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Ich lasse euch ja auch gerne an Elend teilhaben. Dieses harmlose, nette, kleine Elend. Dies zum Kopf schütteln und schmunzeln.
Nicht das übliche um uns herum.
So besuchte ich neulich mein Bruderherz in seiner neuen Bleibe und musste in diesem Zusammenhang viele schöne Dinge transportieren.
Gute Gelegenheit den Gnadendacia als Langstreckenlastesel zu nutzen!
Aber der Kofferraum reicht da bei weitem nicht. Da muss mehr Platz her:

Rücksitze


Schauen wir doch mal ins Handbuch, wie die französisch-rumänischen Ingenieure Buchhalter sich ein umklappen der Rückbank vorgestellt haben:

Bedienungsanleitung

Ok, das wird was größeres….

Als erstes ringen wir die Sitzfläche nach vorne:

Sitzpolster vorgeklappt

Hierbei bitte gewalt- und gleichzeitig einfühlsam vorgehen! Das Sitzpolster hat ein diffiziles Drahtgestell als Unterbau und statt Scharniere nur zwei dünne Blechlaschen an der Vorderseite. Also Obacht! Gleichzeitig hakt es aber an tausend Ecken und Kanten und muss am besten Stück für Stück hochgepuhlt werden, ohne es zu verbiegen.
Anschließend kann der tote Leguan aus den beiden Aufnahmen der Blechlaschen vorne buxiert werden.

Jetzt entfernen wir die beiden 13er-Bolzen mit denen die Rückenlehne an der Karosserie verschraubt ist:

Verschraubung Lehne

Ja, wir befinden uns immer noch im Bereich der original Anleitung für die „Verstellmöglichkeit der Rückbank“!
Da Roboter die Schrauben angeknallt haben, ist da eine stabile Knarre sinnvoll.
Sind die Bolzen entfernt müsst ihr abwechselnd links und rechts die Lehne nach oben ziehen/hebeln, da sie noch stramm in zwei Blechlaschen steckt.
Löst sie sich aus dieser Umklammerung, kann man sie ein Stück nach vorne klappen und die Gurte herum fummeln:

Rückenlehne vorgeklappt

Anschließend kann man die Rückenlehne entnehmen.

Natürlich sind wir jetzt noch nicht am Ende, denn unser Blick fällt auf die Versteifungsstrebe, die sich noch quer über die Durchlademöglichkeit spannt:

Verstrebung

Hier sind nochmals vier 13er-Bolzen zu lösen (Knarre) und die Strebe kann nach oben ausgehakt werden:

Verstrebung demontiert

Und schon ist der Weg für den Großeinkauf im Baumarkt frei:

Durchblick

Obwohl…..“Großeinkauf“ ist da auch nur relativ.

Bis zum Armaturenbrett sind es 2,34m, bis zu den Rückenlehnen ca. 170 cm und das Loch in der Rückwand hat nur 90 cm Breite.
Dagegen ist der Gerontengolf ein Minivan.
So etwas ernsthaft als „Hintere Sitzbank Verstellmöglichkeit“ anzubieten, zeugt von echter Chuzpe!
Ich behaupte mal, das 2/3 der noch im Ostblock lebenden Logan I ohne die genannten Schrauben rumgurken. Im Zweifel sogar ohne die eingehängte Querverstrebung.
Ich habe auf jeden Fall jetzt immer einen 13er-Schlüssel im Handschuhfach.

Das hebt nicht II

Im Nachgang zu meinem Umbau der Hubspindel setzte ich noch eine weitere Modifikation um, die mir seit langer Zeit im Kopf rum schwirte.
Schon bei der alten Kippspindel konnte man die vordere Bordwand nicht umklappen, da sie immer gegen den langen Tragarm der Spindel stieß.
Mit der neuen Spindel war das noch schlimmer:

Vordere Bordwand geöffnet

Klar, die Bordwand lässt sich einfach demontieren, aber dann muss man die auch wieder irgendwo unterbringen.
Mit genügend Vorlauf könnte man einfach die Hubspindel abschrauben. Aber das ist keine Lösung für unterwegs. Zumindest nicht ohne 22er-Schlüssel.
Außer das ginge Werkzeuglos….
Wenn z.B. die Mutter auf dem oberen Bolzen am Tragarm nicht selbstsichernd wäre und nur von einem Dauersplint gehalten würde…
Nach einigem ausmessen körnen wir mal das Bohrloch für den Splint an:

Loch angekörnt

Das stellte sich jedoch alsbald als blöde Idee heraus, als der 2,5mm-Bohrer bündig im Bohrloch abbrach.
Gehärteter Stahl in einem Bohrloch? Danke, hatte ich gerade erst.
Für den zweiten Versuch habe ich mit einer Feile den vorderen Gewindeteil plan gefeilt und dann angekörnt.
Das klappte deutlich besser:

Mutter mit Splint gesichert

Jetzt kann man ohne Werkzeug den Bolzen entfernen und die Hubspindel nach vorne klappen:

Vordere Bordwand abgeklappt

Mit einem kleinen Spanngurt sichert man sie an der Deichsel und kann die vordere Bordwand nun komplett abklappen.