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Container-Ingo II

Im letzten Teil haben wir den Schnellbaucontainer von Kovobel bei uns im Garten errichtet. Da er aber als permanentes Gartenhaus herhalten soll, musste ich mich noch an den Innenausbau begeben. Als erstes musste Strom rein. Dazu habe ich in die äußerste hintere Ecke ein Loch gebohrt und dort das Erdkabel reingeführt:

Das Loch an dieser Stelle hat den Vorteil, dass es hinter der außen umlaufenden Verstärkung liegt und so vor Regen geschützt ist.
Damit sich das Kabel aber nicht am scharfkantigen Blech aufschneidet und mir den ganzen Metallcontainer unter Starkstrom setzt, habe ich aus einem Leerrohr eine Hülse gebastelt:

Danach habe ich zuerst die linke Wand mit 18mm-OSB-Platten verkleidet:

Die Platten habe ich dabei so geschnitten, dass sie in den Nuten oben und unten im Container sitzen. Um die Platten untereinander zu verbinden, habe ich jeweils 10 cm breite und 2 cm starke Bretter quer in die Blechvertiefungen gelegt. Das hat den weiteren Vorteil, dass ich schwerere Werkzeuge ebenfalls dort verschrauben kann. Um die Platten weiter an der Wand zu befestigen, ohne jedoch das Blech zu beschädigen, habe ich die serienmäßige Diebstahlsicherung entfernt und statt des Bolzens eine Gewindestange bis in das Innere des Containers gedreht (oben am oberen Rand des Bildes).
Von außen sieht die Verschraubung so aus:

Das Rote ist das Knie, welches Seitenwand und Dach in der Mitte verbindet. Die Gewindestange nutzt die aufgeschweißte Mutter der Seitenwand und läuft durch die serienmäßige Öffnung sowie eine Verstärkung bis drinnen und schließt dort mit einer großen Bauscheibe samt Mutter auf der OSB-Platte ab. Warum ich eine Gewindestange genommen habe und keinen langen Bolzen? Gemach, gemach. Der Wahnsinn hat Methode.
Die rechte Wand folgte analog, jedoch habe ich dort in einem Leerrohr noch die Stromkabel für (Stark-)Strom und Licht zur Tür geführt:

Der Strom war auch der nächste Halt.
Um die Kabel etwas hübscher zu verpacken, habe ich ein Leerrohr mit passenden Bohrungen versehen und von seiner weißen Farbe befreit (gab einen Haufen zu den Kabeln geschenkt):

Auch ein kleiner Sicherungskasten war schnell zusammengestellt:

Die Kabel verschwinden nun unsichtbar in dem Leerrohr und die Ecke ist sauber gefüllt:

Noch Lampe, Schalter und Steckdosen installieren und es konnte munter an die Rückwand gehen:

Da die Wellen im Blech dort senkrecht verlaufen, musste ich mir eine andere Befestigung überlegen.
Ich habe hierzu zwei Bretter mit 10 cm Breite und 2 cm Stärke so zugesägt, dass ich sie gerade noch hinter die Blechfalze der Rückwand fädeln konnte:

Da die obere Falz breiter ist als die untere, kann man das Brett dort oben zuerst bis zum Anschlag einschieben, dann unten anzeichnen und absägen. Stellt man es dann in die Lücke, ist es noch lang genug, dass es auch oben noch anliegt.
Unten stehen die Bretter auf Gummistücken, damit eventuelle Feuchtigkeit nicht in das Hirnholz einziehen kann:

Verschraubt man nun die davor gestellten OSB-Platten mit den Brettern, klemmen sie sich selbst an der Falz fest:

Eine kurze Hürde stellten noch die Nieten der Rückwand in der unteren Falz dar:

Hier lagen die Platten nicht flächig an, was sich jedoch mit entsprechenden, halbtiefen Bohrungen auf der Rückseite der Platten schnell beheben ließ:

Damit war dann auch die letzte Innenwand fertig verkleidet:

Die Plattenstärke sollte ausreichen, damit ich dort das Gartenwerkzeug aufhängen kann. Selbst die schweren Sammelaufhängungen für Schüppen oder Kreuzhacken (hinten rechts) halten gut:

Wie ihr seht habe ich dem Schredder noch ein einbeiniges Tischchen spendiert. So kann er über der ebenfalls selten benutzen Motorhacke stehen und nimmt weniger Platz weg. Damit ist der Innenausbau fertig. Für die Verkleidung der Außenseite (Stichwort: „Hübsch“) muss ich leider noch auf eine größere Holzlieferung warten.

Container-Ingo I

Die Garage platzt aus allen Nähten. Vier Fahrzeuge, Holzspalter, Schredder, Freischneider, Motorhacke, Kreissäge, Kappsäge, Bollerwagen, Werkbänke, Regale, Schränke und haufenweise Gartenwerkzeuge sind einfach zu viel für 40m². Zumindest alles Gartenbezogene muss daher auswandern. Sommerprojekt 2019 ist somit ein Gartenhaus.

Klar, kann man einfach im Baumarkt kaufen. Machen Millionen Menschen so. Es gibt dort grob drei Kategorien von Gartenhäusern: Plastik, Holz oder Metall.
Plastik-Gartenhäuser sind deutlich zu klein und Holz muss ich pflegen. Damit war das beides schon mal raus. Blieben also Metall-Gartenhäuser. Da gibt es durchaus brauchbare Größen. Das ist dann aber entweder extrem teuer oder aber extrem wabbelig.
Also doch der kochsche Weg und schauen, was man zweckentfremden kann.
Einer meiner Nachbarn baut gerade eine große Garage und musste in der Zwischenzeit auch reichlich Gedöns zwischenlagern.
Dafür hat er sich einen „Schnellbaucontainer“ von Kovobel liefern lassen.
Ich habe beim Aufbau mitgeholfen und ihn mir im Detail besehen. Nicht schön, aber sehr massiv!
„Schön“ lässt sich machen. Ich hab da schon einen Plan.
Also Beste von Allen überzeugt und Selbstabholer- sowie Skonto-Rabatt ausgehandelt.
Passenderweise sitzt der damit für mich günstigste Importeur nämlich nur 25 km von Vaddern entfernt. Gute Gelegenheit mal etwas Größeres mit der Lafette zu transportieren:

Container auf dem Anhänger

2,20m x 3m passt gut drauf. Die Abholung verlief auch reibungslos. Wir bekamen noch ein paar Anti-Rutsch-Pads für den Anhänger geschenkt und konnten den Hasen dank Gabelstapler schnell aufladen.
Sehr angenehmes Geschäftsgebaren.
Zuhause angekommen habe ich die Einzelteile zerlegt und mit 1-2 Personen in den Garten geschafft:

Den Boden mit den rohen Holzbrettern habe ich separat gelegt, um ihn zu schleifen und zu streichen:

Im Hintergrund seht ihr auch schon das vorbereitete Fundament. Das Gartenhaus steht später auf Gehwegplatten, umgeben von einem weiteren Ring aus Gehwegplatten (Sinn erschließt sich später). Links seht ihr eine Wasserleitung, die an unser Bewässerungssystem angeschlossen ist und hinten rechts liegt ein Starkstromkabel, das später das Gartenhaus mit (Stark-)Strom versorgen wird.
Der Aufbau ging dann auch ähnlich schnell, wie ihn die Blue Man Group hier darstellt:

Quelle:Kovobel.cz

Seiten und Rückwand waren auch problemlos:

Lediglich das Aufsetzen des Daches erforderte einen vierten Mann. Insbesondere, da ich selbst auf Zehenspitzen einfach zu klein war. Ein Glück, wer hilfsbereite und große Nachbarn hat.
So sieht der Container dann fertig aus:

Beide Türen lassen sich vorne öffnen und die Innenhöhe beträgt 197 cm. Deutlich komfortabler als diese ganzen Minigartenhäuser mit ihren 170cm-Schiebetürchen.
So konnte das aber natürlich nicht bleiben. An den Innenausbau gehen wir daher in Teil 2.

Lafette verbogen

Ich gebe ja gerne zu, nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass ich versuche eine Tonne Fliesen über die Kippspindel meines Anhängers anzuheben, obwohl sie am entgegengesetzten Ende stehen. Und natürlich bemerke ich den Fehler nicht sofort, sondern wundere mich nur, dass sich die Fliesen nicht heben, obwohl sich die Spindel einfährt.

Das Ergebnis ist dann eine verbogene Spindelaufnahme:

Krumm außen 2

Hier sieht es noch harmlos aus. Schaut man sich die Aufnahme näher an, wird der Schaden schon deutlicher:

Krumm außen

Auf der Innenseite zeigt sich der verzogene Querträger samt abgerissener Schweißnaht:

Krumm innen

Zum Glück kein Schaden, den nicht ein Vorschlaghammer richten könnte. Als Zielhilfe zum Richten habe ich einen Bolzen zu genommen und die große Unterlegscheibe diente dazu, dass die Geschichte wieder plan wird:

Vorschlaghammer

Wie man sieht, habe ich sogar fast immer getroffen. Der Querträger ist wieder annähernd gerade und auch der Anschluss an die Schweißnaht ist wieder zu:

Wieder gerade

Wenn ich mit dem Anhänger das nächste Mal bei Tobias vorbeischaue, darf er die Schweißnaht wieder schließen. Damit in Zukunft die Sache etwas stabiler ist, gab es eine Pyramide aus großen Unterlegscheiben:

Befestigung verstärkt

Allerdings werde ich sowas nach Möglichkeit nicht nochmal versuchen. Wenigstens sitzt jetzt die Spindel wieder ordentlich und auch die Verschlüsse links und rechts schließen wieder.

Kippspindel wieder montiert

Da ich den Anhänger zwischenzeitig als offenen Kasten benötigte (Bericht folgt), konnte ich auch schon mal eine trockene Stellprobe mit dem Rialto machen:

Rialto im Zelt

Passt gut.

Spiderman würde Nobe 100 fahren

Ich hätte gerne einen Nobe 100:

Quelle: Nobe

Sieht gut aus, oder?

Quelle: Nobe

OK, bisschen hochbeinig, aber das war in den 60ern in Italien so. Oder in Estland im Jahre 2019…

Der Nobe 100 ist nämlich ein dreirädriges Elektroauto estnischer Entwickler. Die Daten lesen sich ideal für mein Portfolio. OK, ein Sitzplatz mehr wäre schön, aber ich will nicht meckern.

Es gibt sogar bewegte Bilder:

Ihr fragt, warum Peter Parker den unbedingt will? Na weil er an der Wand parken kann.

Einen Haken hat die Sache aber. Es fehlt noch ein bisschen Geld….

Das Krawatten-Eck III

Nachdem der Schraubstock fertig war, musste ich auch mit dem Krawatten-Eck aus dem Quark kommen.
Als wir die Szenerie verließen, war der Korpus ja final bearbeitet und auch die neue Tischplatte war schon besorgt.
Allerdings prangten an den Seiten noch die bröseligen Spanplatten, welche die Barbaren dort drangenagelt hatten. Die musste im nächsten Schritt ab:

Seite offen

An ihre Stelle kamen mit Echtholzfurnier beschichtete Spanplatten, welche Vaddern liebenswürdigerweise organisiert hatte:

Seitenblende

Da der Tresen jedoch in sich ein leichtes Gefälle aufweist, musste ich die Ränder noch anpassen:

Seitenblende Überstand

Die Platten erfüllen bei mir zwei Aufgaben. Einmal verschließen sie die offenen Seiten der Schubladenfächer und darüber hinaus sollen sie die barbarisch getrennten Tresenhälften solide miteinander verbinden. Dazu habe ich die Platten unten durch die bestehende Seitenwand verschraubt und oben mit Winkeln am Korpus befestigt:

Seitenblende von innen

So verbunden konnte der Tresen an seinen späteren Standplatz. Dort ragte aber leider noch ein ungenutzter Wasserhahn aus der Wand:

Wasserhahn im Weg

Mittels einer Verschlusskappe aus dem Sanitärbereich war dieser Anschluss aber schnell stillgelegt. Es passt nun um’s Arschlecken:

Passt knapp

Am finalen Standplatz angekommen, konnte ich auch Maß nehmen und die Arbeitsplatte ablängen:

Am Zielort

Aus einem Seitenwand-Rest habe ich noch eine Blende für eine kleine Lücke links zwischen Tresen und Wand gefertigt:

Blende montiert

Die Lücke ist eh nicht nutzbar und würde ich dort keine Blende montieren, würde mir garantiert irgendwas enorm Wichtiges und furchtbar Kleines dort auf Nimmerwiedersehen reinkullern:

Blende montiert

Auch der überarbeitete Schraubstock fand seinen neuen Bestimmungsort:

Position Schraubstock

Die Positionierung war aber knapp. Normalerweise ist es sinnvoll, dass der Schraubstock vorne ein kleines Stückchen übersteht, damit man sich nicht die Finger klemmt, wenn man am Knebel dreht. Hier war in dieser Position leider das Maximum erreicht:

Schrauben Schraubstock

Damit die vorderen Muttern aber trotzdem etwas haben, an dem sie sich abstützen können, habe ich eine Siebdruckplatte in identischer Stärke passend geschlitzt und eingelegt:

Distanzstück Schraubstock

So ließ sich der Schraubstock kräftig verschrauben, ohne den geschlitzten Querholm vorne zu beschädigen.
Die Führungen der Schubladen habe ich noch mit einem Teelicht abgerieben. Das Kerzenwachs macht, dass die Schubladen wesentlich leichter und verschleißärmer auf- und zugehen:

Wachs

So sieht das Krawatteneck nun aus:

Fertig montiert 2
Fertig montiert

Auch hier ein deutlicher Fortschritt zu vorher. Die Schubladen müssen noch geschliffen und lackiert werden, aber das geschieht so nach und nach.
Danke für das schöne Geschenk!