Schalungsbau

Bevor das Experiment mit dem IBC-Tank als Krankübel/Betonkübel starten konnte, musste ich noch zwei Schalungen fertig stellen.

Auf der einen Seite war eine kleine Lücke von 16 cm Breite zu schließen. Das ist zu wenig, um einen Schalstein mit zumindest einem Steg zu schneiden. Ich habe die Chance genutzt und auf meine „Gewindestangen-Methode“ von der Frostschürze zurückgegriffen:

Statt eines Leerrohres habe ich diesmal jedoch ein HT-50-Rohr verwendet, welches durch das Verbindungsstück später auf jeder Seite eine Muffe hat. Das Rohr liegt später ganz knapp unter Pflasterniveau, so dass ich das Rohr einfach beidseitig mit Stopfen verschließen kann. Sollte ich irgendwann doch noch Mal einen Zugang durch die Wand brauchen (Wasser, Strom, W-LAN-Kabel) komme ich da einfach wieder ran.

Auf der anderen Seite musste ich die spätere Türschwelle noch einschalen:

Bei der Breite habe ich mich für das größte Standardmaß von Nebeneingangstüren (108 cm Öffnung) entschieden. So kann ich später selbst mit einer Europalette durch die Tür kommen. Auch hier habe ich wieder auf Gewindestangen zurückgegriffen:

Damit waren die Vorbereitungen durch und es konnte endlich mit dem Beton los gehen…

Vorderlader

Um Platz für den Teleskoplader zu schaffen musste ich meinen Drainagekies-Berg konsolidieren. Jahrelange Erstbesteigungen mit Kinderfüßen hatten ihn breit getreten. Natürlich hätte ich die 4-5 Tonnen auch mit der Schippe aufhäufen können, aber wozu hat man dann einen Minibagger?!

Gute Gelegenheit mal ein anderes Feature des Baggers zu testen. Laut Verkäufer lässt sich nämlich die Schaufel auch verkehrt herum montieren, also mit der Öffnung nach vorne. Warum man das will? Nun, will man ein Loch buddeln ist die Schaufel zum Bagger hin sinnvoll, da man so mehr Druck auf den Boden ausüben kann. Ich will aber nur losen Kies vor mir her schippen, ohne die ganze Zeit das Laufwerk zuzubuddeln.

Drehen lässt sich die Schaufel, indem man die Schnellwechselplatte umdreht.

An dieser Platte werden normalerweise die Anbaugeräte (Schaufel, Reißzahn, Greifer, etc.) befestigt. Um die Platte zu drehen, müssen die beiden Bolzen zwischen Baggerarm und Schnellwechsler raus:

Die Arrettierungsschrauben gingen gut raus und nach ein paar sanften Treffern mit dem Durchschlag kamen auch die Bolzen hinterher. Bei der Gelegenheit kann man direkt die Bolzenführung im Baggerarm auf Dreck und ggf. Verschleiß kontrollieren:

Von der demontierten Schaufel habe ich bei der Gelegenheit auch die Zähne abgeschraubt:

Danach alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammen werfen und fertig ist die „Motorschippe“:

Die Bedienung ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig, da durch die umgedrehte Schaufel nun öffnen = schließen und umgekehrt ist. Davon abgesehen, ließ sich der Kies jedoch ganz vorzüglich vor mir her schippen:

Opelgold

Sprach ich neulich nicht noch davon, dass der Gammel ein bisschen am Staubschutzblech des Combos geknabbert hätte?
Nun, vor wenigen Tagen führte mich mein Weg über eine unausweichliche Kopfsteinpflasterstraße. Durch das geöffnete Fenster dachte ich kurz, jemand hätte eine leere Konservendose an die Stoßstange des Combos geknotet. *klonk*blonk*klonk*
Kurz gestoppt und mit der Hand an das Staubschutzblech hinten links gegriffen: Wackelt wie ein Lämmerschwanz und klötert gegen die Bremsscheibe.
Die Reparatur war denkbar einfach. Das Blech ließ sich mit bloßer Hand abreißen:

Wenn man genau hinschaut, sieht man sogar die Schleifspuren der Bremsscheibe:

Um das Staubschutzblech (ca. 8€) zu tauschen, muss der Radflasch samt Radlager ab:

Natürlich sind die entsprechenden Schrauben seit 14 Jahren ungeschützt an der frischen Luft.
Das endete ja schon beim V50 desatrös.
Da die Meinungen über die HU-Relevanz außeinander gehen, einige Fahrzeuge diese Bleche schon ab Werk nicht haben und der Stiefastra (R.I.P; identische Hinterachse) Jahrelang mit fies zerfressenen Blechen ohne Beanstandung lief, werde ich kurz vor der HU einfach auch das Blech auf der anderen Seite abreißen. Nicht, dass die fehlende Symmetrie den Prüfer noch irritiert.

DIY-Betonkübel

Natürlich geht es hier im Hintergrund auch am Genesungswerk voran. Ich will euch aber nicht damit langweilen, wie ich (nach der ersten Runde Beton) weitere 171 Schalungssteine stapele und ausrichte.
Egal. Es ist fertig gestapelt:

Nun ist die Frage, wie kommen die nötigen 3,3 m³ Beton in die Schalungssteine?
Im hinteren Teil der Halle ist die Mauer 2,25 m hoch. Da läuft ohne Pumpe wenig. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Pumpe ist aber auch das Stichwort. Die 7 m³ zu Weihnachten waren damals genauso teuer wie die Pumpe. Bei den jetzt „nur“ nötigen 3,3 m³ stünden die Kosten in keinem Verhältnis. Ich habe die letzten Monate die verschiedensten Lösungen durchgespielt. Fahrsilo und Zwangsmischer, Eimerkette, erdfeucht und dünn rühren, etc… alles nicht praktikabel. Ich habe dann bei ebayKleinanzeigen einen alten Betonkübel für den Kran gesucht. So lief das auf größeren historischen Baustellen. Allerdings wiegen die Dinger schon leer gerne mal jenseits von 200 kg, was kaum noch Spielraum für die Nutzlast lässt. Bei voller Auslage darf mein Kran ja nur 300 kg heben.
Wie immer hilft es, wenn man sein Leid unter Gleichgesinnten streut.
Wir erinnern uns ja mit Freude an den Weisen aus dem Nachbardorf, dessen Teleskoplader 4 Tonnen heben kann. Leider kann man so einen Krankübel aber nicht auf eine Europalette spaxen, damit er sie über die Mauer hält. Hmm, was gibt es für Behälter, die auf einer Europalette stehen und Flüssigkeiten fassen können?!
Richtig!
IBC-Container!
Wäre doch gelacht, wenn man da nicht was basteln könnte!
Die IBCs gibt es in der lokalen Kleingartenkolonie für schmalen Kurs.
Als erstes muss die Blase raus:

Danach ringsum eine Linie anzeichnen, um den Deckel abzuschneiden:

Die Flex auf niedriger Drehzahl geht da gut durch, ohne alles mit geschmolzenem Plastik zu verkleben:

Etwaige Algenreste und sonstige Regenwasserablagerungen schrubben kleine Kinderhände ganz vorzüglich runter:

Da Beton, wie auch Blut, bekanntlich dicker ist als Wasser, muss da noch ein größerer Auslass in den IBC. DN 110 sollte reichen:

Arbeitet man sorgfältig sitzt der Stutzen durch seine konische Form schön dicht:

Das Rohr stabilisiert man auf der Außenseite noch zusätzlich mit einem gummierten Lochband, damit eventuelle Biegelasten nicht direkt auf die IBC-Wand wirken.
Aber wie kommt der Beton nun vom IBC in die Mauer?
Und wie reguliert man den Durchfluss?
Mir schwebte eine elaborierte Sonderkonstruktion mit Schieber vor, bis mein Nachbar meinte, dass das doch auch „sowjetisch“ ginge:

Dadurch, dass das Rohrende höher als der IBC ist, ist der Durchfluss unterbrochen.
Neigt man das Rohr zur Seite, kann man den Durchfluss regulieren und gleichzeitig gemütlich mit dem Teleskoplader neben der Mauer her fahren:


Noch ein paar Schnüre dran zur Regulierung, mit dem Kran sowie Hebegeschirr hochheben und fertig ist der Prototyp für den Testlauf:

Hier der Test in bewegten Bildern:

Und wenn man wegen der Kamera nicht nur eine Hand frei hat, geht das sogar recht gut zu kontrollieren.

Wäre doch gelacht, wenn das nicht ein episches Desater wird!

Eine Qual

Den Stammlesern dieses Blogs reicht ein Bild, damit sie die Überschrift einordnen können:

Neben dem Konstrukteur des Combo-Innenraumfiltergehäuses, welcher regelmäßig von mir im Keller ausgepeitscht wird, zeige ich immer Dienstags und Donnerstags dem Ingenieur von Lucas mit einem Lötkolben und einer Kneifzange, was ich von seiner Bremsanlagenkonstruktion für den Opel Astra G/Combo C halte.

Nach einer längeren Tour mit dem Combo vernahm ich in der Garage den unverkennbaren Geruch von heißer Bremse. Der Griff an die Felge hinten links bestätigte, dass sie heiß gelaufen war. Na toll.
Also zerlegen und nachschauen. Der ungleichmäßig abgefahrene Belag verhieß schon nichts gutes:

Die Beläge saßen sehr fest in ihren Führungen.
Die Führung verengt sich durch den Rost so sehr, dass die Beläge eingeklemmt werden:

Also erst mit einem kleinen Meißel und anschließend mit der Feile wieder alles schön einebnen:

Während einer unbedachten Bewegung gab es ein unschönes knirschen vom Staubschutzblech:

Da hat der Gammel auch ganze Arbeit geleistet. Ich schreibe mal Ersatz auf die post-HU/AU/GAP-Liste.
Nun wäre es an der Zeit gewesen, die ganze Chose mit neuen Belägen wieder zusammen zu bauen.
Leider saß der Bremskolben aber so fest, dass ich meinen (sehr empfehlenswerten) Bremsrücksteller verbogen habe:

Ansonsten rührte sich da aber nix.
Super!
Eh ich nun aber den gleichen Tanz wie vor einigen Jahren mit neuen Sätteln anfange, beiße ich in den sauren Apfel und übergebe das Elend einem Profi.
Also alles wieder mit den Altteilen zusammengeworfen und vorsichtig zur Werkstatt gehumpelt.
Die konnten mit professionellem Werkzeug den Kolben dann zurück drehen und tauschten dabei auch gleich die Bremsbeläge.
Soweit so nervig, aber kostengünstig.
Leider verbaute die Werkstatt die Bremsbeläge von ATE, welche schon damals aufgrund ihrer miserablen Passform für viel Verdruss sorgten.
Wie nicht anders zu erwarten, klemmten auch diese Beläge (trotz penibel gereinigter Führungen) wieder und führten zu einer heißen Bremse.
Mittlerweile bin ich aber in diesem Elend routiniert genug, um einfach alles wieder auseinander zu bauen (der Kolben bewegt sich jetzt auch wieder mit meinem Rücksteller schön geschmeidig) und die Führungsnasen der Beläge auf jeder Seite um ca. 1mm abzufeilen:

Und, oh Wunder! Die Bremse schleift nicht mehr!
Ich heize nochmal den Lötkolben an….