Den Faden verloren

Für den verwilderten Teil unseres Grundstücks hatte ich mir vor längerem den Bosch Freischneider AFS 23-37 zugelegt. Für einen kleinen Elektrohobel hat das Teil ordentlich Dampf. Leider gingen aber die mitgelieferten Trimmerfäden (Mähfäden F016800431) langsam zur Neige. Für das 10er-Paket Bosch-Fäden wird man locker ~15€ los. 1,5€ pro Faden ist schon eine Hausnummer.
Daher hier der Alternativweg um auf ~0,20€ pro Faden zu kommen. Ihr benötigt dazu runden Trimmerfaden mit 3,5mm Stärke von der Rolle und ein Alurohr mit 5mm Durchmesser (1mm Wandstärke):EinzelteileVon dem Alurohr trennt ihr ein 1,5cm langes Stück und vom Mähfaden ein 38cm langes Stück ab.
Die Aluhülse schiebt ihr jetzt mittig auf den Faden und verpresst sie mit einer einfachen Crimpzange. Fertig ist der Mähfaden. Wenn man das ne halbe Stunde macht, ist man für die nächste Saison mehr als ausreichend mit Fäden versorgt.
Ich selber habe leider einen quadratischen Faden gewählt, was aufgrund des anderen Querschnitts doof ist. Ist deutlich mehr Fummelei den in die Hülse zu bekommen. Hat man ihn fertig, kann man ihn wie gewohnt in den Mähkopf einsetzen:Alt und NeuPasst wie das Original:Neuer Faden eingelegtSo konnte dann auch gleich weiter gemäht werden (Keine Angst, sie hat noch ein Visier bekommen):Im Einsatz

Rüsselsheimer Rohrbombe VI

Nachdem der diesjährige Nebenkriegsschauplatz abgeschlossen war, konnte der TÜV die Buddeln in ihrem alten Fettmantel inspizieren:Altes FettIch nehme das Ergebnis vorweg:
Begeisterungsstürme und fliehende Fahnen:HU bestandenDer Prüfer war sichtlich angetan vom Zustand der Flaschen, auch wenn das wenig an seiner grundsätzlichen Ablehnung der Erdgastechnik änderte. Er habe einfach zu viele Fahrzeuge gesehen, deren Tanks nicht so gepflegt würden wie meine. Dem konnte ich nicht widersprechen. Auch im Erdgasfahrerforum grassieren furchtbare Bilder.
Um so größer ist mein missionarischer Eifer für eine Fettbehandlung zu werben!
Daher habe ich Zuhause das gesamte alte Fett entfernt (Holzspatel und bergeweise Lappen). So sehen die Flaschen sauber aus:Alle Flaschen gesäubertAbsolut makellos.
Nicht ein Fünkchen Rost oder schrumpeliger Lack.
Mehr als die Fläche interessieren natürlich die Bereiche unter den Haltebändern. Von denen geht der Gammel schließlich aus. Hier die Flasche hinten links:Hintere Flasche rechtsHier die mittlere Flasche links:Mittlere Flasche linksMitte rechts:Mittlere Flasche rechtsUnd vorne (dort lassen sich die Bänder ja nicht demontieren):Flasche vorne linksHatte ich schon „makellos“ ins Gespräch gebracht?
Ihr erinnert euch ja sicherlich an den Zustand der alten Flaschen nach 7 Jahren und an die deutlichen Lackschäden nach gerade mal 1.000 km?
Die Hälfte der 7 Jahre haben die neuen Flaschen schon auf dem Buckel und es sind in den letzten ~70.000 km keine weiteren Lackschäden hinzu gekommen.
Ich finde das ganz beachtlich für „Murks mit dem man höchstens Mutti beeindrucken kann„. Dementsprechend habe ich die Flaschen nach der Inspektion auch wieder frisch eingemurkst:Flaschen neu eingefettetWir sehen uns hoffentlich erst in 2 Jahren wieder.
Für einen Durchgang sollte das Fett noch reichen:Rest GurulanDer TÜV-Prüfer hat mir übrigens noch Bilder von Erdgas-Composittanks mit Stahlinnenleben gezeigt. Ebenfalls gruselig. Leider kann man da auch nix mit Fett ausrichten.
Beim nächsten Erdgasauto würde ich darauf achten, das es Tanks ohne Stahlanteil und diese auch vor den Elementen geschützt verbaut sind.

Rüsselsheimer Rohrbombe V

Nachdem der V50 mit frischen Bremsscheiben problemlos die HU bestanden hatte, war der Combo mit AU, HU & GAP an der Reihe. Dank der Stahl-Erdgastanks ist das ja ein wenig tricky. Zuletzt hatte ich die Tanks vor zwei Jahren angeschaut und war, ob des damaligen Ergebnisses, sehr zuversichtlich. Der Plan war deshalb: hinfahren, Tankabdeckungen vor Ort demontieren, Begeisterungsstürme ernten und mit fliehenden Fahnen vom Hof reiten.
Es kam anders:

HU durchgefallen

Das mit dem Licht: Geschenkt. Hätte der Prüfer auch als geringen Mangel durch gewunken, wenn ansonsten alles i.O. gewesen wäre. (Ich habe die Scheinwerfer Abends mit Vaddern wie früher eingestellt.)
Allerdings konnte beim Prüftermin die GAP nicht durchgeführt werden, was automatisch eine versagte HU nach sich zieht.
Und was war es nun?
Völlig vergammelte Gasbuddeln?
Undichte Gasanlage?
Unzulässige Beschichtung der Flaschen?
Nix von alledem!
Es scheiterte schlicht an den Titanic-mäßig verrosteten Haltern der Handbremsseile:

rostiger Handbremskabelhalter

Die verdammten Mistdinger sind links und rechts an der vorderen Abdeckung der Tanks montiert:

Bremsseilhalter Übersicht

Leider waren die Schrauben so fest gegammelt, dass ich sie nur noch rund drehen konnte. Ohne Demontage der Halter lässt sich aber die Abdeckung nicht entfernen. Ohne entfernte Abdeckungen kann der Prüfer nicht sehen, ob die Flaschen rostig sind und ohne Sichtprüfung keine GAP. Ohne GAP keine HU.
Das Leben ist ein mieser Rattenschwanz.
Also bedröppelt wieder nach Hause gefahren und zum Werkzeug gegriffen:

Schraube ausgebohrt

Eine Schraube habe ich raus gedreht bekommen. Die drei Anderen musste ich ausbohren. So war wenigstens schon mal die Abdeckung ab.
Leider sitzen die Schrauben in solchen Plastiknieten:

Kunststoffdübel

Die ausgebohrt Reste bekam ich dort partout nicht raus, so dass auch die Nieten dran glauben mussten.
Vaddern entrostete derweil die oblatendünnen Halter:

Halter entrostet

Ich habe sie dann 2x mit Fertan bepinselt und anschließend mit Brantho Korrux 3in1 lackiert.
Für die nun fehlenden Schrauben und Dübel hatte ich mir auch schon etwas überlegt. Mittels Hammer waren flugs aus einer Gewindestange zwei „U“ gebogen:

U-Bolzen basteln

Die Bögen haben einen Abstand von 5 cm und passen damit genau durch die Dübellöcher:

U-Bolzen in Abdeckung

Wieder eingebaut habe ich eine gerade Linie vom tiefsten Punkt der Karosserie gezogen, um zu bestimmen, wie viel von den Schenkeln der „U“s ab muss:

Überstand Bolzen

Da gab es dann noch einen Sicherheitszuschlag und ich konnte die Halter final montieren:

Neue Handbremskabelverschraubung

Mal sehen, wie sie in 2 Jahren aussehen.

P.S.:

Natürlich war ich nochmal beim TÜV zur Nachuntersuchung. Das ist aber eine eigene Geschichte.

Svens Tandy

Heute Mal eine rare Gelegenheit mit vier Rädern. Sven trennt sich von seinem Reliant Fox Tandy:

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Wem das WoMo auf VW Caddy I-Basis zu sehr Mainstream ist, der sollte zugreifen:

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Mit dem Tandy seit ihr auf jedem historischen Campertreffen der Hit:

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Und da Platz in der kleinsten Hütte ist, ist er innen sogar erstaunlich geräumig:

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Das schreibt Sven zu seinem Tandy:

Einmaliger Engländer mit Rechtslenkung. Es gibt keinen zweiten in Deutschland und vermutlich auch nicht auf dem europäischen Festland… Er hat die H-Zulassung, es ist ein 4-Zylinder 850 ccm Benziner mit 37,5 PS. GFK-Karosse und 4-Gang Schaltung. Der Motor wurde überholt, es gibt noch nen zweiten dazu. Viele Ersatzteile vorhanden. GFK-Karosse. Der Rahmen ist vollverzinkt und rostfrei. Im Heck kann man stehen, daher auch als Wohnmobil anerkannt. Im Heck ist auch das Klo, ein Unterschrank, ein Herd, ein Waschbecken und zwei Hängeschränke. Sitzecke für 4 Leute, das Bett ist für zwei. Es ist ein Zweisitzer. Im Alkoven ist Platz für das Ersatzrad und Polster. Die Fenster im Wohnaufbau kann man öffnen. Das Zelt gibt es auch dazu, so wie eine Palette voll Ersatzteile für den Relaint.
Ich habe 5 Jahre mit dem TÜV kämpfen müssen um den Engländer, der zuletzt in den Niederlanden zugelassen war, hier in Deutschland zuzulassen. Ich werde das nie wieder machen… Aus Platzgründen muss nun, nach den drei Reliant Robin die ich besaß, leider schweren Herzens… auch unser Tandy gehen.
Das Fahrzeug besitze ich seit gut 5 Jahren. Vorbesitzer war ein guter Bekannter aus der Nähe von Amsterdam. Das Fahrzeug fuhr einige Jahre in Holland bis es ein Motorschaden gab. Der Bekannte war Reliant Sammler und hatte Robins, Rialtos, Bond Bug und Ant usw…
Ich hatte zuvor auch einige Reliant Robin, die zu 80% Baugleich zum Fox sind. Daher auch der Ersatzmotor den es teilzerlegt dazu gibt. Teilzerlegt ist er, weil die Zylinderkopfdichtung hin war und ich den Kopf nicht runter bekommen hatte.. Jetzt ist der Kopf runter…
Der jetzige Motor ist der mit ehemaligem Motorschaden. Ein Ritzel auf der Nockenwelle war gebrochen weil der Zündverteiler blockierte. Ein Reliant Spezialist aus Hildesheim hat den Motor überholt, die Nockenwelle ersetzt und einen generalüberholten Zündverteiler eingebaut. Der Motor wurde dann mit Abgassonde beim Technikspezialisten der Braunschweiger Mini-Freunde eingestellt. Der Reliant Motor ist 80% baugleich mit dem Austin/Rover Mini Motor.
Bremsen hinten und Auspuffanlage sind neu und im Juni 2018 gab es noch nen niegel Nagel neuen Hauptbremszylinder.
Alljahresreifen sind auch neuwertig, noch keine 500km gelaufen. Frontscheibe habe ich auch neu eingesetzt. Getriebe ist auch erst vor einem Jahr ein neues überholtes aus England eingebaut.
Wohnraumpolster und Gardienen sind neu genäht! Da hat noch keiner drauf geschlafen!
Vor gut einem Jahr hat er dann die Einzelsbnahme beim TÜV bestanden inkl. H-Gutachten…
Es gibt den 2. Motor, Ein überholtes und mehrere alte Getriebe dazu so wie zwei Lenkketriebe, 2 Hinterachsen, Traggelenke, Auspuff und ca. 2 Paletten voll diverser Ersatzteile…
Auch eine Kühlbox und das Vorzelt sind dabei…
Mängel:
– Motor ölt etwas.
– Tankanzeige geht nicht, neuer Tankgeber ist aber dabei.
– Da es eine Hinterachse mit optimierter Übersetzung ist, zeigt der Tacho Blödsinn an.
Sonstige Vorteile:
Simple Technik.
Karosse aus GFK.
Rostfreier vollverzinkter selbsttragender Stahlrahmen.
Ersatzteile gibt es in England zu Hauf und extrem günstig!
Der Motor ist schnell ausgebaut.
Es ist eines der kleinsten Serien-Wohnmobile der Welt.
Es gibt keinen Zweiten, nicht mal einen Reliant Fox oder Reliant Kitten in Deutschland mit Straßenzulasdung!

Viel Technik und Teile von Fiat und vom Mini.

Standort: 38159 Vechelde (nähe Hannover)
Mobil & WhatsAPP: 0175/1975354
eMail: zuhause@sven-baumert.de

Technische Details und Preisvorstellungen findet ihr bei Mobile, Autoscout24, eBay & Co…
Weitere Bilder findet ihr hier.

Ich hätte ehrlich gesagt selber zugeschlagen, wenn er nicht nur für zwei Personen zugelassen wäre.