Glatt wie ein Babypopo

Bei einer Inspektion des Baggers fiel mir auf, dass die Kolbenstange der Knickmatick mehrere Macken hatte:

Schwenkarm

Hier mal im Detail:

Macken im Chrom

Ob die Stange schon von Anfang an nicht ordentlich verchromt war oder sie die Dellen bei mir bekommen hat, kann ich nicht sagen, aber so was ist immer blöd für die Dichtungen der Hydraulikzylinder. Dellen zwar etwas weniger als hervorstehende Kanten, aber trotzdem etwas, was man beseitigen sollte. Da passte es gut, dass kurz zuvor bei Salvage Workshop gezeigt wurde, wie man so was repariert:

Die beste Ehefrau von Allen borgte mir einen klaren Nagellack:

Nagellack

Den habe ich (nach einer gründlichen Reinigung und Entfettung der Kolbenstange) üppig auf die Macken aufgetragen:

Lack aufgetragen

Ist der Nagellack ausgehärtet, greift man zum Schmirgelpapier:

Schleifmittel

Ich habe erst 400er genommen, dann 1200er und dann war das Schleiffließ schon gar nicht mehr nötig:

Lack schleifen

Ich habe immer Streifen vom Schleifpapier abgeschnitten und diese dann um die Kolbenstange gezogen. Am Ende sieht man zwar noch, wo die Macken waren, kann sie aber nicht mehr fühlen:

Beide Stellen geschliffen

Und was man nicht fühlen kann, dass kann auch die Dichtlippen der Hydraulikzylinder nicht beschädigen. Damit konnte die Knickmatik zurück in den Einsatz.

Federbruch

Neben einem undichten Auspuff hinderte mich auch eine gebrochene Sitzfeder daran, mit dem Rialto auf eigener Achse die knapp 600 km zum diesjährigen „Tamworth Specials“-Treffen zu bestreiten.
Die Feder war in der Sitzlehne gebrochen und bohrte sich unter Belastung gefährlich spitz in das bislang makellose Kunstleder der Lehne. Mir da ein Loch einzuhandeln, wollte ich unbedingt vermeiden.
Um wenigstens ohne bleibenden Schaden an der Ausfahrt teilnehmen zu können, versteifte ich die Lehne temporär mit einem Reststück Hartschaumplatte von meiner mobilen Tür:

Provisorische Stütze

Auf dem Treffen bekam ich von Karsten ein ganzes Bündel Ersatzfedern und von Holger den wertvollen Tipp, die Lehne mittels Filzunterlage zu verstärken.
Wieder zurück ging es direkt ans Werk. Der Bezug hält lediglich mit Klammern, die sich mit einem Schraubendreher vorsichtig abdrücken lassen:

Halteklammer am Bezug

Schön fand ich, dass an einigen Klammern noch die original Kunststofffolie von der Auslieferung hing. Ich bin ja erst der zweite Eigentümer des Rialtos und er kam mit jungfräulichen 19.000 Meilen zu mir. Sind die Federn ab, kann man den Bezug nach oben abziehen und hat den Unterbau vor sich. Dabei purzelte auch direkt das abgebrochene Stück Feder heraus:

abgebrochenes Stück

Die Federn selbst liegen offen auf der Rückseite:

Gebrochene Feder

Hier seht ihr auch, warum es sinnvoll ist, eine Filzmatte zwischen Federn und Schaumstoff zu packen. Die Federn arbeiten sich sonst in den weichen Schaumstoff ein und zerschneiden ihn.
Ich fand bei „NanuNana“ nahezu perfekt passende Platzsets aus dickem schwarzem Filz:

Neue Federn und Filzmatte

Also zuerst die Feder getauscht:

Neue Feder eingebaut

Wie ihr seht, ist die neue Feder deutlich dicker und hat auch eine Windung mehr als die übrigen Federn. Das liegt daran, dass sie eigentlich aus der Sitzfläche stammt und somit auf höhere Belastungen ausgelegt ist. Da die Federn aber im Laufe von knapp 40 Jahren etwas ihrer Spannung einbüßen, ist dieses Upgrade durchaus sinnvoll.
Zwischen Schaumstoff und Federn kam anschließend noch die leicht zugeschnittene Filzunterlage:

Filzmatte eingebaut

Nun noch wieder den Bezug drüber und mit den Klammern sichern:

Sitz repariert

Optisch ist kein Unterschied feststellbar, aber der Sitzkomfort gewinnt deutlich. Die Lehne ist viel strammer als früher. Sehr schön.

Tamworth Specials Treffen 2025

Nachdem 2023 Wolfgang den Start gemacht hatte und 2024 Karsten so nett war unser kleines „Tamworth Specials“-Gruppentreffen auszurichten, war Holger so leichtsinnig, sich für 2025 als Ausrichter anzubieten. Ein Schwur, der noch nachts mit Ramazotti italienischem Kommodenlack besiegelt wurde.
Aufgrund widriger Umstände konnte ich leider nur am Samstag dabei sein und auch die beiden Schräubchen konnten mich nicht begleiten. Es gab ehrliche Tränen. Auch die technischen Voraussetzungen waren suboptimal (Bericht folgt), so dass ich die knapp 300 km nicht auf eigener Achse antrat. Gute Gelegenheit, nach dem JZR auch den Rialto mal auf der Lafette zu transportieren:

Rialto aufladen

Auch den Rialto zog meine 12V-Winde über die Anhängersteckdose des Gerontengolfes klaglos auf den Anhänger. Etwas schwieriger als beim JZR war die Ausrichtung des Rialtos für die korrekte Stützlast. Der Rialto hat erstaunlich viel Gewicht hinten. Erst mit zwei Kontergewichten (die Konstruktion hat sich ebenfalls schon mehrfach bewährt) war sie ausreichend:

Stützlast mit Kontergewichten

Ich machte kurz vor Hamburg einen Zwischenstopp bei meinen Schwiegereltern und parkte den Gerontengolf samt Lafette dort. Für das letzte Stückchen ging es im Morgengrauen auf eigener Achse weiter.

Ab hier normal

Ein sehr schönes Motto. Da sind Menschen mit einer erwachsenen Begeisterung für Dreiräder ja goldrichtig! Wenn wir nicht „supernormal“ sein sollen, wüsste ich nicht, wer sonst in Frage käme.

Ankunft morgens

Das Navi war sich bei der Zieladresse etwas unsicher, aber ich habe einfach mal hier angehalten. Ich hatte das Gefühl, nicht ganz falsch zu sein. Kaum waren die ersten Teilnehmer erwacht, traf auch Torsten mit seinem Velorex ein:

Torsten und sein Velorex

Torsten hat auch eine Reliant Ant und einen Bond Bug, aber beides sind aktuell Baustellen. Dreiräder sind halt Rudeltiere…
Während in Villarriba schon gefrühstückt wurde, wurde in Villabajo noch geschraubt:

Schraubereinsatz

Aber auch diese Reparatur war in kürzester Zeit fachgerecht ausgeführt:

Auspuffreparatur

Den Eigentümer dieses gelben Robins kennen wir übrigens auch schon. Das ist Heinrich, der mir netterweise mal ein Gogomobil für eine Geschäftsreise geliehen hatte.
Die Reparatur ließ mir aber genügend Zeit ein paar Teiledeals mit unserer niederländischen Fraktion abzuwickeln:

Reliant Regal Heckklappe

Von Byron bekam ich einen extra flachen Luftfilter aus dem Reliant Regal 21E 700, sowie zwei elektronische Zündmodule. Den Luftfilter plane ich im Bond Bug zu verbauen, da dort der Platz für den original Filter sehr eng bemessen ist. Erik brachte mir diese herrlich patinierte Hecktür eines Reliant Regal 3/30 Vans mit. Anhand des Kennzeichens konnten wir die EZ des Spenderfahrzeuges auf „zwischen 1951 und 1965“ eingrenzen. 1951 startete die Zulassung mit der Buchstabenfolge „AC-…“ und 1965 endete sie mit „ZZ-…“. Die EZ muss also verhältnismäßig nah an 1951 gewesen sein.
Ich habe die Tür sorgsam eingepackt. Sie wird exakt in diesem Zustand ein super Deko-Objekt für das Genesungswerk! Die Kennzeichenleuchte werde ich als Ambientebeleuchtung reaktivieren.

Nachdem alle gestärkt waren, gab es eine kurze Fahrerbesprechung für die anstehende Ausfahrt. Holger hatte nicht nur bombastisches Wetter für uns bestellt, sondern auch seine Kontakte zum lokalen Deichwart genutzt, um für uns eine ganz besondere Tour zusammen zu stellen:

Farbenspiel auf der Brücke

Dieser erste Halt fand zum Beispiel auf einer Drehbrücke statt. Natürlich ist es normalerweise verboten auf der Brücke zu halten, muss sie doch jederzeit zur Seite schwenken können, sollte ein Schiff passieren wollen. Aber auch den Brückenwart kannte Holger beim Vornamen und lockte ihn für einen gemütlichen Plausch aus seiner Kommandozentrale.
Dank eines ausgeliehenen Generalschlüssels öffneten sich anschließend für uns alle Schranken, die normalerweise den Verkehr von den Elbdeichen fern halten. So fuhren wir auf den schmalen Wirtschaftswegen entlang der Deichkronen und schauten den Deichschafen bei der Arbeit zu. Herrlich!

Pause auf dem Deich

Byron hatte seine Drohne dabei, so dass wir auch ein paar schöne Luftaufnahmen vom Farbenspiel der Fahrzeuge bekamen:

Luftaufnahme

Das blau-metallic-farbene Coupé am Rand ist übrigens ein Reliant Scimitar SE4:

Reliant Scimitar SE4

Wir sind da ja nicht so….

Letzter Halt war dann der Sandstrand bei Kollmar:

Blick auf den Horizont gerichtet

Während einige den Horizont nach Schiffen absuchten, bereiteten andere Kaffee und Kuchen vor.

Kaffee und Kuchen

Auch hier wieder eine tolle Organisation und vielen Dank für das großartige Picknick!Den Respekt der versammelten Mannschaft verdiente sich Heinrich, der trotz Warnung vor der tückischen Strömung (annähernd) blank zog und sich in die Fluten stürzte.
Mit gefüllten Bäuchen und sonnengegerbt ging es am späten Nachmittag wieder zurück zu Holger.

Dort angekommen hatte Robert noch einen Leckerbissen für uns:

Sinclair C5

Er hat einen Sinclair C5 auf die moderne Antriebstechnik eines Pedelecs umgebaut. Ich durfte ihn mir für eine Testrunde ausborgen:

Testrunde Sinclair C5

Verdammt…leider geil…. Wobei die Lenkung unter den Beinen schon echt gewöhnungsbedürftig ist. Ultradirekt und ohne jede Federung. Da spürt man jede Rille im Pflaster. Aber gefährlich schönes Spielzeug!
Es wurde viel gelacht und geschnackt. Unterbrochen von einer Verpflegung mit extrem guten Burgern:

Burger am Abend

Als der Sonnenuntergang einsetzte machte ich mich schweren Herzens auf den Weg zu meinen Schwiegereltern.
Es war eine ganz wundervolle, herzliche Veranstaltung!
Danke an alle Teilnehmer, die hierzu beigetragen haben! Ihr seid eine tolle kleine Blase und es ist schön euch zu kennen.
Vielen Dank auch nochmals an Holger und Kathrin, die sich als Gastgeber wirklich überschlagen haben. Ein Messlatte, die zukünftig kaum zu erreichen sein wird!
Mal sehen, wie es 2026 wird. Da bin ich der Organisator….

Letztes Stündlein geschlagen

Mit dem Beginn der Außenarbeiten stieg der Bedarf an Transportkapazitäten für Erde und Gestein. Klar, die Vorväter haben das mit Schubkarren gemacht. Die sind aber auch alle nur knapp 60 geworden. Also musste ich noch etwas tiefer als ohnehin schon, ins Baugewerbe einsteigen:

Dumper im Einsatz

Wir erinnern uns an den früheren Eigentümer des Klaufixes?
Der hatte auch noch einen kaum genutzten Scheppach DP4500 Dumper stehen, den er für schmalen Kurs gewillt war abzugeben.
Der Hase bewegt 400 kg hauptsächlich im Schneckentempo, aber dafür mühelos und auch auf matschigem Untergrund.
Was ihm für den geflissentlichen Service jedoch leider fehlte, war ein Stundenzähler. Also geordert:

Stundenzähler

Der Zähler funktioniert per Induktionsmessung am Zündkabel. Da kommt man beim DP4500 zum Glück gut dran:

Zündkabel

Das Kabel wird ca. 6 mal um das Zündkabel gewickelt und dann fixiert:

Induktionskabel gewickelt

Ein trockener Funktionstest zeigt: Läuft:

Stundenzähler Test

Achtung, der Hase misst Industrieminuten!
Die Anzeige fand anschließend ihren Platz an der Seite des Benzintanks:

Zähler montiert

Und das Kabel läuft am Bowdenzug entlang:

Kabel verlegt

Mittlerweile hat der Kollege schon knapp 12h auf der Uhr und die Anzeige funktioniert noch immer tadellos. Mal sehen, was eher passiert: Batterie leer oder zu Tode gerüttelt.

Walk of Nerd II

Während ich darauf warte, dass das Genesungswerk verputzt wird (nach meinen Erfahrungen mit der Abdichtung, eine Arbeit, die ich auf jeden Fall outsourcen wollte), habe ich schon mal mit den Arbeiten rings um angefangen. Da hatten wir ja schon mal mit ein paar Gedanken gespielt. Den Start bildet aber eine Rasenkante, die den Hallenteil vom Rest des Gartens trennen soll:

Leitungen gezogen

Dafür teste ich mal eine neue Methode, um Kantsteine zu setzen:

https://youtube.com/shorts/qFWWY3UgiME?si=osT8ijRXYO4XoUSX

Profis schmunzeln bestenfalls drüber, aber für einen Dilettanten wie mich, hat diese Methode den großen Vorteil, dass man ganz in Ruhe alles vorbereiten kann und nicht in Hektik verfallen muss, weil der Beton nebenbei aushärtet. Auch ein absacken der Steine wird so verhindert.
Natürlich wollte es der Zufall so, dass die Randsteine genau auf der Linie laufen, in der auch die ganzen Leitungen zwischen Haus und Genesungswerk/Garten laufen. Auch der Verteilerknoten liegt genau unter dieser Linie. Ich habe daher die Steine so ausgemittelt, dass der Knoten wenigstens mittig unter einem Stein ist:

Verteilerknoten unter Kantstein

Dann kann ich dort den Beton aussparen, um später noch dran kommen zu können.
Da ich eh schon am buddeln war, konnte ich auch gleich einen Fehler aus der Anfangszeit beheben und sowohl eine Telefonleitung (für die Kommunikation der Solaranlage per ModBus) als auch ein Netzwerkkabel einziehen.
Für’s Protokoll: In 80 cm Abstand zum Kantstein an der Pumpenbank ist das Ende des Leerrohres:

Abstand der Rohröffnung

Um die Einziehspirale an den bestehenden Leitungen vorbei zu manövrieren, hat es sich bewährt, eine Hohlraumkamera an die Spirale zu tapen:

Kamera an der Spirale

An die Spirale kamen dann die Leitungen und noch zwei zusätzliche Litzen:

Leitungen an Spirale

Die Litzen sollen später dazu dienen, um etwaige noch vergessene Leitungen einziehen zu können, ohne wieder mit der Spirale hantieren zu müssen.
Zum abrollen der Leitungen habe ich mir kurz was gebaut:

Abrollhilfe

Der Teil der Leitung, der später verscharrt wird, bekam noch einen Spiralschlauch als Panzerung:

Leitung in Panzerrohr

Die Restlänge der Leitungen wird im Spritzschutzstreifen der Halle entlang geführt. Da kommt man auch später noch immer gut ran.
Da ich mit verschiedenen Neigungen arbeiten musste, hier noch ein Tipp, wie man das (auch dank der Setzmethode mit den Pflastersteinen) schön hinbekommt. Die Ausgangslage ist ein Gefälle in unterschiedliche Richtungen:

Lücke

Mittels eines Winkels überträgt man eine 90°-Kante entlang der Phase auf einen der Steine:

Winkel angezeichnet

Schneidet man entlang dieser Linie und spart noch ein bisschen an der Unterseite den Stein aus, ergibt das eine schöne Stoßkante:

Winkel angepasst

Am Ende hatte ich so einige Knicke realisiert:

Unterschiedliche Neigungen

Der Weg ab dort war verhältnismäßig einfach:

Die Pflastersteine kamen auf ein kleines Bett aus Splitt. Darauf kam der Kantstein und beides zusammen wurde mit dem Gummihammer auf Niveau geklopft. Anschließend kam der Meterstab dran und der nächste Pflasterstein wurde gesetzt:

Kantsteine gestellt

Die verbleibenden Höhenunterschiede (auch die Kantsteine untereinander haben Toleranzen) habe ich mit Distanzkeilen ausgeglichen:

Höhenunterschiede ausgeglichen

Als alle Kantsteine standen, alle Maße nochmals in Ruhe überprüft waren und das Wetter passte, konnte ich die Steine in Ruhe ausbetonieren.
Ich persönlich bin begeistert. Dauert aber natürlich alles drei mal so lange.