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Lesezirkel V

Nach dem letzten Artikel stand da ja noch ein blauer Elefant im bzw. auf dem Raum:

Küchenzeile fertig

Da der Wasserkonsum im Genesungswerk sehr überschaubar sein wird (bisschen pieseln, bisschen waschi-waschi, bisschen püttchern) scheute ich beim Bau den Aufwand einer (frostsicheren) Frischwasserleitung.

Da ich ebenfalls nicht ausschließen kann, dass in einem strengen Winter die Temperaturen im Genesungswerk unter den Gefrierpunkt sinken, wollte ich auch die Konsequenzen eines möglichen Wasserrohrbruches möglichst gering halten.

Dementsprechend orientierte ich mich frühzeitig an KLEs-Werkstatttoilette. Nur gerne noch simpler, ohne Drucktank und Hauswasserwerk.

Seinen Anfang nimmt die Konstruktion daher außerhalb des Genesungswerkes an einem Wasseranschluss, an den ich einen Gartenschlauch vom Haus aus anschließen kann.

Die PE-Leitung (ist noch reichlich von der Gartenwasserversorgung übrig) läuft von dort aus auf meiner Kabeltrasse entlang bis über die Lokuskabine und kommt dort runter ins blaue Fass:

Verrohrung Wasservorrat

Innerhalb des Fasses sitzt nach einer Reduzierung von 1″ auf 3/8″ ein Toiletten-Schwimmerventil:

Schwimmer im Fass

So muss ich beim auffüllen des Fasses nicht immer darauf achten, dass es mir nicht über läuft, sondern weiß anhand des Gegendruckes, dass ich den Füllhahn wieder schließen kann.
Um aber für die nötige Redundanz bei Sicherheitssystemen zu sorgen, seht ihr, dass von dem 4-Wege-PE-Kreuz eine Leitung nach oben und dann wieder runter in das HT-Rohr geht.
Das ist ein zusätzlicher Überlauf. Der Scheitelpunkt dieses PE-HT-Bogens liegt unterhalb der Einfüllöffnung des Fasses. Steigt der Wasserspiegel im Fass, steigt auch der Wasserspiegel in dem Rohrbogen (Prinzip der kommunizierenden Röhren).
Versagt nun das Schwimmerventil, steigt der Wasserspiegel über den Scheitelpunkt und läuft einfach in den Überlauf, der unten in den Abwasseranschluss mündet:

Abwasserverrohrung

Der Anschluss des Kochendwassergerätes ist selbsterklärend. Auch hier füllt die Schwerkraft den Vorratsbehälter.

Etwas interessanter ist die Zuleitung zum Lokus.
Hier wollte ich eine komfortable Möglichkeit um den Wasserstand in dem blauen Fass kontrollieren zu können.
So weiß ich frühzeitig, wenn die letzte Spülung ansteht.
Gerne mit einem kleinen Gimmick:

Schwimmer und Wobbler

Die Leitungen in der Ecke bekamen dazu 40mm-Schlauchtüllen. Dann noch einen passenden transparenten Schlauch dazwischen und an einer dünnen Angelschnur den Schwimmer samt Fisch befestigt:

Schwimmer im Schlauch

Damit mir die beiden Kollegen nicht abhauen, ist die Angelschnur an einem Stück Kupferdraht befestigt:

Draht in Schlauchtülle

Mal sehen, wie sich das so in der Praxis bewährt.

Bisher nervt der Spülkasten, dessen Schwimmerventil partout nicht dicht schließen will und mir so das Fass kontinuierlich leer tröpfelt.

Karies II

Aufgrund verschiedenster Baustellen komme ich partout nicht dazu beim JZR voran zu kommen.
Nachdem aus dem Bereich des Hinterrades nur noch mahlende Geräusche statt Vortrieb zu vernehmen waren, gingen ja die ersten Ferndiagnosen in Richtung „abgescherte Verzahnung am Endantrieb“.
Also habe ich mal alles freigelegt:

Schutzblech entfernt

Da man nicht, wie beim Motorrad, die Achse einfach seitlich raus ziehen kann, muss man die Stoßdämpfer und die Drehmomentstütze lösen und dann die Karosserie anheben:

Heck anheben

So kommt die Radnabe weit genug nach unten, damit man seitlich den Achsbolzen raus ziehen kann:

Hinterrad ablassen

Jetzt löst sich schon mal das Rad aus seiner Verzahnung. Allerdings bekommt man es erst raus, wenn auch der Endantrieb entfernt wurde:

Muttern Endantrieb lösen

Dazu die drei Muttern lösen und mit Nachdruck das Gehäuse hin und her wackeln.
Nach ein wenig Reinigung sieht die Verzahnung des Winkeltriebes noch Tip-Top aus:

Verzahnung Endantrieb gereinigt

Lediglich minimale Aufwölbungen lassen sich an den Flanken erkennen:

Leichte Verformung Zahnrad Endantrieb

Und auch die Verzahnung in der Felge sieht noch weit entfernt von Karies aus:

Verzahnung Felge 2

Ok, das Lager lässt sich von Hand in seinem zerschundenen Sitz drehen, aber das kann nicht die Ursache sein.
Mal sehen, ob ein paar Körnerschläge es wieder fixieren können.

Damit ist jedoch der Endantrieb als Ursache raus.

Die nächste Verdächtige auf der Liste ist die Verzahnung der Kardanwelle. Da muss ich aber noch raustüfteln, wie ich dafür die Hinterradschwinge ausgebaut bekomme.
Ich befürchte, dass dafür der Tank raus muss.

Katalogware

Diejenigen von uns, die Berührungspunkte mit der US-amerikanischen „Maker“-Welt haben, werden den wunderschönen McMaster-Carr-Katalog kennen.
Kurzgesagt gibt es in dem (online) Katalog alles, was man für ein mechanisches DIY-Projekt brauchen könnte. Jemals. Die Detailtiefe ist der absolute Wahnsinn.

Bislang fehlte mir eine deutsche Entsprechung zu McMaster-Carr. Dank Marius Hornberger bin ich nun aber auf Ganter Norm gestoßen. Über den Laden findet ihr vieles, was jemals genormt wurde. Und wir alle wissen, dass in Deutschland ALLES eine Norm hat.
Bei Ganter Norm gibt es übrigens noch ganz klassisch einen Papierkatalog:

Ganter-Norm Katalog 2

Den könnt ihr hier kostenfrei (!) bestellen.
Der Katalog ist eine echte Bereicherung. Neben den Artikeln mit all ihren Maßen gibt es auch immer eine Einleitung zu jedem Kapitel in dem die technischen Unterschiede und Besonderheiten je nach Anwendungsfall mit Beispielen erläutert werden:

Ganter-Norm Katalog 1

Probleme die niemand braucht

Teils zum Frustabbau, teils als eigene Gedankenstütze und teils als Hilfe für andere Leidgeprüfte will ich kurz von zwei IT-Problemen berichten, die ich gestern lösen/im Ärgernisfaktor reduzieren konnte.

Starten wir mal mit dem einfachsten Problem:
Seit mittlerweile fast 16 Jahren läuft hier der ganze Laden auf Ubuntu. Auch die Verwaltung der mehreren tausend Fotos die in diesen Jahren privat und für das Blog angefallen sind läuft hierauf. Seit einiger Zeit funktionierten jedoch die Thumbnails unter der Dateiverwaltung „Nautilus“ nicht mehr. Sehr nervig, wenn man 30-40 Fotos für einen Blogartikel sortieren will.
Natürlich habe ich die üblichen Lösungen (löschen der thumbnails in .cache usw.) probiert, aber nichts half. Erst die hier gepostete Lösung führte zum Erfolg. Der Weg lautet:

1. Die Sicherheitseinstellungen von Ubuntu lockern:
Terminal öffnen und folgendes ausführen: sudo sysctl -w kernel.apparmor_restrict_unprivileged_userns=0

2. Den „failed“ Thumbnail Cache löschen:
Dies zwingt Nautilus dazu, die Thumbnails neu zu erstellen, die vorher nicht funktioniert haben: rm -rf ~/.cache/thumbnails/fail/*

3. Nautilus neu starten:
Schließe alle Nautilus Instanzen um die Änderungen zu aktivieren: nautilus -q

Kommen wir nun aber zum größten aller Ärgernisse:
In einem Anflug von Experimentierfreudigkeit habe ich mir Anfang letzten Jahres ein gebrauchtes Google Pixel Fold gekauft.
Als vorweggenommenes Zwischenfazit kann ich sagen: Nett, aber für mich als „Baustellen-/Werkstatthandy“ doch eher ungeeignet. Insbesondere die hervorstehenden Kameralinsen auf der Rückseite verschmutzen und zerkratzen leicht.
Wirklich ärgerlich wurde es aber vor einigen Monaten, als nach einem Neustart das Außendisplay zwar noch das Bootlogo anzeigte, danach aber schwarz blieb. Das innere Display funktionierte einwandfrei.
Auch die Menüs im abgesicherten Modus wurden fehlerfrei auf dem Außendisplay angezeigt. Nur halt im Normalbetrieb blieb es dunkel.
Der Lösungsansatz war, das Telefon (mehrfach) neu zu starten. Irgendwann funktionierte dann auch das Außendisplay wieder.
Natürlich habe ich Google zu dem Fehler kontaktiert (die Garantie ist schon lange abgelaufen). Da war man der Meinung, dass es nur ein technischer Defekt des Außendisplays sein könnte. Von dem Fehler selbst hatte man noch nie gehört.
Kostenvoranschlag für die Reparatur: 854€
So richtig konnte man mir aber nicht begründen, warum das Display defekt sein sollte, wenn es doch völlig problemlos und ohne Störung immer das Google-Bootlogo anzeigt.
Vor ein paar Tagen war es dann aber soweit, dass selbst 50 Neustarts das Außendisplay nicht mehr zur Mitarbeit (abseits des Bootscreens) überreden konnten.
In meiner Verzweiflung habe ich es dann auf Werkseinstellungen zurückgesetzt. Langer Leidensweg, kurzes Ergebnis:
Auch das nützte nichts!
In den Kommentaren zu diesem Video (alle gezeigten Lösungswege brachten natürlich auch keine Veränderung):

fand sich folgender Hinweis:
Try to go to the camera then switch camera to rear selfie camera then close the phone and see if it works. If it does then on the outer screen open the camera then switch The selfie off to make The inner screen work…“

Und tatsächlich:
Wechselt man bei schwarzem Außendisplay über das innere Display in die Kamera, wählt dort „Rückkamera-Selfie“ aus und klappt das Telefon zusammen, erscheint auf dem vormals schwarzen Außendisplay die Kameraansicht. Diese kann man nun schließen und gelangt so zur normalen Desktop-Außenansicht, so als wäre nichts gewesen!
„Technischer Defekt“ my ass!!
Das ist eindeutig ein Softwarebug!
Fragt mich nicht warum das so ist, aber wenigstens funktioniert dieser Workaround.
Mal sehen, wie lange.

Lesezirkel IV

Auch an der Toilettenkabine habe ich weiter gebaut bzw. an ihrem direkten Umfeld. Der Innenraum bekam beidseitig Regalböden und die erste Ladung gesammelter Oldtimerzeitschriften:

Regalböden montieren

In der Nachbarschaft wurde passenderweise eine Küche renoviert. Ideale Basis für eine kleine Eck-Werkbank mit Waschbecken:

Küche in Einzelteilen

Das Waschbecken wollte ich nämlich nicht mit in die Lokuskabine zwängen, sondern (frei zugänglich) an der Außenwand positionieren:

Waschbecken eingepasst

So ist es leichter zwischendurch mal die dreckigen Pfoten zu waschen oder irgendwas rum zu pütchern.
Für die seltenen Fälle, in denen ich heißes Wasser benötige, hatte ich schon länger eine Kleinanzeigen-Suche nach einem „Kochendwassergerät“ laufen. Ggf. kennen die Älteren unter uns sowas noch aus den Küchen ihrer Großeltern. Verbaut heute kein Mensch mehr. Dementsprechend unverschämt teuer sind die auch neu und tauchen selten bei Kleinanzeigen auf. Mein Exemplar („AEG Thermofix K“) kostete 15€ und hatte eine Reinigung dringend nötig:

Kochendwasserbereiter reinigen

Der Vorteil von den Kollegen ist, dass sie drucklos arbeiten (zwingende Voraussetzung für meine Frischwasserversorgung) und auch kochendes Wasser (z.B. zum anwärmen von Schläuchen) produzieren können.
Für die Abwasserleitung musste ich quer durch den Schrank um an das von oben kommende Fallrohr (Erklärung kommt noch) und den Abzweig zum Lokus zu kommen:

Abwasserverrohrung

Ansonsten war die Anpassung der Küche kein Hexenwerk:

Küchenzeile fertig

Die fehlende Fußleiste ist mittlerweile auch montiert.
Ja, natürlich kommen wir noch zu dem blauen Fass auf der Kabine!