Alles Gute zum 13. Geburtstag

Das dutzend Jahre haben wir lässig hinter uns gelassen und dampfen nun mit Volldampf in die Pubertät. Alles Gute zum 13. Geburtstag liebes Blog:

Mittlerweile ist der Bestand hier auf 1729 Artikel und 3611 Kommentare angewachsen.

Etwas, was ich sicherlich nicht geschafft hätte, wenn nicht gelegentlich jemand von euch mir den Eindruck gäbe, dass ihn dieser Blog zumindest unterhalten würde. Dafür ein herzliches Danke!

Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich den Blog nicht von Youtube aus weiter betreiben möchte. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich nicht nur den Aufwand scheue, sondern auch der Meinung bin, dass ich eine andere Zielgruppe habe. Youtube-Videos konsumiert man abends auf dem Sofa als Berieselung oder sucht spezifisch nach Lösungen für bestimmte Probleme. Ein Blog hingegen liest man in der Pause auf Arbeit oder abends zum runter kommen. So zumindest mein Feedback.
Und da die Zunft der Blogger langsam aus zu sterben scheint, denke ich, dass es sinnvoll ist, diese Nische auch weiterhin zu besetzen.

Immer auf den Arsch

Als noch Schnee lag, hatte ich ja schon mal angedeutet, dass der Besten von Allen einer an der Ampel hinten auf den Combo gerutscht war.
Alles harmlos, aber es dauerte doch etwas, bis die Sache mit der Versicherung geklärt war. Nachdem das Geld auf unserem Konto an kam, konnte ich an Ostern (neben dem Fensterheber) an diese Reparatur gehen.
Der gegnerische Wagen hat die Stoßstange glücklicherweise schön mittig getroffen:

Ein paar Schrammen und ein leichter Knick in der Stoßstange. Bei 208.000 km auf der Uhr alles geschenkt.
Nur der zerdepperte Parksensor störte. Den hatte ich doch gerade erst eingebaut!
Glücklicherweise fanden sich in unserem Fundus noch zwei ungenutzte Sensoren, von der Reparatur der Parksensoren am Porsche:

Da das alles vom identischen Band in China fällt, passten sogar die Stecker.
Also Seitenverkleidung entfernt und getestet, welcher Stecker zum defekten Sensor geht:

Anschließend noch die Stoßstangenhaut teilweise lösen und alles raus fummeln.
Der defekte Sensor ließ sich gut aus der Stoßstange entfernen. Dank Spiralschlauch kam ich auch bequem an die Verkabelung:

Ist auch nach wie vor meine Empfehlung für die Verlegung von Kabeln im Auto.
Mittels Kabelspirale ließ sich das Kabel des neuen Sensors anschließend auch wieder gut in den Innenraum befördern:

Anschließen, Sensor in die Stoßstange drücken, testen, glücklich sein:

Die knapp 1000 € von der Versicherung waren knapp angemessen für die Reparatur.

Planschrank

Tobias ist seit längerer Zeit auf der Suche nach einer kostengünstigen Aufbewahrungsmöglichkeit für sein Werkzeug.
Ich persönlich bin ja ein Fan von Küchenunterschränken, er eher von Werkzeugwagen. Letztere sind aber bekanntermaßen unbezahlbar.
Sein Lösungsansatz heißt Planschrank. Sind regelmäßig auch nicht billig, aber zumindest ist der Interessentenkreis geringer als bei echten Werkzeugschränken.
Im Original werden/wurden diese Schränke verwendet, um bei Architekten und Ingenieuren große Zeichnungen und Pläne ungeknickt zu verstauen.
Vor einiger Zeit fand er einen solchen Schrank bei ebayKleinanzeigen in der Umgebung von Magdeburg und schickte mir den Link strategisch geschickt kurz vor seinem Geburtstag.
Gut, bei 10 € Kaufpreis kann man wenig falsch machen. Selbst wenn er so aussieht:

Drei Schichten Farbe:

reichlich Dellen:

und auch Rost zeugten von einem bewegten Leben:

Selbst einige der Schubladen waren verbogen:

Wenigstens passt selbst mit einer 15mm-OSB-Platte noch eine Lage Werkzeug gut in die Schubladen:

Bei der ersten Reinigung fanden sich Überbleibsel seiner Vergangenheit:

Wahrscheinlich wurde in diesem Planschrank die jährliche Plan-Plansollübererfüllung abgelegt.
Damit der Junge nicht ganz so ein trauriges Wrack bekommt, habe ich mal die CSD-Scheibe kreisen lassen:

Teilweise ließ sich der Lack aber auch einfach mit dem Spachtel abkratzen:

Die Beste Wirkung erzielte jedoch die Zopfbürste auf der Flex:

Erfreulich war, dass sich auch die Farbe von den Griffen entfernen ließ:

In einem Anflug von Experimentierfreudigkeit habe ich mal Hammerschlagfarbe von Alpina getestet:

Ich hegte die Hoffnung, dass die Hammerschlagoptik einige der Blessuren kaschieren würde.
Leider war die Lackierung aber ein herber Reinfall.
Als erstes testete ich die vom Hersteller empfohlene „kurzflorige Rolle“ zum Lackauftrag. Das sah aber so aus, als hätte ich eine der Nachbarskatzen zum Rollen verwendet. Alles voller Fussel und ohne Ende scheckig. Also nächster Versuch, wie beim Schraubstock, mit dem Pinsel.
Dabei wird der Lack leider auch total fleckig. An senkrechten Flächen hat man die Wahl zwischen Läufern und einem ausbleiben des Hammerschlag-Effekts aufgrund zu geringer Lackstärke. Am Ende war ich so frustriert, dass ich zur Schaumstoffrolle gegriffen habe. Das sieht jetzt zwar auch beschissen aus, aber wenigstens ist die Lackschicht gleichmäßig deckend:

Hätte ich mal auf meine innere Stimme gehört und Brantho-Korrux 3-in-1 verwendet. Das wird mit der Schaumstoffrolle zwar auch eine leicht raue Oberfläche, aber wenigstens gleichmäßig und schön matt.
Egal. Ich habe Glück, es ist ja ein Geschenk, so dass ich mir das Elend nicht dauernd angucken muss.
Wenigstens rostet nun der Planschrank nicht mehr weiter und wenn Tobias in Rente geht, kann er ihn ja wieder abschleifen und dann ordentlich lackieren.

Bodo mit dem Bagger

Ich schulde ja noch Bilder vom im-Matsch-spielen mit meinem Boxer Agri HSW06-G. Erste Haltestelle war der große Erdhügel, welcher bislang unseren Gemüsegarten teilweise blockierte. Hier könnt ihr ihn links hinter dem Gartenhaus erahnen:

Wir haben damals nach dem Kauf das stark abfallende Grundstück mit Erde auffüllen lassen. Die Qualität dieser Erde war aber eher so mittel. Insbesondere, wenn man darin Gemüse anbauen will. Beim ausschachten für die Halle stellten wir aber fest, dass sich darunter bester Bördeboden befand. Nicht umsonst befindet sich hier um die Ecke der „Reichsspitzenbetrieb“ mit der Bodenwertszahl 100. Eh also der Besten Ehefrau von Allen die Tränen kommen, weil ich solchen Spitzenboden entsorge und sich unsere Möhrchen weiter durch den aufgeschütteten Schrottboden quälen, haben wir uns einen großen Haufen davon beiseite gelegt und erhöhen damit den Gemüsegarten um 30 cm.
Bevor ich mich aber ins Vergnügen stürzte habe ich noch die defekte Batterieklemme getauscht. Die kleinen Poladapter passen:

und dank Trennschalter habe ich jetzt auch eine zusätzliche Diebstahlsicherung/nuckelt mir nix die Batterie leer:

So eine wilde Erdbuddelei eignet sich auch gut dazu, sich erstmal mit so einem Gerät vertraut zu machen. Anfangs sieht es noch sehr nach Verdun aus:

Das wird dann auch nur langsam besser:

Ist man mit dem Räumschild vertrauter und läuft nochmal mit der Harke einen Tag kreuz und quer sieht das Ganze schon wieder nach Gemüsegarten aus:

Passenderweise zeigte der Betriebsstundenzähler bei Fertigstellung 9,8 h an, so dass ich direkt den ersten Service anschließen konnte.
Um mir nicht den ganzen Garten in die Garage zu schleppen, habe ich den Bagger abgekärchert.
Anschließend wollte der feucht gewordene Starter nicht mehr einspuren. Glücklicherweise lässt sich der Briggs & Stratton Motor aber auch sehr leicht von Hand mittels Zugseil starten. Kaum war der Starter trocken lief er wieder problemlos.
Zum Ölwechsel empfiehlt es sich, den Bagger leicht schräg zu stellen:

Die Ölablassschraube befindet sich hinten am Motorfuß:

Man kommt gut von unten heran. Hat man sie raus gedreht, ergießt sich ein Schwall in die hoffentlich groß dimensionierte Auffangwanne:

Ist zwar nur ca. 1 Liter, aber der kommt da nicht besonders zielgerichtet raus.
Danach natürlich wieder abschmieren (die ersten 100h alle 10h):

Den Drehkranz soll man laut Handbuch so fetten, dass sich dort eine Fettschicht von 28 mm oder mehr findet.
Da die Chinesen mit dem Fett sehr geizig waren (der Drehkranz war trocken), schafft man das nicht mit der üblichen Methode.
Ich habe den Drehkranz einfach Stück für Stück von Hand gefettet:

Das sollte genug für den Start sein.
Abschließend habe ich noch die Kettenspannung kontrolliert. Die Kette darf in der Mitte 1 bis maximal 2 cm durchhängen:

Passt genau.
Anschließend ging es unten an der Bodenplatte weiter, wo ich 6 falsch abgekippte Tonnen Sand beiseite schaufelte.
Das war das erste Mal, dass sich die Knickmatik sehr verdient machte:

So konnte ich parallel an der Bodenplatte entlang baggern, was mit einem normalen Bagger nicht möglich gewesen wäre.
Ein 6m/400 kg-Bündel Baustahl hat er danach auch weg geräumt. Das war jedoch durch die schmale Spur und den langen Hebel teilweise etwas haarig.
Nachdem alles beiseite geschafft war, habe ich die Zinken an der Schaufel montiert:

und es ging einem Dutzend Wurzeln an den Kragen:

Mir kamen fast die Tränen, so leicht gingen die Wurzeln mit dem Bagger raus. Normalerweise hätte ich da wochenlang von Hand gebuddelt und geastet. So waren es zwei entspannte Tage.
Auch hier war die Knickmatik wieder super, um auf dem engen Streifen zwischen Nachbarzaun und Baugrube zu manövrieren.
Insgesamt bin ich bislang sehr zufrieden mit dem Bagger. Es gab noch keine Aufgabe, der er nicht gewachsen gewesen wäre.

Und zum Abschluss singen jetzt alle:

Mobilitätskonzept


In den vergangenen Jahren der Garagenschrauberei ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, seine Werkstatt beweglich zu halten.
Sei es die große Kreissäge oder meine Kappsäge. Könnte ich die nicht einfach nach draußen rollen, wären viele Projekte deutlich schwerer zu realisieren.
Daher stand schon früh fest, dass ich auch beim Genesungswerk möglichst mobil bleiben will.
Nun ist es aber wenig praktikabel unter jedes größere Einrichtungsstück Rollen zu schrauben. Eine Sandstrahlkabine bewegt man nun auch nicht täglich. Vom Kostenfaktor für ordentliche Rollen mal ganz zuschweigen. Daher plane ich die größeren Teile einfach auf Europaletten bzw. Minipaletten zu montieren, um sie bei Bedarf mit einem Hubwagen rangieren zu können. Das hat auch den Vorteil, dass man selten benutzte Großgeräte (Sandstrahlkabine, Reifenauswuchtmaschine, Teilewäscher, etc.) schön kompakt hintereinander stellen kann. Wenn man sie braucht, einfach mit dem Hubwagen ran und vor geholt.
Durch die verschiedenen Baustofflieferungen im letzten Jahr ergab sich jedoch die Notwendigkeit schon vor der Fertigstellung des Genesungswerkes nach einem Hubwagen Ausschau zu halten.
Vaddern und Tobi organisierten mir zum Geburtstag einen 2m-Hubwagen:

Nachteil war, dass er den Druck nicht hielt. Das sollte sich doch aber reparieren lassen:

Pustekuchen. Die Schraube zum Ventil saß dermaßen fest, dass der Torx-Inbus einfach ab riss und stecken bliebt:

Glücklicherweise klagte ich mein Leid dem richtigen Bekannten, welcher mir den Kontakt zu einem befreundeten professionellen Flurförderfahrzeugdealer (welcher jedoch ungenannt bleiben möchte) vermittelte.
Wenn die im großen Stil Gabelstapler verkaufen, gibt es da auch immer wieder gebrauchte Hubwagen als Beifang zurück. Die Entsorgung von sowas ist bei denen ein Service für den Kunden. Der Schrotti holt dann alle halbe Jahr die Mulde mit Beifang dort ab und zahlt 20 € pro Hubwagen als Schrottpreis. Für den gleichen Preis durfte ich mir einen Hubwagen weg holen:

Top Deal und extrem nette Abwicklung!
Natürlich hat das Gerät schon ein paar Tonnen und Kilometer auf dem Buckel, aber es funktioniert trotzdem noch zuverlässig.
Allerdings bewegten sich alle Rollen und Wellen nur noch sehr schwergängig durch unmengen von Staub und Flusen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten.
Mit Schmierfett war auch nie jemand an den Hubwagen heran getreten. Das sollte sich ändern.
Also munter zerlegt:

Schon bei dem gelben Monstrum war ich sehr von der einfachen Konstruktion dieser Hubwagen angetan. Alle Verbindungen sind entweder geschraubt oder mit Splinten gesichert:

Dementsprechend gut ließ sich die Mechanik auch zerlegen und reinigen:

Danach alles schön schmieren und zusammen bauen.
Jetzt läuft er wieder so leicht, dass selbst die Kinder mit ihm mittelschwere Lasten bewegt bekommen.
Unabhängig von den Baustoffpaletten habe ich den Hubwagen auch schon anderweitig mehrfach genutzt, so dass ich ihn mittlerweile nicht mehr missen möchte.