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Walk of Nerd II

Während ich darauf warte, dass das Genesungswerk verputzt wird (nach meinen Erfahrungen mit der Abdichtung, eine Arbeit, die ich auf jeden Fall outsourcen wollte), habe ich schon mal mit den Arbeiten rings um angefangen. Da hatten wir ja schon mal mit ein paar Gedanken gespielt. Den Start bildet aber eine Rasenkante, die den Hallenteil vom Rest des Gartens trennen soll:

Leitungen gezogen

Dafür teste ich mal eine neue Methode, um Kantsteine zu setzen:

https://youtube.com/shorts/qFWWY3UgiME?si=osT8ijRXYO4XoUSX

Profis schmunzeln bestenfalls drüber, aber für einen Dilettanten wie mich, hat diese Methode den großen Vorteil, dass man ganz in Ruhe alles vorbereiten kann und nicht in Hektik verfallen muss, weil der Beton nebenbei aushärtet. Auch ein absacken der Steine wird so verhindert.
Natürlich wollte es der Zufall so, dass die Randsteine genau auf der Linie laufen, in der auch die ganzen Leitungen zwischen Haus und Genesungswerk/Garten laufen. Auch der Verteilerknoten liegt genau unter dieser Linie. Ich habe daher die Steine so ausgemittelt, dass der Knoten wenigstens mittig unter einem Stein ist:

Verteilerknoten unter Kantstein

Dann kann ich dort den Beton aussparen, um später noch dran kommen zu können.
Da ich eh schon am buddeln war, konnte ich auch gleich einen Fehler aus der Anfangszeit beheben und sowohl eine Telefonleitung (für die Kommunikation der Solaranlage per ModBus) als auch ein Netzwerkkabel einziehen.
Für’s Protokoll: In 80 cm Abstand zum Kantstein an der Pumpenbank ist das Ende des Leerrohres:

Abstand der Rohröffnung

Um die Einziehspirale an den bestehenden Leitungen vorbei zu manövrieren, hat es sich bewährt, eine Hohlraumkamera an die Spirale zu tapen:

Kamera an der Spirale

An die Spirale kamen dann die Leitungen und noch zwei zusätzliche Litzen:

Leitungen an Spirale

Die Litzen sollen später dazu dienen, um etwaige noch vergessene Leitungen einziehen zu können, ohne wieder mit der Spirale hantieren zu müssen.
Zum abrollen der Leitungen habe ich mir kurz was gebaut:

Abrollhilfe

Der Teil der Leitung, der später verscharrt wird, bekam noch einen Spiralschlauch als Panzerung:

Leitung in Panzerrohr

Die Restlänge der Leitungen wird im Spritzschutzstreifen der Halle entlang geführt. Da kommt man auch später noch immer gut ran.
Da ich mit verschiedenen Neigungen arbeiten musste, hier noch ein Tipp, wie man das (auch dank der Setzmethode mit den Pflastersteinen) schön hinbekommt. Die Ausgangslage ist ein Gefälle in unterschiedliche Richtungen:

Lücke

Mittels eines Winkels überträgt man eine 90°-Kante entlang der Phase auf einen der Steine:

Winkel angezeichnet

Schneidet man entlang dieser Linie und spart noch ein bisschen an der Unterseite den Stein aus, ergibt das eine schöne Stoßkante:

Winkel angepasst

Am Ende hatte ich so einige Knicke realisiert:

Unterschiedliche Neigungen

Der Weg ab dort war verhältnismäßig einfach:

Die Pflastersteine kamen auf ein kleines Bett aus Splitt. Darauf kam der Kantstein und beides zusammen wurde mit dem Gummihammer auf Niveau geklopft. Anschließend kam der Meterstab dran und der nächste Pflasterstein wurde gesetzt:

Kantsteine gestellt

Die verbleibenden Höhenunterschiede (auch die Kantsteine untereinander haben Toleranzen) habe ich mit Distanzkeilen ausgeglichen:

Höhenunterschiede ausgeglichen

Als alle Kantsteine standen, alle Maße nochmals in Ruhe überprüft waren und das Wetter passte, konnte ich die Steine in Ruhe ausbetonieren.
Ich persönlich bin begeistert. Dauert aber natürlich alles drei mal so lange.

Baufortschritt IV

Nachdem die Bodenplatte fertig und die Schalungssteine umgeschichtet waren, bin ich erstmal zur Drainage übergegangen.
Die Meinungen der beteiligten Profis gingen auseinander ob so etwas nötig sei. Da ich aber eh die Baugrube rings um die Außenmauern anfüllen muss, kann ich da auch gleich vorsorgen und so einen Schlauch mit rein schmeißen. Ist weder Hexenwerk noch finanzieller Ruin.
Ohne Außenmauern lässt sich der Drainagekies wesentlich einfach einbringen, daher bin ich da von der traditionellen Bauweise (Erst Außenmauern dann Kies) abgewichen.
An erster Stelle stand erstmal die Planung. Rings um die Halle müssen drei Leitungen in unterschiedlichen Tiefen (alle Angaben in cm ab OK Bodenplatte) und mit unterschiedlichem Gefällen laufen:

Planung der Höhen

Gelb ist die Drainage, blau Oberflächenwasser und orange das Abwasser vom Lokus.
Zum Aufbau der Drainage habe ich mich bestmöglich an die entsprechende DIN gehalten, welche ganz gut hier dargestellt wird.
Danach habe ich das Gefälle grob vorgebuddelt, so dass später ca. 15 cm Kies unter dem Drainagerohr sind und ich damit nur noch kleinere Unebenheiten des Gefälles ausgleichen muss.
Danach kam Filtervlies in den Graben:

Filterfließ

An der Baugrubenwand hält es vorübergehend mittels Zeltheringen und reicht ein paar Zentimeter an der Bodenplatte hoch. Anhand der Pflöcke konnte ich die spätere Höhe der Drainagerohre bestimmen.
Anschließend hat die Bärchenbrigade 9t Kies geschippt und sorgsam verteilt:

Die ersten 9t Kies

Ist sehr angenehm sowas von der sauberen Bodenplatte schaufeln zu können. Auch das Schubkarre-schieben ist so viel leichter, als wenn man es nachträglich durch den schmalen Graben zwischen Außenwand und Baugrubenwand bugsieren muss.
Nachdem die Zielhöhe erreicht war, habe ich das Stangenrohr verlegt und das Gefälle überprüft:

Gefälle

In die diagonal gegenüberliegenden Ecken kamen noch Revisionsschächte.
Einmal die simple Variante:

Revisionsschacht

und einmal ein spezieller Schacht aus KG-Material mit 160er Anschlüssen:

Kombinationsschacht

In diesem Schacht laufen später die Drainagerohre und die Oberflächenentwässerung zusammen. Natürlich wird er dafür noch in Sand gebettet.
Nachdem alles verlegt und angeschlossen war, konnte der Kies auf das Drainagerohr kommen.
Wenn man alleine arbeitet, hat man das Problem, dass das Rohr beim Schubkarre-auskippen „aufschwimmt“ und damit weder Gefälle noch Abstände passen.
Blöd.
Abhilfe schaffen temporär platzierte Betonschalungssteine:

Drainage festgeklemmt

Die haben an der Unterseite eine halbrunde 100er-Aussparung und passen somit haargenau auf die Rohre. Abstände ausmessen, Stein aufstecken, mit Kies umfüllen.
Hat man die Räume zwischen den Steinen gefüllt, zieht man die Steine einfach nach oben ab und füllt noch den nun frei gewordenen Bereich. Sehr angenehm so zu arbeiten.
Ich habe den Kies so weit angefüllt, dass er ein paar Zentimeter unterhalb der Oberkante der Bodenplatte steht.
So kann ich später mit dem Schwarzanstrich einen einheitlichen Übergang bis hinunter zum Kies pinseln.
Als nächstes kommt der Sand für die Abwasserleitung und zum hinterfüllen des Drainagekieses. Wenn die verlegt ist, kann ich auch endlich den Vorplatz schottern und muss nicht mehr länger im Matsch spielen. Muss ich nur noch jemanden finden, der mir für längere Zeit einen Minibagger überlässt….