Archiv der Kategorie: Kinderkram

Hier dreht sich alles ums Kindeswohl.

einschläferndes aus Nippon

Freunde mit frischem Nachwuchs fragten mich vor einiger Zeit nach Schräubchens Schlafgeräuschen aus Babytagen. In diesem Zusammenhang berichtete der werdende Vater, dass Nissan extra den Komponisten Osams Suzuki damit beauftragt habe ein wissenschaftlich fundiertes Schlaflied für Kinder zu komponieren.
Das dabei herausgekomme Stück ist 14 Minuten lang und hat extra eine Frequenz von 5.000/6.000 Hertz, was Kinderohren besonders gut hören können.
In Nissans Experiment mit Müttern und Kindern hat das wohl gut geklappt, denn die kleinen Quälgeister sind innerhalb von Minuten sediert zusammen gebrochen.
Obwohl der Text auf japanisch ist, werde ich Schräubchen mal als Versuchskaninchen missbrauchen:

Unabhängig davon: Das ist mal next-level-customer-support!

Packtaschen für den Puma

Um beim einkaufen mit Schräubchen nicht immer aufs Auto angewiesen sein zu müssen, stand die Anschaffung eines Kinderanhängers im Raum.
Nach Konsultation von einigen Test- und Erfahrungsberichten, fiel die Wahl auf einen Chariot Cougar 2 (mittlerweile von Thule produziert).
Erschreckenderweise sind die Dinger teurer als so manches Auto, das ich gekauft und bis nach Afrika gefahren habe.
Allerdings relativiert sich das auch wieder, da der Wiederverkaufswert nur knapp unter dem Neupreis liegt.
Trotzdem wollte ich ein wenig das Budget schonen und habe zu einem „defekten“ Exemplar gegriffen.
Die notdürftig mit Tesafilm (!!) geklebte Wimpelstange wurde als erstes durch drei Segmente einer alten Zeltstange ersetzt:
Zeltstange
Vom Durchmesser passt das genau und die Zeltstange hat den Vorteil, dass man sie sehr klein zusammen falten kann, wenn man den Anhänger verläd.
Ungelöst ist noch das fingergroße Loch in der Seitenscheibe. Da hat mal eine der Radachsen durchgepieckt.
Mal sehen, wie ich das flicke. Muss ja schließlich durchsichtig bleiben und soll „puhl-sicher“ und wasserdicht sein.
Vielleicht funktioniert so ein Gummi-Pool-Flicken. Irgendwelche Ratschläge?

Was mich jedoch von Anfang an störte, war die geringe Zuladung des Anhängers.
Entweder man packt die Einkäufe in den Innenraum und das Kindelein knabbert auf der Heimfahrt fröhlich die Leberwurst an oder man begnügt sich mit der winzigen Tasche auf der Rückseite. Alles unbefriedigend.
Da ich nicht der Einzige bin, den das stört, findet der geneigte Leser hier einige Anregungen.
Ich persönlich habe mich für einen eigenen Ansatz entschieden.
Startpunkt sind die Beiden offenen Rohrenden, in die der Schiebebügel kommt:
Gepäckbrücke
Wie man auf dem Bild sieht, kommen dort zwei Kupfer-T-Stücke (18mm auf 15mm) rein. Diese passen haargenau mit dem 18mm-Teil in die Kunststoff-Buchsen.
Zwischen die T-Stücke kommt eine Eisenstange, die so lang ist, dass sie nicht aus den T-Stücken rutschen kann.
Gegen eventuelles Klappern hilft Isolierklebeband.
An die Stange in der Mitte kann man nun Fahrrad-Packtaschen (noch von unserer Mofa-Tour im Fundus) einhängen:
Gepäcktasche montiert
Gegen ein seitliches Verrutschen bei hastiger Kurvenfahrt hilft ein Stück Benzinschlauch oder dick gewickeltes Isolierklebeband links und rechts der Klemmen.
Durch die Packtasche verdoppelt sich die Ladekapazität und für gelegentliches schieben reicht die Querstange immer noch:
Gepäcktasche montiert 2
Wenn man wollte könnte man sogar noch die original Schiebestange wieder über den Kupfer-Muffen montieren, wenn man sich ein passendes Übergangsstück bastelt.
Als nächstes will ich noch einen Spritzschutz wie hier basteln und für etwas Beleuchtung sorgen.

Dreiradeumel

Zur Geburt bekam Schräubchen viele schöne und teilweise sogar nützliche Dinge.
Eines davon ist der „Eumel“:

Mundgenäht von meinem Cousin, glänzt er mit einer cheffigen Rialto Hatchback-Siluette auf dem Rücken und drei quietsch grünen Beinen.
Ich werde mal zusehen, dass er ihr Lieblingskuscheltier wird. Wäre doch gelacht, wenn das keine Spätfolgen haben würde.

Schreikinder artgerecht ruhig stellen

Das Schräubchen war locker und rappelte. Und zwar ohne Pause!
Die beste Mutter von allen war schon an den Ecken ganz vergnaddelt, als ich nach hause kam.
Also Wachablösung, Schräubchen gegriffen und mit Ohropax überlegt, was das Kindelein zum schweigen bringen könnte.
Im Auto schläft sie immer sofort ein. Kinderwagen geht auch und der Staubsauger hat ebenfalls hypnotische Wirkung.
Also ziellos durch die Gegend fahren?
Staubsauger anstellen und laufen lassen?
Nee, dafür bin ich zu geizig ökologisch verantwortungsvoll.
Eine fixe Netzrecherche förderte die Seite „yoursounds.com“ zutage.

Was Lärm macht, kann man da finden. Alles! Garantiert!

Der erste Klick führte dementsprechend zum Staubsauger und schläferte das Schräubchen umgehend in Endlosschleife ein.
Geil!
Also direkt weiter gesucht, ob es da nicht auch was mit Style gibt.
Am Ende hatte ich folgende Liste kindlich geprüfter Beruhigungsgeräusche:

Diese Geräusche (die jeweils monotonsten; z.B. die Cobra im Leerlauf) habe ich in Endlosschleife aufgenommen, schreckanfällige Passagen raus geschnitten und das ganze auf eine CD gebrannt.
Das Kind stört sich wenig an den yoursounds-Störgeräuschen, so dass ich mir da keine Mühe gegeben habe, sie herauszuschneiden.
Der Erfolg ist unglaublich!
Scheiß auf kommerzielle Beruhigungs-CDs mit „Lalelu“! Das Kind will V8, dann schlummert es auch!

Kampfwertsteigerung

Im zuge der Kindsvorbereitung überließen uns gute Freunde ihren Kinderwagen.
Er hat zwar vier Räder, aber „geschenktes Maul riecht nach Gaul“ oder so ähnlich.
Ein tolles Teil, dass sicherlich zu Recht vom Hersteller als „Stern unter den Schwenkschiebern“ bezeichnet wird (Man lernt ja am laufenden Band neue Fachbegriffe!).
Leider haben solche Geräte aber selbst zusammengefaltet die Ausmaße eines ausgewachsenen Sternenzerstörers:
Kofferraum mit Kinderwagen
Der Kofferraum des Combos ist nicht gerade klein, aber mit dem Wagen ist er in Tiefe und Breite randvoll.
Wo nun aber hin mit Reisetaschen und Klappkisten für die Hamsterfahrten aufs Land zu den Großeltern?
Sitze umklappen? Eher unpraktisch, zumal dann hinten weder das Schräubchen bespaßt werden kann, noch Platz für zweiten Nachwuchs ist.
Über dem Kinderwagen ist reichlich ungenutzter Luftraum. Also einfach Gepäcknetz installieren und das Gelumpe auf den Kinderwagen packen?
Auch nicht wirklich praktisch. Das kommt einem im Zweifel alles entgegen, wenn man am Ende der Fahrt die Heckklappe öffnet.
Der Schlüssel ist die Gepäckraumabdeckung:
Laderaumabdeckung
So eine horizontale Unterteilung des Laderaums würde genug Platz für Gepäck lassen und eine solide Basis für den Kinderwagen stellen.
Gesagt, getan!
Damit das ganze spurlos wieder zurück zu bauen ist, habe ich mich der original Aufnahmen des Heckrollos bedient:
Aufnahmen
Als Material braucht man ein 142,6 cm langes Kantholz 60×60 mm für die vordere quadratische Aufnahme des Rollokastens. Weiterhin ein 119,8 cm langes Kantholz 60×30 mm für die hintere Aufnahme.
Als Auflagefläche habe ich eine 10mm starke Sperrholzplatte in den Dimensionen 138×70 cm verwendet. Das ganze wird ziemlich massiv. Wer will, kann sicherlich auch filigraner bauen.
Als Schablone für die Sperrholzplatte habe ich das Rollo drauf gelegt, vermittelt und ausgezogen. So kann man gut die Rundung der Seitenverkleidung übertragen.
Für die Aufnahme des Rollokastens ist es ebenfalls sinnvoll sich eine Schablone anzufertigen und dann auf das Kantholz entsprechend zu übertragen. Die Schablone kann man am besten vom Rollokasten selber abnehmen.
Damit die Platte später stabil in den hinteren Rolloaufnahmen liegt, habe ich M8 x 50mm Stockschrauben verwendet:
Stockschrauben, Torx M8 x 50mm
Deren Grobgewinde schraubt man mittels Torx-Bit in das Kantholz (vorbohren nicht vergessen) und zieht dann auf das überstehende Maschinengewinde ein Stück Benzinschlauch (Innendurchmesser 7,5mm). Der Schlauch sitzt sehr stramm auf dem Gewinde, füllt die Auflagefläche nahezu voll aus und schützt das Plastik sowie den Lack vor Kratzern.
Anschließend steht schleifen, schleifen, schleifen und lackieren auf dem Plan.
Da der Kinderwagen bei uns in den zweiten Stock kommt, habe ich noch Schlitze in die Platte gesägt, um die jeweils hintersten Räder mittels Spanngurten zu befestigen.
Fertig sieht das Ganze dann so aus:
Fertiger Zwischenboden
Wie man sieht, lassen sich noch zwei gestapelte Klappkisten unter die Ablage schieben und auch die Zurrösen im Laderaumboden sind noch zu verwenden.
Die Seitenklappen mit Warndreieck und Erster-Hilfe-Kasten sind noch frei zugänglich. Die Sitze lassen sich weiterhin ungehindert umklappen. Der zweite Laderaumboden schließt bündig mit den Sitzlehnen und dem Gepäcknetz ab.
Natürlich muss nun das Gepäcknetz immer installiert sein, wenn man den oberen Boden beläd und die Sicht durch den Innenspiegel ist dann gleich 0. Außerdem ist der Zwischenboden nicht wirklich handlich. Ist also nix, was ich täglich rein und raus nehmen wollte.
Zwischenzeitig hat Vaddern aus dem heimischen Fundus zwei kurze Spanngurte spendiert (stammen von einem alten Fahrradträger):
passende Spanngurte
Trotzdessen, dass die Rolloaufnahmen lediglich Teil der Plastik-Seitenverkleidung sind, ist der Zwischenboden erstaunlich belastbar.
Ich habe mich testweise mit dem Oberkörper drauf gelegt. 50 kg trägt er damit schon mal klaglos. Die ca. 10 Kg des Kinderwagens beeindrucken weder den Boden noch die Aufnahmen.
Abschließend stellt sich mir nur die Frage, warum Opel sowas nicht als Zubehör anbietet.