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Ein Hoch auf die sozialistische Lagerhaltung

eBay hat mir mal wieder einen kleinen Schnapper in die Hände gespielt. Wobei allerdings auch diese eBay-Geschichte mal wieder einen Haken hat. Dank der Plansollübererfüllung in dem Duo-Rückleuchten-VEB Karl-Marx-Stadt (oder wo auch immer es war) hab ich nun für schmale Mark ein niegel-nagel-neues Rücklicht fürs Duo in den Händen. Und zwar Glas (ohne jeden noch so kleinen Kratzer), Chromrahmen (eben zum rasieren drin gespiegelt), Dichtungen (überraschend flexible), Reflektor und Schale mit Halterung für das Rücklicht (nicht mal der Hauch einer Oxidation dran). Der gewiefte Leser hat an dieser Stelle schon bemerkt, wo der Hase im Gewürz liegt. Für die nicht so Schnellen ein paar Bilder:
Rücklicht mit nur einer Fassung 006

Rücklicht mit nur einer Fassung 008

Rücklicht mit nur einer Fassung 009

Na? Jetzt den Fehler gefunden? Exakt! Die Schale hat nur eine Fassung für eine Birne drin. Lola hat aber links und rechts je zwei Birnen drin. Zweimal Schlusslicht und Zweimal Bremslicht. Jeweils außen das Schlusslicht (5W) und innen das Bremslicht (15W). Hier zu erkennen:
Duo Endmontage 021
Nun weiß ich allerdings nicht, ob das ein Fehler des Verkäufers ist (welcher das Rücklicht ausdrücklich als „Duo-Rücklicht“ verkauft hat) oder nicht. Im Original (siehe Schaltplan) haben die Duos nämlich nur links zwei Birnen drin. Das rechte Rücklicht beheimatet dann eigentlich nur ein einsames Schlusslicht.
Da mir meine Sicherheit über Originalität (zumindest im Detail) geht, fand ich es gut, dass einer der Vorbesitzer Lola auch rechts mit einem Bremslicht ausgestattet hatte (siehe Lolas Schaltplan) und hab mir da keine weiteren Gedanken drüber gemacht. Obwohl…das kann man so ja nicht behaupten. Ich glaube nur, dass ich die falschen Schlüsse gezogen habe. Sollte nämlich meine „Single-Schale“ eine originale rechte Schale sein, dann wäre die Schrift ja nicht auf dem Kopf und ich hätte mal wieder der DDR-Industrie Unrecht getan.
Ich bitte deshalb mal jemanden mit einem originalen rechten Rücklicht (Elion?) mir zu sagen, ob die rechte Schale im Original auch nur eine Fassung hat und soweit möglich, ob da auch „15W“ drüber steht.
Ich werde dass dann auch mal in der Gleichteileliste nachtragen.
Ein Umbau auf eine zweite Fassung ist sicherlich möglich, aber wenn es ohne geht, um so besser.

Da ich nicht vor habe, bei mir mal rechts wieder nur eine Single-Schale ein zu bauen, verlautbare ich hiermit, dass ich sie zum Tausch gegen eine gut erhaltene Pärchen-Schale anbiete. Allerings nur die Schale mit dem Innenleben… das Glas und den schicken Rest behalte ich natürlich 😉

Praktikantenarbeit

Bei meiner Examenslernerei bin ich vor einiger Zeit über diesen Stempel in einem juristischen Buch gestolpert:
IMAGE_181
Im Detail sieht er so aus:
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Das war bestimmt in den 60er-Jahren ne ganztägige Praktikantenaufgabe: „Hier, Jung, hasse nen Edding und jetzt mal ma alle Hakenkreuze in den Büchern über. Aber nich den schönen Adler! Den hamma ja immer noch.“
Quer über den Stempel steht übrigens Ausgeschieden…entbehrt ja bei genauerer Überlegung auch nicht einer gewissen Komik. Hat bestimmt jemand mit einem Seufzer drüber gestempelt. Oder mit Genugtuung und einem Lächeln. Weiß man ja alles nicht…

Jedem seine Titanic

Ab übermorgen gehen meine Examensklausuren los. Aus diesem Grund wird hier im Blog für einige Zeit erstmal Funkstille herrschen. Ich habe zwar noch einige Konserven-Artikel, allerdings weiß ich nicht, ob ich dazu komme sie online zu stellen. Ich erwarte, dass die Klausuren meine persönliche Titanic-Fahrt werden. Deshalb verbleibe ich frei nach Benjamin Guggenheim: „Ich bin angemessen gekleidet und bereit, wie ein Gentleman unterzugehen.“

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin JHWH

So sagt es schon die Tora in Lev 19,18 EU . Und auch ich betrachte es als eines meiner ehernen Grundprinzipien. Seit Jahren helfe ich weinenden Kindern auf dem Rummel ihre Mütter wieder zu finden, alten Omas im Supermarkt die Dosen aus dem obersten Regal zu bekommen und Mädels beim umziehen Umzug. Ich tue dies, weil ich fest davon ausgehe, dass all diese Dinge irgendwann einmal auf mich zurückfallen. Und sei es nur, dass ich den Menschen ein dankbares Lächeln ins Gesicht zaubere und damit meine Mühen vollauf abgegolten werden. Ganz im Sinne des Glücksprinzips.
Nun, was soll ich sagen? Heute war für mich Zahltag. Ein ausgesprochen freundlicher älterer Herr hatte mich vor einiger Zeit angesprochen, gerade als ich Lola für die Nacht eingepackt habe. Wir redeten eine ganze Zeit über Lola sowie das Leben an sich und erschienen uns gegenseitig sehr sympathisch. Ich klagte ihm mein Leid über meine Vertreibung und die ungeschickten Töffel. Er zeigte hierfür viel Mitgefühl und sagte, dass man da vielleicht was machen könnte. Heute traf ich den Mann wieder und er sagte, dass er sich die ganze Sache nochmal durch den Kopf hat gehen lassen und dass es ja wirklich schade wäre, wenn Lola den Winter über draußen stehen müsste. Er und seine Tochter hatten sich deshalb überlegt, dass ich Lola kostenlos in eine ihrer Garagen stellen könnte, wenn ich das denn möchte. Es müsste da nur etwas aufgeräumt werden, aber grundsätzlich müsste da reichlich Platz drin sein und sie selbst würden ihn nicht brauchen. Man muss dazu wissen, dass die Garagen hier hinterm Haus 45€ pro Monat an Miete kosten. Wenn denn überhaupt mal eine frei wird! Ich war natürlich hellauf begeistert und wir räumten dann heute Nachmittag schnell die Garage auf. Dabei fielen auch noch einige Geschenke für mich ab (Zwei Akku-Taschenlampen und eine Petroleumheizung).
Als auch dies erledigt war, bin ich noch schnell in die Stadt gefahren und habe mir einen Schlüssel für das Garagentor nachmachen lassen (Im Endeffekt bin ich zweimal hingefahren, da der erste Nachgemachte nicht passte…). Das waren 11,80€ die ich gerne investiert habe. Nun hat Lola einen wesentlich schöneren, geschützteren und trockeneren Schlafplatz als vorher. Ganz so, wie sie es verdient:
Lolas Garage
Danke.

Verzögerungswert und Reh-braunes Gesicht

Nope, ich war nicht unter der Sonnenbank. Ich hab nur eben, als ich die Bremsen von Lola nachgestellt habe (wofür ich ja extra den Wagenheber gekauft habe), auch mal fix das Zündkerzengesicht kontrolliert. Es sieht so aus:
Zündkerze nach Motorregenerierung
Eigentlich sieht sie etwas zu ölig aus. Zumindest laut Vergleichstabelle. Ich schiebe das aber auf das momentan fettere Gemisch von 1:33, welches ich ja noch während der Einfahrzeit benutze. Sobald ich dann wieder auf 1:50 zurück wechsel, sollte die ganze Kerze schön Reh-braun sein und nicht nur die Elektrode, wie momentan. Die Hälfte der 500 Km habe ich schon…
Der Anlass meiner Stippvisite bei Lola war aber das Nachstellen der Bremsen. Nachdem ich neulich an einem mittelmäßig steilen Hügel geparkt hatte und mit angezogener Bremse anfing rückwärts zu rollen, dachte ich mir, dass es mal nötig sei, die Bremsen etwas fester einzustellen. Wenn man dumm ist, hat man allerdings die Pfote vor der Linse, bei dem einzigen Foto, das man von der Aktion macht:
Bremse nachstellen
Auch wenn es so aussieht, als hätte ich Lola auf Rasen aufgebockt (und damit ihren und meinen Hals riskiert), dem ist nicht so. An Lolas Parkplatz liegt so rautenförmiges Betonpflaster, zwischen dem Gras durch kommt (gut erkennbar auf dem Zündkerzenfoto oben). Einen solchen Pflasterstein nahm ich als feste Basis zum aufbocken. Am wegrollen wurde sie durch zwei große Backsteine gehindert.
Ich konnte nun einen neuen Nachteil meines Wagenhebers feststellen: Wenn man ihn nach getaner Arbeit ablässt, sinkt die Fuhre schön kontrolliert und langsam Richtung Erde. Allerdings sinkt sie nur so weit, bis auf dem Stempel keine Last mehr ruht. Der Stempel selbst ist aber nicht schwer genug, um sich selbst zurück in die tiefste Stellung zu drücken. Man endet deshalb mit einem Wagenheber, welcher unbelastet die Fuhre berührt, sich aber nicht wegnehmen lässt, weil kein Spielraum besteht…. Tolle Konstruktion. Daher (und um Lola nicht zu zerkratzen) habe ich auch dieses Holzklötzchen auf den Stempel getan. Das konnte ich dann in unbelastetem Zustand zwischen Stempel und Lola rausdrücken, dann den Wagenheber drunter weg nehmen und von Hand den Stempel ganz rein drücken. Ach hätte ich doch nur auf einen Scherenwagenheber gewartet….