Es gibt Zuwachs in unserem Werkzeugpark:

Es ist ein schwedisches ESAB OrigoMag C170. Im (ein wenig zweifelhaften) Test der Oldtimer Markt kam es damals auf Platz 2.
Nach ewiger Warterei tauchte letzthin dieses Exemplar bei eBay auf. Laufzeit der Auktion 3 Tage; Ende: Donnerstags Mittag.
Das roch nach Gelegenheit. Von „Schnäppchen“ will ich nicht reden, aber 50% des Neupreises bei einem 1,5 Jahre alten Schweißgerät inkl. fast voller Drahtspule und neuem Druckminderer erscheinen mir fair.

Jetzt noch ein Fläschchen Schutzgas besorgen und dann kann die fröhliche Braterei beginnen.
Wenn ich nur nicht schon so viel von Igors schlauen Ratschlägen vergessen hätte…
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Historische Bastelfreuden
Beim stöbern im Netz bin ich über dieses herrliche Foto-Set gestolpert.
Es beinhaltet eine „Useful Ideas“-Ausgabe des Technikmagazins „Popular Mechanics“ aus dem Jahre 1945:

Herrlich!
Was habe ich geschmunzelt. Insbesondere über Problemlösungen, für Probleme, die sich heute nicht mehr stellen.
Aber es sind auch allerliebste Ideen dabei, wie zum Beispiel dieser wilde Barrel-Bronco:

Also als Kind wäre ich da ganz aus dem Häuschen gewesen!
Es hätte mich in unserer bergigen Heimat sicherlich ein paar Schneidezähne gekostet, aber bis dahin wäre der Spaß riesig gewesen!
Es finden sich jedoch auch viele noch heute sehr schlaue Ideen, wie zum Beispiel diese ambulante Messhilfe für den Werkkeller:

Wer also Langeweile und/oder Lust auf historische Tipps & Tricks hat, sollte sich mal die Zeit nehmen und durch die Artikel blättern.
Schön wäre eine Möglichkeit das Set runter laden zu können, aber der Eigentümer hat die Download-Funktion bei flickr deaktiviert. Hat da zufällig jemand ne praktikable Eingebung?
Despotensöckchen – Eine Marktlücke
Während der aktuellen WM grassieren ja mal wieder Flaggen in allen Formen und Farben:

Mainstreamverachtend, wie ich nun mal bin, kam mir dabei die Idee, dass man sich ja nicht nur mit der eigenen Nation solidarisch zeigen muss.
Wäre doch mal die Gelegenheit für ein Statement oder zumindest eine amtliche Irritation der Nachbarn.
So ein Spiegelsocken eignet sich da gut:

Beide Fotos von http://totalcar.hu
Wie wäre es denn mal zur Abwechslung mit „Despotensöckchen“?
Links Nordkorea, rechts den Iran?
Kommunistensöcken?
Links Kuba, rechts China?
Vergangenheitssöckchen?
Links DDR, rechts UDSSR?
Die Möglichkeiten zur Verwirrung der Umgebung sind enorm!
Die Marktlücke hat anscheinend auch noch niemand besetzt, soweit ich sehen kann.
Zumindest konnte ich weder die nordkoreanische, noch die iranische Flagge in Spiegelform finden.
Ich muss die Beste mal an die Nähmaschine schicken…
4. Magdeburger Oldtimertag
Die Oldtimersaison läuft auf Hochtouren. Einer der Pflichttermine hier in der Region ist dabei der Magdeburger Oldtimertag, welcher dieses Jahr seine 4. Auflage erfuhr.
Letztes Jahr war die Veranstaltung ja leider ein Opfer der Wetterkapriolen, aber für dieses Jahr war Bomben-Wetter vorhergesagt (Es gab für mich den ersten Sonnenbrand des Jahres).
Damit auch der Rialto angemessen strahlt, führte mich der erste Weg zur Waschbox:

Die Tiefgarage, in der der Rialto steht ist furchtbar staubig.
Der Eintritt aufs Gelände betrug für zwei Personen 5 Euro inkl. einer Wertmarke für Kaffee und Kuchen. Da kann man nix sagen.
Wir trudelten dort erst gegen 13 Uhr ein, so dass einige Leute schon wieder abgereist waren. Es war trotzdem noch einiges los:

Kaum war ich ausgestiegen stolperte ich über Michi. Der war diesmal nicht mit dem Speedster gekommen, sondern mit seiner Simson SR 1:

Eine Reihe weiter stand ein Velorex:

Auch dessen Eigentümer ist ein alter Bekannter.
Sehr gut hat mir diese 2 CV Kasten-Ente mit reichlich Patina gefallen:

Der Eigentümer berichtete, dass er sie schon seit Jahrzehnten besitzt. Mittlerweile hat er aber den Rahmen gegen ein modernes verzinktes Exemplar getauscht, nachdem ihm der alte an einem Bahnübergang durchgebrochen ist.
Die Beste von Allen hat ambulant zwei weitere Fahrzeuge auf ihren Wunschzettel gesetzt.
Zum einen diesen Clénet Series II:

Als Basis dient das um 40 cm verlängerte Fahrgestell eines Lincoln Continental, von dem auch die Technik komplett übernommen wurde. Die Fahrgastzelle hingegen stammt vom VW Käfer Cabriolet (inkl. Frontscheibe und Türen). Bei genauer Betrachtung gut erkennbar.

Und diesen Clénet Series I:

Basis ist hier der Continental Mark IV. Die Fahrgastzelle, die Fensterflächen und die Türen wurden unverändert von einem MG Midget übernommen, die Clénet üblicherweise auf diversen Schrottplätzen kaufte. Großserie at it’s best!


Wobei wir uns sicherlich unstreitig einig sind, dass sowohl die Serie I als auch Serie II furchtbar unstimmige Rückleuchten haben. Da hätte der Designer ruhig noch ein wenig weiter nach einem passenden Spender suchen dürfen.
Gut gefallen hat mir auch dieses Orion Wohnmobil:

Der Zustand war zwar liebesbedürftig, aber dafür ist es laut Eigentümer auch noch im (täglichen) Einsatz. Gebaut wurden die Orion-Womos übrigens in meiner alten Heimat Detmold.
Schmunzeln musste ich bei diesem T3 mit Pudelmütze:

In die Kategorie „Westentaschenracer“ fielen dieser NSU Wankel Spider:

und dieser Lotus 23:

Man beachte das Größenverhältnis:

Der Lotus hatte übrigens eine reguläre Straßenzulassung und wartete auch sonst mit vielen tollen Details auf (siehe Album). Als er später das Gelände verließ, war das weithin gut hörbar. Like!
Sollten meine Kinder das Youngtimer-Exoten-Gen von mir erben, könnte es gut sein, dass sie sich einen Plymouth Prowler hinstellen:

Heute verschrien, werden die Leute in 20 Jahren ganz aus dem Häuschen sein, was es „damals“ alles gab. Ich guck mal nach Preisen….
In die Trash-Ecke gehört auch diese Komposition:

„Monster-Trabant neben GAZ 13“. Letzterer ist eine amtliche Kommunistenschaukel. Ersterer sorgte für große Erheiterung, da unter der gewaltigen Hutze kein V8 sondern der originale 2-Takter werkelt. Allerliebst.
Einen Haufen weitere Fotos findet ihr bei Interesse hier.
Alles in allem eine schöne runde Veranstaltung! Da komme ich immer wieder gerne hin.
Für mich sprang auch noch eine Minute Fernsehbeitrag für meine gesammelten 15 Minuten Ruhm bei raus:
http://www.mdf1.de/news/26Mai-1738.html
Ab Zeitmarke 8:40.
Marketing
Ich unterbreche mal die Berichterstattung über die Bond Bug Restaurierung für eine freundliche Mitteilung an alle hier mitlesenden Marketingverantwortlichen:
Es ist schmeichelhaft, dass ihr mich immer wieder anschreibt und anfragt, ob ich nicht mal diese/s oder jene/s Produkt/Website lobend erwähnen könnte oder ob ein Gastbeitrag bei mir im Blog möglich wäre. Vielen Dank auch für den Hinweis, dass dies mein „Schaden nicht sein soll…“.
Hier mal ein Beispiel, wie man für läppische 1,50 € einen netten Werbebeitrag bei mir im Blog bekommt:
Die Engländer halten Warnblinkanlagen für einen Ausdruck des Nanny-States und bauten sie daher bis in die späten 70er nicht in ihre Autos ein. Beim Bug musste ich dementsprechend damals eine für den TÜV nachrüsten. Die verwendete Warnblinkanlage stammt von der Firma BAAS bike parts und hört auf den Namen BA21 Warnblinkanlage 12V:

Mini Abmessungen, einfacher Anschluss, wasserdicht vergossenes Gehäuse und von der Wattzahl der Birnen unabhängige Blinkfrequenz sind die zentralen Stärken. Auch preislich dürfte es wenig vergleichbares geben. Ich war rund um zufrieden.
Bei der aktuellen Revision der Elektrik musste ich jedoch feststellen, dass die Birne in der winzigen Kontrollleuchte durchgebrannt war.
Kein Problem: Aufschrauben, Maß bestimmen, neue ordern.
Tja, Pustekuchen. Leider konnte ich partout kein passendes Maß für die Birne finden. Das scheint irgendwas exotisches zu sein.
Auch Recherchen bei einschlägigen Leuchtmittel-Händlern führten zu keiner Erkenntnis.
Also habe ich einfach mal eine freundliche Mail an die Firma geschrieben und erhielt umgehend die Antwort, dass man sich freue, dass ich mit ihrem Produkt zufrieden wäre und mir gerne kostenlos zwei Ersatzbirnchen zuschicken würde.
Ein paar Tage später hielt ich die versprochenen Lämpchen in der Hand:

Nice. Das ist mehr als Service! Ich wäre ja schon mit der Benennung des Birnchens glücklich gewesen.
Vielen Dank.
Da lege ich auch gerne den mit gesandten Prospekt in den Hintergrund des Fotos.
Die Warnblinkanlage ist übrigens nicht dass einzige BAAS-Produkt, welches Verwendung im Bug findet. An den (nicht selbsttätig zurückstellenden) Blinker erinnert mich in Zukunft der BLE2 Mini-Blinksummer.
Also liebe Marketingmenschen:
Entweder ich komme zu euch weil mir euer Produkt gut gefällt, oder ihr schickt mir etwas zum testen, oder der Geldbetrag erreicht unanständige Ausmaße.
Aber einfach mehr oder minder versteckte Werbebotschaften ohne persönlichen Hintergrund/Erfahrungswert wird es hier auch in Zukunft nicht geben.
Nicht dass es so desaströs endet wie im lawblog…