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Nur für den privaten Gebrauch

Als kleinen Leserservice hier ein Hinweis für alle Besitzer eines privaten Wasserwerfers:

Achtet auf eine gültige Betriebserlaubnis mit auf euch ausgestellter Ausnahmegenehmigung für private Halter! Eine solche braucht man nämlich, wenn man historisches Militär- oder Polizeigerät auf öffentlichen Straßen bewegen möchte. Die originale Betriebserlaubnis erlischt mit dem Ende der öffentlichen „Dienstzeit“ und die jeweilige Ausnahmegenehmigung gilt nur personenbezogen.

Eine Zulassung z.B als „selbstfahrende Arbeitsmaschine (Straßensprengfahrzeug)“ ist zwar erfreulich zweideutig (genauso wie der Schriftzug „Liquid Democracy“ auf den Seiten) aber eben nicht ausreichend, wie die Halter des bekannten AC-AB 1910-Wasserwerfers nun vom OVG NRW (Beschluss v. 28.05.2019, Az. 8 B 622/18) erfahren durften.

Also geht mal schnell in den Bunker die Garage und checkt die Papiere, eh ihr das nächste Mal damit zum einkaufen rollt.

Robin mit deutscher Zulassung

Bei Mobile.de ist ein Reliant Robin mit regulärer Zulassung (!!) aufgetaucht:

Robin MK I mit regulärer Zulassung gibt es schon in Deutschland. Das ist aufgrund ihres Alters (gebaut bis 1981) nicht so problematisch, da viele der neueren Vorschriften für sie nicht gelten. Bei diesem Exemplar handelt es sich jedoch um einen Robin MK II, Baujahr 1993! Es ist damit der Einzige mir bekannte MK II in Deutschland mit regulärer Zulassung. Wenn das mal keine rare Gelegenheit ist!
Ansonsten klingt die Verkaufsbeschreibung solide. Er soll komplett neu aufgebaut sein und es gibt ein paar Ersatzteile mit dazu.
Eine Schönheit ist er zugegebenermaßen nicht:

Auch im Innenraum wirkt er ein wenig abgerockt. Das kann jedoch auch an den verwendeten Materialien liegen. Die Qualität der Reliant- Fahrzeuge hat in den 90ern rapide abgenommen.
Allerdings ist der Preis von 2900€ durchaus fair, wenn er wirklich technisch Tip-Top ist.

Houston, the Bug has landed

Melde gehorsamst: OS:EZ 72 H ist zugelassen:
Bond Bug Zugelassen
Dieses mal war es nicht so ein Krampf, wie bei der Zulassung von Sir Edward. Aber ganz ohne Schweißperlen lief es auch diesmal nicht:
Die dem Sachbearbeiter zur Seite gestellte Auszubildende hatte sich beim abtippen meiner Perso-Nummer anscheinend vertippt, woraufhin Frau Krüger sich über Brief und Papiere ihres neuen Bond Bugs freuen konnte…. zum Glück fiel mir die ganze Chose auf, als ich zum Ende den ganzen Vorgang unterschreiben sollte! Das zeigt mal wieder, wie wichtig es ist alles zu lesen, was man unterschreiben soll!
Führte natürlich zu peinlicher Betretenheit und emsiger Korrektur. Doof war, dass mit der Eingabe der Blanko-Briefnummer der Wagen wirklich auf Frau Müller zugelassen war! Der Fehler wurde aber korrigiert und auch mit dickem Vermerk auf dem falschen Brief kenntlich gemacht. Ich bin gespannt, ob das nochmal zu Verwirrungen führt….
Mittelschwere Prügel verdient nebenbei der ITler, der die Kennzeichendatenbank der Stadt Osnabrück programmiert bzw. mit Inhalt gefüllt hat!
Zum Einen ist ein Kennzeichen mit „H“ am Ende generell nicht zulässig, zum Anderen bekommt man keine Nachricht, dass jegliche Kombinationen eines Buchstaben nicht möglich sind bzw. welche ähnlichen Kombinationen noch frei sind.
Die Stadt Osnabrück meinte nämlich, dass es eine schlaue Idee wäre, unter anderem, den gesamten Buchstaben „B“ an den Landkreis Osnabrück abzugeben….. Einfach eine gemeinsame Datenbank zu verwenden wäre wohl zu praktisch gewesen.
Damit war natürlich eine Großzahl der von mir erdachten Kombinationen hinfällig.
Egal, gabs halt „Erstzulassung 1972″…..
Danach habe ich natürlich direkt eine Runde um den Block gedreht um die neue Feder endlich zu testen. Etwas Feinkorrektur ist noch nötig, aber grundsätzlich funktioniert sie gut.

Mein Dank gilt natürlich wieder allen Beteiligten! Besonders meinem Vater und meinem Bruder für das wunderschöne Geschenk…

Stelle wo der Käfer das Wasser lässt II

So, heute war der große Tag.
Da ich weiß, dass ihr auf heißen Kohlen sitzt und jetzt nicht erst noch 2-3 Artikel lang warten wollt, obs mit dem TÜV geklappt hat oder nicht, ausnahmsweise mal die Geschichte in nicht chronologischer Reihenfolgen.

Für die ganz eiligen:
Der Bug hat mit fliegenden Fahnen bestanden!

Nun ausführlich:
Am Mittwoch bin ich bei der Zulassungsstelle hier in Osna vorbei um die Kurzzeitkennzeichen zu holen. War haarscharf. Wer kann auch ahnen, dass die schon um 12 Uhr den Griffel fallen lassen?!
Danach gings dann gen Heimat um den Bug für seine bisher längste Fahrt und die Vorstellung beim TÜV fertig zu machen.
Da gabs noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen.
Als ich die Kennzeichen (natürlich mit Schaumstoffunterlage) montieren wollte, fiel mir mal wieder die nonchalante Verarbeitungsqualität bei Reliant auf.
Man achte auf die Befestigungspunkte für die Kennzeichenschrauben:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 2
Für den Tacho habe ich aus einem post-it km/h-Markierungen gebastelt:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 3
Keine Angst. Die bleiben nicht….
Das Werkzeug-Ersatzrad wurden Bug-spezifisch bestückt (Bügelschloss, Kühlwasser):
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 8
und wanderte an die vorgesehene Stelle im Bug:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 9
Bei der Gelegenheit flogen einige unnütze Sachen raus. Unter Anderem der völlig vergurkte (Man achte auf die Augen für die Kurbel!) Wagenheber:
Bond Bug TÜV-Vorbereitung 10
Der ist 1. nicht original und 2. ist der vom Rialto besser.
Als ich dann am Donnerstag Nachmittag los wollte, holte unser Nachbar seinen Jaguar E-Type raus um ne Runde zu drehen. Das habe ich natürlich direkt für ein Foto genutzt:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 35
Könnte auch aus dem exzentrischen upperclass-Fotoalbum einer englischen Familie der 70er stammen.
Danach gings dann los nach Osna zum Garagendonnerstag.
Erst wollte ich in einem Anflug jugendlichen Wahnsinns ohne Fenster fahren. Vaddern meinte dann, dass es nach Regen aussehen würde, so dass ich zähneknirschend die Fenster eingehängt habe.
Das wäre was geworden….
Unterwegs geriet ich in ein ausgewachsenes Unwetter. Der Regen war so heftig, dass Menschen auf der Autobahn mit Warnblinkanlage entlang krochen (kam meinen Tempovorstellungen entgegen). Selbst mit Fenstern bin ich nass geworden. Naja, jetzt weiß ich zumindest wo alles Wasser rein kommt und warum der Bug serienmäßig in jedem Fußraumboden große Löcher hat. Warum ein englisches Auto jedoch dermaßen undicht ist und der Scheibenwischer serienmäßig nur die Geschwindigkeiten „an“ und „aus“ beherrscht, bleibt ein Rätsel der Geschichte. Die Sturmböen waren jedenfalls auch nicht ohne. Keine angenehme Sache insgesamt.
Zwischendurch machte sich auch noch die lange Standzeit bemerkbar.
Wenn man mal ein wenig mehr Gas gab, fing der Motor an zu stottern und beschleunigte nur noch ruckartig. Da wird wohl Dreck im Vergaser sein. Zum Glück gab sich das immer wieder, wenn man für einige Zeit etwas vom Gas ging. Muss ich die Tage mal auseinander nehmen.
Ansonsten war die Fahrt aber erfreulich reibungslos. Insbesondere die Temperatur ging nie über den Normalwert hinaus.
Jedoch muss ich festhalten, dass das aktuelle Fahrwerk mörderisch ist. Der Bug ist so hart gefedert, dass ich nun ganz genau sagen kann, wo auf der Strecke welche Anteile von Pelit, Psammit und Psephit im Asphalt sind. Muss ich mal gucken, ob und was ich da machen kann. Aber dauerhaft zerbröseln so einem die Wirbel.
Garagendonnerstag war schick, wie immer:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 39
Da gabs auch zum ersten Mal anständige Fotos vom Bug. Mehl arbeitet ja mit was anständigem und nicht so einer Werkstattknipse wie ich.
Einen Großteil der Bilder findet ihr bei 440er.de.
Es keimte auch der Entschluss, bei Gelegenheit mal ein anständiges Fotoshooting zu veranstalten. Locations schweben uns schon vor. Aber ohne Zulassung keine Competition!
Heute Vormittag habe ich dann nochmal die Bremsen nachgestellt:
Bond Bug TÜV Vorbereitungen 40
Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass ich den Spritzschutz hinter dem Vorderrad doch zu kurz gemacht habe:
Bond Bug TÜV-Abnahme 44
Die Ölwanne bekommt mir so noch zu viel Beschuss ab.
Danach gings los zum TÜV.
Ich bekam eine angemessene Halle zugewiesen:
Bond Bug TÜV-Abnahme 46
Der TÜV-Prüfer schmunzelte die ganze Zeit vor sich hin. Nie nen schlechtes Zeichen. Auch mit den von mir besorgten Papieren war er zufrieden und so geriet die Abnahme fast zur Formsache. Natürlich musste ich einiges erklären und die kleine Menschentraube aus Prüfern und Kunden brach in Gelächter aus, als der Prüfer sich für eine Testrunde hinters Lenkrad faltete. Jenseits von 180cm wirds halt eng….
Auch die H-Abnahme war kein Problem, ebenso wie die Eintragung der 165er-Reifen an der Hinterachse.
Ich bin mal gespannt, wieviele Ausnahmen und Auflagen nachher drin stehen.
So konnte ich nach ca. einer Stunde rundum glücklich wieder die Heimreise antreten.
Vielen Dank für Ihre Zeit und ihr Verständnis, Herr H.!
Die Unterlagen für die Zulassungsstelle kommen die Tage per Post.
Dann gehts da weiter.

Papierkriegserklärung

Der für mich überraschend schnell arbeitende Herr Gerst vom TÜV Süd zwang mich heute Morgen dazu, mir mit dem Postboten ein Rennen zu liefern. Er hatte mit seinem Drahtesel aber keine Chance gegen meine Moffa.
Grund für das Rennen war, dass ich die 113,93€ Nachnahme für das heiß ersehnte Datenblatt nicht unter dem Kopfkissen hatte. Ich vereinbarte mit dem Briefträger daher, dass ich schnellstmöglich eine Bank aufsuchen und er in der Zwischenzeit seine Runde weiter machen würde. Wenn ich schnell genug wäre, könnte ich ihn am Ende seiner Tour einholen….
Wette galt!
Natürlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass seine Kollegen von der Postbank derartig schnell waren, dass in der Zwischenzeit drei Tierarten vom Wasser ans Land gewechselt sind….
Im Tiefflug ging es mit sicherlich 28-29 Sachen durchs angrenzende Wohngebiet, wo ich den Postboten glücklicherweise noch antraf.
Lohn der Angst:
Bond Bug Datenblatt 1 bearbeitet
Nice!
Natürlich gibts einige überraschende Unterschiede zu dem Datenblatt von Sir Edward.
So zum Beispiel die Eintragung „Variante: 3-Rad Fahrzeug“. Ich bin auch mal gespannt, ob mir die Bemerkung „Kunststoffkarosserie (Brennbarkeit und Splittersicherheit nicht geprüft) irgendwelche Probleme bereiten wird.
Leider sind auch nur die 145er-Reifen dort angegeben. Hinten hat mein Bug ja die Dunlop D1 mit 165er-Reifen. Alles Diskussionsstoff.
Man ist gespannt.
Vielen Dank, Herr Gerst für die Erstellung!
Dies ist nun also der Startschuss für den kommenden Papierkrieg der Zulassung.