Kompressorfarm III

Nachdem wir im letzten Artikel das Grundkonzept geklärt hatten, soll es nun an die Elektrik gehen.
Wie schon geschrieben, sollen beide Kompressoren von außen einzeln abschaltbar sein.
In der Ecke hinter Lola gibt es eine Starkstromsteckdose, die ich für die Stromversorgung anzapfe:

Da stellt sich aber direkt die Frage: Darf man so einfach von einer Starkstromleitung 1-2 Phasen abzapfen?
Onkel Proof Wood hat dazu mal sehr schöne Videos gemacht:

Wie ihr seht, alles harmlos.
Also mal im Fundus gekramt, was ich da noch passendes habe:

Ich habe die Installation mal testweise auf einer OSB-Platte zusammen geschraubt:

Wie ihr seht, nutze ich für den Anschluss an die wandseitige Starkstromsteckdose ein kurzes flexibles Kabel.
Das mündet dann in eine Verteilerdose.
Zur Verklemmung innerhalb der Dose kann ich die WAGO 224-112 Netzanschlussklemmen wärmstens empfehlen!
Mit einer Klemme lassen sich drei Leitungen sehr kompakt verklemmen, von denen eine sogar eine flexible Ader sein darf:

Das war natürlich ideal, um die ankommende flexible Leitung auf die „feste“ Installation der Dosen zu überführen.
Von der Verteilerdose geht nun der Strom sowohl 1:1 zu der an der Vorderseite angeschraubten Starkstromdose (um den Starkstromanschluss in der Ecke nicht gänzlich zu verlieren) als auch für zwei Phasen getrennt (mit dem Umweg über die beiden Schalter auf der Vorderseite) zu der Doppelsteckdose:

An jeder der Dosen hängt somit eine andere Phase. Das ist bei 2 und 1,8 kW vielleicht nicht zwingend nötig, aber schöner ist es auf jeden Fall. Insbesondere, wenn mir nochmal ein etwas stärkerer Kompressor zu läuft oder ich die Farm erweitere.
Im nächsten Artikel bauen wir dann den pneumatischen Teil und stecken alles testweise mal zusammen.

Kompressorfarm II

Im ersten Teil hatte ich ja berichtet, dass mir ein defekter Scheppach HC54 Kompressor zugelaufen ist.
Nach dessen Reparatur habe ich nun zwei Einzylinder-8-Bar-Kompressoren. Einmal den Schneider mit 24l Kesselvolumen und den Scheppach mit 50l.
Beides eher handliche Geräte zum auspusten und Reifen füllen. Allerdings nix, um einen ausgewachsenen Schlagschrauber oder Druckluftschleifer zu betreiben.
Es sei denn, man schließt sie in Reihe zu einer „Kompressorfarm“ zusammen…..

Das sowas auch in größerem Maßstab möglich ist, führt uns netterweise Hannah vor:

Warum sollte man sowas wollen, fragt ihr?
Zum einen: Die Kompressoren sind geschenkt und ich vermute, dass mir im Laufe der Zeit noch mehr solcher kleinen Kompressoren zulaufen werden. Ich erhalte so mit minimalem Aufwand einen „2-Zylinderkompressor mit 74l Kessel“. Auch bei einem Defekt finde ich die Farm gegenüber einem großen Kompressor überlegen. Ich kann einfach einen kleinen Kompressor gegen ein anderes geschenktes Billigteil austauschen, wohingegen bei einem großen Standgerät nur die (im Zweifel) teure Reparatur oder der Komplettaustausch bleibt. Damit einher geht auch eine Sicherheitsüberlegung: Mir ist lieber einer von vier 50l-Kesseln detoniert, als ein 200l-Kessel.
Außerdem ist es mal wieder etwas abseits der Norm. Da habe ich ja immer ein Herz für. Wie jemand einen neuen Kompressor kauft, könnt ihr zur Genüge wo anders lesen.

Nun wollen wir aber das Projekt mit germanischer Sorgfalt angehen. So ein wildes Rudel Kompressoren, wie oben im Video, nimmt mir zu viel Platz weg. Außerdem muss da auch noch eine komfortable Steuerung dran und den kleinen Kompressor muss ich auch noch mobil einsetzen können. Ach und schallgedämmt soll das Ganze natürlich auch noch sein, damit die beiden Schräubchen nicht in ihren Betten rotieren, wenn ich die Kollegen am Garagendonnerstag anwerfe.
Wie wäre es also, wenn man die Kompressoren kompakt übereinander arrangiert?
Quasi sowas:

Die Basis bildet ein Metallsteckregal, welches allseits geschlossen, das Zuhause für die beiden Kompressoren bildet. Zu- und Abluft kommen über einen Kanal oben und unten im Regal. Um auch da den Schall in Grenzen zu halten, sollen in die Kanäle schräg stehende Zwischenwände. Beide Kompressoren haben ab Werk eigene Kühlgebläse, so dass ich durch die Anordnung hoffe, einen ausreichenden Luftzug zu erreichen. Ansonsten muss ich da ggf. noch einen extra Lüfter einbauen. Das lässt sich aber rausexperimentieren. Die Steuerung (Strom und Druck) erfolgt von außerhalb. Jeder Kompressor ist an einer separat zu schaltenden Steckdose angeschlossen, so dass man ihn von außen ein und ausschalten kann. Durch einen Absperrhahn kann man einen Teil der Installation stilllegen, um den kleinen Kompressor für mobile Anwendung zu entnehmen und trotzdem noch mit der Farm arbeiten zu können (in der Skizze noch anders dargestellt). Beide Kompressoren versorgen dann einen gemeinsamen Wasserabscheider samt Druckregler, an den dann die Druckluftleitung für das gewünschte Gerät angeschlossen wird.
So zumindest der Plan. Einen Aufstellort gibt es auch schon. Neben Lola ist noch Platz:

Passenderweise hatte der logale Globus Baumarkt ein Metallregal mit 45 cm Tiefe als Basis gerade im Angebot:

Normalerweise haben die Regale 40 cm Tiefe, aber das reicht für den Scheppach-Kompressor knapp nicht.
Erste Stellprobe:

Ja, das kann was werden.

Nachtrag: Die viel gelobten Stahlwerk-Kompressoren sind im Grunde auch nichts anderes. Vier Einzelkompressoren, die zusammen einen gemeinsamen Vorrat befüllen.

Kompressorfarm I

Über meinen Schwiegervater lief mir vor kurzem ein weiterer Baumarktkompressor (Scheppach HC54) zu:

Diagnose:
Die Aluminiumleitung vom Zylinder zum Druckschalter war undicht.
Der Bördel hatte sich im Laufe der Jahre verformt und schloss nicht mehr dicht am Nippel.
Einen ersten Reparaturversuch startete ich mit einer umgedrehten Hutmutter.
So ließ sich der Nippel zwar erstaunlich gut nachformen, war aber immer noch undicht.
Glücklicherweise hatte Tante LIDL vor einiger Zeit ein simples Bördelset im Angebot:

Damit startete ich einen zweiten Versuch, welcher auch von Erfolg gekrönt war:

Nachdem der Kompressor somit wieder lief, habe ich ihm mal einen großen Service angedeihen lassen.
Den Luftfilter hatte noch nie jemand gereinigt:

Auch ein Ölwechsel war noch nie erfolgt:

Ebenso irritierte mich, dass aus dem Wasserablass am Tank trotz vollem Druck nur ein leises Zischen kam. Das schaumig herauströpfelnde Wasser verhieß aber nichts Gutes:

Auch als ich das Ventil komplett raus schraubte, kam da nicht mehr als ein verschämter Dauerfurz.
Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und porkelte bei bestehendem Kesseldruck im Ventilsitz herum.
Einen kurzen Widerstand später hatte sich der Furz in einer 6-Bar-Elefantenflatulenz entladen und ich sah leider auch dementsprechend aus.
Mein ganzer Oberkörper war mit braun-öligem Wasser gesprenkelt. Gut, dass ich eine Brille auf hatte.
Schön dumm.
Damit stand aber wenigstens fest, dass ich dem Tank mit härteren Methoden zuleibe rücken musste.
Von der Gorilla weiß ich ja, das Tanks sich sehr gut mit kalter Zitronensäure entrosten lassen:

Den angerührten Eimer kippte ich über die kopfseitigen Verschraubungen in den Kessel und ließ die Säure 3 Tage einwirken.
Danach spülte ich den Kessel mehrfach gründlich mit Leitungswasser aus und ließ ihn bei geöffneten Stopfen in der Sonne trocknen.
Nun sah er innen wieder gut aus:

Was ich mit einem zweiten Baumarktkompressor will?
Gemach, gemach…

Altersruhesitz

Erstaunlicherweise werde selbst ich nicht jünger. So sehnte ich mir schon des öfteren an einem meiner Garagendonnerstage ein Sitzmöbel herbei, um wenigstens bei den eintönigsten Routineaufgaben nicht stehen zu müssen. So richtig hatte ich auch keinen Plan, selbst wenn Adam Savage ein Loblied auf Arzthocker singt.
Die Erleuchtung brachte dann erst ein Sperrmüllhaufen am örtlichen Gerontenstift. Dort fand sich nicht nur Frau Wächters Rollator (Super zum schlachten! Die großen weichen Gummirollen sind Spitze) sondern auch dieser fahrbare Toilettenstuhl:

Darum, dass der Toilettenteil fehlte, war ich nur partiell traurig. *Ürgs*
Gut, dem Rost nach zu urteilen, haben sie das Ding immer verwendet, um die Rentner im Hof abzukärchern, aber ein paar Rostnarben sind ja nicht weiter tragisch.
Viel mehr war die Überlegung, dass der Stuhl die Basis für einen recht ordentlichen Werkstattstuhl bilden könnte.
Die Kugellager der großen Rollen drehten sich nach einer gründlichen Reinigung und einem Bad in Öl wieder schön geschmeidig. Das war die Mindestvoraussetzung.
Für den Toiletteneinsatz befinden sich an der Front Scharniere, welche sich ziemlich Problemlos für schwenkbare Ablagen umbauen ließen.
Hier noch im Rohbau:

Während der wilden Hatz durch die Werkstatt halten schnöde Magnetschnapper aus dem Möbelbau die Böden unter der Sitzfläche.
Die neue Sitzfläche stammt aus dem Plattenfundus und erhält noch etwas Schaumstoff von einer alten Kindermatratze:

Darüber kommt ein Rest Kunstleder, den ich noch von Lola übrig habe. Das Kunstleder ist sogar explizit „urinbeständig“. Wenn das nicht passend ist. Das Kunstleder habe ich, wie bei Lola, wieder getackert:

Damit mir die Schiebestange nicht irgendwo aneckt bekam sie noch ein Verhüterli aus Rohrisolierung.
Interessanterweise passt der Spazierstockhalter von Frau Wächters Rollator exakt als WD40-Halter an den Stuhl:

Die Ablagen habe ich mit Leisten eingefasst:

Bei der Rückenlehne muss ich mir noch was einfallen lassen. Das Original hat Risse.

Mal sehen, wie sich der Stuhl so in der Praxis bewährt.

Alles Gute zum 13. Geburtstag

Das dutzend Jahre haben wir lässig hinter uns gelassen und dampfen nun mit Volldampf in die Pubertät. Alles Gute zum 13. Geburtstag liebes Blog:

Mittlerweile ist der Bestand hier auf 1729 Artikel und 3611 Kommentare angewachsen.

Etwas, was ich sicherlich nicht geschafft hätte, wenn nicht gelegentlich jemand von euch mir den Eindruck gäbe, dass ihn dieser Blog zumindest unterhalten würde. Dafür ein herzliches Danke!

Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich den Blog nicht von Youtube aus weiter betreiben möchte. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich nicht nur den Aufwand scheue, sondern auch der Meinung bin, dass ich eine andere Zielgruppe habe. Youtube-Videos konsumiert man abends auf dem Sofa als Berieselung oder sucht spezifisch nach Lösungen für bestimmte Probleme. Ein Blog hingegen liest man in der Pause auf Arbeit oder abends zum runter kommen. So zumindest mein Feedback.
Und da die Zunft der Blogger langsam aus zu sterben scheint, denke ich, dass es sinnvoll ist, diese Nische auch weiterhin zu besetzen.