Überraschungsei I

Sir Edward ist, was den Stauraum für Kleinkarms betrifft ja zugegebenermaßen etwas sperrlich gesegnet:
Bild nicht vorhanden
Besonders Warndreieck, Verbandskasten, Bordwerkzeug und Klein-Ersatzteile haben keinen richtigen Platz im Kofferraum, an dem sie nicht rum fliegen würden.
Andere Autos haben ja unter dem Kofferraumboden noch einen „Keller“ in dem man solche Kleinteile verstauen kann. Bei Sir Edward ist unter dem Teppich aber leider nur ein glatter Boden.
Also nun mein Plan:
Ich will aus GFK ein hohles „Ersatzrad“ nachbauen und selbiges mit einer Klappe als Werkzeugkiste nutzen. Statt Ersatzrad kommt so ein neumodisches Pannenspray rein. Unter der Kunstlederhülle würde meine Werkzeugkiste dann genauso wie das original Ersatzrad aussehen und schön sicher links in der Aussparung stehen.
Außerdem ist es ne schöne Lektion für mich, wie man mit GFK arbeitet. Muss ich ja schließlich auch mal lernen. Besser an sowas unwichtigem, als direkt an der Karosserie…
Gesagt getan: Samstag war ich im lokalen Baumarkt, um mal die Preise für Epoxydharz, Härter und Glasfasermatten zu checken. „Apotheke“ ist das einzige Wort, dass mir dazu einfällt!
Sowas hatten auch schon verschiedene Seiten, die ich vorher gelesen hatte, geschrieben.
Sehr informativ fand ich diesen Thread im maxrev-Forum.
Ich habe dann beim Bootsservice Behnke bestellt. Da bekomme ich Profiqualität, gute Beratung mit Auswahl und das alles zu einem Bruchteil, den mich der Mist im Baumarkt kosten würde.
Sonntag habe ich bestellt, Dienstag wurde geliefert:

Ich hab mich für 1 Kg Polyester-Laminierharz VIAPAL VUP 4782 BEMT, 20g Härter MEKP und 2 m² Biaxial-Glasgelege +45°/-45°, 300 g/qm entschieden. Die Matten haben durch die parallele Anordnung der Glasfasern ohne Kreuzungspunkte eine höhere Festigkeit als normale Glasgewebe gleichen Flächengewichts. Es ist trotzdem recht gut drapierbar. Die Form, die ich abbilden muss, ist ja recht einfach. Allerdings muss es ja einiges an Gewicht aushalten, wenn man das „Rad“ mit dem Werkzeug durch die Gegend trägt um etwas zu reparieren.
Nachdem ich dann die Werkbank mit Plastik abgedeckt hatte, habe ich die Vertiefung der Felge mit Pappe gefüllt, bis sie mit der Reifenflanke ungefähr eine Höhe bildete:

Unter der Abdeckung kann das „Rad“ ja ruhig gerade weiter gehen.
Danach habe ich das Rad sorgfältig in Frischhaltefolie gewickelt, damit das ausgehärtete GFK nachher auch wieder vom Reifen ab geht:

Danach gabs Fieberglas:

Ich habe jetzt die Fläche mit zwei schichten Gewebe bedeckt und die Lauffläche mit drei Schichten. Mal sehen, wie stabil das nachher ist. Ist ja alles experimentell…
Morgen nehme ich das Rad aus der hoffentlich festen Form und fange dann mal an, die andere Seite zu schließen.
Leider habe ich die Geruchsentwicklung arg unterschätzt. Das ganze Mietshaus stinkt nach Epoxydharz. Sorry Nachbarn! Kommt selten wieder vor….

3 Gedanken zu „Überraschungsei I“

  1. Hmmm, Adrian,wenn ich mir das letze Bild so anguck,bin ich skeptisch ob Du das Rad da wieder rauskriegst.Ansonsten sind 2-3 Lagen ein bißchen dürftig.Mach lieber mehr.Aber die Idee ist Spitze.
    Bin gespannt wies weitergeht.

  2. Prima Idee, aber die Sache mit dem Pannenspray würde ich mir noch mal überlegen. Ich hatte im letzten Sommer am Ford Transit einen Reifenschaden (Flanke), der nicht mit Pannenspray zu beheben war. Der Tranni fährt mit C-Reifen (Commercial, d.h. mit deutlich verstärkter Karkasse). Ich hatte aber zum Glück ein Ersatzrad…
    Aber die Idee ist trotzdem gut, ich würde nur eben nicht auf’s Ersatzrad verzichten wollen.
    Viel Glück!

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