reihe waren, aber wir durften in der Zwischenzeit ungestört den Bagger ausprobieren. Alles in allem sehr entspannt und ohne Druck.
So richtig kann ich mir dementsprechend die Rezensionen nicht erklären. Ist keine kleine Klitsche und der Hof stand voller Material.
Wir sprachen noch mit jemandem, der einen Solis 50 Traktor abholte und meinte, er habe 8 Monate auf den Traktor warten müssen. Ggf. begründen sich da die Bewertungen in einer kommunikativen Diskrepanz.
Egal. Bagger aufgeladen und ab nach hause.
Zuhause gab es dann erstmal die erste intensive Bestandsaufnahme. Aber davon mehr im nächsten Artikel.

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